Donnerstag, 26. Februar 2009

Miss Eleanors neue Liebe - Annette Sanford


Kurzbeschreibung:
Miss Eleanor führt ein beschauliches Kleinstadtleben. Da kommt eines Tages der passionierte Handwerker Abel des Wegs, verliebt sich in ihr baufälliges Häuschen und gleich danach in dessen Besitzerin. Eleanor ist schockiert. Schließlich ist sie eine Respektsperson, fast siebzig Jahre alt! Und Abel, um kein Jahr jünger, ein Mann mit Vergangenheit ... Ein herzerwärmender Roman über eine späte Liebe - voller Zuversicht, dass das Beste erst noch kommt!

Meine Meinung: * * * * *
Ein warmherziges, erfrischendes und humorvolles Buch, das gleichzeitig auch tiefgründig ist und nachdenklich stimmt. Mit viel Feingefühl schildert die Autorin, wie sich zwei Menschen, die den Großteil des Lebens schon hinter sich haben, ineinander verlieben. Die Protagonisten sind sehr liebevoll und sensibel beschrieben, mit all ihren kleinen Macken und Wehwehchen, die das Alter so mit sich bringt. Es ist für die beiden Menschen nicht einfach, als ihre Welt und ihr Leben, durch die gegenseitigen Gefühle, quasi auf den Kopf gestellt wird. Die Geschichte strahlt Optimismus aus, zeigt sie doch, dass das Leben auch mit siebzig noch jede Menge Überraschungen und Freude zu bieten hat.

SuB-Abbau

Schon einige Jahre praktiziere ich in den Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern meine eigene Variante für die Fastenzeit, das Kauf-Fasten. Gekauft wird in diesen 40 Tagen nur, was dringend benötigt wird, was man zum täglichen Leben braucht. Alles andere kann gut mal warten. Besonders schwer fällt mir dieses Kauf-Fasten, wenn es um Bücher geht. Bei Auglia's Buchstabensuppe habe ich jetzt einen interessanten Hinweis zu einer Büchereulen-Aktion entdeckt: 40 Tage buchkauffrei und beschlossen, daran teil zu nehmen. Bei der Gelegenheit habe ich meine ungelesenen Bücher gezählt und katalogisiert und starte mit einem SuB von 285 Büchern (*hüstel*) Im Moment gehe ich die Sache sehr optimistisch an und bin schon gespannt, um wie viele Bücher ich meinen SuB bis Ostern verkleinern kann.

Dienstag, 24. Februar 2009

Die keltische Seherin - Katherine Deauxville



Kurzbeschreibung:
Sie ist von blendender Schönheit, eingeweiht in die uralten Mysterien ihrer keltischen Ahnen. Aber seit Edain am Morgen ihres Hochzeitstages ihren Bräutigam auf geheimnisvolle Weise sterben sah, trägt sie schwer an der Bürde des Zweiten Gesichts. Magnus fitzJuliens Schicksal ist besiegelt, als er in den Bannkreis Edains gerät. Doch der aristokratische Ritter muß erst gegen die Übermacht des Königs und eine Welt von Intrigen und Verrat kämpfen, ehe seine Leidenschaft für Edain Erfüllung findet.

Meine Meinung: * * * *
Eigentlich ein interessanter Plot, aber leider bleibt die Geschichte durchgehend etwas seicht und gleichzeitig verwirrend. Edain, die als Waise in einem Kloster aufgewachsen ist, rückt plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses verschiedener Gruppen. Der König Heinrich Plantagenet ist ebenso an der jungen Frau interessiert wie auch die Templer, in deren Gewahrsam Edain landet. Angeblich gehört sie zum alten Volk der Túatha Dé Danann. Obwohl sie davon nichts gewußt hat, findet sie sich erstaunlich schnell in ihre neue Situation. Die Vereinigung der Templer kommt in der ganzen Geschichte nicht besonders gut weg. Es entsteht ein wirres Netz aus Verrat und Intrigen, aus dem sich Edain kaum befreien kann. Aber da gibt es auch noch Magnus. Die Liebesgeschichte der beiden bleibt recht oberflächlich, ich bin mit keinem der Protagonisten recht warm geworden.
Anmerken möchte ich noch, dass ich mich hier wieder einmal über das Titelbild geärgert habe. Ich verstehe nicht, wieso die Verlage so wenig darauf achten, die Protagonisten einigermaßen so abzubilden wie sie im Buch beschrieben sind. In diesem Fall ist Edain goldblond, und Magnus hat rotes Haar.

