Montag, 31. August 2015

Das Sommer-Gewinnspiel ist zu Ende


Der August ist zu Ende und mit ihm mein kleines Sommer-Gewinnspiel.
Es stand ein Exemplar des Romans "Tochter des Drachenbaums" von Susanne Aernecke zur Verlosung, und gerade habe ich den Gewinner mittels Fruitmachine ermittelt.

Ich möchte euch gar nicht länger auf die Folter spannen und komme gleich zur Auflösung.
Die Gewinnerin ist.....
Ines L. aus R.

Herzlichen Glückwunsch Ines, das Buch geht morgen auf die Reise zu dir.

Samstag, 29. August 2015

Öffne mir das Tor zur Welt - Helen E. Waite

Klappentext bzw. Kurzbeschreibung vom Verlag:
Helen Keller wurde mit neunzehn Monaten taub und blind; eine Heilung war aussichtslos. Erst als sich fünf Jahre später die junge Anne Sullivan der kleinen Helen annahm, lernte das Mädchen allmählich, Begriffe zu entwickeln, zu denken und sich ihrer Umwelt mitzuteilen. Eine erstaunliche Entwicklung begann: Helen absolvierte die Schule, beendete erfolgreich ein Universitätsstudium und wurde eine weithin bekannte Schriftstellerin und Rednerin.

Mein Eindruck:
Als ich den obigen Klappentext zum ersten Mal las, machte ich mir viele Gedanken, denn blind und taub, das klang für mich ganz danach, völlig von der Umwelt abgeschnitten zu sein. Als ich dann das Buch gelesen habe, eröffnete sich mir eine ganz andere Welt und damit eine neue Sichtweise. Helen Kellers Geschichte, die immer eng verknüpft mit dem Lebensweg ihrer Lehrerin Anne Sullivan ist, hat mich völlig fasziniert. Die Biografie las sich für mich spannender als mancher Roman. Die Art und Weise, wie Anne Sullivan behutsam erste Kontakte zu ihrem blinden und tauben Schützling aufnimmt, ist sehr eindrucksvoll und empathisch beschrieben. Das wissbegierige und hoch intelligente kleine Mädchen wartete nur in seinem Kokon aus Stille und Dunkelheit, endlich Kontakt zu seinen Mitmenschen aufnehmen zu können und die Welt zu erkunden. Dies hat ihr Anne Sullivan ermöglicht, musste aber für den Weg, den sie einschlug, große private Opfer bringen. Es war ein abenteuerlicher, beschwerlicher Pfad, den Lehrerin und Schülerin hier beschritten, aber er war auch sehr erfolgreich. Helen Keller besuchte die Schule und später dann sogar die Universität. Sie schrieb Bücher und lernte das Sprechen, was ich mir äußerst kompliziert vorstelle. Zeitweise hatte ich den Eindruck, dass es für die Lehrerin mühsamer war als für die Schülerin, was in der Art des Unterrichts bedingt war, denn Helen Keller absolvierte ihr Studium zusammen mit hörenden und sehenden Studenten. Alles, was während der Vorlesungen gesprochen oder gezeigt wurde, musste Anne Sullivan für ihren Schützling in die Fingersprache übersetzen. Je mehr ich über diese außergewöhnliche Verbindung von Anne Sullivan und Helen Keller las, umso größer wurde meine Hochachtung vor den Leistungen, welche diese beiden starken Frauen vollbracht haben.

Es ist eine wahre Geschichte, die das Leben schrieb, die Mut macht und Hoffnung gibt, denn sie strahlt großen Optimismus und ungeheure Kraft aus. Die Gedanken an die beiden Frauen, die in ihrem Leben so viel Großartiges geleistet haben, werden mich sicher noch langfristig begleiten.


