Dienstag, 11. August 2009

Die Madonna von Murano - Charlotte Thomas


Kurzbeschreibung:
Venedig im Jahre 1475: Die Stadt feiert Karneval. In den verwinkelten Gassen der Serenissima versucht eine junge Frau verzweifelt ihren Verfolgern zu entkommen. Sie ist hochschwanger, und sie weiß, die drei maskierten Männer wollen ihren Tod. Die Häscher holen sie ein, doch bevor sie stirbt, bringt sie das Kind zur Welt ... So beginnt das Leben von Sanchia, Ziehtochter des Glasmachers, die schon in ihrer frühen Jugend von der gefährlichen Vergangenheit ihrer Mutter eingeholt wird. Als sie Jahre später mit Lorenzo, dem wohlhabenden Spross eines Patriziers, eine verbotene Affäre beginnt, spitzen sich die Ereignisse auf dramatische Weise zu ... Ein prächtiger historischer Bilderbogen voller Abenteuer, Intrigen und Leidenschaft - ausgebreitet vor der einzigartigen Kulisse Venedig.
Meine Meinung: * * * * *
Zwölf CD's lang habe ich nun die Protagonistin Sanchia begleitet, beginnend in ihrer Kindheit. Sie mußte viele Schicksalsschläge hinnehmen und jede Menge Leid erleben, aber sie hat auch ihre Liebe gefunden. Charlotte Thomas hat in ihrem Roman die Atmosphäre in Venedig des ausgehenden 15. Jahrhunderts sehr ausführlich und gut geschildert , und die Sprecherin des Hörbuchs, Anne Moll, hat das Geschriebene grandios umgesetzt. Sie hat der Geschichte Leben eingehaucht und Stimmungen ganz wunderbar wiedergegeben. Oft habe ich bei der Arbeit innegehalten und nur noch gelauscht, so gebannt war ich von der Erzählweise und der Handlung. Der Roman hat mir viele Stunden Hausarbeit versüßt und kurzweilig gestaltet.

Dienstag, 4. August 2009

Verliebt in einen Fremden - Sandra Brown



Kurzbeschreibung
Eine wunderbare Nacht lang hat sich die Architektin Camille Jameson einem leidenschaftlichen Fremden hingegeben. Dann war er fort, und ihr Herz brach ... Jahre später fährt Camille nach Mississippi, um eine alte Plantage zu restaurieren. Dort trifft sie ausgerechnet auf Zack Prescott, den Fremden von einst ... Und er schwört, sie ewig zu lieben! Doch kann Camille seinen schönen Worten noch einmal vertrauen? Der Roman, mit dem Sandra Browns Erfolgsgeschichte begann: Ihr erster unwiderstehlicher Liebesroman!

Meine Meinung: * * *
Sandra Brown hat diesen Liebesroman 1981 geschrieben, es war lt. Bibliographie ihr erster veröffentlichter Roman überhaupt, damals noch unter einem Pseudonym erschienen. 2006 wurde das Buch von Blanvalet neu aufgelegt.
Der Zahn der Zeit hat an der Geschichte keine größeren Spuren hinterlassen, sie klingt erstaunlich aktuell und zeitgemäß. Allerdings merkt man schon, dass die Autorin damals noch nicht in Höchstform war, denn die Handlung wirkt teilweise sehr gestellt und gekünstelt. Die Protagonisten schaffen es, so gekonnt aneinander vorbei zu reden, dass die aufkommenden Missverständnisse größtenteils unglaubwürdig erscheinen. Sandra Brown kann es viel besser!
Als kurzweilige Ferienlektüre ist das Buch aber durchaus geeignet, denn es ist flüssig zu lesen. Mit 222 Seiten hat sich die Autorin recht kurz gefaßt, und die Geschichte weist keine langatmigen Passagen auf.

Samstag, 1. August 2009

Stadt, Land - Schluss / Judith O'Reilly

Das Buch habe ich als Lese-Exemplar über Vorablesen.de erhalten. Vielen Dank an das Team und den Verlag.



