Dienstag, 25. Juli 2017

Der grüne Palast - Peggy Hohmann


Klappentext:
Wien, 1816: Gräfin Lazansky wird beauftragt, Erzherzogin Leopoldine nach Brasilien zu begleiten. Vor ihnen liegt eine aufregende und zugleich beschwerliche Reise ans andere Ende der Welt. Die junge Gräfin ist wenig erfreut, dass auch Fürst Metternich mit von der Partie ist. Der kluge politische Kopf gilt am Hof als skrupelloser Schürzenjäger. Er war es auch, der die Hochzeit mit dem portugiesischen Thronfolger für Leopoldine eingefädelt hat. Was die Frauen nicht ahnen: Seine Beschreibungen des fernen Paradieses erweisen sich als eine große Lüge.

Montag, 24. Juli 2017

Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan


Dies ist bereits der zweite Band um Polly Waterford und die kleine Bäckerei am Strandweg. Daher ein kleiner Hinweis für diejenigen, die den ersten Band noch nicht gelesen haben: Es ist fast unmöglich, bei der Rezension zur Fortsetzung ohne Spoiler auszukommen. Daher empfehle ich, diese Rezension nur näher in Augenschein zu nehmen, wenn man den ersten Band bereits kennt oder nicht vor hat, ihn zu lesen.
„Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg“ lässt sich jederzeit auch ganz für sich lesen, denn Rückblicke auf früheren Ereignisse, die für das Verständnis wichtig sind, wurden von der Autorin geschickt mit in die Handlung eingewoben.

Die Montagsfrage

Hier kommt ihr zum Sammelbeitrag bei Buchfresserchen

Die heutige Montagsfrage lautet: 

"Welche Erfahrungen habt ihr mit Gay Romance gemacht? Was reizt euch daran, was stößt euch ab? Habt ihr Lesetipps?"


Sonntag, 23. Juli 2017

Die Galerie der Düfte - Julia Fischer



Klappentext:
In den ehrwürdigen Räumen der Officina Profumo di Santa Maria Novella, jener traditionsreichen Apotheke inmitten der lebendigen Gassen und Plätze von Florenz, duftet es verführerisch nach Kräutern, Potpourris und edlen Seifen. Es ist ein beinahe himmlischer Ort, an dem die junge Münchnerin Johanna auf den Spuren eines berühmten Parfums zwei ungleichen Brüdern begegnet.
Doch während Luca zaghaft um sie wirbt, hat sie ihr Herz längst an den stürmischen Sandro verloren – der einer anderen versprochen ist.

Dienstag, 18. Juli 2017

Die kleine Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan


Nicht nur Pollys Beziehung zu Chris ist gescheitert, auch die gemeinsame Firma ist am Ende. Wegen der bestehenden Schulden mussten sie ihre Wohnung verkaufen, und Polly betreibt Schadensbegrenzung, indem sie ein möglichst günstiges Mietobjekt sucht. Dieses findet sie auf einer kleinen Insel vor der Küste Cornwalls. Was auf Mount Polbearne fehlt, ist eine gute Bäckerei, denn in dem kleinen Inselort gibt es nur fabrikmäßig abgepacktes und recht geschmackloses Brot zu kaufen. Kurz entschlossen macht Polly ihr großes Hobby zum Beruf und versorgt die Insulaner mit frischem, selbst gebackenem Brot.

Montag, 17. Juli 2017

Astrid Fritz: Die Räuberbraut - Blogtour Tag 4 - Astrid Fritz‘ Reise durch den idyllischen Hunsrück – mit der Kamera auf den Spuren der Schinderhannesbande



Ende September 2016 reiste ich mit meiner Freundin Barbara und deren Hund Luca für vier Tage in den Hunsrück, einem wunderschönen Mittelgebirge im Winkel zwischen Mosel und Rhein. Dort und im angrenzenden Nahe-Land hatte der junge Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, um 1800 sein Stammgebiet, überfiel auf den einsamen Landstraßen Kaufleute und Wanderkrämer, zog sich in verbündete Dörfer, auf Mühlen und Burgruinen vor seinen Verfolgern zurück. Dreieinhalb Jahre lang war Juliana Blasius an seiner Seite, von ihm zärtlich Julchen genannt, bis das Mainzer Tribunalgericht ihrer Liebe ein Ende setzte.

Ich war verblüfft, wie verwunschen und weltabgeschieden dieser Landstrich teilweise noch wirkt – als wäre die Zeit stehengeblieben. Wir hatten uns in dem kleinen Ort Bruschied eingemietet, bei einer sehr netten Familie und mit einem herrlichen Blick über den Hunsrück (Foto 01). Der Hausherr brachte mir gleich einen dicken Ordner mit Artikeln, die er zur Ortsgeschichte und zum Schinderhannes gesammelt hatte, und tatsächlich habe ich hieraus später das ein oder andere Detail im Roman verwendet. Bruschied war damals nämlich, wie Sonnschied, Griebelschied und viele andere Orte hier, eines jener „Räubernester“, in dem Bandenmitglieder wohnten oder sich trafen, und die Dörfler hielten dicht. Ein „kochemer“ (eingeweihter) Ort also, um es in der Gaunersprache Rotwelsch auszudrücken, und wirklich befindet sich gleich oberhalb von Bruschied eine Erhebung namens „Kochemeberg“.


Die Tage waren angefüllt mit herrlichen Ausflügen und ausgedehnten Wanderungen, immer auf Spurensuche nach den Schlupfwinkeln und Aufenthaltsorten der Bande. So zeigte uns unsere Gastfamilie gleich zu Beginn einen Pfad ganz in der Nähe, den die Räuber damals benutzt hatten: Er führt von den Höhendörfern, wo sie ihre Helfershelfer und Komplizen hatten, hinunter ins enge, malerische Hahnenbachtal (Foto 02) mit seinen Mühlen, die ebenfalls als Treffpunkt dienten. Bei diesem Waldweg (Fotos 03 bis 05) braucht es kaum noch Fantasie, um sich vorzustellen, wie eine Handvoll Räuber und Räuberbräute, mit Pistolen und Branntwein bewaffnet, vom letzten Raubzug heimkehren…



Einen halben Tag verbrachten wir auch auf der nahen Schmidtburg (Aufstieg Foto 06, Oberburg Foto 07), einer riesigen Höhenfestung über dem Hahnenbach, auf der Julchen und ihr Hannes einen glücklichen Sommer verbrachten.



