Montag, 29. Juni 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #4


Schon wieder sind zwei Wochen um, und es ist an der Zeit, den nächsten Stammgast in meinem Regal zu zeigen. Das folgende Buch ist mir aus traurigem, aktuellem Anlass heute in die Hände gefallen, denn Chris Squire, der Bassist der Rockband "Yes", einer meiner Lieblingsband aus Jugendtagen, ist gestorben. Wenn ich solche Nachrichten lese, denke ich wehmütig an schöne Zeiten zurück, in diesem Fall an Livekonzerte, die ich mit diesem genialen Musiker erlebt habe.
Aber nun zum Grund, wieso ich das erzähle. Die Schallplattencover, die es damals ja noch gab (tja, da merkt man, dass man alt wird *ggg*) waren zum Teil sehr kunstvoll gestaltet. Für die Gruppe Yes arbeitete ein Künstler, der sehr fantasievolle und bizarre Bilder geschaffen hat. Nicht nur für Yes, auch für andere bekannte Gruppen, beispielsweise Uriah Heep, Rare Earth, Alexis Corner, Gentle Giant und viele mehr, malte Roger Dean die Coverbilder. Sogar die Bühnenbilder für die Konzerte wurden in Anlehnung an Roger Deans Werke designt.


Da mich die Bilder und Entwürfe dieses Künstlers damals wie heute faszinieren, darf der Bildband "Roger Dean Views" in meiner Sammlung natürlich nicht fehlen. Das Buch stammt aus den Siebziger Jahren, und man sieht es ihm auch an, denn der Einband hat im Lauf der Jahre viele Schrammen davongetragen, aber ich würde dieses Buch nicht hergeben. Zu viele tolle Erlebnisse verbinde ich damit, zu viele schöne Erinnerungen kommen beim Betrachten der Bilder zum Vorschein.


Nicht nur die fertigen Werke von Roger Dean kann man im Buch bestaunen, sondern es gibt auch viele Entwürfe, so dass man die Entstehung (und mehrfache Veränderung) mancher Bilder sehr detailgenau verfolgen kann. Natürlich erfährt man auch sehr viel über den Künstler selbst.
Es ist ein englisches Buch, und ich kann mich noch gut erinnern, dass ich (damals war ich Schülerin) mit Lektüre dieser Art begeistert die englische Sprache erlernt habe. Schulbücher waren langweilig, aber Bücher wie dieses haben mich fasziniert und das Lernen zum Kinderspiel gemacht.


Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

SEI DABEI!
(die Aktion findet, bis auf Weiteres, jeden zweiten Montag statt)

  • Verwende das Dieses Buch bleibt im Regal-Banner, und verweise damit auf den Ursprungsblog, damit die Aktion Wiedererkennungswert hat.
  • Wenn du magst, hinterlasse bei Damaris liest oder auch hier deinen Beitragslink als Kommentar, dann können interessierte Leser und ich zum Stöbern kommen.
  • Mach mit, oder auch mal nicht. Am Aktionstag oder später - ganz egal. Die Aktion ist jedes Mal freiwillig. Sie soll gemeinsam Spaß machen und ggf. den Austausch anregen.

Der Gast im Garten - Takashi Hiraide

Takashi Hiraide: Der Gast im Garten
mit Bildern von Quint Buchholz
aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
Insel Verlag, 135 Seiten
ISBN: 3458176268
Hier geht es zur Verlaggseite mit weiteren Details zum Buch: Klick

Klappentext:
„Ein idyllischer Garten, wie aus der Zeit gefallen. Ein Paar, dem die Freude abhandengekommen ist. Und eine scheue Katze, die ihnen die Freude zurückbringt. Ein poetisches und ergreifendes Buch über das flüchtige Glück des Daseins.

Mein Eindruck:
Dieses kleine Büchlein hat mich auf wundersame Weise überrascht und berührt. In erster Linie geht es in der Geschichte um die Katze Chibi, die sich immer wieder vorübergehend bei einem jungen Ehepaar einquartiert, das in einem Vorort von Tokio ein Gartenhaus bewohnt, welches zu einem alten Anwesen gehört. Chibi gehört ihnen nicht, aber die Katze schleicht sich mit ihrem Charme schnell in die Herzen des Ich-Erzählers und seiner Frau, so dass diese sich an das Tier gewöhnen und nach einiger Zeit schon täglich darauf warten, dass ihr kleiner Gast wieder vorbeikommt. Das Ehepaar, bisher ganz in der Gleichförmigkeit des Alltags gefangen, erlebt nun, zusammen mit der Katze, ganz besondere Glücksmomente. Als der kleine Besucher eines Tages ausbleibt, ist dies ein schmerzlicher und folgenreicher Verlust für die beiden Wartenden.

Es ist ein ruhiges Buch, in dem nichts Spektakuläres passiert, das gerade durch seine besondere, sanfte Ausstrahlung bezaubert. Die Katze genießt die Gesellschaft des Paares, wird aber nie völlig zutraulich, sondern behält immer ihre Eigenständigkeit. Durch sie findet das japanische Ehepaar aus seiner Lethargie und entdeckt die kleinen, spontanen Freuden, beispielsweise beim gemeinsamen Streifen durch den idyllischen Garten oder beim Spiel mit dem Tier. Chibi lenkt den Blick auf die Schönheiten des Lebens und der Natur, aber durch sie lernen sie auch die Vergänglichkeit kennen. Ein Tag ohne sie ist nicht mehr denkbar. Lebten sie in letzter Zeit eher nebeneinander her, so finden sie über Chibi eine neue Gemeinsamkeit, über die sie sich nun austauschen.
Die schönen, sensiblen Beschreibungen lassen den Leser einen Eindruck japanischer Lebensart gewinnen. Sie strahlen eine große Ruhe aus und ergeben, zusammen mit den stimmungsvollen und liebenswerten Illustrationen von Quint Buchholz, ein wahres Kleinod, nicht nur für Katzenfreunde, sondern für alle, die einen Sinn für die kleinen Dinge und Freuden des Lebens haben, die einfach einmal entschleunigen und diese gedankenvollen Zeilen genießen möchten. Es ist ein kleines, feines Werk, voller Poesie und Lebensweisheit.
Das Büchlein besticht durch seine klare und zugleich exquisite Aufmachung und eignet sich auch wunderbar als Geschenk für liebe Freunde.