Freitag, 20. Februar 2009

Beim Leben meiner Schwester - Jodi Picoult

Kurzbeschreibung:
Ohne ihre Schwester Anna kann Kate Fitzgerald nicht leben: Sie hat Leukämie. Doch eines Tages weigert sich die dreizehnjährige Anna, weiterhin Knochenmark für ihre todkranke Schwester zu spenden ... Jodi Picoults so brisanter wie aufrüttelnder Roman über den Wert des Menschen wird niemanden kaltlassen. »Das bewegende Porträt einer zerrissenen Familie. Jede Figur ist lebendig, jede Situation wahr. Jodi Picoult gelingt es, ihre Leser bis zur letzten Seite zu fesseln - mich inbegriffen.« Elizabeth George



Meine Meinung: * * * *
Die Geschichte ist sehr berührend und macht betroffen: Kate erkrankt bereits im Kleinkindalter an einer agressiven Form vom Leukämie. Durch die lange, zermürbende Krankheitsgeschichte wird die Familie zerrissen. Die verzweifelten Eltern beschließen, noch ein drittes Kind zu bekommen. Es ist Anna, ein Retortenbaby, mit allen genetischen Eigenschaften extra dazu "gezüchtet", der größeren Schwester Hilfe zu bringen. Erst ist es das Blut aus der Nabelschnur, dann weitere Blutspenden, später wird Annas Knochenmark gebraucht, und letztendlich soll sie ihrer Schwester eine Niere spenden, um sie am Leben zu erhalten.
Mit 13 wendet sich Anna an einen Anwalt, denn sie möchte endlich selbst über ihren Körper bestimmen. Sie hat das Gefühl, nur als Ersatzteillager für ihre Schwester zu existieren.
Der Fall wird aus der Sicht aller Beteiligten geschildert, in der Ich-Form, immer wieder aus einem anderen Blickwinkel. Neben den Eltern und Anna selbst kommt auch noch der große Bruder zu Wort sowie Annas Anwalt und die Verfahrenspflegerin Julia , die vom Gericht bestimmt wird. Auf den ersten Blick sind die Eltern nur völlig auf ihre kranke Tochter Kate fixiert, was schon zwangsläufig durch immer neue Klinikaufenthalte dazu führt, dass die anderen beiden Kinder sich vernachlässigt und übergangen fühlen. Eine normale Kindheit zu erleben, ist für die Geschwister so gut wie unmöglich. Jesse, der große Bruder, ist in dieser gespaltenen Familie ohne jeden Rückhalt, er nimmt Alkohol und Drogen und wird sogar zum mehrfachen Brandstifter. Anna hat oft den Eindruck, dass sie eigentlich gar nicht wahrgenommen wird, solange nicht irgend ein Teil ihres Körpers von der Schwester gebraucht wird.
Sarah, die Mutter, kämpft verbissen um ihr krankes Kind, Brian, der eher Nachdenkliche, Besonnene, versucht, einen Zugang zu Anne zu finden, um sie zu verstehen.
Die ganze Situation ist verzwickt, denn es gibt keine richtige und keine falsche Seite, auf der man stehen kann. Je mehr man von den verschiedenen Protagonisten erfährt, umso mehr Verständnis hat man für jeden einzelnen.
Leider hat die Autorin den Schluss sehr überzogen dramatisch gestaltet und für alle Beteiligten ein Ende gewählt, das ganz anders ist als erwartet. Durch die Anhäufung an dramatischen Ereignissen in den letzten Kapiteln wirkt das ganze auf mich etwas überspannt, zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Auch die Tatsache, dass Jodi Picoult noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Anwalt und der Verfahrenspflegerin Julia einflechten mußte, wirkt eher unglaubwürdig. Der medizinische Teil ist zwar gründlich recherchiert, aber mir persönlich waren die vielen Fachausdrücke zu viel, es wirkte auf mich überfrachtet.
Trotzdem kann ich den Roman empfehlen, er macht sehr nachdenklich. Jeder Mensch kann froh und glücklich sein, wenn er in seinem Leben nie solch tiefgreifende Entscheidungen treffen muss!

