Donnerstag, 5. November 2015

Inspector Swanson und der Fall Jack the Ripper


Klappentext:
London, East End, 1888: Ein unheimlicher Killer verübt im Stadtteil Whitechapel eine bis dahin beispiellose Mordserie, der ausschließlich Prostituierte zum Opfer fallen. Er nennt sich selbst 'Jack the Ripper'. Scotland Yards Chief Inspector Donald Swanson und sein Team werden auf den Fall angesetzt. Doch alle Versuche, Licht ins Dunkel zu bringen, scheitern. Sogar Oscar Wilde und Lewis Carroll geraten in den Dunstkreis der Ermittlungen. Wer ist der perfide Killer? Und warum ordnet der Commissioner von Scotland Yard die Vernichtung von Beweismaterial an? Ist am Ende etwas dran an den Gerüchten, das britische Königshaus selbst habe seine Finger im Spiel?

Meine Einschätzung:
Für diesen Kriminalroman hat der Autor einen Zeitsprung zurück gemacht, denn er spielt ungefähr fünf Jahre früher als der im Mai 2014 erschienene Band „Inspector Swanson und der Fluch des Hope Diamanten“.
Robert C. Marley nimmt sich in seinen Romanen immer die realen, bedeutenden Kriminalfälle des viktorianischen Zeitalters vor, und gerade „Jack the Ripper“ gehört wohl zu den spektakulärsten. Besonders interessant finde ich, dass es auch den Protagonisten, Inspector Swanson, wirklich gegeben hat und er mit dem Fall betraut war. Auch bei den Verdächtigen lässt R.C. Marley wieder einige schillernde Gestalten der realen Geschichte aufmarschieren bzw. finden sie Erwähnung im Verlauf der Ermittlungen.
Wer sich schon einmal näher mit dem wirklichen historischen Fall befasst hat, dem werden einige Namen bekannt sein, die im Verlauf des Romans vorkommen, sei es bei den Opfern als auch bei den Verdächtigen. Auch die Theorien, die zur Sprache kommen, haben größtenteils einen wahren Hintergrund bzw. wurden damals in ähnlicher Weise aufgestellt.
Die Spuren führen in verschiedene Richtungen, und die Zahl der Verdächtigen ist groß. Die Lösung, die uns der Autor hier anbietet, ist interessant und nachvollziehbar, ganz besonders, wenn man das soziale Umfeld betrachtet. Und doch wirkt das ganze auch irgendwie bizarr.
Wie gesagt, der Roman lebt durch die Nähe zur Realität und enthält viele brillante Details und Ideen und ganz nebenbei auch eine Romanze. Wenn ich nun die beiden bisher erschienenen Krimis des Autors vergleiche, dann fand ich den ersten Band, der fünf Jahre später spielt, noch ein wenig besser, einfach insgesamt runder. Vielleicht ist es, weil sich im Lauf der Zeit Swansons Team noch mehr aufeinander eingespielt hat.
Lesenswert sind sie auf jeden Fall beide, und ich bin schon gespannt auf weitere Fälle mit dem sympathischen Inspector Swanson und seinem Team.




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