Auf der Verlagsseite gibt es eine ausführliche Leseprobe zum Buch

Mittwoch, 26. August 2015

Wenn Amor nicht zuhört - Elke Becker


Laura, 26, ist eine Lehrerin mit hohen Idealen. Sie möchte den verwöhnten Kindern betuchter Familien das wahre Leben näherbringen. Darum bewirbt sie sich in einem Eliteinternat. Als sie eine Absage erhält, ist sie enttäuscht, wirft aber die Flinte nicht ins Korn, sondern nimmt eine Stelle als Erzieherin in New York an. Hier soll sie sich um Henry und Elise, die beiden Kinder der reichen Witwe Vera Sutton kümmern. Während des Flugs nach New York macht sie Bekanntschaft mit dem Stargeiger Adrian Anger. Der attraktive aber äußerst arrogante Mann sitzt zwangsläufig im Flugzeug neben ihr und zeigt sich von seiner allerschlechtesten Seite.
Missmutig stellt Laura fest, dass sich Adrians Apartment im gleichen Haus wie Vera Suttons Wohnsitz befindet und dass er zu allem Überfluss noch der Musiklehrer der beiden Halbwüchsigen ist, die sie von nun an betreut.
Lauras neuer Job ist eine wahre Herausforderung, denn besonders Elise macht es ihrer neuen Erzieherin nicht leicht. Laura muss sich gegen so manchen Streich der jungen Dame wappnen.
Dazu kommt, dass es ihr nicht gelingt, Adrian zu ignorieren. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, und zu ihrer eigenen Verblüffung stellt Laura fest, dass er ihr nicht einerlei ist. Seine Musik berührt sie stärker als ihr lieb ist und zeigt ihr einen ganz anderen Adrian. Auch er findet mehr und mehr Gefallen an der deutschen Erzieherin, die seine Allüren nicht hinnimmt, sondern ihm durchaus Kontra gibt. Ihre energische Art imponiert dem Musiker. Aber dann schlägt sie ihm ein schier unmögliches Arrangement vor.

Elke Beckers aktueller Roman kommt leicht und locker daher und bietet dabei interessante Charaktere, tolle Schauplätze und eine kurzweilige Handlung, in der es nicht nur vor Spannung knistert, sondern wo auch ganz schön die Funken fliegen, wenn Laura und Adrian sich begegnen. Damit nicht genug, denn auch wenn die Handlung diesmal nicht so schicksalsschwer erscheint wie in manchen anderen Romanen der Autorin, so ist sie doch keineswegs oberflächlich. Laura hat es sich zur Aufgabe gemacht, reichen Kindern das wahre Leben nahe zu bringen, und dafür gibt sie vollen Einsatz. Im Umgang mit ihren Schützlingen findet sie genau das richtige Maß zwischen nötiger Konsequenz, Vorsicht, Einfühlungsvermögen und Humor. Aber mit ihrer offenen Art erobert sie nicht nur die Herzen der Kinder, sondern auch das des Geigers Adrian, der auf den ersten Blick so selbstgefällig wirkt. Zwischen ihm und Laura kommt es ständig zu Missverständnissen, die ihren Ursprung wiederum in der Voreingenommenheit beider Seiten haben. Obwohl die Handlung größtenteils heiter und leicht ist, hat sie doch auch ein Anliegen, denn sie vermittelt, dass der Schein oft trügt und dass man sich nicht von Vorurteilen leiten lassen soll, weil manches anders ist, als man anfangs meint.
Insofern unterhält der Roman nicht nur vorzüglich, sondern er gibt den Lesern auch Stoff zum Nachdenken. Die Leichtigkeit der Handlung in Kombination mit einigen wichtigen, interessanten Denkanstößen, gefällt mir sehr.



Donnerstag, 20. August 2015

Buchmarie.de - Ich habe den Onlineshop ausprobiert


Vor einigen Tagen erhielt ich eine nette Mail, ob ich vielleicht Lust hätte, den Onlineshop Buchmarie.de auszuprobieren und darüber zu berichten. Da ich leidenschaftlich gerne in Büchershops stöbere, egal ob vor Ort oder online, war ich natürlich gerne dabei. 

Schon wenig später wurde mir ein Gutschein für meine Testbestellung zugeschickt, und nun begann die Qual der Wahl, denn Buchmarie hat ein riesiges Sortiment.
Vorab möchte ich sagen, dass sich Buchmarie hauptsächlich auf gebrauchte Bücher, CDs und DVDs konzentriert und in diesem Bereich auf ein Angebot von 120.000 Artikeln zugreifen kann.
Aber daneben besteht auch die Möglichkeit, jedes neue und in Deutschland lieferbare Buch über den Onlineshop zu ordern.
Nun aber ein wenig ausführlicher zu den Funktionen des Onlineshops. Ich habe mich bei meiner Testbestellung ganz auf den Bereich der Bücher konzentriert. 