Donnerstag, 19. Februar 2009

Die Sündentochter - Sandra Lessmann

Kurzbeschreibung:
Ein düsterer Abend im London des Jahres 1666: Hilflos muss Richter Orlando Trelawney mit ansehen, wie eine Hebamme kaltblütig ermordet wird. Nur durch beherztes Eingreifen kann verhindert werden, dass auch Anne, die Tochter des Opfers, niedergemetzelt wird. Voll Entsetzen über die grausame Tat wendet sich Orlando an seinen Freund, den Arzt Jeremy Blackshaw, der ihm schon einmal bei der Aufklärung eines Verbrechens geholfen hat. Zunächst steht Jeremy vor einem Rätsel - zumal Anne beharrlich schweigt. Und doch scheint das junge Mädchen mehr über die Hintergründe der Bluttat zu wissen. Wen aber schützt Anne? Was steckt hinter dem scheinbar sinnlosen Mord? Während Jeremy noch eine Antwort auf diese Fragen sucht, bricht der große Brand von London aus, der ihm die Lösung des Falls fast unmöglich macht ...

Meine Meinung: * * * * *
Die Autorin entführt den Leser in die Stadt London, Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Bevölkerung hat gerade eine Pestepidemie überstanden.
Richter Sir Orlando Telawney, der Wundarzt Meister Alan Ridgway und der Jesuitenpater Blackshaw sehen sich mit dem Tod einer Hebamme konfrontiert, die auf offener Straße, in Gegenwart ihrer Tochter Anne, von einem Unbekannten erschossen wurde. Beim Beginn ihrer Nachforschungen stoßen sie überall auf Ungereimtheiten und auf eine Mauer des Schweigens. Nach und nach stellt sich heraus, dass die Geschichte verfahrener ist als gedacht, und es ergeben sich immer wieder ungeahnte Probleme.
Sandra Lessmann verbindet sehr gekonnt die historischen Fakten mit Fiktion zu dieser spannenden mittelalterlichen Kriminalstory. Ihre Protagonisten sind keine Superhelden, sondern es sind ganz normale Menschen der damaligen Zeit, alle mit ihren kleinen Lastern und Problemen, und gerade das macht sie so liebenswert und sympathisch. Wie bei einem Puzzle wird ein Teilchen zum anderen gefügt, es gibt verschiedene Lösungsansätze, und manches der zahlreichen Indizien führt in eine Sackgasse. Flüssig geschrieben, vom Anfang bis zum Schluss, kommt gewiss keine Langeweile auf. Die 600 Seiten des Buches sind prall gefüllt mit Spannung und Aktion, eine Aufregung jagt die andere. Und dann bricht Anfang September 1666 der große Brand aus, durch den 80 % der Londoner Innenstadt völlig zerstört wurde. Auch dieses historische Drama hat die Autorin geschickt in ihre Story eingeflochten und sehr beeindruckend beschrieben.
Die ausführlichen Erklärungen in Anhang zu ungewohnten Begriffen und historischen Begebenheiten, zusammen mit einem kleinen Stadtplan vom damaligen London, runden das Buch wunderbar ab. Die Autorin hat sehr gründlich recherchiert, und es lohnt sich, auch einen Blick auf ihre Homepage zu werfen, wo man noch mehr Interessantes und Wissenswertes über die Hintergründe, die Schauplätze und die Personen erfährt, sehr schön ergänzt durch Zeichnungen z.B. von Newgate, London Bridge und einige mehr.
Ich bin begeistert und kann das Buch allen Liebhabern mittelalterlicher Kriminalgeschichten nur ans Herz legen.

Samstag, 14. Februar 2009

Feuer der Gefühle - Kate Lyon


Kurzbeschreibung:
Eine romantische Liebesgeschichte in den unendlichen Weiten der Prärie
Mithilfe der schönen und tapferen Caroline Whitley will Zach McCallister in das Lager der Cheyenne gelangen, denn er weiß, dass sie seinen Sohn entführt haben. Gemeinsam nehmen die beiden die beschwerliche Reise in einem Planwagen auf sich. Schon bald können sie sich nicht mehr gegen die Kraft ihrer Gefühle wehren. Doch Caroline ist die Frau des mächtigen Cheyenne-Häuptlings Little Wolf.

