Montag, 9. November 2009

Wildes Land der Sehnsucht - Elaine Coffman




Kurzbeschreibung:
William Woodville möchte alles hinter sich lassen: seinen Adelstitel, sein Land, seine Familie. Seiner Kunst zuliebe zieht es ihn in die unberührte Natur. So verläßt er England und geht in die indianische Wildnis des amerikanischen Westens - wo er in einem Indianerlager der unschuldigen Margery begegnet. Margery, die Jahre als Gefangene bei Indianerstämmen verbringen mußte, kann ihr Glück kaum fassen. Ihr Märchenprinz heiratet sie vom Fleck weg, reist mit ihr in seine Heimat nach England, stellt sie seiner vornehmen Familie als seine Frau vor - und verschwindet. Alleingelassen von dem Mann, den sie liebte und dem sie vertraute, läßt Margery dennoch nicht zu, daß die Verzweiflung sie überwältigt: Sie widmet sich mit Hingabe ihrer neuen Familie und entwickelt sich von der ungezähmten Schönheit zum umschwärmten, damenhaften Mittelpunkt der Londoner Gesellschaft. Als William eines Tages reumütig zurückkehrt, muß er erkennen, daß Margery nicht gewillt ist, ihm zu verzeihen. Vorerst...

Meine Meinung: * * * * *
Dieser Roman erzählt die Geschichte der Margery Mackinnon. Die junge Frau wurde als kleines Kind von Indianern entführt und lebte viele Jahre als Sklavin bei verschiedenen Stämmen. Eines Tages findet sie dort der adelige Engländer William Woodville und kauft sie frei. Was auf den ersten Blick als großherzige Geste erscheint, tut Will in Wirklichkeit aus sehr egoistischen Gründen. Er heiratet Margery, um sich an seinem Vater zu rächen, der ihn in ein Leben und eine Ehe nach seinen Vorstellungen drängen will. Als William seine frisch gebackene Ehefrau mit nach England bringt, kommt es sehr schnell erneut zum Streit mit seinem Vater. Die Situation eskaliert, und William reist wieder zurück nach Amerika. Seine junge Frau läßt er allein' zurück. Williams Handlungen waren für mich schwer verständlich. Er wirkte lange Zeit kühl und unnahbar, seine Unternehmungen immer überschattet vom Zorn und Unwillen des Vaters. Der Autorin ist auch hier wieder eine sehr bewegende und tiefgründige Geschichte gelungen, die aber auch viele humorvolle Episoden aufweist. Es ist ein Roman, bei dem man mit den Protagonisten lachen und weinen kann, besonders die Woodville-Frauen waren mir alle sehr sympathisch. Williams Mutter Octavia ist eine warmherzige und liebenswerte Frau, die sich durchaus gegen ihren Ehemann durchsetzen kann. Auch Williams Schwestern haben alle das Herz auf dem rechten Fleck, und so gelingt Margery die Eingewöhnung in der fremden Umgebung recht gut. Es ist einfach köstlich zu lesen, wenn Octavia ihre Töchter zum Widerstand gegen den Haustyrannen zusammenruft. Das war Frauenpower im 19. Jahrhundert ;-) Wie Margery ihren wahren Platz im Leben und ihr Glück findet, ist kurzweilig und doch an keinem Punkt oberflächlich geschildert. Elaine Coffman hat einen tollen Schreibstil; sie begnügt sich bei ihren Protagonisten nicht mit Äußerlichkeiten, sondern läßt die Leser in deren Seele schauen, und das macht die Erzählung für mich so faszinierend.

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