Man kann auf unterschiedliche Weise vorgehen, wenn man im Onlineshop etwas sucht. Auf der Startseite (ich nenne sie gerne "Stöberseite" sieht man eine Art Mosaik der verfügbaren Bücher. Wenn man nach unten scrollt, baut sich das Angebot immer weiter auf, so dass man einfach mal durchschauen kann, was es aktuell gibt. Wem das zu allgemein ist, der kann in dem aufklappbaren Menü nach Kategorien suchen. Die übergeordneten Kategorien werden dann gleich zur Auswahl angezeigt.



Reicht einem diese Einteilung nicht, geht man auf "mehr Kategorien" und erhält dann folgende Übersicht:

Ist man auf der Suche nach einem bestimmten Titel oder Autor, gibt man dies ebenfalls in der Suche ein. Aus aktuellem Anlass, weil ich gerade Rebecca Gablés 5. Teil der Waringham-Saga lese, habe ich hier mal nach dem ersten Band gesucht. Es wird mir ein gebrauchtes Exemplar angezeigt, und wenn ich auf das Cover klicke, erfahre ich alles Wichtige zum Buch, den Preis, Zustand und sonstige Angaben zur Ausgabe, wie ISBN, Seitenzahl, Verlag etc. Auch bekomme ich hier einen Hinweis auf neue Ausgaben des Buches, kann den Preis vergleichen und mich dann entscheiden, ob ich es gebraucht oder neu kaufen möchte. Im Fall meiner Suche nach dem Roman "Das Lächeln der Fortuna" sah das dann so aus: 


Bei meiner Testbestellung habe ich mich für zwei Bücher entschieden, die ganz dick auf meiner Wunschliste vermerkt waren. Es ist einmal "Der Fluch der Sommervögel" von Nicole Steyer, das ich hier zu meiner Freude gebraucht entdeckt habe, und das zweite Buch ist ein Kochbuch "Vegitalia" von Ursula Ferrigno, das es m.E. nur noch gebraucht gibt. Legt man ein gebrauchtes Buch in den Warenkorb, werden dort gleich die voraussichtlichen Versandkosten angezeigt. Neue Bücher werden kostenfrei versandt. 
Der Versand meiner Bestellung erfolgte mit DPD. Ich hatte am 12. August abends bestellt und gleich am folgenden Tag die Versandbestätigung erhalten. Zwei Tage später war meine Lieferung schon da.


Die Bücher kamen sorgfältig verpackt in einem Pappschuber und waren außerdem noch in Polsterfolie eingeschlagen, so dass sie unterwegs keinen Schaden nehmen konnten.  



Die beiden bestellten Bücher waren jeweils als "sehr guter Zustand" ausgewiesen, und ich habe auch wirklich Bücher in sehr gutem Zustand erhalten, was bei bestellten gebrauchten Büchern nicht selbstverständlich ist. Keines der Bücher hatte Leserillen oder sonstige Knicke. Das Buch von Nicole Steyer sieht nagelneu aus, und das Kochbuch ist zwar gebraucht, hat aber lediglich eine winzige gedrückte Ecke am Einband, ansonsten ist es ebenfalls tadellos.



Die schnelle und kompetente Abwicklung sowie der einwandfreie Zustand der Bücher haben mich begeistert. Das Konzept der "nachhaltigen Literatur", also gute gebrauchte Bücher zu günstigen Preisen anzubieten, ist interessant und vielversprechend. Es lohnt sich auf jeden Fall, öfter mal bei Buchmarie.de 'reinzuschauen.

Montag, 17. August 2015

Der Glanz von Südseemuscheln - Regina Gärtner


Sydney/Samoa 1914:
Die junge Deutsche Alma ist mit ihrem Mann Joshua und Sohn Max nach Sydney gezogen. Das Paar hat sich gemütlich eingerichtet, und während Joshua als Kapitän zur See fährt, schaltet und waltet Alma in ihrem Haushalt, bewirtschaftet einen Garten und bessert den Familienunterhalt mit ihrem schönen Schneiderarbeiten auf. Ihre Geschwister leben nach wie vor auf Samoa. Fritz und Mathilde planen, der hauseigenen Ananasplantage eine Konservenfabrik anzugliedern, um die frischen Früchte gleich vor Ort verarbeiten und konservieren zu können. All die schönen Pläne werden zunichte gemacht, als in Europa der Erste Weltkrieg ausbricht, denn auch die Kolonien sind betroffen. Als Samoa von den Neuseeländern besetzt wird, müssen alle Deutschen besondere Vorschriften erfüllen und immer mehr Einschränkungen hinnehmen. Almas Schwester Mathilde gerät in einen starken Gewissenskonflikt, denn sie verliebt sich, und der Mann ihrer Träume ist ausgerechnet auch ihr Feind.
Alma ergeht es in Sydney nicht besser, denn ihr Mann ist zwar Australier, aber besonders in den Zeiten, wenn er unterwegs ist, erfährt die junge Deutsche immer mehr Anfeindungen, und auch der gemeinsame Sohn gerät durch die Herkunft seiner Mutter immer wieder in Schwierigkeiten. Immer wenn Joshua zur See fährt, bangt Alma um ihn und befürchtet, er könne womöglich eines Tages nicht zurückkommen, denn der Krieg wütet heftig, überall auf den Weltmeeren.