Donnerstag, 25. Juni 2015

Das Licht der Welt - Daniel Wolf


Dies ist die Fortsetzung des Romans „Das Salz der Erde“.
Auf 1150 Seiten geht es im Großen und Ganzen um Wohl und Wehe der fiktiven Stadt Varennes-Saint-Jacques. Einige Einwohner der kleinen Stadt treten stärker in den Vordergrund, und so hat auch diesmal wieder Michel de Fleury eine wichtige Rolle, denn man könnte sagen, Varennes-Saint-Jacques ist sein Lebenswerk. Schon immer lagen ihm die Belange der Stadt am Herzen, und mittlerweile ist er der hoch geachtete Bürgermeister. Im Lauf der Handlung, die sich von 1214 bis 1248, über 34 Jahre erstreckt und deren hauptsächlicher Schauplatz die Stadt Varennes-Saint-Jacques ist, gewinnt auch immer mehr Michels Sohn Remy an Bedeutung. Der meisterliche Buchmaler hat große Träume für seine Heimatstadt. Er möchte eine Schule gründen, die nicht der Kirche untersteht und in der auch die Kinder einfacher Leute lernen können, um bessere Chancen für die Zukunft zu haben. Je stärker die Stadt an Bedeutung gewinnt, umso mehr Gegner finden sich im ihrem Dunstkreis. Die Kaufleute der Stadt Metz fürchten die starke Konkurrenz von Michel und seiner Gilde, und dem Vorsteher der Abtei Longchamp sind Remys Pläne ein Dorn im Auge. Die Stadtväter haben alle Hände voll zu tun, um ihren Stand in Oberlothringen zu behaupten, zudem haben sie einen gefährlichen Gegner in den eigenen Reihen, denn Anseau Lefévre, der Wucherer, stellt sich nicht nur quer, wenn es um interne Beschlüsse geht, sondern er hat auch ein dunkles, böses Geheimnis, und er hegt einen tödlichen Hass gegen die Familie Fleury.
Als eines Tages die junge Adlige Philippine in Remys Werkstatt auftaucht, spüren beide, dass sie eine gewisse Seelenverwandtschaft verbindet, denn Philippine liebt Bücher über alles und ist fasziniert von Remys Handwerk und seinen Plänen. Aber Remy spürt, dass sie etwas vor ihm verbirgt, ein Geheimnis, das ihrer innigen Liebe im Weg steht.
Das Leben und Sterben, Freud und Leid in Varennes-Saint-Jacques sind so anschaulich geschildert, die Menschen so lebendig beschrieben, dass es eine wahre Freude ist, diesen Roman zu lesen. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß in dieser Geschichte, sondern sie hat vielerlei Facetten und Nuancen zu bieten. So sind eben auch die Fleurys keine Heiligen, sondern Menschen mit Schwächen und Fehlern, und auch die negativen Charaktere sind nicht abgrundtief böse, zumindest nicht alle.

Mit diesem gigantischen historischen Roman ging es mir wie mit seinem Vorgänger, ich konnte völlig in der Handlung versinken und war gefesselt vom Schicksal dieser mittelalterlichen Stadt und ihrer Bürger. Man merkt beim Lesen gar nicht, wie die Zeit vergeht. Die Handlung fliegt nur so dahin, und ehe man sich versieht, ist man schon am Ende angelangt, was man in Anbetracht der Seitenzahl gar nicht so schnell erwartet hatte.
Historisch Interessierte werden ihre Freude an den Anmerkungen zum geschichtlichen Hintergrund des Romans und am umfangreichen Glossar haben, denn hier erfährt man sehr viel Wissenswertes über die wahren Verhältnisse damals in Oberlothringen, und es werden viele spezielle Begriffe der beschriebenen Zeit erklärt. Ein Roman dieser Art wäre schwer denkbar bzw. sicher nicht so gut ohne reale Zusammenhänge und historische Personen, die es wirklich gegeben hat, und so „trifft“ man auch hier einige bekannte Charaktere, über die man schon in den Geschichtsbüchern gelesen hat.

Auf Daniel Wolfs Blog habe ich entdeckt, dass ein dritter Band um die Fleurys in Planung ist, und ich freue mich jetzt schon sehr darauf, denn ich hoffe, dass es ein Roman in ähnlichem Umfang wird und genauso grandios wie seine beiden Vorgänger.








Diese beiden Bände um Varennes-Saint-Jacques sind bisher erschienen:





Dienstag, 23. Juni 2015

Wiederkehr - Martina Kempff



Klappentext:
Auf einer Begräbnisfeier in Katja Kleins »Einkehr« will ein Fremder unbedingt mit der Hinterbliebenen Petronella Schröder sprechen. Sofort, denn schon morgen könnte es zu spät sein. Nach der Unterredung ist Petronella verstört und eine Stunde später wird der Unbekannte in ihrem Gartenhaus tot aufgefunden. Er wurde vergiftet. Vieles spricht dafür, dass Petronella den unliebsamen Besucher auf dem Gewissen hat – mehr jedoch dafür, dass der Verstorbene noch aus dem Grab heraus die Strippen zieht …

