Freitag, 11. März 2011

Die Rebenprinzessin - Corinna Neuendorf



Positiv aufgefallen ist mir bei diesem Buch die Covergestaltung. Der Ausschnitt auf dem vorderen Buchdeckel stammt aus dem Gemälde „Woman with a Glass of Wine“ von Philippe Mercier, das Kleid wurde farblich so angepasst, wie es die Protagonistin des Romans trägt. Mit dem Weinberg im Hintergrund finde ich die Aufmachung sehr gelungen und perfekt zur Handlung passend.

In der Geschichte geht es um die Kinder zweier verfeindeter Grafen und Weingutbesitzer im Rheingau 1437. Graf von Bärenwinkel schickt seinen Sohn Martin als Spion zur Festung des Grafen von Katzenburg. Er soll sich dort als Knecht verdingen und herausfinden, worin der Erfolg des Konkurrenten besteht, dessen Wein besser sein soll. Schnell entdeckt er, das Graf von Katzenburg eine neue Rebsorte anbaut. Noch ehe er sich einen Ableger des Rieslings besorgen kann, lernt Martin die Tochter des Grafen kennen. Bella wurde von ihrem Vater aus dem Kloster zurück geholt, um mit einem Günstling des Königs vermählt zu werden. Allerdings sträubt sie sich mit aller Kraft gegen eine Heirat mit diesem ungeliebten, arroganten Mann. Zu Martin, den sie für einen einfachen Knecht hält, fühlt sie sich vom ersten Moment an hingezogen. Wider alle Vernunft und ohne das Wissen des Vaters trifft sich Bella mit Martin heimlich im Weinberg. Die beiden jungen Menschen hoffen verzweifelt auf einen Ausweg für Bella. Aber zuerst muss Martin seiner Angebeteten ein Geständnis machen, denn diese ahnt nicht, dass der Geliebte eigentlich ihr Feind sein sollte.

„Die Rebenprinzessin“ wird als historischer Roman präsentiert. Ich würde die Geschichte allerdings eher bei den historischen Liebesromanen ansiedeln, denn die Romanze zwischen Bella und Martin nimmt einen sehr großen Raum der Handlung ein. Historische Details sowie Wissenswertes zum Weinanbau in der damaligen Zeit umrahmen das Geschehen, stehen aber nicht im Vordergrund.  
Bella und Martin wirken in ihren Aktionen zum Teil beide etwas unreif, und der Handlungsverlauf war für mich nicht immer logisch nachvollziehbar. Gerade Martin benahm sich ab und zu recht ungeschickt, und bei ihm gab es immer wieder kleine Punkte, die mir nicht sehr glaubwürdig erschienen. Gar nicht verstehen konnte ich das Verhalten des Grafen von Katzenburg. Er wirkt sehr hartherzig und verbohrt, und eigentlich konnte ich nicht durchschauen, wieso er auf Bellas Verheiratung mit Roland von Hohenstein so vehement bestanden hat. Es ist nicht so ganz klar geworden, welchen Vorteil er sich davon erhoffte. Zudem gab es mehrere Ungereimtheiten im zeitlichen Ablauf und lose Fäden in der Handlung, die dann einfach im Sande verliefen. Das sind Einzelheiten, die mir beim Lesen durch den Kopf gegangen sind, aber sie haben letztendlich weder den Lesefluss noch die Freude an der Geschichte gebremst.
Der Roman liest sich insgesamt kurzweilig und angenehm. Wenn man sich dazu ein Gläschen Wein oder Traubensaft schmecken lässt, kann man sich das passende Flair in die Leseecke holen und einfach nur genießen. 


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