Dieser Roman ist die Fortsetzung von Regina Gärtners Roman „Unter dem Südseemond“. Das Buch kann jedoch auch gelesen werden, wenn man den ersten Teil nicht kennt, da es immer wieder Hinweise auf die Vergangenheit und die damaligen Zusammenhänge gibt, die für den Handlungsverlauf wichtig sind. Für alle, die den ersten Band gelesen haben, gibt es ein Wiedersehen mit vielen „alten Bekannten“. Der Zeitraum der Handlung umfasst 4 ½ Jahre und beinhaltet damit den kompletten Verlauf des 1. Weltkriegs.
Der Autorin ist es auch diesmal wieder hervorragend gelungen, die Leichtigkeit des Südseeparadieses in schillernden Farben zu schildern, dabei aber auch die großen Probleme und Einschränkungen darzustellen, unter denen die deutschen Einwanderer sowohl in Australien als auch auf Samoa leiden. Der Kontrast zwischen landschaftlicher Schönheit und politischen Problemen, die das Leben ungemein erschweren, ist krass, erscheint aber gerade deshalb sehr realistisch. Jeder Deutsche, mochte er auch noch so unpolitisch und friedliebend sein, wurde als Staatsfeind Nummer Eins behandelt und persönlich für die Gräueltaten des Krieges verantwortlich gemacht. Besonders für Mathilde ist dies eine schwere Zeit, denn als sie beginnt, bei einem Neuseeländer als Haushälterin zu arbeiten, werden die Anfeindungen ihr gegenüber noch stärker als zuvor, und sie wird bösartig beschimpft. Ihr Bruder Fritz fällt der Willkür der Neuseeländischen Besatzungsmacht zum Opfer und wird unschuldig inhaftiert. Das Südseeparadies wird für die Deutschen immer mehr zur Hölle. Man hofft und bangt mit den Protagonisten, dass sich bald alles zum Guten wenden möge, dabei weiß man ja in diesem Fall bereits mehr als die Menschen im Roman, nämlich dass der Krieg viel länger dauert als alle vermuten. Trotz des Kummers und der Probleme, die der Krieg mit sich bringt, gibt es auch schöne Momente für die Menschen, und manch einer findet gerade in dieser schweren Zeit sein Glück. Wer nun glaubt, dass der Titel und das Cover für die beschriebene Handlung zu romantisch gewählt seien, dem kann ich versichern, dass dem nicht so ist, denn im Verlauf der Geschichte erfährt man den direkten Zusammenhang, der sich zum Buchtitel ergibt, und der hat mir sehr gefallen.

Regina Gärtner hat hier eine große Brücke geschlagen, welche die traumhaften Landschaftsbeschreibungen mit der sehr realistischen Handlung verbindet. „Der Glanz von Südseemuscheln“ ist bestens gelungen und absolut lesenswert, ein fesselnder Roman, dramatisch, aufwühlend und authentisch.



Mittwoch, 12. August 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #7

Diesmal bin ich ziemlich spät dran, meinen Favoriten zu zeigen. Irgendwie waren die letzten beiden Wochen so schnell um, dass ich am Montag gar nicht dran gedacht habe. Aber glücklicherweise ist es mir dann doch noch eingefallen, und ich habe ja auch noch jede Menge zu zeigen. 


