Mittwoch, 31. August 2016

Monatsrückblick August 2016


Schon wieder ist ein Monat um und damit auch der Sommer schon fast am Ende. Die Tage werden schon wieder kürzer, und abends ist es auch schon wieder recht kühl, trotz der noch schönen sonnigen und heißen Tage.
Während der Ferienzeit bin ich deutlich weniger zum Lesen gekommen, denn wir waren viel unterwegs. Aber fünf Bücher habe ich zu Ende gelesen und ein Hörbuch gehört. Das waren 2034 Seiten und 7 Stunden, 40 Minuten Hörzeit. Und das war meine August-Lektüre:

Debbie Macomber: Sommersterne 4sterne
Piero Schäfer: Piratinnen 4sterne
Jennifer Donnelly: Straße der Schatten 5sterne
Silvia Stolzenburg: Die Salbenmacherin und der Bettelknabe 5sterne
Tracy Rees: Die Reise der Amy Snow 4sterne

Hörbuch
Kate Morton: Das Seehaus 5sterne
Wie zum Lesen, so hat mir auch die Zeit für Rezensionen gefehlt, so dass noch zwei in den nächsten Tagen ergänzt werden.
Es sind lauter tolle Bücher, die ich im August gelesen habe, so war auch kein Flop dabei. Dafür konnte ich mich mal wieder nicht für einen einzigen Favoriten entscheiden. Zwei Romane lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und ich habe sie beide zum Monats-Favoriten gekürt. Es sind:
“Die Salbenmacherin und der Bettelknabe” von Silvia Stolzenburg und
Straße der Schatten” von Jennifer Donnelly, zwei wirklich tolle Romane, zwischen denen ich mich einfach nicht für einen entscheiden konnte!
Und es gab noch einigen Zuwachs in meinem Bücherregal:
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“Die Rebellin von Mykonos” habe ich über “Blog-dein-Buch” erhalten. Ihren neuen Roman “Im Schatten der goldenen Akazie” hat mir die Autorin, die liebe Christiane Lind, zugeschickt. Passend, weil der Roman in Australien spielt, gab es die wunderschöne Karte und Samen der exotischen Grevillea “Flora Mason”.  Petra Oelkers “Emmas Reise” kam überraschend vom Verlag, vermutlich weil ich in der Vergangenheit bereits einiges der Autorin gelesen und rezensiert habe.
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Den vierten und letzten Band der Jahreszeiten-Tetralogie von Debbie Macomber hatte ich ebenfalls als Rezensionsexemplar beim Blanvalet Bloggerportal angefragt, nachdem ich bereits die drei vorherigen Bände gelesen habe. Leider war kein gedrucktes Buch mehr zur Verfügung, und die eBook-Datei macht Probleme, was vermutlich an meinem Reader liegt, der in letzter Zeit häufig Zicken macht. Also habe ich mir das Buch kurzerhand gekauft und werde es auf jeden Fall im Herbst lesen. Den neuen Roman von Charlotte Lyne, der heuer im Januar erschienen ist, habe ich ertauscht.
Jetzt, wo die Abende schon kühler und fast ein wenig herbstlich sind, werde ich sicher wieder mehr zum Lesen kommen, so dass ich vermutlich für September wieder eine etwas umfangreichere Lese-Statistik haben werde. Ich wünsche euch allen einen wundervollen September, mit schönen, warmen Tagen, viel Sonnenschein, bunten Blättern und gemütlichen Abenden.