Weitere Abstecher führten nach Weierbach bei Idar-Oberstein (Foto 08), wo Julchen als Tochter eines Bänkelsänger aufgewachsen war, mitsamt seinem alten Judenfriedhof, der im Buch eine kleine, aber wichtige Rolle spielt (Foto 09). Dann nach Bärenbach, wo Schinderhannes als Bub eine Abdeckerlehre begonnen und abgebrochen hatte (Abdeckerhaus einst und heute, Foto 10/11), ins romantisch anmutende Städtchen Herrstein, in dessen Turm (Foto 12) der Schinderhannes 1798 eine Nacht lang eingekerkert war, zum einsam gelegenen Eigner Hof (Foto 13), auf dem Julchen und Hannes mehrfach Quartier bezogen hatten, zur Thiergartenhütte im Soonwald, dem einstigen Räuberwirtshaus (Foto 14), und zu etlichen anderen Dörfern und Höfen, Mühlen und Burgruinen, die nun in meinem Roman zum Schauplatz geworden sind.








Und hier im Dörfchen Griebelschied (Foto 15) haben Julchen und Schinderhannes ihren legendären Räuberball gefeiert, auf dem sogar die berühmte Pariser Tänzerin Cäcilie Vestris auftrat – wenn auch gezwungenermaßen…
Abschließend kann ich sagen, dass es oft ein unglaubliches Gefühl war, Wald- und Uferwege zu betreten, über die gut 200 Jahre zuvor meine Protagonisten marschiert waren, Häuser und Gemäuer zu entdecken, die damals schon standen. Damit war ich meinem Stoff und meinen Figuren noch viel, viel näher gekommen.



Vielen Dank an Astrid Fritz, dass sie uns auf ihre Reise durch den idyllischen Hunsrück mitgenommen hat. Der Roman "Die Räuberbraut" erscheint am 21. Juli 2017.
Morgen, am 18.7.2017, ist die Blogtour bei "Nicht ohne Buch" zu Gast. 


Im Anschluss findet ihr noch einmal eine Übersicht aller Termine und der beteiligten Blogs:

14. Juli Von der Musikkneipe zum Buchprojekt 

15. Juli Mit einem Bein im Gefängnis (I): Frauen im fahrenden Volk

16. Juli Mit einem Bein im Gefängnis (II): Frauenleben im Räubermilieu zwischen Angst und Emanzipation

17. Juli Astrid Fritz’ Reise durch den idyllischen Hunsrück – mit der Kamera auf den Spuren der Schinderhannesbande

18. Juli Schinderhannes' Schauplätze im Spiegel der Zeit

19. Juli Was Astrid Fritz zum Schreiben braucht: ihren PC, viel Ruhe und eine Tüte Haribo

20. Juli Astrid Fritz im Gespräch - ein Interview

21. Juli Astrid Fritz liest «Die Räuberbraut» - ein Video


Samstag, 15. Juli 2017

Meine Neuzugänge in der ersten Julihälfte


Wie ihr seht, sind bei mir schon wieder jede Menge Bücher eingetroffen. "Rosenstunden" hatte ich im Blanvalet Bloggerportal angefragt und heute erhalten. Es ist der sechste und letzte Band der Rose-Harbor-Reihe, und nachdem ich alle vorherigen gelesen habe, musste ich diesen natürlich auch haben, um zu erfahren, wie es für Jo Marie Rose weitergeht.
Auch "Ein Garten voller Sommerkräuter" von Julie Leuze hatte ich angefragt und zugeschickt bekommen, und zu meiner großen Überraschung habe ich auch "Der Duft von Honig und Lavendel" erhalten. Mit dem Buch hatte ich auch schon geliebäugelt und mich nun sehr gefreut, dass ich es zugeschickt bekommen habe. Vom Grafit-Verlag erhielt ich ebenfalls ein Überraschungspäckchen mit zwei nagelneuen Krimis. "Im Angesicht der Wahrheit" ist bereits der zweite "Roussillon-Krimi" von Silke Ziegler. Ich habe auch den ersten Band hier, aber leider noch nicht gelesen und muss nun zusehen, dass ich damit mal in die Potten komme. 😉 "Das Schweigen von Brodersby" ist ein "Landarztkrimi" und müsste daher eigentlich meinen Geschmack treffen. 
Außerdem habe ich noch die drei Bücher links im Foto ertauscht. "Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen" ist ein Liebesroman, soweit ich das dem Klappentext entnehmen konnte. Welche Geschichte sich da zwischen Kräutern und Blumen versteckt, darauf bin ich schon sehr gespannt. "Der Gaukler und die Tänzerin" (18. JH.)von Nicole Steyer und "Das Erdbeermädchen" (19. JH.) von Lisa Stromme sind zwei historische Romane, wie könne es auch anders sein 😉

Nicht mit auf dem Foto, aber auch in den vergangenen zwei Wochen bei mir angekommen, ist "Die Räuberbraut" von Astrid Fritz. Dazu läuft aktuell eine Leserunde, und aus diesem Grund ist das Buch auf meinem Lesekissen. Wenn ihr mehr darüber erfahren möchtet, klickt doch auf das kleine Bild oben rechts in der Sidebar meines Blogs. Dann kommt ihr jeweils zum Blog mit dem aktuellen Tages-Beitrag. Am kommenden Montag gibt es im Rahmen dieser Blogtour einen Beitrag hier bei mir auf dem Blog.
Sage und schreibe neun Bücher in den ersten beiden Juni-Wochen, das ist schon gewaltig! So viele Neuzugänge hatte ich schon länger nicht mehr. Ich gehe also besser wieder in meine Leseecke, damit ich euch möglichst bald Näheres zu den Büchern berichten kann. Ich wünsche euch eine schöne zweite Julihälfte und hoffentlich tolles Wetter, so dass man öfter mal draußen lesen kann.

