Mittwoch, 27. Januar 2016

Tannie Marias Rezepte für Liebe und Mord - Sally Andrew



Kurzbeschreibung des Verlags:
Südafrika, im beschaulichen Klein Karoo: Hier lebt Tannie Maria, eine lebensfrohe Witwe, in einem Haus unter einem Eukalyptusbaum. Wenn sie nicht gerade in ihrer Küche neue Gerichte erfindet, schreibt Tannie an ihrer Kolumne für die Lokalzeitung, in der sie robuste Lebenshilfe erteilt – und diese zur Begeisterung der Abonnenten zuverlässig mit den köstlichsten Rezepten garniert.
Als jedoch eine junge Frau ermordet aufgefunden wird, gibt es nichts mehr, was Tannie noch in der Küche hält. Nachdem sie in ihrem Leben schon so manches Geheimnis – unter anderem das des perfekten Schokoladenkuchens – gelüftet hat, schreckt sie auch vor der Jagd nach einem waschechten Mörder nicht zurück. Tannie folgt ihrer feinen Nase, womit sie schon bald Detective
Kannemeyer in die Quere kommt, der sich bei seinen Ermittlungen lieber auf klassische Polizeimethoden verlässt. Vergeblich versucht Kannemeyer, die ebenso bezaubernde wie hartnäckige Hobby-Detektivin kaltzustellen. Denn Tannie lässt sich nicht beirren und folgt weiter ihrer Spur, die sich als immer heißer und gefährlicher entpuppt …

Meine Meinung:
Die Witwe Tannie Maria lebt in der kleinen Karoo. Sie arbeitet als eine Art Briefkastentante für die Klein-Karoo-Gazette, allerdings ist ihre Komumne etwas Besonderes denn sie kombiniert ihre Ratschläge und Lebenshilfe mit passenden Rezepten, die sie selbst kreiert.
Eines Tages wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden, und Tannie Maria erkennt, dass eben diese Frau sich vorher um Rat an sie gewendet hatte. Nun fühlt sie sich persönlich verantwortlich und stürzt sich beherzt in eigene Ermittlungen zu dem Mordfall, sehr zum Unwillen von Detective Kannemeyer, der es gar nicht mag, dass Tannie Maria ihm in die Quere kommt. Tannie gibt jedoch nicht nach und stellt, zusammen mit ihrer Kollegin Jessie, immer wieder Nachforschungen an, wobei sich die beiden Frauen letztendlich in große Gefahr begeben.

Tannie Maria ist ein liebenswerter Charakter, wenn auch manchmal ein wenig drollig, denn sie hält gerne Zwiesprache mit den Bisquits, die sie gebacken hat, wenn gerade kein anderer Gesprächspartner greifbar ist. Sie bezieht ihr Wohlbefinden größtenteils aus dem, was sie kocht und isst, und auch ihre Mitmenschen verwöhnt sie mit ihren kulinarischen Kreationen. Zu dem Mord an Martine, einer treuen Leserin ihrer Kolumne, macht sie sich ganz eigene Gedanken. Auf die herkömmlichen Polizeimethoden möchte sie sich nicht verlassen, und bei ihren eigenen Nachforschungen geht sie sehr pragmatisch vor. Sie ist eine recht bodenständige Frau und versorgt ständig ihre Mitmenschen mit guten Speisen, die sie selbst zubereitet. Egal ob sie bei der Polizei vorspricht oder einen Verdächtigen besucht, immer hat sie einen feinen Kuchen oder eine andere Leckerei dabei. Ihr Selbstbild ist nicht gerade rühmlich, denn für modische Outfits hat sie kein Händchen, und wenn sie sich dann wirklich einmal hübsch machen und ein schönes Kleid tragen möchte, um Detective Kannemeyer zu gefallen, was sie sich jedoch nur insgeheim eingesteht, dann erlebt sie so manche unangenehme Überraschung, die zwar nicht für Tannie Maria, aber doch für den Leser sehr amüsant ist. Überhaupt gerät Tannie in so manche kuriose Situation.
Der Roman ist in der 1. Person aus Marias Sicht geschildert, und der Schreibstil ist eher einfach gehalten, eben genau wie Tannie Maria der Schnabel gewachsen ist. Prinzipiell würde sich der Roman also leicht lesen lassen, wären da nicht die zahlreichen Begriffe in Afrikaans. Viele kann man zwar aus der Handlung ableiten, aber so manche haben sich mir nicht erschlossen, und ich misste ständig googeln, denn leider gibt es keine Begriffserklärungen im Buch. So war zwar relativ schnell klar, dass es sich bei den Veldskoene, die Tannie Maria immer trägt, um sehr bequeme und weiche Lederboots handelt und dass die immer wieder erwähnte Stoep wohl die Terrasse oder Veranda vor Tannie Marias Haus ist, aber man liest zahlreiche Schimpfwörter oder andere Aussprüche und viele Alltagsbegriffe in Afrikaans, was den Lesefluss dann doch deutlich beeinträchtigt.
Viele Situationen wirkten auch etwas überspitzt auf mich, denn so manch einer macht sich im Krankenhaushemd mit offenem Rücken auf Mördersuche, was dann doch recht skurril anmutet und vermutlich nicht dem südafrikanischen Lebensstil angelastet werden kann. Auch umweltpolitische Aspekte fließen in die Handlung ein, wenn es beispielsweise um geplantes Fracking in der kleinen Karoo geht, aber das Thema läuft nur am Rande und wird nicht näher ausgeführt.
Dazwischen findet man schöne Landschaftsbeschreibungen und natürlich viele Einblicke in Tannie Marias Küche. Sie kocht und backt, was das Zeug hält, und die Ergebnisse kann man im Anhang bewundern, wo eine ganze Sammlung mit ihren Rezepten untergebracht ist.

Alles in allem ist der Inhalt dieses Buches so farbenfroh wie das Cover, und der Roman bietet ein buntes Potpourri aus Mord und Liebe, Essen und Trinken und etwas schrägem Humor. Er ist unterhaltsam zu lesen, aber man sollte die Handlung nicht allzu ernsthaft betrachten.



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