Kurzbeschreibung:
Eine Frau zieht ans Ende der Welt
Judith O'Reilly liebt ihr Leben in London über alles. Nur eines liegt ihr noch mehr am Herzen: das Glück ihrer Familie. Deshalb folgt sie dem Traum ihres Mannes und zieht, hochschwanger mit dem dritten Kind, in ein Cottage in Northumberland - und lernt High Heels und Karriere durch Schafescheren und Gummistiefel zu ersetzen.
»Mein Mann war derjenige, der unbedingt auf dem Land leben wollte. Als ich meinen jüngsten Sohn fragte, was er davon hält, sagte er mit großen ängstlichen Augen: Ein Bär könnte mich fressen! Da gibt es keine Bären , beruhigte ich ihn, schaute aus dem Fenster in die Dunkelheit und hörte das Brummen «

Meine Meinung: * *
Das Buch hat mein Durchhaltevermögen auf eine Harte Probe gestellt. Ursprünglich als Blog angefangen, schreibt die Autorin autobiographisch über ihren Umzug, aus der Großstadt London, in ein Cottage auf dem Land, das ganze in Tagebuchform. Sie ist von Anfang an wenig überzeugt von dieser Aktion, aber es ist der Herzenswunsch ihres Mannes, in Northumberland zu leben. Leider ist der Herr des Hauses (im Lauf der Geschichte öfter als Idiot bezeichnet oder mit anderen schönen Titeln bedacht) selten anwesend, denn er arbeitet weiterhin in London, muss immer wieder die eine oder andere Deadline einhalten.
Die zurück gebliebene Ehefrau läßt kaum ein gutes Haar an Land und Leuten, ja anscheinend gehen ihr meist sogar die eigenen Kinder auf den Wecker. Die mit dem jeweiligen Datum versehenen Episoden sind zu alltäglich, um dem Buch Spannung zu verleihen. Oft macht die Autorin aus einer Mücke einen Elefanten. Viele Seiten füllend werden oft ganz banale Kleinigkeiten aufgebauscht. Ich fand es eher lästig und langweilig, auf einer ganzen Seite lediglich zu erfahren, wie die Autorin Wäsche aufhängt oder in immer neuen Kapiteln und Varianten zu erfahren, wie ihr Mann wieder einmal vergessen hat zu tanken und sie deshalb ohne Benzin auf der Strecke bleibt. Weniger fesselnd war für mich auch die immer wiederkehrende Suche nach verlegten Schlüsseln.
Ich war mir oft nicht sicher, ob die Protagonistin ihre Aussagen wirklich ernst gemeint hat oder ob das ihre Art von Humor ist, wenn sie maßlos übertreibt, wie zum Beispiel: "Heute Abend, als ich mit der Kleinen dalag und sie stillte, streckte sie ihre kleine Hand aus und legte sie sachte an meine welkende Wange." Ja geht's noch? Die Frau ist gerade 'mal 42!
Oder am 25. Januar 2007: "Das Muttersein nimmt einem so vieles...." So eine Aussage fand ich für die Mutter von drei kleinen Kindern ziemlich daneben.
Die Autorin hadert ständig mit ihrem Schicksal und macht anscheinend für alle Probleme in ihrem Leben den Umzug aufs Land verantwortlich.
Alle erwähnten Personen blieben recht oberflächlich, denn es werden keine Namen genannt, sondern jeder bekommt nur irgendwelche Eigenschaften oder mehr oder weniger originelle Titel zugewiesen, wie zum Beispiel: Miss Freitag (für die Haushaltshilfe, die immer freitags kommt), London-Diva (für die beste Freundin in London), weiterhin Die Schäfersfrau, Der Austernfarmer, Die geduldige Mutter usw. Ihre Kinder wechseln die Namen jeweils zum Geburtstag: Aus dem Dreijährigen wird der Vierjährige, aus dem Fünfjährigen der Sechsjährige, und dann gibt es noch die Kleine.
Für mich persönlich gab es nur wenige, humorvolle Lichtblicke in dem Buch, etwa das "persönliche Rezept" der Autorin für Rice-Crispie-Küchlein, ihre Abenteuer beim Schafscheren oder die Erwähnung lustiger Bemerkungen aus Kindermund.
Mein Fazit: Für ein Buch mit über 350 Seiten ist das ganze einfach zu wenig und bleibt durch die Mini-Abschnitte zu oberflächlich. Der ständige Themenwechsel wirkt sich negativ auf den Lesefluss aus. In Blogform wäre dieses Tagebuch besser aufgehoben, denn die Besucher dort bekommen nach und nach einen besseren Bezug zur Bloggerin und ihrer Geschichte, meist aufgelockert durch Bilder. Die jeweiligen Informationen sind zeitnah, und in kleinen Portionen wirkt das Gejammer der Schreiberin nicht ganz so massiv.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Roulette der Liebe - Elizabeth Lowell