Mein Eindruck:
Dies ist der sechste Eifel-Krimi von Martina Kempff. Die Kehr, der Schauplatz, den die Autorin als Kulisse für ihre Krimireihe gewählt hat, ist ein Dorf in der Eifel, das einige örtliche Besonderheiten aufweist, denn nicht nur die belgisch-deutsche Staatsgrenze führt mitten durch den Ort, sondern auch die Landesgrenze zwischen NRW und Rheinland-Pfalz teilt die Kehr. So kommt es, dass Katja Kleins Lokal, die „Einkehr“, in Deutschland liegt, wenn die Protagonistin aber nur die Straße zu ihrem Wohnhaus überquert, ist sie bereits in Belgien.
Schon den 5. Band „Bekehrung“ habe ich mit Begeisterung gelesen, denn die Autorin schafft eine tolle Atmosphäre in ihren Büchern und schildert die Ereignisse nicht nur sehr spannend, sondern auch ausgesprochen humorvoll. Die Ich-Erzählerin Katja und ihre „Mitstreiter“ auf der Kehr sind allesamt interessante und markante Charaktere. Auch der neue Roman hat in Sachen Individuen wieder viel zu bieten, denn zu den bekannten kommen einige neue Personen, die anscheinend bereits in früheren Bänden eine wichtige Rolle spielten. Daher ist auch der Titel sehr treffend, einerseits, weil er wieder das Wort „Kehr“ enthält, aber auch zur Handlung passt er sehr gut, ebenso wie das Coverbild mit dem Wildschwein, denn auch dieses spielt eine gewichtige Rolle. So spannend die Handlung auch wieder war, so habe ich diesmal ein paar deutlichere Hinweise auf das Vorleben der Neuankömmlinge auf der Kehr vermisst, denn was es mit deren Vergangenheit auf sich hat, wird nur sehr vage angesprochen. Ich sollte wirklich endlich einmal die ersten vier Bände lesen, denn dann wäre mir sicher vieles klarer. Trotzdem konnte mich die Story von Anfang an fesseln, und ich kann wirklich sagen, die Geschichte ist vielschichtig und absolut nicht vorhersehbar. Das Ende war für mich sehr überraschend, hinterließ jedoch auch einige Zweifel und ein leichtes Unbehagen bei mir, da manches offen bleibt. Was genau dieses Gefühl bei mir ausgelöst hat, kann ich nicht erklären, ohne zu viel zu verraten. Das muss man einfach selbst lesen!
Nun ist wieder eine große Portion Geduld gefragt, denn es heißt warten auf den siebten Teil, der sicher kommt, einfach kommen muss, um meine Fragen zu klären, die mir am Schluss geblieben sind! Ich bin höchst gespannt darauf und habe mir fest vorgenommen, mir die Wartezeit bis zum Erscheinen mit den noch ungelesenen Bänden 1 bis 4 zu verkürzen.




Montag, 22. Juni 2015

Der DeLiA Literaturpreis

Auch für das Jahr 2015 gibt es wieder eine Ausschreibung des DeLiA Literaturpreises, über die ich euch nachfolgend informieren möchte.



Auch in diesem Jahr schreibt der
Verein zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur e.V.
DeLiA
wieder den DeLiA-Literaturpreis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des
Jahres 2015 aus.
Die Auszeichnung für den besten Liebesroman ist mit 1.500 EUR dotiert. Die Plätze 2
und 3 sind mit 750 EUR bzw. 500 EUR dotiert.
Zur Teilnahme am DeLiA-Literaturpreis berechtigt sind deutschsprachige
Liebesromane (Original- und Erstausgaben), die im Jahr 2015 veröffentlicht wurden
(Impressum). Bitte beachten Sie, dass Titel, die laut Impressum im Januar 2015
erschienen sind, jedoch bereits im Dezember 2014 an den Buchhandel ausgeliefert
wurden und in den Verkauf kamen, nicht mehr eingereicht werden können, weil sie
von uns dem Vorjahr als Neuerscheinung zugerechnet werden.
Eine Genrebeschränkung wird nicht auferlegt; teilnahmeberechtigt sind demnach
neben dem klassischen Liebesroman und seinen Subgenres auch Romane aus den
Bereichen Jugendbuch, All Age, Krimi, Thriller, Historischer Roman, Fantasy,
Science Fiction usw. Die Bedingung, die wir hierbei stellen, lautet, dass die
Liebesgeschichte den Schwerpunkt im Roman setzt bzw. eine tragende Rolle spielt.
Ausgeschlossen vom DeLiA Literaturpreis sind:
- Manuskripte und Exposés
- Novellen und Bücher mit weniger als 180ooo Zeichen
- Heftromane
- Neuauflagen, Neuausgaben undWiederauflagen
- Übersetzungen aus anderen Sprachen
- Adaptionen von Drehbüchern oder Theaterstücken
- Veröffentlichungen mit Kostenbeteiligung des Autors und/oder in
Druckkostenzuschussverlagen, auch wenn von Seiten des Autors/der Autorin
für dieses Buch keine Kostenbeteiligung erfolgte.
- Bücher, die als Book on Demand bzw. im Selbstverlag (Selfpublishing)
erschienen sind
- Romane von Jurymitgliedern
- E-Books
- Hörbücher
- Originalausgaben, wenn eine Lizenzausgabe (z.B. Weltbild, Der Club) bereits
im Vorjahr oder früher erschienen ist. In diesem Fall gilt die Lizenzausgabe als
Erstausgabe und muss im entsprechenden Erscheinungsjahr eingereicht
werden.
- Originalausgaben, wenn die E-Book-Ausgabe bereits im Vorjahr oder früher
erschienen ist
Jeder Teilnehmer akzeptiert die Teilnahmebedingungen und bestätigt dies durch die
Einreichung seines Romans. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss ist
der 31.12.2015 (Poststempel).
Die Longlist mit 15 nominierten Titeln wird am 14.02.2016 bekannt gegeben. Am 15.
März 2016 erfolgt dann die Bekanntgabe der Shortlist mit den 7 Finalisten.
Die Gewinner des DeLiA-Literaturpreises werden am Freitag, dem 15. April 2016,
im Rahmen der DeLiA-Liebesromantage (vom 14. bis 17. April 2016) in
Iserlohn verkündet.
Die Verleihung der Auszeichnung sowie der Plätze 2 und 3 ist an die Anwesenheit des
jeweiligen Autors/der Autorin gebunden. Der Verein gewährt den sieben Finalisten
einen Reisekostenzuschuss.
Erneut konnte LovelyBooks als Kooperationspartner gewonnen werden und stellt
dem Siegertitel bzw. dessen Autorin oder Autor zusätzlich ein Marketingpaket im
Wert von 3.500 EUR zur Verfügung.
Darüber hinaus wird der Publikumspreis Lovely Cover vergeben. Die Leser
können innerhalb eines festgelegten Zeitraumes im März 2016 im Internet
abstimmen und so das schönste Cover aus den 15 Longlist-Titeln ermitteln. Der
Autor des siegreichen Covers erhält von unserem Kooperationspartner LovelyBooks
ein Marketingpaket im Wert von 500 EUR. Auch dieser Sieger wird im Rahmen der
DeLiA-Liebesromantage 2016 prämiert.
Der DeLiA-Literaturpreis ist ein Preis von Autoren für Autoren. Unsere
Jury setzt sich in diesem Jahr aus fünf Autorinnen zusammen:
Micaela Jary, Julie Leuze, Beatrix Mannel, Katrin Müller, Andrea Reichart
Für weitere Informationen und zu den Einsendemodalitäten nehmen Sie bitte
Kontakt mit der Vorsitzenden der Jury, Frau Petra Schier, auf.
mailto: literaturpreis@delia-online.de

Weitere Informationen findet ihr direkt bei DeLiA.