Dienstag, 30. August 2016

Straße der Schatten - Jennifer Donnelly


New York 1890: Josephine Montfort wächst in wohlhabenden und sehr behüteten Verhältnissen auf. Aber statt dem Wunsch ihrer Familie nachzukommen und ihren Jugendfreund Bram zu heiraten, wie es für eine junge Frau in ihrer Gesellschaftsschicht üblich ist, träumt Jo davon, Journalistin zu werden. Ihre heile Welt bricht zusammen, als sie vom Tod ihres Vaters erfährt. Ein Unfall war es, durch seine eigene Waffe ist er ums Leben gekommen, so wird es zumindest der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Aber Josephine glaubt an einen Unglücksfall genauso wenig wie an Selbstmord, was es eigentlich gewesen sein soll, wie sie aus internen Berichten erfährt. Eine zufällige Begegnung mit dem attraktiven Reporter Eddie Gallagher zeigt ihr, dass sie mit ihren Zweifeln nicht alleine ist.
Gemeinsam mit Eddie möchte sie herausfinden, was wirklich geschah, wieso ihr Vater tot ist und wie er ums Leben kam. Bei ihren Nachforschungen begibt sich die junge Frau auf gefährliches Terrain, denn sie besucht Gegenden der Stadt, wo eine junge Dame ihres Stands normalerweise keinen Fuß hinsetzen sollte.

Mit ihrer Rosen-Trilogie hat Jennifer Donnelly ihre eigene Messlatte sehr hoch gesteckt, und ich war gespannt, ob die Autorin die herausragende Qualität, die man von ihr kennt und erwartet, auch bei diesem neuen Roman halten konnte.
Zwar spielt diese Geschichte in New York, aber es ist ungefähr die gleiche Zeit, und die Verhältnisse und Gesellschaftsschichten sind ähnlich wie in London, wo ja „Die Teerose“ spielt.
Jennifer Donnelly zeigt auch diesmal wieder die gesellschaftlichen Unterschiede. Einerseits kann man den Prunk und das feine Leben der begüterten Familien erleben, aber man sieht auch die Kehrseite, erhält Einblick in die Situation in den Elendsvierteln der Stadt, wo Kriminalität an der Tagesordnung ist. Der Roman spielt in einer Zeit, wo es noch nicht alltäglich war, dass Frauen aus gutem Haus einen Beruf ausgeübt haben. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird hier sehr deutlich aufgezeigt. Reiche Mädchen machten eine gute Partie, gründeten eine Familie und waren zum Repräsentieren und zum Kinder kriegen da, während die Ärmsten der Armen bis zur völligen Erschöpfung schuften mussten, um am Leben zu bleiben. Jo lernt beide Seiten kennen, wenn sie auch ihre Ausflüge in die New Yorker Unterwelt geheim halten muss, um ihre Familie nicht völlig vor den Kopf zu stoßen. Trotz ihrer anfänglichen Naivität, die ihrem bisher so behüteten Leben geschuldet ist, lässt sich Jo nicht unterkriegen und beißt sich auch bei heiklen Situationen durch, denn sie ist ein starker Charakter. Sie verfolgt hartnäckig ihr Ziel und schließt außergewöhnliche Freundschaften.
Im Charakterisieren und Beschreiben ist Jennifer Donnelly eine Meisterin. Es ist ihr auch diesmal gelungen, mich zu fesseln und mit dieser Geschichte zu faszinieren. Der Roman hat eine tolle, vielschichtige Atmosphäre und wirkt sehr authentisch. Der lockere Schreibstil, der größtenteils ernst ist, aber dazwischen auch immer mit einem Quäntchen Humor an den richtigen Stellen aufwarten kann, lädt dazu ein, immer weiter zu lesen. Man möchte sich gar nicht mehr von Jo und ihrer Geschichte lösen. Neben der jungen Heldin hat der Roman viele weitere, sehr interessante Personen zu bieten, die alle plastisch und detailreich beschrieben sind. Bis zuletzt hält sich die Spannung und baut sich ständig weiter auf, um in einem Finale zu enden, wie ich es nicht erwartet hätte.

Mich konnte auch dieser „Donnelly“ wieder restlos begeistern.