Meine Meinung: * * * *
Zach McCallister und Caroline Whitley haben sehr unterschiedliche Gründe, warum sie zum Lager der Cheyenne wollen. Zach ist auf der Suche nach seinem von Indianern entführten Sohn, Caroline versucht, die Cheyenne mit Nahrung und Decken zu versorgen, da sie erfahren hat, dass die Menschen, die ihr das Leben gerettet und sie bei sich aufgenommen haben, in Gefahr sind und schlimme Entbehrungen leiden.
Spannend ist die Geschichte von Anfang an. Es stellt sich schnell heraus, dass Caroline bei einem Stamm der Sioux Schlimmes erleiden mußte. Little Wolf, der Häuptling der Cheyenne hat sie aus der Sklaverei befreit, und seine Frauen haben sie gesund gepflegt. Caroline ist den Cheyenne sehr zugetan, da sie ihnen ihr Leben verdankt. Als sie Zach kennenlernt, fällt es ihr schwer, Vertrauen zu dem verschlossenen Mann zu fassen. Aber mit der Zeit lernen die beiden sich näher kennen, schätzen und lieben. Die Art und Weise, wie die Autorin Carolines Probleme schildert, die durch Misshandlungen nicht nur körperliche Narben davongetragen hat sondern auch tief in ihrer Seele verletzt ist, ist sehr einfühlsam. In Zach hat sie hier einen sehr verständnisvollen und mitfühlenden Partner gefunden.
Die Rahmengeschichte mit der Flucht der Cheyenne aus dem Reservat mag sich in der Art wirklich so zugetragen haben, wirkt aber an manchen Stellen etwas unübersichtlich und konstruiert. Gestört haben mich außerdem die vielen Grammatik- und Rechtschreibfehler im Buch. Da ich das Original nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob es große Abweichungen gibt, aber die deutsche Übersetzung brachte mich mehrfach zum Grübeln, da manche Sätze keinen rechten Sinn ergaben. Ich hatte den Eindruck, dass hier Teile ausgelassen wurden. Auch die Wortwahl fand ich oft etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt ist das Buch jedoch auf jeden Fall lesenswert und schön.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Brautflug - Marieke van der Pol

Zuerst einmal ganz herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Fischer, für das Lese-Exemplar, mit dem ich bei den Büchereulen an einer Leserunde zu diesem wunderbaren Buch teilnehmen durfte.

Kurzbeschreibung:
An einem windigen Oktobertag besteigen drei junge Frauen ein Flugzeug nach Neuseeland. Es ist ein besonderer Flug: An Bord sind viele hoffnungsvolle Auswanderinnen wie sie, auf dem Weg zu ihren Verlobten und ihre Maschine nimmt an einem spektakulären Luftrennen ans andere Ende der Welt teil. Im Zwischenreich über den Wolken, wo Tag und Nacht verschwimmen, begegnen Ada, Marjorie und Esther einander und dem jungen Frank, dessen Zukunft noch ungewisser ist als ihre eigene. Niemand von ihnen ahnt, dass der "Brautflug" sie für das ganze Leben miteinander verbinden wird.

Klappentext:
Drei Frauen, zwei Kontinente, ein Geheimnis
Auf einem Weingut in Neuseeland treffen sich drei Frauen wieder – zu einer Beerdigung. Vor Jahren sind sie mit dem „Brautflug“ auf die Inseln am anderen Ende der Welt ausgewandert: Die lebensfrohe Marjorie, die sich nach einer Zukunft voll Liebe und Sonne sehnt. Die sinnliche Ada aus der gottesfürchtigen Familie, über die sie Schande gebracht hat. Und die rätselhafte, elegante Jüdin Esther, die niemals mehr zurückblicken will. Jede mit ihrem eigenen Schicksal im Gepäck und ihrer ganz eigenen Hoffnung auf Glück. Und mit dem geheimnisvollen Frank in ihrer Mitte auf dem Flug, der sie für immer aneinander binden wird.

Meine Meinung: * * * * *
Bereits der erste Eindruck beim Erhalt des Buches war sehr positiv. Die Ausstattung wirkt hochwertig und schön, was besonders durch das matte Papier des Schutzumschlags und die geschmackvolle Farbwahl bei der Covergestaltung unterstrichen wird.