Die Rosenfrauen - Cristina Caboni



Als Elena Rossini erfährt, dass ihr Verlobter sie betrogen hat, bricht ihre heile Welt zusammen. Sie muss die Konsequenzen ziehen und sich neu orientieren, und mit Unterstützung ihrer Freundin Monique wagt sie einen Neuanfang in Paris. Dort gelingt es ihr, die eigenen Fähigkeiten, gegen die sie sich bis dahin gesträubt hat, endlich zu akzeptieren und zu nutzen, denn Elena hat einen sehr sensiblen Geruchssinn, und sie wurde von ihrer Großmutter, in der Tradition der Rossini-Frauen, zur Parfumeurin ausgebildet. Je mehr sie sich mit dem Thema auseinandersetzt, umso stärker wird ihr Interesse geweckt, die Rezeptur des „perfekten Parfums“ zu finden, das ihre Vorfahrin im 17. Jahrhundert kreiert hatte.

Bei diesem Buch war es für mich Liebe auf den ersten (Cover-)Blick, und auch der Inhalt hat für mich gehalten, was das Bild auf dem Einband verspricht. Jedes Kapitel wird mit einem kurzen Abschnitt über einen Duft eröffnet, der perfekt auf die Handlung abgestimmt ist.
Die Autorin nimmt ihre Leser mit auf eine Gedankenreise in die Welt der Düfte und Aromen. Die Geschichte, die sie geschrieben hat, ist ein Fest für die Sinne, mit bildhaften, üppigen Beschreibungen.
Die Leichtigkeit und Virtuosität, mit der die Autorin flüchtige, olfaktorische Eindrücke in wunderbar poetische Worte fasst, hat mich fasziniert.
Die Parfums und ihre Herstellung haben mich schon immer begeistert, ich lese sehr gerne darüber und kann gar nicht genug erfahren. Toll finde ich es, wenn dies im Rahmen eines Romans erfolgt und man ganz nebenbei etwas über alte Parfumklassiker und ihre Geschichte erfährt. Wenn dies dann auf so bezaubernde Weise geschieht wie in diesem Buch, bin ich hingerissen.

Im Pariser Stadtteil Marais, wo Elena nach ihrer Enttäuschung eine neue Heimat gefunden hat, erwarten sie neue Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, an denen sie manchmal fast verzweifelt, aber an denen sie auch wächst.
Rückblenden in ihre Vergangenheit machen bald klar, wieso sie sich bisher so gegen den Beruf ihrer Vorfahren gesträubt hatte und ihre Begabung nicht akzeptieren wollte.
In langen Gesprächen mit ihrem Nachbarn, dem Rosenzüchter Cail, erkennt sie, was ihr wichtig ist. Sie erfährt sich selbst neu und kann mit ihren Vorfahren Frieden schließen.
Dies ist ein langwieriger Prozess, denn sich in Frankreich eine neue Existenz aufzubauen, ist nicht alles, was das Schicksal von Elena fordert. Sie muss sich endlich der Vergangenheit stellen und sich daneben einiger wichtiger Aufgaben widmen. Nebenbei spürt sie einem alten Geheimnis nach, denn je öfter sie in dem alten Tagebuch ihrer Vorfahrin liest, umso stärker wird für sie der Wunsch, die alte Parfumformel von Beatrice zu finden.
Inmitten wundervoller Schauplätze, die den Leser, an der Seite der Protagonisten, nach Florenz, Paris und später in die Provence entführen, spielt sich dazu auch noch eine zarte und zugleich sehr innige Liebesgeschichte ab, die vielleicht zum Teil vorhersehbar ist, was ihr aber nichts von ihrem Charme nimmt und ganz und gar nicht kitschig wirkt, denn hier finden zwei Menschen zusammen, die in der Vergangenheit vom Schicksal enttäuscht wurden und sich nur sehr zaghaft auf eine neue Liebe einlassen.
Dieser Roman hat für mich etwas Magisches. Wer sich nicht für Düfte und ihre Herstellung interessiert, mag diese Geschichte vielleicht ganz anders empfinden. Meinen persönlichen Geschmack hat sie jedoch voll getroffen.



Freitag, 19. Juni 2015

Fahr zur Hölle, Schatz! - Brigitte Kanitz



Ein Unglück kommt bekanntlich selten allein, diese bittere Erfahrung muss die Ich-Erzählerin Svea machen. Ihr Freund hat sie gerade erst wegen einer anderen Frau verlassen, und nun gab es auch noch eine Überschwemmung in ihrer Wohnung, verschuldet von ihrem zerstreuten Nachbarn. Es bleibt ihr keine andere Wahl, sie muss wieder in den Schoß ihrer liebenswert-chaotischen Familie zurückkehren, denn ihre eigenen vier Wände sind bis auf weiteres unbewohnbar.
Auch zuhause, bei ihren Eltern, geht es ziemlich turbulent zu, denn ihr Vater scheint eine geheime Geliebte zu haben, was ihre Mutter dazu verleitet, reichlich dem Prosecco zuzusprechen. Währenddessen geht Oma Lina eigene Wege. Sie legt die Küchenschürze ab, steigt in ihre High Heels und präsentiert der Familie einen Verehrer nach dem anderen. Die Zwillinge, Sveas jüngere Brüder, sind in ihrem Element und schmieden berufliche Zukunftspläne. Sie beschließen, Paparazzi zu werden. Für Svea ist das alles reichlich aufregend, denn sie beschreibt sich selbst als sehr normal und vernünftig; ihr Ex-Freund hielt sie gar für langweilig.
Das ändert sich alles, als Svea ein altes Buch in die Hände fällt. Darin findet sie eine Anleitung, wie sie Wünsche erfüllen kann. Aber das ist eine heikle Sache, denn auch das Wünschen will gelernt sein, und Svea bringt sich und ihre Mitmenschen zum Teil in verzwickte Situationen.