Montag, 10. Juli 2017

Die Schicksalswächterin - Gabriele Breuer


Österreich 1760: Sophie, die junge Gräfin von Waldbach, steckt gerade mitten in ihren Hochzeitsvorbereitungen, als sie an den Pocken erkrankt. Sie überlebt, aber die Blattern hinterlassen Narben, und ihr Bräutigam wendet sich von ihr ab. Es scheint für Sophie nur noch den Weg ins Kloster zu geben, aber dann kann ihr Onkel ihr am Wiener Hof eine Stellung vermitteln, wo sie eine Ausbildung als Erzieherin erhalten soll. 

Montagsfrage vom 10.07.2017


Die heutige Montagsfrage von Buchfresserchen lautet:
Welche 5 Bücher würdest du jetzt auf eine Reise mitnehmen?

Montag, 3. Juli 2017

Die Montagsfrage

Die Montagsfrage bei Buchfresserchen

An jedem Montag stellt Buchfresserchen der Blogger- und Leserwelt eine Frage. 

Montagsfrage: Gibt es ein Buch, bei dem du nach dem Lesen sofort wusstest, dass du es noch einmal lesen würdest?

Die heutige Frage beschäftigt mich auch immer mal wieder, denn es gibt so viele Bücher, die ich gelesen habe und gerne ein zweites Mal lesen würde. Meist sind es die Klassiker, die es mir angetan haben, Bücher, die mich sprachlich begeistert haben oder die mich vom Inhalt besonders berührt haben. Bei manchen Büchern habe ich es schon geschafft, sie mehrfach zu lesen, beispielsweise "Effi Briest" von Theodor Fontane, "Die Nebel von Avalon" von Marion Zimmer Bradley oder "Das Parfum" von Patrick Süskind.

Samstag, 1. Juli 2017

Monatsrückblick für den Juni 2017


Der Juni ist um, und es war für mich bisher der beste Lesemonat des Jahres! Ich habe sieben Bücher beendet, das waren 3262 Seiten. So viel habe ich schon lange nicht mehr geschafft. Auch die Auswahl meiner Juni-Bücher kann sich sehen lassen, es war keine einzige Enttäuschung dabei. 
Und bei all den guten bis sehr guten Büchern gab es doch ein eindeutiges Monats-Highlight, ein Buch, das mich begeistert und gefesselt hat, das mich immer noch beschäftigt: Es ist "Der englische Botaniker" von Nicole C. Vosseler, wunderschön und beeindruckend geschrieben.


Und drei Bücher sind in der zweiten Monatshälfte noch bei mir eingetrudelt:
"Die Herzensammlerin" von Brigitte Kanitz habe ich als Rezensionsexemplar erhalten, wofür ich mich beim Blanvalet Verlag und bei der Autorin ganz herzlich bedanke. Dem Klappentext nach handelt es sich um eine humorvolle Liebesgeschichte.
"Der Pirat" von Mac P. Lorne ist ein Francis-Drake-Roman, und ich habe ihn über die Überraschungsgruppe bei Facebook erhalten. 
Letztendlich konnte ich dann noch "Die silberne Spieldose" von Mina Baites ertauschen. Dieser Roman spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, und es geht einen Familienschatz, eine Spieldose, die der jüdische Silberschmied Johann Blumenthal für seinen Sohn als Abschiedsgeschenk mit einer liebevollen Gravur versieht.



Es warten also auch in den kommenden Wochen wieder viele interessante und wunderschöne Bücher auf mich. 
Ich wünsche all meinen Blogbesuchern einen wundervollen Juli und damit einen guten Start in die zweite Jahreshälfte.

Freitag, 30. Juni 2017

Im Zeichen der Triskele - Eva Bernier


Es ist ein stürmischer Januartag in der Bretagne, als die Leiche eines Mannes am Strand von Pors Rand angespült wird. Gendarm Robert Le Clech muss sich mit dem Fall befassen. Bei seinen Recherchen kommt er nur mühsam vorwärts, denn bei der Bevölkerung findet er kaum Hilfe, und auch die Unterstützung seiner Kollegen lässt zu wünschen übrig.
Der Tote stellt sich als deutscher Geschäftsmann heraus, und er wurde erschlagen. Rätselhafterweise hat er ein Hakenkreuz auf der Stirn eingeritzt. Zudem wollen mehrere Dorfbewohner den Todesboten „Ankou“aus der bretonischen Mythologie an diesem Morgen gesehen haben.
Dann wird eine junge Frau als vermisst gemeldet, und an einem anderen Ort taucht die Triskele, ein altes keltisches Zeichen, auf. Hängt das Verschwinden der jungen Frau mit dem Mord zusammen? Le Clech steht vor einem Rätsel.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Der Jahrhundertsturm - Richard Dübell

Der Jahrhundertsturm

Richard Dübell

Ullstein Verlag
1056 Seiten
ISBN: 978-3548286648

Es handelt sich hier um den ersten Band der Jahrhundertsturm-Serie von Richard Dübell. Die Handlung umfasst einen Zeitraum von 1840 bis 1871, eine sehr bewegte Zeit, in der es zu allerlei gravierenden wissenschaftlichen Fortschritten in unterschiedlichen Bereichen kam. Insbesondere die Eisenbahn machte in diesen Jahrzehnten eine bahnbrechende Entwicklung. Im Klappentext heißt es „Eine Generation zwischen Technik und Tradition“, und das trifft es sehr gut, denn Deutschland ist in Aufbruchsstimmung.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen zwei Freunde: Alvin von Briest, ein preußischer Junker, der sich der traditionellen Erbfolge beugen muss und als Zweitgeborener keine Aussicht auf das väterliche Gut hat. Als er durch ungewöhnliche Umstände Paul Baermann kennenlernt, wird eine enge Freundschaft daraus. Paul ist vom Fortschritt fasziniert und engagiert sich leidenschaftlich für die Eisenbahn.
Bald bringt eine junge Frau Unruhe in diese Freundschaft, denn beide Männer verlieben sich in die Französin Louise Ferraud. Louise hat eine bewegte Vergangenheit und setzt sich mit ganzer Kraft für den Frieden und für Gerechtigkeit ein. Sie ist schön und klug, nur hat sie einen „Fehler“, sie kann sich nicht zwischen Alvin und Paul entscheiden.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Schwestern im Sturm - Sibylle Baillon


