Samstag, 26. März 2016

1000 Peitschenhiebe - Raif Badawi / Constantin Schreiber (Hrsg)


Raif Badawi ist ein saudi-arabischer Blogger, der im Internet seine Meinung zu Politik, Religion, Gleichberechtigung und Freiheit äußerte. Weil er seine liberale Einstellung öffentlich kundtat, wurde er mit zehn Jahren Haft, einer saftigen Geldstrafe und 1000 Peitschenhieben bestraft.
Dieses kleine Buch enthält vierzehn seiner Texte, die er zwischen 2010 und 2012 auf seinem Blog veröffentlicht hatte. Er sitzt immer noch im Gefängnis, und fünfzig Peitschenschläge musste er bereits erdulden. Es ist erschütternd, wenn man seine Ausführungen liest und weiß, dass er für diese Worte seine Freiheit eingebüßt hat. Er setzt sich für Liberalismus,Toleranz, Pluralität, Meinungsfreiheit und Menschenrechte ein. Sein Motto ist "Leben und leben lassen". Die Streitschrift wurde vom Ullstein Verlag herausgegeben. Es ist ein Non-Profit-Projekt zu Gunsten des Autors. Da es sich hier um ein Buch handelt, das die Meinung eines Menschen wiedergibt, der sagt was er denkt, um jeden Preis, würde ich es als Anmaßung empfinden, die Texte mit Sternen zu beurteilen, denn dazu fehlt mir auch das nötige Hintergrundwissen. Wenn überhaupt, dann kann ich sowieso nur fünf Sterne vergeben, weil er mir mit dem, was er hier ausführt, aus dem Herzen spricht. Ich muss gestehen, dass ich nicht alle Zusammenhänge hundertprozentig verstehe, dazu fehlt mir schlichtweg das Hintergrundwissen. Aber weitgehend kann man auch als Europäer verstehen und nachvollziehen, was Raif Badawi anspricht. 
Es ist eine wichtige Schrift, und auch wenn hier ein junger Mann für seine freie Meinungsäußerung so bitter bestraft wird und auch, wenn die aktuellen Terrormeldungen eine andere Sprache sprechen, so birgt das Buch auch ein Quäntchen Hoffnung, denn es zeigt, dass es in jedem Land, egal wie brutal und diktatorisch sein Regime ist, immer auch Menschen gibt, die liberal denken und sich für ein friedliches Miteinander und für die Menschenrechte einsetzen.
Diesen Menschen gilt meine ganze Hochachtung, und ich möchte mit dem Kauf und der Vorstellung dieses Buches meinen persönlichen, wenn auch winzigen Teil dazu beitragen, etwas zu ändern, denn hier fällt mir ein Zitat von Stefan Zweig ein: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern."


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