Mein heutiger Stammgast im Bücherregal ist nicht ein einzelnes Buch, sondern es sind gleich drei zusammenhängende Romane. Es ist die Sevenwaters-Saga von Juliet Marillier. Ursprünglich war es eine Trilogie, aber irgendwann habe ich dann entdeckt, dass es einen vierten Band gibt "Die Erben von Sevenwaters", den ich auch schon im Regal, aber noch nicht gelesen habe. Er wird sich auf jeden Fall zu diesen drei Bänden gesellen, denn ich gehe davon aus, dass er mir sicher genauso gut gefällt wie die drei hier gezeigten Bände.

Im Anschluss habe ich euch meine Rezensionen zu den drei Büchern hereinkopiert. Ich habe sie bereits vor neun Jahren geschrieben, als ich die Bücher zum ersten Mal gelesen habe. Aber jetzt, wo ich mich wieder damit beschäftige, ist die ganze Geschichte präsent, als hätte ich sie erst gestern gelesen. Wie man sieht, bin ich damals davon ausgegangen, dass es eine abgeschlossene Trilogie ist. Mittlerweile gibt es bereits sechs Bände, wobei die letzten beiden nicht ins Deutsche übersetzt wurden, was ich sehr schade finde. 
  1. Die Tochter der Wälder *****
    Im 9. Jahrhundert nach Christus müssen die keltischen Fürsten ihr Land gegen den Ansturm der Briten verteidigen. Fern der Schlachtfelder wächst die junge Sorcha gemeinsam mit ihren sechs Brüdern auf - doch ihr behütetes Leben findet ein jähes Ende, als ein Fluch die Familie trifft. Allein auf sich gestellt, muss das Mädchen nach einem Gegenzauber suchen und mehr als einmal sein Leben riskieren.
    Dieses Buch hat mir letzte Nacht den Schlaf geraubt. Es ist so wunderbar geschrieben, und die tragische Geschichte von Sorcha und ihren sechs Brüdern hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Sie basiert auf dem Märchen von den sechs Schwänen (Grimm). Schon im frühen Jugendalter ist Sorcha eine gute Heilerin und kämpft zusammen mit ihren Brüdern für ihre Ideale. Als der verwitwete Vater wieder heiratet, droht den Geschwistern Gefahr. Die Stiefmutter verhängt einen Fluch über die sechs Brüder, von dem nur Sorcha sie wieder befreien kann. Eine lange Leidenszeit beginnt für das Mädchen.
    Durch die bildhafte Sprache des Buches riecht man förmlich den Wald und hört die Geräusche. Ich konnte mich sehr gut in Sorcha hineinversetzen und habe mit ihr getrauert und gelitten. Es ist ein Fantasy-Roman vom allerfeinsten.
  2. Der Sohn der Schatten *****
    Irland im 9. Jahrhundert. Die Kräuterkundige Liadan besitzt eine besondere Gabe: Sie kann nicht nur den Körper heilen, sondern auch den Geist und die Seele. Als die junge Frau einer Gruppe Söldner in die Hände fällt, muss sie um ihr Leben fürchten - und findet ausgerechnet in dem wortkargen Anführer Bran den Mann, der ihr Schicksal verändern wird......
    Aus der Amazon-Redaktion:
    Im zweiten Band der Sevenwater-Trilogie schildert Sorchas Tochter Liadan das weitere Schicksal der Familie. Ihre Mutter und deren britischer Mann haben sich im alten Wohnsitz Sevenwater niedergelassen, umgeben von den magischen Wäldern Irlands. Hier ziehen sie ihre drei Kinder groß: Die schöne und leichtlebige Niamh, den verlässlichen, tüchtigen Sean und dessen Zwillingsschwester Liadan, die von den Prophezeiungen nicht vorhergesehen worden war. Doch Frieden und Glück sind nicht von Dauer. Niamh gibt sich einer ungebürlichen Liebschaft hin und wird kurzerhand -- und aus einer politischen Notlage heraus -- einem kaum bekannten Clansführer zur Frau gegeben. Während die Ehe zur Katastrophe gerät, wird die magisch begabte Liadan von Söldnern entführt und verliebt sich in deren finsteren Anführer Bran, von dem sie ein Kind empfängt.