Sonntag, 28. August 2016

Piratinnen - Piero Schäfer

Das ruchlose Leben der Anna Zollinger


Anna Zollinger, die Tochter eines Seidenhändlers, lebt mit ihrer Familie im 16. Jahrhundert am Zürichsee. Sie hat eine Zwillingsschwester, und obwohl die Mädchen sich sehr ähnlich sehen, sind sie doch völlig unterschiedlich von ihrer Wesensart. Nach dem Tod von Annas und Beatas Mutter heiratet Linhart Zollinger erneut. Die Stiefmutter, eine herrschsüchtige Frau, kommt vor allem mit der aufbrausenden Anna gar nicht zurecht und veranlasst, dass das Mädchen ins Kloster geschickt wird. Was Anna dort erlebt, ist unbeschreiblich und schrecklich. Zusammen mit Anton Kreuzer, einem Pilger, den sie während ihres Aufenthalts im Kloster kennenlernt und in den sie sich verliebt, flieht sie. Aus Eifersucht bringt Kreuzer einen Reisläufer um und muss fliehen. Die Verbindung zu Anna übersteht diese Tat nicht unbeschadet. Anna lernt die schöne Brida, eine Dirne, kennen, und es führt eines zum anderen; die beiden jungen Frauen geraten auf die schiefe Bahn. Zusammen mit einer Fischerstochter, die ein Boot zur Verfügung hat, begeht das räuberische Trio zahlreiche Raubüberfälle, meist auf dem Zürichsee. Aber Annas „Erfolg“ währt nicht lange....

Die Handlung dieses Romans ist außergewöhnlich, sowohl was die Umgebung angeht, in der sich die Geschichte abspielt, aber auch mit Blick auf die Protagonisten. Das Schicksal der Anna Zollinger und ihrer Komplizinnen ist sehr authentisch beschrieben, so dass man sich häufig zwischendurch fragt, ob die Geschichte wohl wirklich passiert ist oder nur erfunden. Piero Schäfer, der Autor, hüllt sich hierüber in Schweigen. Das Leben im sechzehnten Jahrhundert bot für junge Frauen aus besser gestellten Familien nicht allzu viele Möglichkeiten, und Anna, mit ihrem großen Freiheitsdrang, hatte schon bald Probleme, das ihr zugedachte Schicksal zu akzeptieren. Sie ist keine liebenswerte Protagonistin, denn auch wenn sie einem anfangs leid tut und man viele ihrer Reaktionen nachvollziehen kann, begeht sie später im Verlauf der Geschichte oft so brutale und herzlose Taten, dass sich mein Verständnis und Mitleid sehr in Grenzen hielt. Auch die anderen Charaktere handeln häufig unbeherrscht und ohne nachzudenken. Beispielsweise konnte ich ganz und gar nicht verstehen, wieso Linhart Zollinger nicht gemerkt hat, welch falsches Spiel seine zweite Frau betrieb. Klar, er war viel auf Reisen, aber die ganze Beschreibung seiner Ehe klang nicht danach, als sei es die große Liebe, die ihn für die Realität blind machen würde. Deshalb ist es mir unverständlich, dass er so gar nichts mitbekam, was in seinem Haus ablief.
Insgesamt ist die Story fesselnd und kurzweilig erzählt. Aber ab und zu sind mir kleine Ungereimtheiten aufgefallen. Um nur ein Beispiel zu nennen: wie kommt ein Gefangener in einer Zelle plötzlich an ein Locheisen? Die Erklärung, wie das zustande kam und die folgende Befreiungsaktion waren für mich etwas fadenscheinig erklärt. Aber wie gesagt, das sind Kleinigkeiten, die den Lesegenuss nicht schmälern. Dass es im Anhang ein ausführliches Glossar und eine detaillierte Personenliste gibt, finde ich sehr gut, denn es kommen viele Personen in der Handlung vor, die man anhand der Liste glücklicherweise immer leicht zuordnen konnte. Auch die Begriffserklärungen im Glossar fand ich sehr hilfreich, hätte aber noch ein paar weitere Begriffe erfassen können, denn es gibt im Buch viele mundartliche und regionale Ausdrücke, die ich nicht kannte.
Das Cover zeigt eine Seenlandschaft in der Abenddämmerung, was mir sehr gefällt und auch gut zum Roman passt.

