Sonntag, 29. Mai 2016

Radieschenheim - Meta Friedrich


Margreta Mai ist Gärtnerin aus Leidenschaft und Inhaberin des Gartenlokals „Radieschenheim“, das zur gleichnamigen Kleingartenanlage in der Nähe Lübecks gehört.
Eines Morgens findet Margreta eine Leiche mitten in ihrem Kräuterbeet. Es handelt sich um den zweiten Vorsitzenden des Kleingartenvereins. Kommissar Jan Knutsen, der mit dem Fall beauftragt wird, verwehrt Margreta zu ihrem Entsetzen den Zutritt zu ihrem eigenen Garten, wegen der noch nicht abgeschlossenen Spurensicherung. Doch nicht nur durch diesen Mordfall hat Greta in nächster Zeit mehr mit Knutsen zu tun, auch privat treffen sie sich zwangsläufig öfter, denn Knutsen wird in Kürze der Schwiegervater von Margretas Tochter Marjolein, und die Hochzeitsvorbereitungen, in die auch die Eltern des Brautpaares einbezogen werden, sind in vollem Gang. Obwohl sie sich daher gut kennen, ist Knutsen nicht bereit, seine Ermittlungsfortschritte in der Mordsache „Radieschenheim“ mit Greta zu teilen. Daraufhin recherchiert diese auf eigene Faust und verursacht dadurch so einigen Wirbel.

Gartenkrimis sind eine relativ neue Unterkategorie der beliebten Regionalkrimis, und mit „Radieschenheim“ habe ich dieses Genre nun für mich entdeckt. Schon der knackig-frische Einband, der total nach Frühling aussieht, hat mir gleich Lust gemacht, den Krimi zu lesen. Der Roman von Meta Friedrich ist einer der ersten Bände dieser dekorativen Reihe des Gmeiner Verlags. Es sind Hardcover-Büchlein in einem hübschen, kleinen und handlichen Format und in liebevoller Ausstattung, bei der auch ein Lesebändchen nicht fehlen darf. Schon äußerlich sind diese Krimis also in jeder Hinsicht etwas Besonderes und kleine Schmuckstücke im Bücherregal.
Margreta, die Hauptperson, habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Sie ist eine sympathische, tatkräftige Person, und ganz nach meinem Geschmack. Wie sie mit dem etwas knurrigen Jan Knutsen umgeht, ist sehr amüsant beschrieben. Gut gefallen hat mir insgesamt die Ausarbeitung der verschiedenen Charaktere. Man lernt so einige Kleingarteninhaber kennen und auch solche, die es werden wollen. Natürlich kommt auch Gretas Familie immer wieder ins Spiel, denn immerhin steht eine Hochzeit an, die geplant werden möchte. Und dann gibt es da auch noch die Kinder des Verstorbenen. Greta macht ihre eigenen Studien, als sie diese kennenlernt.
Die Atmosphäre des Krimis hat etwas Heimeliges, schon bedingt durch die Kulisse der Schrebergartenanlage. Lesegenuss bietet nicht nur der verzwickte Kriminalfall , der hier gelöst werden will, sondern auch das ganze Drumherum ist sehr gut und zum Teil auch recht humorvoll beschrieben und lässt Freude beim Schmökern und Rätseln aufkommen. Da ich Pflanzen und Gärten liebe, hat mir die Lektüre dieses Büchleins besonders viel Spaß gemacht. Auch passt die Story perfekt in den Frühling. Aber das Handlungsumfeld beschränkt sich nicht nur auf die Kleingartenanlage, sondern führt den Leser auch direkt nach Lübeck hinein. Man hat hier also einen Regionalkrimi vom Feinsten, dessen Lösung auch meines Erachtens nicht so leicht vorhersehbar ist.
Mir hat dieser neue Gartenkrimi nicht nur Lust auf Radieschen gemacht, sondern ich werde diese hübsche und interessante Reihe ganz sicher im Auge behalten. „Radieschenheim“ ist eher ein Krimi der „gemütlichen“ Sorte. Hier geht es nicht blutig oder brutal zu, sondern die Geschichte zeichnet sich durch interessante Charaktere aus, die besondere Wege beschreiten, um bei ihren Ermittlungen ans Ziel zu kommen. Alles in allem ist dies ein sehr unterhaltsames und lesenswertes Buch aus der Feder einer Autorin, die ich künftig im Auge behalten werde, denn wie ich sehe, hat sie vorher auch schon historische Krimis geschrieben.



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