    Schon den ersten Teil der Sevenwater-Saga fand ich sehr schön, aber mit Band zwei hat die Autorin für mich noch eine Steigerung erreicht. Beim Lesen habe ich mich fast körperlich in die Zeit des 9. Jahrhunderts versetzt gefühlt, so mitreißend ist die Geschichte geschrieben; man hat das Gefühl, die Handlung direkt hautnah mit zu erleben. Juliet Marillier läßt einen mit ihren Worten förmlich die Kräuter riechen und das Raunen im Wald hören. Es fließt viel aus dem irischen Märchen- und Mythenschatz mit in die Saga ein. Die Liebesgeschichte zwischen Liadan und Bran ist sehr gefühlvoll erzählt; der besondere Schreibstil hat mich auch hier wieder begeistert. Ich konnte mich absolut in Liadan hinein versetzen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Auch Bran's Persönlichkeit ist sehr tiefgründig und facettenreich, absolut faszinierend.
  3. Das Kind der Stürme **** 1/2
    Im dritten Band ist Fainne, eine verschollene Enkelin von Sorcha, die zentrale Figur. Seit dem Tod ihrer Mutter wird sie von ihrem Vater, einem abtrünnigen Druiden, in völliger Abgeschiedenheit großgezogen und zu einer machtvollen Zauberin ausgebildet. Erst als junges Mädchen erfährt sie von ihrer Herkunft. Auf Wunsch ihres Vaters soll die widerstrebende Fainne nun ihre einflussreiche Familie kennen lernen und ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen. Doch Fainne ist nicht nur die Enkelin Sorchas von Sevenwaters, ihre andere Großmutter ist die Hexe Oonagh, bereits aus dem ersten Band bekannt. Oonagh sieht nun ihre Chance zur Rache gekommen und betraut Fainne mit einem furchtbaren Auftrag.
    Wieder gelingt es Juliet Marillier hervorragend, das historische, gerade vom Christentum eingenommene Irland lebendig werden zu lassen und mit den fantastischen Elementen ihrer Erzählung zu vermischen. An den märchenhaften Zauber des ersten Romans reichen die Folgebände nicht ganz heran -- doch dafür entschädigt das komplexe Beziehungsgefüge der inzwischen drei Generationen überspannende Geschichte, im Laufe derer aus liebgewonnenen Figuren legendäre Helden geworden sind. Dabei ist Fainne in ihrer Fehlbarkeit ganz eine Frau aus Fleisch und Blut, und auch die Liebesgeschichte widersetzt sich dieses Mal wohltuend gängigen Klischees.
    Die junge Fainne wird zur Zauberin ausgebildet. Die besonderen Kräfte, die in dem Mädchen immer stärker werden, machen es für seine Großmutter, die Hexe Oonagh, zu einem machtvollen Werkzeug ihrer Rache. Fainne aber kämpft dagegen an ... Der irische Sagenschatz bietet einen fruchtbaren Boden für fantastische Erzählungen. Doch nur wenige Autoren verstehen es so gut wie Juliet Marillier, eine eigene Geschichte daraus zu weben.
    Auch der dritte Band der Sevenwater-Trilogie hat mich nicht enttäuscht. Zwar waren anfangs einige Längen in der Geschichte, aber schnell war ich von Fainne, Sorcha's Enkelin, fasziniert. Ihre Großmutter, Lady Oonagh, versucht, das Mädchen für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Fainne fühlt sich innerlich zerrissen. Auf der einen Seite steht die Sorge um alle, die sie liebt, denn die wären in großer Gefahr, wenn Fainne sich nicht nach den Wünschen ihrer Großmutter richtet. Andererseits müßte sie gegen ihr Gewissen und gegen ihre Familie in Sevenwaters handeln, wenn sie vollbringen würde, was ihre Großmutter ihr befiehlt. Die Sache scheint auswegslos, und Fainne wird immer wieder von Zweifeln geplagt, ob sie den rechten Weg geht. Dazu kommt die Erkenntnis, daß sie sich in Darragh, ihren Freund aus Kindertagen, verliebt hat, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Das Buch ist ein wundervoller Abschluß der Trilogie.
Ich liebe den Schreibstil der Autorin und kann gar nicht verstehen, dass ihre Bücher in Deutschland so wenig populär sind. Zwei weitere ihrer Bücher, die übersetzt worden sind, habe ich schon auf dem SuB: "Die Pristerin der Insel" und "Die Wolkeninsel", und dabei wird es wohl langfristig nicht bleiben.
Wer gerne Bücher in der Originalsprache liest, sollte sich auf jeden Fall einmal auf der Website der Autorin umsehen, denn da gibt es noch viele, viele Schätze zu entdecken: Juliet Marillier



Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...