Kurzbeschreibung:
Frankreich, zur Zeit der Bauernaufstände: Um sie vor dem drohenden Hungertod zu retten, verschafft der Bauer Cotin seinen drei Töchtern eine Anstellung in Paris. Während Madeleine und Marianne in gut gestellten Häusern unterkommen, muss Jeanne vor den Misshandlungen ihres schmierigen Dienstherrn fliehen. Ganz auf sich allein gestellt, nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand und baut sich Schritt für Schritt eine eigene Zukunft auf. Immer wieder führt das Schicksal die drei Mädchen in die Nähe der anderen – doch nie treffen sie aufeinander. Trotzdem geben Marianne, Madeleine und Jeanne die Hoffnung nicht auf, sich wiederzufinden. Doch dann bricht die Revolution aus und stürzt das Land ins Chaos …


Sonntag, 25. Juni 2017

Im Land des ewigen Frühlings - Christiane Lind

Ein Jugendroman wird erwachsen!


1902: Auf der Schiffsreise nach Guatemala begegnen sich zwei junge Frauen und freunden sich an. Während es für Margarete eine Heimkehr in ihre alte Heimat ist, denn sie iwurde in Guatemala geboren, folgt Elise gezwungenermaßen ihren Eltern in den Dschungel, denn diese sind Forscher auf der Suche nach verborgenen Maya-Schätzen.
Margarete ist die Tochter eines Kaffeefinca-Besitzers, und sie sehnt sich danach, nach Hause zu kommen und ihren heimlichen Geliebten, den Indio Juan wieder zu treffen. Aber ihr Vater hat andere Pläne, denn mit der Finca steht es finanziell sehr schlecht, und Margarete soll die Firma retten, indem sie einen reichen Kaufmann heiratet.
Während sie um ihre große Liebe kämpft und überlegen muss, wie sie mit der Situation umgehen soll, begibt sich Elise widerwillig auf eine gefährliche Expedition mit dramatischem Ausgang.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Der englische Botaniker - Nicole C. Vosseler


Der englische Botaniker, von dem dieser Roman handelt, ist kein geringerer als Robert Fortune, der 1843, im Auftrag der Royal Horticultural Society, China bereiste, um seltene Pflanzen, insbesondere wundervolle Päonien und den kostbaren Tee, nach Europa zu bringen.
In England lässt er seine Frau Jane und zwei Kinder zurück, als er zu diesem großen Abenteuer aufbricht.

Freitag, 16. Juni 2017

Die Blütensammlerin - Petra Durst-Benning



Nach „Kräuter der Provinz“ und „Das Weihnachtsdorf“ ist dies bereits der dritte Band von Petra Durst-Bennings Maierhofen-Reihe.
Maierhofen ist ein fiktives Dorf im Allgäu, das noch bis vor kurzen von der Landflucht bedroht war, die sich überall in den ländlichen Gebieten bemerkbar macht.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Meine Bücher-Neuzugänge in der ersten Junihälfte


Sechs neue Bücher sind in den ersten beiden Wochen des Juni bei mir eingezogen. Die vier Bücher auf dem linken Stapel sind alle von meiner Wunschliste, und ich konnte nicht widerstehen. 😏

Mittwoch, 14. Juni 2017

Das Geheimnis von Chaleran Castle - Elaine Winter


Die Reisejournalistin Felicia wird nach Schottland geschickt, um für ihr Magazin einen Bericht mit Insider-Tipps zu schreiben. Als sie auf der Isle of Skye ankommt, hat sie schnell das Gefühl von Vertrautheit, als wäre sie hier zuhause. Während ihres Aufenthalts wohnt sie auf Chaleran Castle. In Tagebuchaufzeichnungen und Briefen, die Amelia Chaleran, die Besitzerin des Castles, ihr zu Recherchezwecken überlässt, erfährt sie vom tragischen Schicksal eines Vorfahren. Die Geschichte führt nach Spanien, zu einem Obsthof, den Logan Chaleran um 1900 aufsuchte, um Zitronenbaumsetzlinge zu erwerben. Dabei lernt er die Tochter des Obstbauern kennen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch diese Verbindung mit Sofia hat keine Zukunft, denn Logan ist in seiner Heimat bereits verlobt.
Auf der rauen Insel taucht Felicia nicht nur in die tragische Familiengeschichte der Chalerans ein, sondern sie beginnt, auch über ihre eigene Vergangenheit nachzudenken, denn da gibt es ein „schwarzes Loch“. Mit Hilfe der liebenswürdigen Menschen, die sie kennenlernt, findet sie auch zu sich selbst.


Der Schreibstil dieses Romans ist sehr schön, kurzweilig und fesselnd. Besonders die detaillierten und lebendigen Landschaftsbeschreibungen der schottischen Insel haben es mir angetan. Ich konnte Felicia nur allzu gut verstehen, dass sie am liebsten bei jedem Stein Halt gemacht hätte, um den Anblick des Landes und der Natur in vollen Zügen zu genießen.
Die Hauptgeschichte spielt in der Gegenwart, aber es gibt noch einen zweiten Handlungsstrang, der im Jahr 1900 spielt und den Leser nach Spanien entführt. Sofias und Logans Schicksal ist sehr berührend geschildert.
Auch die Handlung in der Gegenwart ist unterhaltsam und farbig dargestellt. Allerdings waren die Ereignisse hier für mich nicht immer realistisch. Das beginnt schon damit, dass Amelia Chaleran ihrem Gast schon kurz nach der Ankunft Sofias Tagebücher und Briefe überlässt. Immerhin hat sie Felicia gerade erst kennengelernt, und ich fand es nicht unbedingt glaubwürdig, dass sie einer Frau, über die sie kaum etwas weiß, so persönliche Unterlagen anvertraut.
Felicias Geschichte entwickelt sich überraschend und weist einige Höhen und Tiefen auf. Es ist ein unterhaltsamer Roman, in dem man auch einiges über die Isle of Skye erfährt. Aber bei so einigen Ereignissen und Wendungen beschlichen mich immer wieder leise Zweifel, weil der Zufall hier schon sehr kräftig zur Hilfe kommen musste, um die Handlung zum gewünschten Ende zu führen. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und auch genossen, aber eben immer mit einer gewissen Skepsis im Hinterkopf, weil sich alles einfach zu glatt entwickelte. 

