Dienstag, 30. Juni 2009

Die Fehde der Königinnen - Eva Maaser




Kurzbeschreibung
:
Europa im Jahr 566: Königin Brunichild führt einen erbitterten Kampf mit ihrer Schwägerin Fredegunde. Seit Jahren tobt nun schon die Fehde zwischen den beiden Königinnen um Gebietsansprüche, Macht und Ansehen. Brunichild jedoch hat Wittiges, einen jungen Landadeligen, als Verbündeten und treuen Vasallen an ihrer Seite. Er hat sein Herz in der ersten Stunde an die Königin verloren, doch müssen sie ihre unstandesgemäße Beziehung verbergen ... Wie weit wird er in seiner Liebe für sie gehen? Ein lebendiger historischer Roman aus einer Zeit, um die sich bis heute viele Geheimnisse ranken.

Meine Meinung: * * * * *

Sehr überrascht war ich anfangs, denn nach dem Titel und dem Klappentext des Buches hatte ich mit einem völlig anderen Sachverhalt gerechnet. Die in der Kurzbeschreibung erwähnte Fehde zwischen den beiden Königinnen Brunichild und Fredegunde nimmt nur einen ganz kleinen Raum im letzten Teil des Romans ein.

Eigentlicher Held der Geschichte ist der junge Landadelige Wittiges, der Brunichild bereits in Toledo kennen lernt und in ihrem Gefolge ins Ostgotenreich reist, zu Brunichilds Heirat mit Sigibert I.

Das starke Gerüst des Romans wird durch hervorragend recherchierte Geschichte gebildet, aber die eigentliche Handlung dreht sich hauptsächlich um Wittiges, seine Erlebnisse sowie sein privates Umfeld.

Seine schicksalhaften Begegnungen mit Alexander und Pontus, seine Heirat mit der ehemaligen Sklavin Aletha und ein verwahrlostes Landgut, das er vom König, für treue Dienste, geschenkt bekommt, all das wird sehr lebendig und farbenprächtig geschildert. Die Autorin gewährt den Lesern einen Blick hinter die Kulissen der Mächtigen, was mir an diesem Buch ganz besonders gut gefallen hat. Die politischen Ereignisse werden kurz und sachlich dargestellt, was ich persönlich als sehr angenehm empfunden habe. Dafür gewinnt man gute Einblicke in das Leben und die Struktur der damaligen Landbevölkerung, ihre Sitten, Gebräuche und Probleme. Doch auch das Leben am Königshof kommt nicht zu kurz. Wittiges verehrt seine Königin und ist Brunichild und ihrem Gatten treu ergeben. Die Erbstreitigkeiten der Königsbrüder und der daraus entstehende Krieg nehmen ebenfalls einen großen Teil der Geschichte ein.

Mein Gesamteindruck ist sehr positiv, ich finde die Mischung aus historischen und erdachten Elementen absolut gelungen und harmonisch. Nicht nur die Haupt-Protagonisten sondern auch die Nebenfiguren sind alle sehr greifbar und plastisch beschrieben, was dem Roman seine Lebendigkeit verleiht. Mit Wittiges, Aletha, Alexander und Pontus hat die Autorin äußerst sympathische und mutige Figuren geschaffen.

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