Freitag, 20. November 2015

Die Bastardtochter - Petra Schier



Klappentext:
Koblenz, 1362. Die schöne Enneleyn lebt mit einem Makel: Sie ist unehelich geboren. Zwar hat Graf von Manten sie als Tochter anerkannt, die gesellschaftliche Akzeptanz jedoch bleibt ihr verwehrt. Als Ritter Guntram von Eggern um ihre Hand anhält, zögert sie deshalb nicht lange. 
Schon bald stellt sich heraus: Sie hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Nach außen ganz liebevoller Gatte, verbirgt Guntram geschickt seine dunklen Seiten. Nur Enneleyn weiß um seine Brutalität und Machtgier. Und um seinen großen Plan, der sie alle ins Unglück stürzen kann ...

Mein Eindruck:
Im letzten Teil der Kreuz-Trilogie, der im Jahr 1362 in Koblenz spielt, geht es in der Hauptsache um Enneleyn, Johann von Mantens uneheliche Tochter. Zwar hat sie im Haushalt ihres Vaters und ihrer Stiefmutter Elisabeth liebevolle Aufnahme gefunden, aber gesellschaftlich fühlt sie sich nicht anerkannt. Sie ist nicht wenig geschmeichelt, als der Ritter Guntram von Eggern um sie freit, und sie stimmt einer Heirat mit ihm zu. Selbst als Enneleyn merkt, dass ihr Mann grausam und ganz anders ist, als er sich nach außen hin gibt, hält sie an ihrem Eheversprechen fest und erduldet alles, was ihr Guntram zumutet. Der Grund für ihre Duldsamkeit ist, dass sie ihren Vater nicht enttäuschen möchte, denn der Makel ihrer unehelichen Geburt haftet an ihr, und sie möchte den Menschen, die sie liebt, keine weiteren Unannehmlichkeiten bereiten, denn eine Auflösung der Ehe, in der sie mehr als unglücklich ist, würde einen Skandal hervorrufen.
Enneleyns innere Zerrissenheit ist sehr gut dargestellt, und in mancher Hinsicht kann man sie auch verstehen, obwohl sie es mit Gehorsam und Demut schon oft allzu genau nimmt. Wenn man Guntram von Eggern jedoch im Lauf der Handlung immer besser kennen lernt, versteht man, dass Enneleyn auch aus Angst so handelt, denn sie möchte Freunde und Familie nicht in Gefahr bringen.

Wie man es von der Autorin gar nicht anders erwartet, sind auch hier wieder alle Charaktere sehr lebendig und ausführlich dargestellt, so dass man fast meint, die beschriebenen Menschen selbst zu kennen. Es gibt ein Wiedersehen mit vertrauten Personen aus den ersten beiden Bänden, aber es kommen auch neue, zum Teil sehr liebenswerte Charaktere, dazu.
Sehr gut hat mir auch hier wieder gefallen, dass man viel über das alltägliche Leben im vierzehnten Jahrhundert erfährt und sich alles lebhaft vorstellen kann, denn man wird mit hineingenommen, in das Familienleben der Von Mantens und der Kaufleute Luzia und Martin Wied, die man aus dem zweiten Band kennt. Natürlich erhält man auch Einblicke in Enneleyns Haushalt, wenn auch diese von eher unschöner Natur sind, denn auf die Erfahrungen der jungen Frau in ihrem trostlosen Eheleben kann man gerne verzichten.
Auch wenn es der letzte Teil einer Trilogie ist, kann man diesen Roman jederzeit für sich lesen, ohne Verständnisschwierigkeiten zu haben, denn Petra Schier lässt immer kleine Details und Rückblenden aus den ersten Teilen einfließen, die Neueinsteigern alles Wissenswerte von früher erklären und auch denjenigen, die vor längerer Zeit die ersten Bücher gelesen haben, eine kleine Erinnerungsstütze bieten. Mir ging es so, dass ich einige Sachverhalte im Lauf der Jahre vergessen hatte, denn immerhin ist es fast vier Jahre her, dass ich „Die Eifelgräfin“ gelesen habe. Aber während des Lesens kamen dann die Erinnerungen wieder, so dass ich keinerlei Probleme hatte, die Zusammenhänge zu damals herzustellen. Aber ich empfehle doch, die Trilogie der Reihe nach zu lesen, wenn man noch keines der drei Bücher kennt. Man hat dann einfach noch mehr davon.

Das Besondere und Außergewöhnliche dieser Trilogie ist eine Verbindung durch ein magisches Kruzifix, welches im Jahr 1148 von drei Männern, bei ihrer Beute aus dem damaligen Kreuzzug, vorgefunden wurde. Im Angesicht des Kreuzes schworen sich die Drei auf ewig Freundschaft und gegenseitigen Schutz für ihre Familien.
Seit damals war die Reliquie im Besitz der Nachfahren dieser Männer, und es warnte die Besitzer vor nahenden Gefahren. Wieso das Kruzifix ausgerechnet am Tag von Enneleyns Verlobung wieder anfängt, zu vibrieren und zu leuchten, erfährt man in diesem fesselnden Roman, den man schon nach wenigen Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen mag und in dem die Kreuz-Trilogie einen schönen und zufriedenstellenden Abschluss findet.






1 Kommentar:

  1. Die schöne Bastardtochter... da werden alle Klischees bedient. Ich mag ja historische Romane total, aber da schreckt mich der Titel ab.

    AntwortenLöschen