⭐⭐⭐⭐


Donnerstag, 8. Juni 2017

Der Spion mit dem Strumpfband - Lisa McAbbey


London, Mitte des 18. Jahrhunderts:
Clarissa Greenly, Tochter eines Barons, muss sich mit verschiedenen Arbeiten über Wasser halten und auch für den Unterhalt ihres Vaters aufkommen, der im Gefängnis sitzt, weil er das Vermögen der Familie verspielt hat. So arbeitet Clarissa tagsüber in einem Buchladen und betätigt sich nebenbei als Geheimagentin. Dabei erhält sie den Auftrag, ein kleines rotes Notizbuch an sich zu bringen, das sich im Besitz des Earl von Hawkhurst befindet. Zum ersten Mal in ihrer Laufbahn als Agentin hat sie große Schwierigkeiten, ihren Auftrag zu erfüllen, denn der Earl, allgemein als sehr nüchterner, strenger Mensch bekannt, stürzt die junge Frau in einen wahren Gefühlsaufruhr. Ihr gegenüber gibt der sonst so unnahbare Earl jede Zurückhaltung auf. So sehr sich Clarissa auch bemüht, es gelingt ihr nicht, das geheimnisvolle Notizbuch zu finden und dem Earl zu entwenden. Bei ihren Versuchen, für die sie sich einiges einfallen lässt, kommt es immer wieder zu äußerst amüsanten Situationen.
Wortgewandt und sehr kurzweilig beschreibt die Autorin mehrere Zusammentreffen, die alle in einem Fiasko enden. Aber nicht nur die Situationen sind sehr lebendig wiedergegeben, sondern auch die Charaktere stellt Lisa McAbbey so plastisch dar, dass ich die Protagonisten vor meinem geistigen Auge sehen konnte.
Auch wenn Clarissa so mancher Zufall zur Hilfe kommt, was nicht unbedingt völlig realistisch ist, so habe ich mich mit diesem Roman doch bestens unterhalten. So manche Szene hat mich zum Lachen gereizt, und über die liebenswerte Clarissa mit ihren originellen Ideen musste ich immer wieder schmunzeln.
Der Roman bietet beste Unterhaltung mit einer guten Portion Humor und auch einem Quäntchen Erotik. Dabei kommt auch der historische Hintergrund nicht zu kurz, denn die Handlung spielt zur Zeit der politischen und auch kriegerischen Auseinandersetzungen um Menorca.

Ich fand die Lektüre herzerfrischend, und es hat mir leid getan, dass die Geschichte so schnell zu Ende war und ich mich von den sympathischen Protagonisten verabschieden musste.

⭐⭐⭐⭐1/2


Samstag, 3. Juni 2017

Die Nächte, die Tage und das ganze Leben - Barbara Leciejewski


Als Fanni zusammen mit zwei Freundinnen das Münchner Winter-Tollwood-Festival besucht ergibt sich die Frage, ob es wirklich Hellseherei geben kann. Kurz entschlossen spricht Sie einen jungen Mann an, der mit seiner Freundin am Nachbartisch sitzt, ob er bereit wäre, mit ihr zusammen, als vorgetäuschtes Liebespaar, die Hellseherin aufzusuchen, um zu beweisen, dass alles nur Schwindel ist.
Horst, wie sich der angesprochene junge Mann vorstellt, ist gleich dabei, und gemeinsam begibt sich das fingierte Paar zu Tanna Divina, der Hellseherin. Dieser spontanen Aktion folgt eine Reihe von Ereignissen, die Fannis und Horsts bisheriges Leben auf den Kopf stellen und die beiden in ein heilloses Gefühlschaos stürzen. Fanni findet die Liebe ihres Lebens, und zugleich bricht ihr das Herz. Nach einer endlosen Achterbahnfahrt der Emotionen landen die Protagonisten ein Jahr später erneut bei Tanna Divina, und ihre Sicht der Dinge hat sich in der Zwischenzeit grundlegend geändert.

Barbara Leciejewski ist mir bereits von ihrem Roman „In all den Jahren“ bestens bekannt, denn dieses Buch gehörte zu meinen Jahreshighlights 2016. Schon deshalb war ich gespannt auf das neueste Werk der Autorin, das mich gleich durch das schöne Cover angesprochen hat. Die Illustration des Einbands wirkt winterlich, und die Geschichte beginnt ja auch in der Vorweihnachtszeit, aber es ist deshalb kein Weihnachtsroman und keine reine Wintergeschichte, denn wir begleiten die Protagonisten ein ganzes Jahr lang.
Barbara Leciejewski schreibt wunderbar leicht, eingängig und dabei sehr humorvoll, und trotzdem lassen ihre Geschichten auch eine gewisse Tiefgründigkeit nicht vermissen.
Ja, dies ist ein Liebesroman, jedoch kein typischer Vertreter dieses Genres, denn die Handlung ist vielschichtig und geht weit über die reine Liebesgeschichte hinaus. Die Protagonisten machen eine starke Entwicklung durch, die für beide einerseits wunderschön ist, aber auch sehr schmerzvolle Erlebnisse für sie bereit hält.
Besonders Fanni lernt man sehr intensiv kennen und erfährt so einiges über ihre Einstellung und Beweggründe. Nicht nur einmal hätte ich sie am liebsten geschüttelt, weil sie, in ihrem Bedürfnis, richtig zu handeln, sich so oft selbst im Weg stand.
Insgesamt war ich sehr angetan von der gründlichen Charakterisierung aller Personen, die in der Geschichte vorkommen. Dass auch dieser Roman wieder in München spielt, bringt ihm von mir einen zusätzlichen Sympathiepunkt ein, denn da ich die Stadt liebe und schon häufig besucht habe, kann ich mich hier besonders gut gedanklich an die Schauplätze versetzen.