Alles in allem ist dies ein gelungenes Buch, das eine etwas andere Lebensgeschichte erzählt. Wer jedoch Romane mit Happy End bevorzugt, der sei gewarnt, denn er wird hier nicht auf seine kosten kommen.




Mittwoch, 17. August 2016

Neuzugänge in der ersten Augusthälfte 2016

Der August hat die Halbzeit überschritten, und ich möchte euch meine Neuzugänge in Sachen Bücher nicht vorenthalten.

Die beiden vorderen Bücher sind Rezensionsexemplare, mit denen ich an Leserunden bei Leserunden.de teilnehme. Mit dem zweiten Band der "Salbenmacherin" habe ich bereits begonnen. Der letzte Band aus Petra Schiers Adelina-Reihe wird im Oktober gelesen, denn die Leserunde dazu beginnt am 30. September.
Dahinter vier Bücher, die ich gekauft bzw. ertauscht habe, alles Titel von meiner Wunschliste. Wenn ich mir die Auswahl so betrachte, dann kann ich nicht verleugnen, dass die historischen Romane mein liebstes Genre sind ;-)

Sonntag, 14. August 2016

Das Seehaus - Kate Morton


Dieser Roman beinhaltet grob gesagt zwei Handlungsstränge und innerhalb dieser verschiedene Rückblenden.

In der Gegenwart lernen wir Sadie kennen. Die engagierte Polizistin ist bei den Ermittlungen zu ihrem jüngsten Fall übers Ziel hinaus geschossen und wurde aus diesem Grund vorübergehend beurlaubt. Sie nimmt diese Auszeit zum Anlass, ihren Großvater in Cornwall zu besuchen.
Dort stößt sie auf ein altes Haus am See, und wie sie erfährt, gehört es der Familie Edevane, die früher hier lebte. Nach einer Tragödie, die sich während der Mittsommernachtsfeier im Jahr 1933 zugetragen hatte, verließen die Edevanes ihren Wohnsitz für immer, denn damals, in dieser besagten Nacht, war der jüngste Sohn der Edevanes spurlos verschwunden. Außerdem wurde ein Toter gefunden. Die damaligen Ermittlungen brachten kein Ergebnis, und die Angelegenheit war dem Vergessen preis gegeben, bis Sadie auftaucht und sich mit dem Fall beschäftigt. Sie trifft sich mit einem der damaligen Polizisten, der mittlerweile längst pensioniert ist, und sie nimmt Kontakt zu den noch lebenden Nachfahren der Familie Edevane auf. Hier, bei diesem fast vergessenen Fall, den Sadie anfangs eher als Ablenkung gesehen hat, findet sie eine Aufgabe, die sie völlig in Anspruch nimmt. Die Vergangenheit lässt sie nicht los, und sie will herausfinden, was damals geschah. In Rückblenden und durch alte Aufzeichnungen erfährt man mehr über die einzelnen Mitglieder der Familie und ihr Schicksal.

Das Hörbuch ist eine gekürzte Lesung des Romans, ich konnte der Handlung jedoch problemlos folgen und hatte nie den Eindruck, dass etwas fehlen würde. Alle Kürzungen wurden sorgfältig und behutsam vorgenommen, so dass die Geschichte nie holprig oder unlogisch erschien. Mit Esther Schweins hat das Hörbuch eine grandiose Erzählstimme, der ich nur allzu gerne folgte. Die Sprecherin macht den Roman zu einem besonderen Erlebnis. Sie führt den Zuhörer durch die verschiedenen Zeitebenen und zu verborgenen Plätzen und Geheimnissen. Die Handlung lässt sich nur schwer in ein bestimmtes Genre einordnen, denn es ist sowohl ein zeitgenössischer als auch ein historischer Roman, und irgendwo ist es auch ein Krimi, der einen mit Haut und Haaren packt und nicht mehr loslässt, bis alle Geheimnisse geklärt sind.


