Donnerstag, 15. März 2012

Das Amulett von Gan - Uwe Buß


Der 12-jährige Finn Peterson verbringt regelmäßig die Ferien bei seinen Großeltern, auf einem Bauernhof in Norddeutschland. Einmal findet er dort einen alten Anhänger. Es ist ein Stein, auf dem die Worte „Leben und Kraft“ eingemeißelt sind. Von seinem Großvater erfährt der Junge, dass er mit Hilfe dieses Amuletts, welches schon seit Generationen im Familienbesitz ist, in das rätselhafte Land Gan gelangen kann.
Als sich Finn, mit Hilfe des Amuletts, auf die Reise begibt und wirklich nach Gan kommt, trifft er dort drei weitere Kinder, die ebenso im Besitz eines Amuletts sind. Die Vier erfahren, dass das Land in Gefahr ist, da die vier Ströme des Lebens versiegt sind und dadurch der Schutz gebrochen ist. So konnte das Böse in das verborgene Reich eindringen. Die Amulettträger sind die Einzigen, die das Land Gan und somit die Welt retten können. Gemeinsam machen sie sich auf eine abenteuerliche, gefährliche Reise. Dabei sind ihnen die Schwarzalben und deren grausamer Anführer Harah auf den Fersen, denn diese wollen verhindern, dass die Gefährten zur Quelle der Lebensströme gelangen.

In erster Linie handelt es sich bei dieser Geschichte um ein spannendes Fantasy-Abenteuer für Kinder und Jugendliche. Vier sehr sympathische Helden hat der Autor in seinem Debütroman dazu berufen, das Land Gan zu retten. Diese Aufgabe ist nicht einfach, und der Weg zur Quelle der Lebensströme ist weit und wagnisreich. Jedes der Kinder bringt ganz individuelle, gute Eigenschaften mit, die alle wichtig sind und irgendwann benötigt werden, denn nur gemeinsam können die Protagonisten etwas erreichen. Auch werden bei all den aufregenden Abenteuern die Gefühle der tapferen Vier nicht außer Acht gelassen. Diese benehmen sich zwar sehr heldenhaft, aber es sind doch Kinder, die bei allem Mut und Gerechtigkeitssinn auch einmal Schwäche zeigen dürfen, und dem trägt die Handlung auch Rechnung.  Junge Leser können sich sicher gut mit den Helden identifizieren.
Auf ihrem Weg treffen die vier Gefährten immer wieder auf gute Helfer, die ihnen im Kampf gegen das Böse beistehen.
Wenn man näher hinsieht, erkennt man in der Handlung auch eine tiefer gehende Botschaft. Diese ist präsent, aber nicht aufdringlich. Eine wichtige Rolle spielt beispielsweise die Zahl „Vier“. Vier 12-Jährige von unterschiedlicher Hautfarbe, aus verschiedenen Kulturen, jeder von ihnen aus einer der vier Himmelsrichtungen, ziehen gemeinsam los, um die Welt zu retten. Zusammen haben sie vier Amulette und sollen die vier Lebensströme wieder zum Fließen bringen. Diese Idee hat mir sehr gut gefallen, denn letztendlich läuft es darauf hinaus, dass nur gemeinsam etwas erreicht werden kann, um unser aller Lebensgrundlage zu erhalten und zu retten. Dieser Eine-Welt-Gedanke wird so ganz nebenbei vermittelt, ebenso auch christliche Wertvorstellungen, jedoch ganz ohne Belehrungen oder erhobenen Zeigefinger.
Zwar bin ich altersmäßig der Zielgruppe lange entwachsen, aber auch ich habe mich mitreißen lassen, mit den Kindern gebangt und gehofft und die phantasievollen Beschreibungen des Landes und der märchenhaften Wesen genossen, und ehe ich mich versah, war ich schon am Ende der Geschichte angelangt und musste von den großen und kleinen Helden Abschied nehmen. Ein Trost ist, dass es sich bei dem Buch um den ersten Band einer Trilogie handelt und die Leser sich auf eine Fortsetzung, wahrscheinlich schon im kommenden Herbst, freuen können.


1 Kommentar:

  1. Eine tolle Rezension! Das Buch hört sich wirklich wahnsinnig spannend an! Da weiß ich ja schon, was der Osterhase meinem Sohn bringt. Das ist genau das Richtige für ihn :)
    Liebe Grüße
    Katja

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