SEI DABEI!
(die Aktion findet, bis auf Weiteres, jeden zweiten Montag statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse bei Damaris liest oder auch hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit, oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Dienstag, 11. August 2015

Ich warte auf dich, jeden Tag - Clarissa Linden


Im Nachlass ihres Großvaters findet die Amerikanerin Erin einen Brief aus Deutschland, geschrieben 1993. Auch ein Flugticket nach Deutschland liegt dabei. Obwohl ihr Großvater damals schon ein alter Mann war, handelt es sich eindeutig um einen Liebesbrief, jedoch nicht von ihrer Großmutter, sondern von einer Lily unterzeichnet. Der Brief endet mit den Worten: „Ich warte auf dich, jeden Tag“. Alexander Woodward, der ihr nie der Großvater war, den sie sich gewünscht hätte, den sie stets nur als kühl und unnahbar kennengelernt hatte, scheint in seiner Vergangenheit ein Geheimnis gehütet und die Liebe seines Lebens erfahren zu haben.
In ihrem eigenen Leben ist Erin gerade an einem Wendepunkt angekommen, denn ihre Ehe ist kaputt, und ihr Arbeitsplatz in einer schönen kleinen Buchhandlung hängt am seidenen Faden, da ihre Chefin und zugleich beste Freundin Charlotte in finanziellen Nöten steckt.
Nach langem Zögern und unter Charlottes Zuspruch entschließt sich Erin, dem Geheimnis ihres Großvaters auf die Spur zu kommen und sich auf die Suche nach der fremden Frau namens Lily zu machen. Sie reist nach Europa, in der Hoffnung, Spuren aus dem Leben ihres Großvaters und von Lily zu finden.
Ihre Suche beginnt in Barcelona, wo Erins erwachsener Sohn lebt und studiert. Sie führt nach Frankfurt und sogar bis Stockholm. Während ihrer Nachforschungen erfährt Erin, dass Lily damals, in den 30er Jahren, einer Widerstandsgruppe gegen die Nazis angehörte und dass auch ihr Großvater, durch seine Begegnung mit Lily, eine Verbindung mit dieser Gruppe hatte.

Betrachtet man das wunderschön gestaltete Cover und liest den Titel, erwartet man vermutlich einen sehr romantischen Roman. In gewisser Weise ist es das ja auch, denn die Geschichte erzählt von einer großen Liebe in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts, in einer Zeit, als die Zeichen in Deutschland auf Sturm standen, als die Nationalsozialisten immer mehr Macht im Land bekamen. In zahlreichen Rückblicken erfährt man mehr über die Widerstandsbewegung und ihre Arbeit, über die politische Situation damals und darüber, wie es zu der Verbindung zwischen Lily und Alexander kam und wie sich alles entwickelte. So ist dieser Roman viel mehr als ein Liebesroman, er stellt vielmehr ein farbiges und plastisches Zeitzeugnis dar, denn auch wenn Alexanders und Lilys Geschichte fiktiv ist, so erzählt dieser Roman doch sehr viel Wahres und Brisantes aus der deutschen Geschichte.