Für mich war dies die erste Begegnung mit den Romanen von Kate Morton, und sie war durchaus dazu angetan, mich auf den Geschmack zu bringen. Es wird definitiv nicht mein letzter Roman der Autorin sein, denn nicht nur die Aufbereitung und Ausführung dieses Hörbuchs hat mir sehr gefallen, auch die Sprache hat mich begeistert und neugierig auf weitere Romane von Kate Morton gemacht.





Samstag, 13. August 2016

Sommersterne - Debbie Macomber


In dem kleinen Städtchen Cedar Cove ist der Sommer eingekehrt. Die junge Witwe Jo Marie Rose, Besitzerin des Rose Harbor Inn, erwartet neue Gäste. Ellie Reynolds hat ein Zimmer gebucht; sie hat ein ganz besonderes Rendezvous, denn sie möchte endlich den Mann persönlich treffen, den sie übers Internet kennengelernt und in den sie sich verliebt hat. So sehr sie sich auf die Begegnung freut, so hat sie doch immer die Warnung ihrer Mutter im Hinterkopf, sich nicht auf so ein Wagnis mit einem Wildfremden einzulassen. Maggie und Roy Porter möchten ein Wochenende ohne die Kinder verbringen, um ihre Eheprobleme in den Griff zu bekommen. Jo Marie Rose glaubt fest daran, dass sie hier in dieser kleinen Stadt und mit ihrem Bed&Breakfast eine Heimat und Heilung für ihre Seele gefunden hat und dass sich diese Kraft auch auf ihre Gäste auswirkt. Ob diese besondere Magie auch diesmal wirkt? Sowohl für Ellie als auch für das Ehepaar Porter ergeben sich ungeahnte Probleme, und Jo Marie Rose befürchtet ernsthaft, der Aufenthalt in ihrer Pension könnte diesmal den Gästen kein Glück bringen. Außerdem hat sie selbst Sorgen, denn die Trauer um ihren verstorbenen Mann Paul, der bei einem Militäreinsatz ums Leben kam, holt sie immer wieder mit Gewalt ein. Außerdem gibt ihr Mark Taylor, der sie handwerklich im Rose Harbor Inn unterstützt, Rätsel auf, denn ihm fühlt sie sich freundschaftlich verbunden, aber er gibt nichts über sich und seine Vergangenheit preis. Was hat er zu verbergen?

Sommersterne“ ist der dritte Band von Debbie Macombers Rose-Harbor-Tetralogie“. Der Aufbau ist ähnlich wie bei den vorherigen Bänden, die Rahmengeschichte wird von Jo Marie Rose in der Ich-Form erzählt, dazwischen erfährt der Leser, was die Pensionsgäste in Cedar Cove erleben, mit welchen Erwartungen sie in die kleine Stadt gekommen sind und wie sich die Angelegenheit weiter entwickelt.
Die Atmosphäre dieses Romans ist, wie schon bei den vorherigen Bänden, auch diesmal wieder bezaubernd und heimelig. Man kann sich gut vorstellen, wie einladend die Zimmer sind und wie gemütlich das ganze Rose Harbor Inn wirkt.
Die Charaktere sind alle sehr detailliert ausgearbeitet. Man kann die Geschichten der Menschen und die entstehenden Probleme gut nachvollziehen. Die Gäste des Rose Harbor Inn wechseln bei jedem Band, Jo Marie Rose und Mark Taylor sind natürlich durchgehend vertreten, ebenso wie andere Einwohner von Cedar Cove, denen man in jedem Band wieder begegnet. Wie schon gewohnt, ist auch in Band 3 der liebenswerte Hund Rover wieder stets an Jo Maries Seite. Ein wenig genervt war ich diesmal von Jo Maries Verhalten, denn das Feingefühl, das sie ihren Gästen entgegenbringt, lässt sie bei ihren eigenen Angelegenheite und Freunden vermissen, indem sie allzu neugierige Fragen stellt.
Auf die Handlung möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn es besteht bei einem Folgeband einer mehrteiligen Serie immer die Gefahr, man könnte zu viel verraten.
Man kann übrigens durchaus auch quer, also jederzeit mit diesem Band, in die Tetralogie einsteigen, denn im ersten Kapitel erfährt man in Kurzfassung alles Wissenswerte über Jo Maries Vorgeschichte. Aber natürlich ist es besser, wenn man alles von Anfang an mitverfolgt, und da der Schreibstil der Autorin ansprechend und flüssig ist, hat man jedes der Bücher schneller zu Ende gelesen als einem lieb ist.
Glücklicherweise ist der vierte und letzte Band bereits erschienen, so dass es keine langen Wartezeiten gibt, denn am Ende von „Sommersterne“ hat die Autorin einen ganz gemeinen Cliffhanger untergebracht, der die Geduld des Lesers gewaltig auf die Probe stellt. Ich denke, jeder wird froh sein, sich möglichst zeitnah aufs Finale stürzen zu können.