Zwar kommt die Handlung dieses Romans nicht ganz an den Vorgänger heran, was die Tiefe betrifft, aber es ist eine Geschichte zu Mitlachen und Mitweinen, und sie hat mir einige schöne Lesestunden beschert, so dass sie für mich auf jeden Fall ihre fünf Sterne wert ist.

⭐⭐⭐⭐⭐


Donnerstag, 1. Juni 2017

Monatsrückblick für den Mai 2017

Im Mai habe ich sieben Bücher beendet. Das waren 2577 gelesene Seiten.




Und das ist mein eindeutiger Monatsfavorit: "Die Liebe in diesen Zeiten" von Chris Cleave


Auch ein paar neue Bücher sind bei mir eingezogen. Es sind alles historische Romane. Ich brauche ja wohl nicht zu erwähnen was mein Lieblingsgenre ist! 😉
Alle vier Bücher standen schon länger auf meiner Wunschliste, und alle vier konnte ich ertauschen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Juni, der sich heute schon mal von seiner besten Seite zeigt. Außerdem wünsche ich euch, dass ihr stets ein lauschiges Plätzchen zum Schmökern findet und natürlich viele tolle Bücher.

Montag, 29. Mai 2017

Sophie Elisabeth, die Gesandte des Zaren - Christopher Ross


Eigentlich begleitet die badische Prinzessin Sophie Elisabeth nur ihre beste Freundin nach Sankt Petersburg, denn Dorotheé von Hessen-Darmstadt wird dort den russischen Fürsten Dimitri heiraten. Bis zur Hochzeit sind die beiden jungen Frauen Gäste im Zarenpalast. Schon bald nach ihrer Ankunft begegnet Sophie Elisabeth jedoch dem attraktiven Leutnant Nikolai Danilowitsch und verliebt sich in ihn. Aber Nikolai, der bisher zur Leibwache gehörte, steht auf Zar Alexanders Abschussliste, weil er ein hinterhältiges Komplott gegen den Gouverneur von Russisch-Amerika entdeckt hat und verhindern will. Wegen seiner offenen Kritik an Zar Alexanders Vorgehen scheint Nikolais Schicksal besiegelt, und er wird festgenommen. Als Sophie Elisabeth erfährt, dass er aus dem Gefängnis fliehen konnte, lässt sie alles hinter sich und folgt dem Geliebten ohne Zögern in den wilden Osten des Landes.

Es geht alles sehr schnell, denn bei Sophie Elisabeth und Nikolai ist es Liebe auf den ersten Blick. Für den Geliebten gibt die junge Frau alles auf. Sie entsagt jeglicher Bequemlichkeit und begibt sich in die Wildnis. Auf ihrer Reise durch die Taiga erlebt sie vieles, was sich die im Luxus aufgewachsene Prinzessin noch vor kurzem nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorgestellt hatte. Sie wird mit vielen Gefahren konfrontiert und lernt Hunger und Kälte kennen. Christopher Ross beschreibt die Abenteuer der jungen Prinzessin in sehr lebendiger und fesselnder Weise. Die Geschichte zieht den Leser sehr schnell in ihren Bann. Man hofft, bangt und leidet mit der Protagonistin. Die detailreichen Schilderungen des Landes zeigen, dass der Autor hier gründliche Recherchearbeit geleistet hat, so dass man sich in viele Situationen sehr gut hineinversetzen kann. Aber manchmal kamen mir doch leise Zweifel, denn so manches, was Sophie Elisabeth erlebt, klingt doch sehr phantastisch. So ganz glaubwürdig fand ich es nicht, dass eine junge Frau, die bisher im puren Luxus aufgewachsen ist und sich keine Gedanken uns Überleben machen musste, plötzlich so allein und selbständig in der Wildnis Russlands zurecht kommen soll. Die Handlungen der Prinzessin waren manchmal allzu praktisch und zielsicher für eine Frau, die in den Bereichen, um die sie sich nun kümmern muss, bisher gar keine Erfahrung hatte. Andere ihrer Aktionen wirkten auf mich dann aber wieder unüberlegt und sehr spontan. Lange hat sich mir auch der Titel des Romans „Die Gesandte des Zaren“ nicht erschlossen. Es klärt sich am Ende auf, aber ich persönlich fand den Bezug doch ziemlich irreführend.
Dem Lesevergnügen tun diese Kritikpunkte jedoch keinen Abbruch, und wenn man sich auf die Geschichte einlässt, erlebt man einige spannende Schmökerstunden.

Der Beschreibung des Romans konnte ich entnehmen, dass dies wohl der erste Band einer neuen Saga um die Prinzessin Sophie Elisabeth ist. Man darf also neugierig auf weitere Abenteuer der Prinzessin sein.

⭐⭐⭐⭐


Sonntag, 28. Mai 2017

Ein Weinberg zum Verlieben - Kayte Nunn


Rose Bennett steckt gerade in einer schweren Krise. Ihr Freund hat sich von ihr getrennt, und seitdem ist sie pleite und ohne Wohnung. Auch im Beruf ist die gelernte Köchin nicht gerade vom Glück verfolgt. Ihr älterer Bruder Henry vermittelt ihr einen Job bei einer dreiköpfigen Familie auf einem australischen Weingut im Shingle Valley, allerdings hat er dabei auch ein persönliches Anliegen. Kurz entschlossen fliegt sie nach Australien und nimmt die Herausforderung an. In ihrem neuen Job hat sie sich um den Haushalt und das leibliche Wohl des Winzers Mark und seiner beiden Kinder zu kümmern. Was Rose anfangs völlig abwegig erscheint, passiert schon nach kurzer Zeit: sie verliebt sich in dieses idyllische Fleckchen Erde und fühlt sich heimisch auf dem Weingut. Die Kinder hat sie schnell in ihr Herz geschlossen, und selbst der verschlossene Mark findet nicht nur Gefallen an ihren Kochkünsten...