Die Rolle der Vermittlerin zwischen Vergangenheit und Gegenwart übernimmt Erin. Sie ist Mitte Vierzig und erscheint gerade am Anfang des Romans als recht komplizierter Charakter. Sie leidet noch sehr unter der Trennung von ihrem Mann und macht sich das Leben selbst schwer, weil sie ihm immer noch hinterher trauert und ihn mit Telefonaten bedrängt. Sie demütigt sich selbst und badet in Selbstmitleid, ohne wirklich etwas mit ihrem Verhalten zu erreichen. Auch die Beziehung zu ihren Eltern, insbesondere zu ihrer Mutter, ist kompliziert. Man hat den Eindruck, sowohl Mutter als auch Tochter sind ständig in Habachtstellung und neigen dazu, in jedes Wort und jeden Blick der Anderen viel mehr Bedeutung hinein zu interpretieren als sie eigentlich hätten.
Erins Vertraute und Hilfe in Krisenzeiten ist Charlotte, ihre beste Freundin und Inhaberin des Buchladens „Books Charlotte loves“. Von Charlottes Optimismus und Stärke könnte sich Erin eine Scheibe abschneiden, denn obwohl ihr kleiner Laden Existenzprobleme hat, ist sie immer für Erin da und hat sich sogar etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Jede Woche schreibt sie Erin einen Brief oder eine Mail, worin sie ihr ein Zitat aus einem Buch mitteilt. Erin soll das Buch, um das es geht, erkennen und lesen und herausfinden, was ihr der Inhalt über ihr eigenes Leben sagen soll oder wie sie ihrer Meinung nach für sich selbst einen Nutzen aus dem Gelesenen ziehen könnte.
Das ist das Besondere an diesem Buch, denn jedes Kapitel ist mit einem der Zitate aus Charlottes Büchern überschrieben, welches immer zum Inhalt passt. Das ist ein interessanter Ansatz, der mir sehr gefallen hat. Ich habe mich dabei an „alte Bekannte“ erinnert, die ich selbst schon vor längerer Zeit gelesen habe, auch waren Bücher dabei, die ich noch nicht kannte, wobei die entsprechenden Zitate wiederum mein Interesse geweckt haben. Charlottes Nachrichten mit einem neuen Buchvorschlag kommen zuverlässig und regelmäßig, auch während Erins gesamter Reise.
Mit Erins Augen erfährt man Neues und Altes über ihren Aufenthalt in Europa, dessen zentrales Ziel Frankfurt ist. Ihre Eindrücke, die sie in Deutschland macht, lassen sie nicht nur mehr über die Vergangenheit erfahren und unbekannte Seiten an ihrem Großvater zu entdecken, sondern sie helfen ihr auch, sich selbst auf Neues einzulassen und über ihren eigenen Schatten zu springen.
Der Roman hat kein Happy End im klassischen Sinn, denn das Schicksal zieht nicht immer gerade Bahnen, hier ebenso wenig wie im richtigen Leben. Aber es gibt einen sehr schönen Abschluss, der den Leser zufrieden zurücklässt. Man kann selbst weiterspinnen, was die Zukunft für Erin bringen mag. Auf jeden Fall ist sie nicht mehr so verkrampft und negativ eingestellt wie am Anfang ihrer Geschichte. Sie hat interessante Bekanntschaften geschlossen, viele wertvolle Erfahrungen gesammelt, und sie hat gelernt, das Beste aus ihrer Situation zu machen und dem Glück eine neue Chance zu geben.
Die Autorin, die durch Erzählungen ihrer Großmutter zu dieser Geschichte inspiriert wurde, hat hier unter neuem Pseudonym einen wundervollen Roman geschaffen, der mit interessanten, facettenreichen Charakteren aufwarten kann und in dem selbstverständlich auch wieder eine Katze eine wichtige Rolle spielt.
Im Anhang findet man Informationen zu all den genannten Büchern, aus denen die Zitate der einzelnen Kapitel stammen und kann auch einiges an wissenswerten historischen Fakten und Besonderheiten zur damaligen Zeit nachlesen.



Mittwoch, 5. August 2015

Kleines Sommergewinnspiel


Im Juni ist mein Blog 7 Jahre alt geworden, aber es standen so viele andere Dinge an, dass ich den Termin völlig verpasst habe. Aus diesem Grund und weil mir die Agentur Literaturtest, im Auftrag des Alyna Verlags, ein Rezensionsexemplar angeboten und mir zugleich ein zweites Exemplar zum Verlosen zugeschickt hat, hole ich nun auf diesem Weg die Geburtstagsverlosung nach.
Es gibt ein Exemplar des Romans "Tochter des Drachenbaums" von Susanne Aernecke zu gewinnen. 

Da ich den Roman selbst noch nicht gelesen habe und voraussichtlich erst Ende September dazu kommen werde, poste ich hier den Link zur offiziellen Website der Amakuna Saga. Dort könnt ihr alles Wissenswerte zum Buch und über die Autorin nachlesen.

Wer kann am Gewinnspiel teilnehmen? 
Jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und eine Adresse in Deutschland oder Österreich hat, kann am Gewinnspiel teilnehmen, indem er das unten stehende Formular ausfüllt (in den Betreff bitte "Sommer-Gewinnspiel") und folgende Frage beantwortet:
Warum möchtest du dieses Buch gerne gewinnen? 
Das Gewinnspiel läuft bis zum 30. August 2015, 23.59 Uhr. Danach werde ich den Gewinner auslosen und benachrichtigen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Hinweis zum Datenschutz: Alle an mich gesendeten Daten werden ausschließlich für dieses Gewinnspiel verwendet und anschließend wieder gelöscht!


Und nun wünsche ich allen Teilnehmern noch eine schöne Sommerzeit und viel Glück für die Auslosung!

foxyform