Sonntag, 7. August 2016

Klosterkeller - Silke Porath / Sören Prescher


Pater Pius und sein Mitbruder Johannes sind nach Balingen gekommen, um ein altes Haus näher in Augenschein zu nehmen, welches der Orden geerbt hat. Hier soll eine Zweigstelle des Klosters entstehen. Aber schon die Ankunft gestaltet sich nicht erfreulich, denn bei einem Sturz zerreißt sich Pius seine gute Jeans. Als er dann auch noch im Keller des Hauses über ein Skelett stolpert, wird schnell klar, dass Pius sich schon mitten in einem heiklen Kriminalfall befindet, denn das Gerippe ist noch nicht so alt, wie es auf den erste Blick wirkt.
Pius wendet sich um Rat und Hilfe an seine ehemalige Kommunionsschülerin, die Kommissarin Verena Hälble und ihren Kollegen und Lebensgefährten Thorben Fischer. Es ergibt sich die Frage, wer war der Tote, dessen Skelett im Keller des künftigen Klosters liegt? Daneben kommt es für Pius und Johannes noch zu weiteren Problemen, als sie einen MP3-Player finden und dessen Besitzer ausfindig machen möchten. Der Besuch in Balingen bringt ungeahnte Verwicklungen und Unannehmlichkeiten mit sich, aber es ist ja nicht das erste Mal, dass Pius in kriminalistische Ermittlungen verwickelt wird.


Für Pater Pius ist dies bereits sein dritter Fall, den er zusammen mit Kommissarin Verena Hälble zu lösen hat. Für mich war es das erste Kennenlernen mit den Protagonisten, denn ich habe die vorherigen Bände noch nicht gelesen. Schon nach wenigen Seiten war ich mittendrin in der Geschichte. Pater Pius, der einerseits liebenswert weltfremd wirkt, andererseits aber absolut clever ist, hatte ich sofort ins Herz geschlossen, ebenso wie sein früheres Kommunionkind Verena, die mittlerweile als Kommissarin gute Arbeit leistet. Die Vorgehensweise bei den Ermittlungen ist zum Teil außergewöhnlich, und bei den Progatonisten menschelt es manchmal gewaltig. Aber gerade das macht den Charme dieses Krimis aus, dass hier keine perfekten Helden am Werk sind, sondern dass in der Handlung Normalität zu spüren ist. Mit viel hintergründigem Humor, Wortwitz und Situationskomik hat das Autorenduo hier einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Krimi geschrieben, der so richtig zum Mitraten einlädt. Aber der Leser wird so manches Mal in die Irre bzw. auf eine falsche Spur geleitet. Mir hat das Lesen dieses Romans viel Vergnügen bereitet, denn schon die Aufmachung ist etwas Besonderes. Schließlich gibt es nicht viele Krimireihen, die ihren eigenen Radiosender haben. Radio Donauwelle kommt am Beginn eines jeden Kapitels zu Wort, und so manches, was die Moderatoren von sich geben, hat indirekt auch mit dem aktuellen Fall zu tun. Daneben spielt Radio Donauwelle auch richtig coole Musik. Eine Playlist am Ende des Buches darf natürlich nicht fehlen, und ich muss gestehen, dass ich mir so manches der angegebenen Musikstücke während des Lesens angehört habe, was eine sehr authentische Stimmung mit sich brachte. Viel zu schnell waren die 310 Seiten gelesen und der Fall gelöst, und ich war inzwischen erst so richtig auf den Geschmack gekommen! So war es naheliegend, dass ich mich spontan nach den Vorgängerbänden von „Klosterkeller“ umgesehen habe, und der erste Band „Klostergeist“ ist auch wenig später bei mir eingezogen. Das ist auf jeden Fall eine Krimireihe, die ich weiter verfolgen werde. Der zweite Band „Klosterbräu“ steht auch bereits auf meinem Wunschzettel, und ich freue mich jetzt schon auf weitere gemeinschaftliche Werke von Silke Porath und Sören Prescher.