Schon das romantische Cover und der Titel lassen erahnen, in welche Richtung sich dieser Roman entwickelt. Kayte Nunn schreibt kurzweilig und locker, und man hat das Buch in kurzer Zeit durchgelesen, denn die Handlung gestaltet sich interessant. Ähnliche Geschichten gibt es viele, aber das Flair des Handlungsortes und die ausführlichen Schilderungen der Landschaft sowie fachkundige Erläuterungen zu verschiedenen Themen des Weinbaus verleihen dem Roman Charakter. Die ziemlich verzwickte Situation, in die Rose hier hinein gerät, ist glaubwürdig dargestellt und ihre Reaktionen durchaus nachvollziehbar. Die Art, wie sie mit den anstehenden Problemen umgeht, macht Rose zu einer liebenswerten und natürlichen Protagonistin. Rose gewinnt mit ihrem Koch- und Backkünsten nicht nur die Herzen der Familie, für die sie arbeitet, sondern es tun sich weitere Chancen für sie auf. Es ist im Roman so häufig von erlesenen Speisen und feinen Weinen die Rede, dass einem beim Lesen förmlich das Wasser im Munde zusammenläuft. Ein wenig schade fand ich daher, dass sich die Autorin nicht dem aktuellen Trend angeschlossen hat, ein paar ihrer Rezepte im Buch zu veröffentlichen. Ansonsten hat man mit diesem Buch eine leichte Geschichte, in der es zwar auch einige Probleme gibt, die aber trotzdem insgesamt ein Wohlgefühl beim Lesen vermittelt.

Ich habe Rose Bennett sehr gerne bei ihren Unternehmungen im Shingle Valley begleitet und einige kurzweilige Lesestunden mit dem Roman verlebt.

⭐⭐⭐⭐


Neuzugang: "Die fremde Königin" von Rebecca Gablé


Im April durfte ich bereits das Manuskript zu Rebecca Gablés neuem Roman lesen. Hier findet ihr meine Rezension dazu: Die fremde Königin. Es ist der Folgeband zu ihrem ersten Roman, der ebenfalls zur Zeit Ottos I. spielt:  "Das Haupt der Welt". Die Leserunde ist nun abgeschlossen, und vorgestern kam nun das wunderschöne, gebundene Buch an, das meine Sammlung der Bücher von Rebecca Gablé wundervoll ergänzt. Schon zwei Tage vorher erhielt ich Überraschungspost in Form einer Autorenzeitung, die auf dem Foto im Hintergrund zu sehen ist. Darin findet sich alles Wissenswerte rund um das neue Buch und viele weitere Hintergrundinformationen zur Autorin und ihren Werken.
Vielen Dank nochmal an Bastei-Lübbe, dass ich die schöne Gelegenheit hatte, an dieser Leserunde teilzunehmen. 




Montag, 22. Mai 2017

So weit uns Träume tragen - Christiane Lind



Frühjahr 1912: Paula und Luise sind beste Freundinnen und teilen sich eine Wohnung. Während Paula als Schauspielerin am Theater arbeitet, ist Luise dort als Kostümbildnerin tätig.Die beiden jungen Frauen lieben ihre Freiheit, ihren Beruf und das Leben in Berlin.
Doch dann ändert sich mit einem Schlag alles. Beide Frauen verlieren ihre Arbeit, die Wohnung wird ihnen gekündigt, und zu allem Überfluss taucht ein gefälschter Schuldschein auf. Paula und Luise stehen vor dem Ruin. Als Paula von einem Verehrer eine Einladung erhält, ihn in New York zu besuchen und auch gleich ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic beiliegt, schöpfen die Freundinnen Hoffnung. Mutig stellen sie sich der neuen Herausforderung und begeben sich an Bord des großen, neuen und sehr luxuriösen Schiffs.
Während sich Luise in den Steward Leonard verliebt, erlebt Paula allerhand Ärgerliches mit ihrem Verehrer Ferdinand von Fahlbusch. Der Mann heckt einen hinterhältigen Plan aus, von dem die Freundinnen ebenso wenig ahnen wie von dem tragischen Schiffsunglück, in das sie unweigerlich geraten werden.

Das Unglück der Titanic und die damit verbundenen tragischen Schicksale der Fahrgäste sind hinreichend bekannt. Es gibt zahlreiche Geschichten, die sich mit Mythos und Wahrheit rund um das wohl berühmteste Schiffsunglück befassen. Christiane Lind hat interessante Charaktere entworfen und ihren Protagonisten einen Platz auf der Titanic eingeräumt.
Paula und Luise sind zwei liebenswerte junge Frauen mit ganz normalen Wünschen und Zukunftsplänen. Als ihre Träume zerplatzen, wagen sie mutig einen neuen Anfang, indem sie der Einladung folgen und sich auf die Reise nach Amerika begeben. Mit von der Partie ist auch Paulas kleiner Hund Valentino, der seine eigenen Vorstellungen davon hat, wie so eine Schiffsreise sein sollte.Begeistert legt er sich mit der Schiffskatze Jenny an. So eine richtige Charakterkatze ist in Christiane Linds Romanen unverzichtbar, und ich möchte behaupten, das ist ein Markenzeichen der Autorin. Ich jedenfalls habe noch keinen Roman von ihr gelesen, in dem nicht mindestens ein Exemplar dieser Spezies mitwirkt.
Auch zwei liebenswerte junge Helden hat der Roman vorzuweisen. Die Geschwister Harri und Gretchen sind mit ihren Eltern Passagiere der dritten Klasse, und Paula und Luise schließen die beiden Kinder gleich ins Herz. Im Lauf der Fahrt auf der Titanic können die Kinder den Freundinnen so manchen guten Dienst erweisen.
Sehr gespannt war ich, zu erfahren, was es mit Fahlbuschs Plänen auf sich hat. Was er mit seiner Inszenierung bewirken will und seine Beweggründe dafür erfährt man erst ziemlich am Schluss der Geschichte, wodurch die Spannung langfristig angekurbelt wird.

Die Atmosphäre auf der Titanic ist sehr detailliert und realistisch wiedergegeben. Hier hat Christiane Lind wirklich sehr gründliche Recherchearbeit geleistet. Ich konnte mir das Ambiente lebhaft vorstellen und hatte zeitweise das Gefühl, an der Seite der Protagonistinnen durch die Gänge des Schiffs zu laufen und alles mitzuerleben. Dass sich dies dann doch alles nur in meinen Gedanken abgespielt hat, darüber war ich spätestens froh, als die Titanic den Eisberg rammte. Auch die darauf folgenden Ereignisse sind im Roman beängstigend greifbar und realistisch dargestellt.