Mit ganz viel Humor und einer guten Portion Charme erzählt Brigitte Kanitz hier ihre neueste heitere Familiengeschichte. Auch ein wenig südländisches Flair darf nicht fehlen, denn Svea hat nicht nur nordisch-kühle, sondern auch temperamentvolle italienische Vorfahren, die immer noch ein Wörtchen mitreden wollen, wenn es um Belange der Familie geht. Sveas heimliche Zwiesprache mit ihren bereits verstorbenen Urgroßeltern ist immer wieder erfrischend, und wenn es um das alte Buch geht, das Svea findet, ist immer auch ein wenig Magie im Spiel. Von wegen langweilig! Svea zeigt nun ganz andere Seiten, so dass nicht nur ihre Familie, sondern auch ihre beste Freundin, ihr Ex und ihr Nachbar sichtlich überrascht sind. Wie gewohnt präsentiert die Autorin auch diesmal wieder eine Geschichte, die einen immer wieder zum Lachen bringt. Vieles muss man mit einem Augenzwinkern sehen, denn normalerweise werden einem im wahren Leben ja nicht unentwegt Wünsche erfüllt. So hat die Handlung manchmal etwas Skurriles, fast Märchenhaftes. Es sind wieder amüsante und interessante Charaktere mit von der Partie, die zum Teil absichtlich recht überspitzt dargestellt wurden, sich aber ganz hervorragend in die witzige Handlung einfügen. Manche haben etwas Liebenswert-Schrulliges an sich. Lediglich bei der beschriebenen Wandlung von Sveas Nachbarn Alexander hat mein Kopfkino kläglich versagt. So sehr ich mich bemüht habe, konnte ich mir seine Veränderung beim besten Willen nicht vorstellen. Auf jeden Fall habe ich mich wieder glänzend unterhalten gefühlt und beim Lesen immer wieder herzlich lachen müssen. Und der Titel ist so passend, wenn auch ganz anders als vermutet. Also hat auch dieser Roman seine Aufgabe wieder glänzend erfüllt.


Donnerstag, 18. Juni 2015

Meine Neuzugänge in der ersten Julihälfte

Da sich die Neuzugänge gerade ziemlich gehäuft haben, mache ich in diesem Monat mal einen Zwischenbericht.

Von einer Teilnehmerin unserer Überraschungsgruppe bei Facebook habe ich das schöne Buch von Gabriella Engelmann erhalten und noch diverse Teeproben, eine Leseprobe und ein handgesticktes Lesezeichen dazu, ein richtig schönes Überraschungspäckchen.

Diese beiden Bücher von meiner Wunschliste habe ich ertauscht.

Drei Rezensionsexemplare sind auch angekommen.

Bei Martinas Buchwelten habe ich kürzlich, im Zuge einer Blogtour, den Roman von Fanny Schönau gewonnen. Ich sage an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank.


Und der letzte Neuzugang ist ein Buch von Elisabeth Büchle, auf das ich aufmerksam geworden bin, als ich "Skarabäus und Schmetterling" gelesen habe. In diesem Roman "Das Mädchen aus Herrnhut" wird nämlich die Vorgeschichte einiger Charaktere erzählt, wie ich schon bei meiner Rezension geschrieben habe. Seitdem war ich auf der Suche nach dem Buch, aber das gibt es nicht mehr regulär, sondern wird nur ab und zu gebraucht angeboten und dann meist recht hoch gehandelt. Vor einigen Tagen habe ich zu meiner großen Freude eine Mail von Rebuy erhalten, wo ich für das Buch einen Kaufalarm gesetzt hatte. Es war als "sehr gut" ausgewiesen, und natürlich habe ich sofort zugeschlagen. Gestern kam das Buch auch schon bei mir an, und was soll ich sagen, es ist in tadellosem Zustand. Es sieht ungelesen aus und hat lediglich eine winzige Kerbe am Einband. Mit 10,68 € war der Preis nur 1/3 im Vergleich zu sonstigen Angeboten. Hier habe ich also ein ganz besonderes Schätzchen an Land gezogen. *freu*

Nur schade, dass man bei Amazon, Tauschticket, Rebuy & Co. nicht auch zusätzliche Lesezeit bestellen kann, denn die könnte ich ganz dringend brauchen! ;-)

Montag, 15. Juni 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #3

Eine Aktion von Damaris liest

Wie schon vor zwei Wochen, so mache ich auch heute wieder gerne bei dieser schönen Aktion mit. Hier geht es darum, die Lieblingsbücher vorzustellen, die einen festen Stammplatz im Regal haben, von denen man sich nicht trennen möchte. Wir kennen ja alle das Problem, man liest und sammelt Bücher, und irgendwann sind alle Regale proppenvoll, und man hat keinen Platz mehr. So muss man sich ab und zu schweren Herzens von ein paar Büchern trennen. Das tue ich, indem ich Bücher tausche, an Freunde verschenke oder im öffentlichen Bücherschrank zur Verfügung stelle. Aber es gibt auch Bücher, die haben einen so nachhaltigen Eindruck in meinem Kopf oder meinem Herzen hinterlassen, dass ich sie nie und nimmer hergeben würde. Dazu gehört auch das folgende Buch.


"Die mit dem Wind reitet" von Lucia St. Clair Robson

ist ein historischer Roman mit wahrem Hintergrund. Er erzählt die Lebensgeschichte der Cynthia Ann Parker, die im Frühling des Jahres 1836, während eines brutalen Überfalls auf ihr Elternhaus, von den Comanchen verschleppt wurde. "Naduah", wie sie von den Comanchen genannt wird, wächst bei den Indianern auf. Auch wenn ihr zu Beginn viel Schlimmes widerfährt, so lässt sie doch ihr "weißes" Leben hinter sich und wird im Lauf der Jahre zu einer Comanchin. Sie übernimmt die Kultur und die Bräuche dieses stolzen Volkes und heiratet Jahre später den jungen Comanchenhäuptling Nocona. Mit ihm hat sie drei Kinder. Ihr ältester Sohn wird später einer der letzten großen Führer und Freiheitskämpfer des indianischen Volkes, "Quanah Parker". 25 Jahre nach ihrer Verschleppung wird Cynthia "befreit" und gegen ihren Willen zu ihren Verwandten gebracht. Den Rest ihres Lebens verbringt sie unglücklich bei den Weißen, die es zwar gut mit ihr meinen, sie aber nicht wieder zu ihrer Familie lassen wollen. Sie kann die Trennung von ihrem Mann und ihren Söhnen nicht verwinden, auch ist und bleibt sie im Herzen eine Comanchin.