Samstag, 6. August 2016

Überraschungspost von Lovelybooks: "Die Nachtigall" von Kristin Hannah


Heute hat mich ein wunderbares Überraschungspäckchen von Lovelybooks erreicht, das ich euch unbedingt zeigen möchte! Es ist eine Sonderedition der Lovelybox, und enthalten war der neue Roman von Kristin Hannah "Die Nachtigall". Dabei war auch ein hübsches kleines Notizbuch im passenden Design sowie ein bezaubernd schönes Lesezeichen in Form einer goldenen Feder. Ganz viele goldfarbene Glitzerplättchen, die mit im Paket waren, haben beim Auspacken einen wahren Goldrausch verursacht; das war so toll, und ich habe mich riesig gefreut! 
Mitte August startet bei Lovelybooks eine Leserunde zu dem historischen Roman, in dem es um das Schicksal von zwei Schwestern während des zweiten Weltkriegs geht. Da werde ich auf jeden Fall teilnehmen.

Montag, 1. August 2016

Monatsrückblick Juli 2016


Im Juli bin ich wieder etwas mehr zum Lesen gekommen. Ich habe sechs Bücher zu Ende gelesen, das waren insgesamt 2446 Seiten.



Bei sechs gelesenen Büchern, von denen ich drei mit fünf Sternen bewerten konnte, ist es nicht leicht, einen absoluten Favoriten zu nennen, denn die Fünf-Sterne-Bücher haben sich quasi ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.
Aber letztendlich hat es Gabriela Jaskulla mit "Septembermeer" geschafft, mich mit ihrem wunderbaren Schreibstil zu verzaubern, so dass ich ihren Roman zu meinem Monats-Highlight gewählt habe.
Einen richtigen Flop gibt es nicht, aber "Im Spiegel ferner Tage" hat mir von allen Büchern am wenigsten gefallen.




Fünf Neuzugänge habe ich auch noch zu vermelden:
Der erste Band der Trilogie von Jane Gardam ist auf eine Empfehlung eines Buchhändlers meiner Stadt bei mir eingezogen. 
"Klostergeist" ist der erste Krimi mit dem liebenswerten Pater Pius, mit dem ich gerade im "Klosterkeller" den Fall um ein Skelett erlebt habe. Das Buch hat mir so gefallen, dass ich nun auf den Anfang dieser Reihe gespannt bin.
"Wildrosensommer" musste schon wegen des wunderschönen Covers zu mir, und auch "Cottage mit Kater" stand schon lange auf meiner Wunschliste, und ich konnte es nun ertauschen. "Im Schatten des Sommers" ist ein unverhofft zugeschicktes Rezensionsexemplar, das aber auf den ersten Blick spannende Sommerlektüre verspricht. 

Das war's auch schon wieder von meiner Seite. Ich wünsche allen Bücherwürmern, Leseratten und Bibliophilen einen wunderschönen und "belesenen" August.