Neben dem Nervenkitzel, der nicht nur durch den Untergang dieses gewaltigen Schiffs ausgelöst wird, sondern den wir zu einem großen Teil auch Ferdinand von Fahlbusch zu verdanken haben, spielt auch die Liebe im Roman eine Rolle, wenn auch eine eher untergeordnete. Die fesselnde Handlung und der plastische Schreibstil machen die Geschichte zu einem großartigen und kurzweiligen Leseerlebnis.

⭐⭐⭐⭐⭐

Wichtiger Hinweis: Dies ist die zweite Auflage des Romans "Weiße Rosen und die Titanic". Der Inhalt ist gleich, nur das Cover und der Titel haben sich geändert.

Sonntag, 21. Mai 2017

Die Liebe in diesen Zeiten - Chris Cleave


Klappentext:
Mary North ist jung, hübsch und aus guter Familie. In ihrem ganzen Leben musste sie noch nichts Schwereres heben als ein Cocktailglas. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs meldet sie sich impulsiv und voller Enthusiasmus in London zur Truppenunterstützung. Sie wird allerdings ganz unheroisch nur als Hilfslehrerin an einer Schule eingesetzt. Dabei lernt sie Tom kennen, der bei der Schulbehörde arbeitet. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen ... Aber ihre Verlobung begegnet größeren Hindernissen als nur dem Widerstand von Marys Familie. Denn eines Tages kommt Toms Freund Alistair, der sich freiwillig gemeldet hat, auf Heimaturlaub, und sein Zusammentreffen mit Mary löst in ihnen beiden heftige, nie gekannte Gefühle aus. Doch sie werden einander so bald nicht wiedersehen. Briefe sind ihre einzige Möglichkeit, in Verbindung zu bleiben. Und bald überschattet das Drama des Krieges alles andere. Mary und Alistair sehen sich Erfahrungen ausgesetzt, die in ihrem Grauen fast unwirklich erscheinen. Wie lange werden sie noch aneinander Halt finden können?


Mein Eindruck:
Liest man den Titel und den Klappentext, entsteht meiner Meinung nach ein völlig falscher Eindruck, denn so mancher wird dahinter eine Liebesgeschichte mit einer Dreiecksbeziehung vermuten, was jedoch nicht zutrifft.

Mary North, eine lebenslustige junge Frau aus gutem Hause, möchte etwas anderes tun als im Ritz Cocktails zu trinken oder Teegesellschaften zu besuchen. Als der Krieg ausbricht, meldet sie sich freiwillig und wird als Lehrerin eingeteilt. Die meisten Kinder sind aufs Land evakuiert, und so bleiben nur ein paar Außenseiter, die Mary unterrichten kann. Unter ihnen ist der farbige Zachary. Das Schicksal des Jungen berührt sie, und zwischen Lehrerin und Schüler entsteht eine Art Kameradschaft. Für ihre Toleranz, Minderheiten gegenüber muss Mary häufig büßen, denn so schrecklich die Ereignisse des Kriegs auch sind, so tief verwurzelt und stark sind die Vorurteile der Menschen, und für die Londoner kommt es fast einem Kriegsverbrechen gleich, farbige Kinder zu unterrichten und sich gar mit ihnen auf der Straße blicken zu lassen.
Mary ist mir sehr sympathisch. Obwohl sie es "nicht nötig hätte", zu arbeiten, möchte sie etwas tun, um ihr Land im Krieg zu unterstützen. Ihre offene, tolerante Art, ihr Gerechtigkeitssinn und wie sie mit ihren Schülern umgeht, gefällt mir sehr. Tom, den Mann an ihrer Seite, hat sie bei ihren Bemühungen um die Stelle als Lehrerin kennengelernt. Bei dieser Verbindung ist der Begriff „Gegensätze ziehen sich an“ sehr passend, denn Tom ist ruhig, in sich gekehrt und besonnen, wo Mary impulsiv und leidenschaftlich reagiert.
Alistair ist Toms bester Freund. Als er auf Heimaturlaub nach London kommt, unternehmen sie einiges zu viert, zusammen mit Marys Freundin Hilda, von Mary und Tom mit dem Hintergedanken, aus ihren besten Freunden könnte vielleicht auch ein Paar werden. Aber bald schon muss Alistair wieder zurück nach Malta, zu seinem Stützpunkt. Starke, aber widersprüchliche Gefühle hat er mit im Gepäck, denn einerseits findet er Hilda durchaus sympathisch, aber Mary geht ihm nicht aus dem Kopf.

Der Roman ist abwechselnd aus Marys Sicht und aus Alistairs Blickwinkel geschildert. Sie sind die Protagonisten der Geschichte. Im Verlauf der Kriegsjahre erleben sie so viel Schreckliches, dass sie emotional und körperlich hart an ihre Grenzen kommen.
Chris Cleave hat einen sehr besonderen Schreibstil, der in der Übersetzung von Susanne Goga-Klinkenberg hervorragend bewahrt wurde. Sprachgewaltig und bildhaft, mit starken Metaphern und jeder Menge Sarkasmus, bringt der Autor die Schrecken und die Folgen des Krieges zum Ausdruck, so dass man sich dem dramatischen Szenario nicht entziehen kann.
Der britische Humor, der häufig mitschwingt und nur allzu oft in Galgenhumor mündet, kann nicht über den Wahnsinn hinwegtäuschen, der sich während der Kriegsjahre abgespielt hat.
Die Beschreibungen der zerstörten Orte und gebrochenen Seelen sind von einer traurigen Poesie.

Ja, es ist auch eine sehr berührende Liebesgeschichte, aber wer Romantik sucht, wird sie hier ganz sicher nicht finden. Der Wahnsinn des Kriegs und was er mit und aus den Menschen macht, steht hier im Vordergrund. Dies zu verdeutlichen, ist vermutlich auch das Hauptanliegen des Autors und der Beweggrund, diesen Roman zu schreiben. Starke Charaktere, als reale Vorbilder für die Protagonisten, hat er dabei in seiner eigenen Familie, bei seinen Großeltern, gefunden.

⭐⭐⭐⭐⭐