Kurzbeschreibung:
Nachdem die schöne Evelyn Starr alles verloren hat, was ihr lieb und teuer war, setzt sie alles auf eine Karte: Um ihr rechtmäßiges Erbe zurückzugewinnen, läßt sie sich auf ein Spiel mit den Mördern ihrer Pflegeeltern ein, in dem sie sich selbst als Einsatz anbietet. Da taucht wie aus dem Nichts ein geheimnisvoller Fremder am Spieltisch auf: Matt "Reno" Moran, ein draufgängerischer Revolverheld von zweifelhaftem Ruf. Als es zu einer Schießerei kommt, gelingt es Evelyn, unbemerkt mit ihren Habseligkeiten zu entkommen - darunter auch der Plan ihres Pflegevaters zu einer geheimen Goldmine. Doch so leicht lässt sich ein Mann wie Reno seine Beute nicht entgehen, und er ist entschlossen, seine hitzköpfige Gegenspielerin bis ans Ende der Welt zu verfolgen, wenn sie ihn dazu zwingt. Dabei merkt er selbst zunächst nicht, dass er längst nicht mehr alleine die Goldmine im Auge hat, sondern die schöne Lady, die ihm sein Herz geraubt hat.

Meine Meinung: * * * 1/2
Selten habe ich ein Buch mit so zwiespältigen Gefühlen gelesen. Hier war ich ziemlich hin und her gerissen zwischen Gefallen und Unmut. Ich werde daher meine Meinung auch in zwei Abschnitten beschreiben.

Fange ich mit den negativen Eindrücken an:
Reno ist ein Mann voller Vorurteile, von denen er fast bis zuletzt nicht abweicht. Mit seinem Verhalten konnte er bei mir nicht gerade punkten. Einerseits fühlt er sich sehr zu Eve hingezogen, begegnet ihr aber immer wieder äußerst überheblich, und seine Worte sind voller Vorbehalte. Wie ich schon im Roman "Feuergipfel" festgestellt habe, scheint Elizabeth Lowell eine Vorliebe für absolute Sturköpfe zu haben. Genervt haben mich die ellenlangen Erotik-Szenen. Seitenweise beschreibt die Autorin, wie die Protagonisten, auf ihrer Reise durch die Wildnis, immer wieder übereinander herfallen und nicht voneinander lassen können. Die vielen Wiederholungen waren weder kurzweilig noch prickelnd, ich fand sie zu langatmig und nervig und habe oft nur quer gelesen.

Aber es gibt auch Positives zu berichten:
Dazwischen hat mich die Autorin immer wieder mit wundervollen Landschafts- und Naturbeschreibungen überrascht. Viele Passagen über die Goldsuche zeugen auch von einer gewissen Sachkenntnis und waren spannend, sogar ein wenig mystisch erzählt.
Sympathisch fand ich Renos Schwester Willow und ihren Mann Caleb, die in der Rahmenhandlung erscheinen. Über diese beiden gibt es einen extra Roman, mit dem ich vielleicht einen weiteren Versuch machen werde, mich mit den Lowell-Romanen anzufreunden.

Donnerstag, 23. Juli 2009

Die Reise der Aphrodite - Jeanette Sanders




Klappentext
Der Job ist futsch, der Lebensgefährte hat seine neue Flamme in der gemeinsamen Wohnung auf dem Teppich vernascht – und sich dabei erwischen lassen. So etwas haut die stärkste Frau um! Kurz vor ihrem 40. Geburtstag beschließt Gundi gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marlen: Ein radikaler Neubeginn muss her! So zieht die Münchnerin fröhlich hinaus in die Welt und landet auf Teneriffa – und direkt in den Armen des englischen Rockmusikers Steven. Eine heiße Nacht, die ausgerechnet am Fuße eines Leuchtturms beginnt, verführt beide zu wahren erotischen Höhenflügen. Aber auch solche enden irgendwann mit einer Landung. Und dann ist guter Rat teuer! Es sei denn, die Liebe redet ein Wörtchen mit ...

Meine Meinung:
Es passiert selten, aber diesmal war es wieder einmal soweit: Ich habe ein Buch abgebrochen.

In diesem Fall konnte ich mich so gar nicht mit der Story anfreunden. Die Ich-Erzählerin Gundi (verniedlichende Abkürzung von Adelgunde) spricht ihre Leser direkt an, der Erzählstil wirkt plump-vertraulich. Nervig fand ich ihre ständigen Zwiegespräche mit ihrem Schutzengel Leo. Adelgunde verstrickt sich immer wieder in Erinnerungen, dadurch kam mir die Erzählung sehr ungeordnet vor, besonders wenn in Rückblicken nur absolut banale Sachen seitenweise ausgebreitet werden. Die erotischen Szenen verlieren durch die sehr schnodderige Erzählweise meist ihren Reiz. Hinter dem sehr ansprechenden und schön gestalteten Cover hätte ich eine ganz andere Geschichte vermutet. Für mich paßt hier erster Eindruck und Inhalt nicht zusammen.