Cynthias bzw. Naduahs Schicksal hat mich nachhaltig berührt. Ich habe das Buch vor vielen Jahren gelesen und mich seitdem immer wieder mit dem Schicksal dieser ungewöhnlichen Frau beschäftigt, die gleich zwei mal in ihrem Leben ihrer Identität beraubt wurde. Aber der Roman erzählt nicht nur von einem einzelnen Schicksal, sondern es enthält sehr viele historische Fakten und Berichte, einerseits über das Leben und die Kultur der Indianer, aber auch von einem verzweifelten Kampf ums Überleben und vom Ende einer Epoche und eines stolzen Volkes, das im eigenen Land seiner Freiheit beraubt wurde.
Der Roman ist sehr authentisch. Er beschönigt nichts und ist weit entfernt von jeglicher Wildwest-Romantik. Es gibt brutale Szenen, denn Fremden und Feinden gegenüber konnten die Comanchen sehr grausam sein. Aber man erfährt auch sehr viel über die Schönheit dieser alten Kultur und über die liebevollen Beziehungen innerhalb der Familien dieses Stammes. Jetzt, wo ich das Buch aus dem Regal genommen habe, um darüber zu berichten, kommt gleich der Wunsch auf, mich wieder einmal in diese wunderbare Geschichte zu vertiefen.

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Liebe Blogger, dies ist eine Mitmachaktion von Damaris liest. Du möchtest ebenfalls ein besonderes Buch, das niemals aus deinem Regal auszieht, auf deinem Blog vorstellen und es damit deinen Lesern empfehlen? Dann ...

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Dienstag, 9. Juni 2015

Halbe Miete – Nadja Quint

 

Lilo Gondorfs erster Fall / Ein Rügen-Krimi

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Lilo Gondorf vermietet auf Rügen Ferienwohnungen. Die ehemalige Polizistin hatte vor Jahren, der Kinder wegen, ihren Beruf an den Nagel gehängt, und nach dem Unfalltod ihres Mannes ließ sie ihr altes Leben in Bielefeld hinter sich, zog mit ihren Kindern auf die Insel und baute sich in Groß Zicker, mit der Vermietung zweier schöner Ferienbungalows, eine neue Existenz auf. Sie fühlt sich wohl in dieser beschaulichen Umgebung und hat sich mit ihrer neuen Aufgabe arrangiert, obwohl sie ihrem alten Beruf manchmal doch nachtrauert. Aber ihre Tochter Verena ist in ihre Fußstapfen getreten und mittlerweile bei der Kriminalpolizei in Stralsund tätig.

Die Idylle auf der Insel wird schwer getrübt, als Werner Koch, einer von Lilos Pensionsgästen, während einer Wanderung spurlos verschwindet. Seine Frau Elisabeth, die einzige Zeugin des Vorfalls, kann bei den folgenden Ermittlungen nur angeben, was sie gehört hat, denn sie ist blind. In Lilo erwacht der Forschergeist, und sie möchte ihren Feriengästen helfen. Frau Koch tut ihr leid, und da die Polizei im Dunkeln tappt, tätigt Lilo selbst einige Nachforschungen. Die Polizistin liegt ihr eben noch immer im Blut. Als zuverlässiger Helfer entpuppt sich Lilos Freund und Nachbar Oskar. Mit ihm zusammen stürzt sie sich heimlich in die Ermittlungen, und das sympathische Team kommt betrügerischen Machenschaften und einem heftigen Verbrechen auf die Spur.

“Halbe Miete” ist der Auftakt zu einer Krimiserie mit der sympathischen Ex-Polizistin Lilo Gondorf. Stimmungsvoller Rahmen der Geschichte und zugleich Lilos Heimat ist die schöne Insel Rügen. Hier wird ein Mann entführt, und seine blinde Ehefrau steht machtlos dabei. Der Fall erweist sich im Lauf der Handlung sehr viel spannender und vielschichtiger als man anfangs vermutet, und man lernt jede Menge interessanter Charaktere kennen, die jedoch zum Teil schwer durchschaubar wirken. Schnell hat man sich eine Meinung gebildet, wie alles passiert sein könnte, aber die Autorin führt ihre Leser nicht nur einmal an der Nase herum, und man muss seine Einschätzung immer wieder neu überdenken.

Trotz der Tragödie, die sich direkt an den Klippen der Insel ereignet hat und der darauf folgenden ernsthaften Ermittlungen muss man beim Lesen immer wieder schmunzeln, besonders wenn man Lilo in Aktion erlebt. Einmal mit dem Entführungsfall konfrontiert, gibt sie keine Ruhe und möchte zur Aufklärung beitragen. Spontan geht die Kriminalistin mit ihr durch. Ihre Eigenmächtigkeit bringt sie in brenzlige Situationen, und ihre  Vorgehensweise wird lebendig und sehr humorvoll geschildert. All dies ist größtenteils glaubwürdig dargestellt und realistisch in Lilos alltägliches Umfeld eingebracht. Mir hat Lilo Gondorfs erster Fall gut gefallen. Ich bin schon gespannt und freue mich darauf, sie künftig noch öfter in Aktion zu erleben, wenn vielleicht wieder einmal ihr polizeilicher Spürsinn gefragt ist.

4sterne

Samstag, 6. Juni 2015

Ich wollte immer nur dich – Anne Wiegner

Im März habe ich schon über die Vorgeschichte zu diesem Roman berichtet, wie sich einige vielleicht erinnern können. Nun habe ich Anne Wiegners Debütroman fertig gelesen, und es hat sich wirklich gelohnt. Im Anschluss erfahrt ihr, was ich von dem Roman halte.

1

Kurzbeschreibung:
Johannas Leben ist zum Stillstand gekommen: Job, Familie, Beziehung – alles Routine, keine Höhen, keine Tiefen, nur glattpoliertes Gleichmaß. Sie ist Mitte vierzig, abgeklärt und hält Träumen für reine Zeitverschwendung. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ihr Mann verlässt sie und sie macht sich auf die Suche nach ihrer Jugendliebe, dem charismatischen Paul, der bereits vor zwanzig Jahren ihr Leben gründlich durcheinander gewirbelt hat. Schon bei ihrem ersten Treffen ist alles wieder da: dieser unerklärliche Zauber der Studententage, die Anziehung, das Verlangen. Kopfüber stürzt sich Johanna in ein leidenschaftliches Abenteuer, in dem sie nachholt, was sie in den Jahren ihrer Ehe versäumt hat. „Alte Liebe rostet nicht“, sagt Paul lachend. „Das klingt nach Happy End“, antwortet Johanna. Vor lauter Glück merkt sie nicht, dass Paul ein Mann voller Geheimnisse ist und trifft eine folgenschwere Entscheidung ...