Und nun zum Inhalt:
Ungefähr zur gleichen Zeit bekommen drei Frauen eine Nachricht über den Tod von Frank . Sie beschließen, jede für sich, dem Mann die letzte Ehre zu erweisen, mit dem zusammen vor vielen Jahren ihre Geschichte begann.
Damals bestiegen vier junge Menschen, gemeinsam mit zahlreichen anderen, ein Flugzeug, um nach Neuseeland auszuwandern. Sie hatten dabei die Gelegenheit, als Fluggäste der „Liftmaster“ an einem legendären Flugrennen teilzunehmen. Noch ahnten sie zu diesem Zeitpunkt nicht, wie sehr sich ihre Lebenslinien immer wieder kreuzen und annähern würden.

Anfangs war die teilweise stark bildhafte Sprache der Autorin etwas gewöhnungsbedürftig, aber sehr schnell hatte ich mich damit angefreundet, denn gerade durch die plastische Ausdrucksweise gewinnt der Roman an Leben und Substanz.
Die vier Protagonisten haben, jeder für sich, in der Vergangenheit viel Dramatisches erlebt, und die Verarbeitung ihrer Probleme und Erinnerungen wirkt sich folgenschwer auf ihr weiteres Schicksal aus. Über der ganzen Geschichte hängt ein Hauch von Schwermut. Im weiteren Verlauf ergeben sich immer wieder folgenschwere Berührungspunkte der vier Menschen, die so unterschiedlich sind und doch so viel gemeinsam haben.
Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, die verschiedenen Charaktere in Szene zu setzen und die wesentlichen Punkte hervorzuheben. Die Emotionen werden fast spürbar. Geradezu genial hat sie die Lebenslinien miteinander zu einem immer dichter werdenden Geflecht verwoben.
Nun stehen die drei Frauen am frischen Grab ihres alten Freundes und werden nachdenklich. Sie spüren den Verlust und fragen sich, ob sie in der Vergangenheit alles richtig gemacht haben, denn zu vieles wurde nicht gelebt, durfte eigentlich nicht sein oder blieb unausgesprochen. Das Ende ist weitgehend offen, aber es zeichnen sich bereits neue Wendungen des Schicksals und Pläne ab, und jeder nimmt seine eigene Erkenntnis mit nach Hause.Marieke van der Pol hat mit ihrem Romandebüt eine starke Geschichte geschaffen, die noch lange nachwirkt, wenn man das Buch bereits zugeklappt hat.

Donnerstag, 5. Februar 2009

Der geheime Faden - Kylie Fitzpatrick

Kurzbeschreibung
Der Historikerin Madeleine fällt ein fast tausend Jahre altes Tagebuch in die Hände: das faszinierende Dokument über Machtgier und Liebe aus der Hand jener Stickerin, die den berühmten Teppich von Bayeux schuf. Auf diesem wird die Eroberung des englischen Königsthrons durch William im Jahre 1066 geschildert - nun zeigt sich, dass in ihm auch ein Geheimnis verborgen ist, das Madeleines Weltbild ins Wanken bringt und bis in die Gegenwart, bis hinein in ihre Familie zu reichen scheint.



Meine Meinung: * * * 1/2
Der Klappentext war vielversprechend, aber leider hat mich das Buch nicht uneingeschränkt gefesselt und überzeugt.
Einerseits konnte ich für die Protagonistin und ihr Umfeld in der Rahmenhandlung keine besondere Sympathie entwickeln. Die Personenbeschreibungen wirkten teilweise sehr blass, andere dagegen wieder extrem schrill.
Was an den im Tagebuch geschilderten Begebenheiten zwischen 1064 und 1066 erfunden und was davon historisch belegt ist, kann ich nicht beurteilen, aber immer wieder sind mir kleine Ungereimtheiten aufgefallen, die nicht in das Bild der damaligen Zeit passen und unglaubwürdig sind. Der ganze Erzählstil des Romans ist für meinen Geschmack etwas monoton und die Geschichte ziemlich in die Länge gezogen. Auch Madeleines Verhalten ist für mich nicht immer nachvollziehbar. Negativ aufgefallen ist mir außerdem der starke und häufige Alkoholkonsum von Madeleine und ihren Freunden.
Insgesamt hatte ich mir mehr von der Story erwartet, aber an historische Romane, wie z.B. die Bücher von Rebecca Gablé, kommt "Der geheime Faden" ganz sicher nicht heran.