Montag, 24. Juli 2017

Die Montagsfrage

Hier kommt ihr zum Sammelbeitrag bei Buchfresserchen

Die heutige Montagsfrage lautet: 

"Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?"





Direkt zum Thema "Gay Romance" habe ich bisher noch nichts gelesen, aus dem einfachen Grund, weil ich mich noch nicht näher mit dem Genre beschäftigt habe und ich bisher auch noch keinen Roman gefunden habe, der mich interessiert hätte.


Ein Roman kommt mir in den Sinn, in dem es zwar um eine homosexuelle Liebe geht, aber von "Romance" kann absolut nicht die Rede sein. Ich muss dazu sagen, dass ich zuerst den Film gesehen habe. "Die Konsequenz" hatte im Jahr 1977 Premiere bei den Hofer Filmtagen, und der Film hat mich damals stark berührt. Er handelt von dem homosexuellen Schauspieler Martin Kurath, der wegen Verführung eines Minderjährigen im Gefängnis sitzt. Dort lernt er Thomas Manzoni, den 16-jährigen Sohn des Gefängnisaufsehers, kennen, und die beiden verlieben sich. Als Thomas' Vater von der Beziehung erfährt, steckt er seinen Sohn in eine Erziehungsanstalt. Der junge Mann zerbricht nicht an der homosexuellen Beziehung, sondern an den Konsequenzen, die diese für ihn in der damaligen Gesellschaft hat. 


Der Film, damals noch in schwarz-weiß gedreht, mit Jürgen Prochnow und Ernst Hannawald in den Hauptrollen, hat mich sehr beeindruckt, so dass ich mich bis heute noch intensiv daran erinnern kann. Er wurde mit dem "Prädikat wertvoll" ausgezeichnet, und doch gab es damals große Probleme mit der TV-Ausstrahlung in der ARD, denn der Bayerische Rundfunk weigerte sich strikt dagegen, den Film zu senden. 


Ich fand es unfassbar, wie mit Menschen umgegangen wurde, die nicht in die damalige gesellschaftliche Norm passten, und ich habe mir daraufhin die Romanvorlage von Alexander Ziegler gekauft. Es ist ein gesellschaftskritischer Roman, in dem der Autor seine eigenen Erfahrungen verarbeitet hat. 


Es kommen im Buch und auch im Film einige Liebesszenen vor, die für unser heutiges Empfinden ganz sicher nicht anstößig wirken, damals aber einen unbeschreiblichen Wirbel verursacht haben. 


Wenn ich so zurück blicke, bin ich froh, dass sich gerade zu diesem Thema viel getan hat in den letzten vierzig Jahren, so dass heutzutage jeder so leben und lieben kann, wie er möchte.


Für Interessierte hänge ich mal die Links zu noch erhältlichen Ausgaben (Hardcover, Taschenbuch und eBook) an.



Ich habe gerade entdeckt, dass man sich den Film auf Youtube in voller Länge ansehen kann.

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