Mein Eindruck:
Man sollte sich von dem romantisch anmutenden Cover nicht täuschen lassen, denn dahinter verbirgt sich viel mehr als einfach nur ein Liebesroman.
Johannas Leben ist an einem Scheideweg. Nach der Trennung von ihrem Mann wird sie durch Zufall auf ihre Jugendliebe aufmerksam und erfährt, dass Paul ganz in ihrer Nähe lebt. Sie nimmt Kontakt zu ihm auf, und alles ist wieder da, wie bereits vor zwanzig Jahren: ihre Gefühle, die Anziehungskraft, die Faszination und das Verlangen. Paul scheint nur auf Johanna gewartet zu haben, denn auch er lebt von seiner Ehefrau getrennt, wie er ihr erzählt. Sie kommen sich wieder sehr nahe und verbringen viel Zeit miteinander. Aber es gibt so einige Hindernisse, die Johanna überwinden muss, denn da gibt es ja auch noch ihre beiden Töchter. Johanna fühlt sich hin und hergerissen zwischen ihrer Eigenschaft als treu sorgende Mutter und ihrer neuen Rolle als leidenschaftliche Geliebte. Lange Zeit kann sie diese beiden Seiten ihres neuen Lebens nicht miteinander in Einklang bringen. Zu allem Überfluss zerstreitet sie sich auch noch mit ihrer besten Freundin, die der neuen Situation eher kritisch und ablehnend gegenüber steht. Johanna ist glücklich und genießt die Zweisamkeit mit Paul, allen Unkenrufen der Freundin zum Trotz. Aber es gibt auch Zeiten, wo Paul sich kaum bei ihr meldet. Er schützt jede Menge Arbeit und Termine vor, und Johanna leidet, wenn sie nicht bei ihm sein kann. Erst spät erkennt sie, dass der charmante Paul ein Mann mit vielen Gesichtern ist und jede Menge Geheimnisse hat.
Es ist der Autorin sehr gut gelungen, die jeweils vorherrschende Stimmung zwischen den Protagonisten einzufangen und charakteristische Wesenszüge darzustellen. Man kann sich sehr gut in Johanna hinein versetzen, wie sie immer wieder in einen Zwiespalt gerät, einerseits die gewissenhafte Mutter, die sich Gedanken macht, wie sie mit der neuen Situation umgehen soll und wie sie die Veränderungen ihren Töchtern möglichst schonend nahebringen kann. Sie möchte keinen Fehler machen, denn sie hat den Eindruck, dass ihre Kinder schon unter der Trennung der Eltern leiden. Andererseits genießt sie aber auch ihre Rolle als die begehrenswerte Frau an Pauls Seite.
Der Roman ist größtenteils aus Johannas Sicht in der 1. Person geschrieben, aber es gibt dazwischen auch einige Passagen aus anderen Blickwinkeln. Was es damit auf sich hat, darauf möchte ich hier gar nicht näher eingehen, denn dann würde ich womöglich zu viel verraten. Auf jeden Fall ist die Geschichte so aufgebaut, dass der Leser immer ein wenig mehr weiß als die Ich-Erzählerin zu der Zeit, von der sie berichtet.
Paul wird als sehr charmant dargestellt. Er liest Johanna jeden Wunsch von den Augen ab, und sie verbringen eine wunderschöne Zeit zusammen. Aber diverse Äußerungen und Handlungen von ihm lassen einen doch stutzig werden, ob denn alles Gold ist, was da glänzt.
Ein wenig enttäuscht war ich von Johannas Kollegin und zugleich bester Freundin Karen. Eine Bemerkung von ihr gab den Ausschlag, dass sich Johanna überhaupt wieder an Paul erinnert und den Kontakt zu ihm gesucht hat, aber gerade dann, wenn Johanna ihre Freundschaft und ihren Rat besonders dringend braucht, zieht sich Karen zurück in ihr Schneckenhaus. Statt mit Johanna zu reden, schmollt sie vor sich hin und geht jeder Konfrontation aus dem Weg.
Ein besonderer Leckerbissen im Verlauf der Geschichte ist Johannas Reisebericht, wo sie von ihren Erlebnissen während eines Aufenthalts in Afrika erzählt. Die Beschreibungen sind so lebendig und farbig, dass man glatt Fernweh bekommt.
Anne Wiegners Debütroman ist so ganz anders als man beim Anblick des Covers und beim Lesen des Titels erwartet. Es ist ein faszinierender zeitgenössischer Roman über eine Frau in den besten Jahren, die gerade eine Trennung hinter sich hat und neu verliebt, die aber auch erfahren muss, dass Liebe zwar nicht blind, aber doch ein wenig kurzsichtig macht. Das Ende ist für mein Empfinden etwas abrupt, auf jeden Fall sehr überraschend und doch irgendwie stimmig. Da mir der Schreibstil der Autorin gut gefällt, freue ich mich jetzt schon auf weitere Romane von ihr.

4sterne

Dienstag, 2. Juni 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #2


Bei Martinas Buchwelten habe ich eine sehr schöne und interessante Aktion von Damaris liest entdeckt, an der ich sicher nun öfter teilnehme. Es geht um die Schätze, die man im Regal stehen hat und von denen man sich nicht trennen würde. Vielleser kennen sicher das Problem, man sammelt Bücher, man liest und liest, und irgendwann bekommt man Platzprobleme und muss sich zumindest von einigen Büchern trennen. Viele Bücher tausche ich oder gebe sie ab, beispielsweise im öffentlichen Bücherregal unserer Stadt, das es erst seit wenigen Wochen gibt und das sich großer Beliebtheit erfreut. Aber es gibt auch viele Bücher, die mich so stark beeindruckt haben, dass ich sie nie weggeben würde. Um diese "Stammgäste" im Bücherregal geht es in dieser Mitmachaktion von Damaris liest.  Wer Lust hat, mitzumachen, findet unter diesem Link alle Informationen zur Aktion, die im 2-Wochen-Rhythmus stattfindet. 

