Sonntag, 14. Dezember 2008

Hexentage - Michael Wilcke


Kurzbeschreibung:
Ein Hexenjäger, verliebt in eine "Hexe - Es ist kein gewöhnlicher Hexenprozeß, der im August 1636 in Osnabrück beginnt. Der Bürgermeister der Stadt läßt die Frau eines angesehenen Apothekers wegen Teufelsbuhlschaft in den Kerker sperren. Aus Minden kommt der Student Jakob, um die Anklage mit einem Gutachten abzusichern. Doch wenig später verliebt er sich in die schwangere Sara, die hinter der Anklage gegen die Apothekerin nur dunkle Machenschaften des Bürgermeisters vermutet. Auch sie wird als Hexe in den Kerker geworfen. Ein packendes Liebesdrama - eine ungewöhnliche Hexengeschichte, die auf historischen Tatsachen beruht.

Meine Meinung: * * * * *
Michael Wilcke entführt seine Leser nach Osnabrück ins Jahr 1636. Dort begegnet man Jakob, der zusammen mit seinem Brautvater beim Bürgermeister der Stadt eingeladen ist, um einem Hexenprozess beizuwohnen. Jakob hat große Zukunftspläne, er möchte die Juristerei studieren und gegen Hexerei zu Felde ziehen. Als Jakob etwas später die hoch schwangere Sara kennenlernt, ist er fasziniert von der ungewöhnlichen, starken Frau und stellt, nach ausführlichen Gesprächen mit Sara und eigene Beobachtungen, mit der Zeit die Methoden und Beweggründe des Bürgermeisters in Frage. Zusammen versuchen die beiden, den inhaftierten Frauen zu helfen und bringen sich dabei selbst in Gefahr.
Die Geschichte ist sehr fesselnd erzählt, und da sie zum Teil auf wahren Begebenheiten beruht, habe ich auch gleich auf der Seite des Autors gestöbert. Michael Wilcke hat viel Interessantes und auch Bildmaterial über die historisch belegten Teile der Geschichte und den Handlungsort zusammengetragen, es lohnt sich auf jeden Fall, auch dort einmal nachzulesen. Erschreckend finde ich immer wieder, dass die meisten Hexenverfolgungen und Prozesse nicht im tiefsten Mittelalter stattgefunden haben sondern in der angehenden Neuzeit, und beide Konfessionen hatten daran ihren Anteil.
Der Autor schildert die Verhöre und die Wasserprobe sehr intensiv, und ich gebe zu, ich mußte bei diesen Kapiteln einiges überfliegen, denn die Beschreibungen gingen mir sehr an die Nieren. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen, wenn mir auch Sara teilweise etwas modern vorkommt, was sicher auf ihre Vergangenheit und ihren längeren Aufenthalt im Orient zurückzuführen ist. Und Menschen, die kritischer und besonnener waren als die große Menge, gab es glücklicherweise schon immer.

Kleine Überraschungen, die das Lesen noch schöner machen:
Mit Anja habe ich Seife und Creme gegen Wolle getauscht, und sie hat mir diese wunderschöne, selbst gemachte Buchhülle als Überraschung mit ins Päckchen gelegt. Sie ist nicht nur dekorativ, sondern ganz nebenbei auch noch sehr praktisch, denn sie hat ein angenähtes Lesezeichen. Man kann sie für gängige Taschenbuchformate benutzen und die Hülle verstellen, je nachdem ob man ein dickes oder dünneres Buch liest.
Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an die liebe Anja!

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