Aber nun zum ersten Buch, das seit vielen Jahren Stammgast in meinem Regal ist und von dem ich mich nicht trenne:

 Es ist Momo von Michael Ende

Ich besitze dieses Buch schon sehr lange, und ich liebe die Geschichte von der kleinen Momo und der Schildkröte Kassiopeia, die mutig gegen ein ganzes Heer grauer Herren kämpfen, die den Menschen die Zeit stehlen. Es ist ein Kinderbuch, aber eigentlich ist es eine Geschichte, die in jedem Alter berührt und deren Botschaft alle angeht. Ich finde, dieses Buch darf in keiner Bibliothek fehlen. Wie ihr seht, ist meine Ausgabe durch die vielen Jahre schon ein wenig ramponiert, aber das tut der Liebe keinen Abbruch. Genau mit diesem Cover wurde "Momo" übrigens vor ca. zwei Jahren als "Retro-Ausgabe" neu aufgelegt, allerdings nicht gebunden, sondern broschiert.
Da es schon sehr lange her ist, dass ich dieses Buch komplett gelesen habe, gibt es dazu keine Rezension von mir. Aber ich hole "Momo" immer mal wieder gerne hervor, um ein wenig darin zu blättern und zu schmökern, einzelne Passagen zu lesen, die ich mir irgendwann markiert habe und die Bilder zu betrachten.

Montag, 1. Juni 2015

Das war mein Mai 2015

Der Mai war ein super guter Lesemonat, was die Qualität meiner Bücherauswahl betrifft. Von der gelesenen Menge her war es ungefähr gleich wie im April und auf jeden Fall mehr als im März.
Ich habe sieben Bücher gelesen, fünf gebundene Bücher und zwei eBooks und ein Hörbuch gehört.
Mit den eBooks gab es ein paar Probleme, weil mein eBook-Reader gestreikt hat, so dass ich die beiden eBooks auf dem Smartphone lesen musste, was natürlich nicht so komfortabel ist und ziemlich auf die Augen geht. Aber ich habe es geschafft, und das ist letztendlich ja wichtig.
Es waren insgesamt 2560 gelesene Seiten und 330 gehörte Minuten.



Und das war meine kleine aber feine Leseauswahl im Mai:

Wie man sieht, gab es keinen Flopp, das ist schon mal eindeutig! Aber bei so vielen tollen Büchern ist es mir sehr schwer gefallen, einen Favoriten zu wählen. Nach langem Hin und Her habe ich mich dann für "Die Rosenfrauen" entschieden. Dieser Roman wird erst im Juni offiziell erscheinen, und ich hatte die Gelegenheit, ihn bereits vorab zu lesen. Mein ausführlicher Bericht dazu wird daher erst am 23.6.2015, zum Ende der Rezensionsfrist, erscheinen. Interessierte können sich aber schon vorab bei Amazon informieren. Aufgrund einer Ausnahmegenehmigung findet ihr u.a. meine Rezension auch jetzt schon dort: Die Rosenfrauen

Kommen wir zu den Neuzugängen (*hust*) Da habe ich mich diesmal selbst übertroffen ;-)

Das sind neu eingezogene Rezensionsexemplare, 
vier davon waren Überraschungspost, und ich habe sie erhalten, weil ich bereits die Vorgänger dazu gelesen habe:


"Daringham Hall" und "Die Bluterbin" habe ich in unserem öffentlichen Bücherschrank entdeckt und konnte nicht widerstehen. "Henkersmarie" ist ein Rezensionsexemplar, "Unter dem Nordlicht" war eine Überraschung aus der Bücherüberraschungs-Gruppe bei Facebook, und die anderen beiden Bücher habe ich ertauscht.


"Ein Pferd im Kornfeld" habe ich bei einer Buchverlosung von der Autorin auf Lovelybooks gewonnen, die anderen fünf Bücher habe ich ertauscht oder gekauft. Mit "Sturmwolken am Horizont" habe ich nun die "Meindorff-Saga" von Elisabeth Büchle vollständig.


Und diese Tees haben mich während meiner Schmökerstunden begleitet:
Auch im Sommer trinke ich gerne warmen bzw. heißen Tee, denn der löscht den Durst besser als jedes Kaltgetränk. Nur wähle ich in der warmen Jahreszeit andere Sorten; da bevorzuge ich fruchtige Aromen. 
Aromatisierter Grüntee "Pfirsich Melba" von Oasis Teeversand
Ein sehr leckerer Sencha, der durch sein frisches Pfirsich- und Himbeeraroma toll in den Sommer passt und nicht nur warm getrunken ein Genuss ist, sondern auch gut als Eistee zubereitet werden kann; auch da schmeckt er hervorragend.


Grüntee "Morgennebel" von Teewicht
Auch dieser Tee ist schön fruchtig und sehr lecker, ein Sencha mit Mango-Maracuja-Aroma und Rosenblütenblättern verfeinert. Leider habe ich ihn im Teewicht-Sortiment momentan nicht gefunden.  Ich hoffe, er kommt wieder, denn es wäre schade, wenn so eine tolle Sorte ausgelistet würde.


Die zwei Sorten von Teekanne brachte meine Tochter kürzlich mit, und sie sind beide sehr lecker!
"Heißer Hugo" ist ein erfrischender Früchtetee mit Limettenaroma und Holunderblüten, so dass man hier wirklich den besonderen "Hugo-Geschmack" hat, nur ganz ohne Alkohol. Mag man den Hugo nicht so gerne heiß, kann man ihn jederzeit auch kalt genießen, vielleicht mit einem Spritzer Limettensaft und auf Eiswürfeln. Wer es süßer mag, dem empfehle ich, hier keinen Zucker, sondern Holunderblütensirup zu verwenden, das ist richtig lecker!

"Grapefruit-Zitrone" hat mich, als Grünteefan, völlig überzeugt. Besonders für die schnelle Tasse zwischendurch greife ich schon ab und zu mal zu Grüntee im Beutel, wenn die Qualität stimmt. Diese Mischung von Teekanne ist angenehm fruchtig und frisch, aber nicht sauer, und die Grünteebasis wird nicht so schnell bitter. Rundum eine harmonische Komposition, die ich besonders Einsteigern in die Welt des Grüntees empfehlen kann.

In Sachen Raumduft gibt es nicht viel Neues im Mai. Ich hatte meist den Ultraschall-Aromadiffuser in Benutzung, den ich euch bereits vorgestellt habe. Ein paar Tropfen ätherisches Zitronen- oder Lavendelöl, gerne auch gemischt, schaffen stundenlang ein angenehmes Raumklima und einen sehr dezenten Duft.