Mittwoch, 12. August 2015

Dieses Buch bleibt im Regal #7

Diesmal bin ich ziemlich spät dran, meinen Favoriten zu zeigen. Irgendwie waren die letzten beiden Wochen so schnell um, dass ich am Montag gar nicht dran gedacht habe. Aber glücklicherweise ist es mir dann doch noch eingefallen, und ich habe ja auch noch jede Menge zu zeigen. 


Mein heutiger Stammgast im Bücherregal ist nicht ein einzelnes Buch, sondern es sind gleich drei zusammenhängende Romane. Es ist die Sevenwaters-Saga von Juliet Marillier. Ursprünglich war es eine Trilogie, aber irgendwann habe ich dann entdeckt, dass es einen vierten Band gibt "Die Erben von Sevenwaters", den ich auch schon im Regal, aber noch nicht gelesen habe. Er wird sich auf jeden Fall zu diesen drei Bänden gesellen, denn ich gehe davon aus, dass er mir sicher genauso gut gefällt wie die drei hier gezeigten Bände.

Im Anschluss habe ich euch meine Rezensionen zu den drei Büchern hereinkopiert. Ich habe sie bereits vor neun Jahren geschrieben, als ich die Bücher zum ersten Mal gelesen habe. Aber jetzt, wo ich mich wieder damit beschäftige, ist die ganze Geschichte präsent, als hätte ich sie erst gestern gelesen. Wie man sieht, bin ich damals davon ausgegangen, dass es eine abgeschlossene Trilogie ist. Mittlerweile gibt es bereits sechs Bände, wobei die letzten beiden nicht ins Deutsche übersetzt wurden, was ich sehr schade finde. 
  1. Die Tochter der Wälder *****
    Im 9. Jahrhundert nach Christus müssen die keltischen Fürsten ihr Land gegen den Ansturm der Briten verteidigen. Fern der Schlachtfelder wächst die junge Sorcha gemeinsam mit ihren sechs Brüdern auf - doch ihr behütetes Leben findet ein jähes Ende, als ein Fluch die Familie trifft. Allein auf sich gestellt, muss das Mädchen nach einem Gegenzauber suchen und mehr als einmal sein Leben riskieren.
    Dieses Buch hat mir letzte Nacht den Schlaf geraubt. Es ist so wunderbar geschrieben, und die tragische Geschichte von Sorcha und ihren sechs Brüdern hat mich einfach nicht mehr losgelassen. Sie basiert auf dem Märchen von den sechs Schwänen (Grimm). Schon im frühen Jugendalter ist Sorcha eine gute Heilerin und kämpft zusammen mit ihren Brüdern für ihre Ideale. Als der verwitwete Vater wieder heiratet, droht den Geschwistern Gefahr. Die Stiefmutter verhängt einen Fluch über die sechs Brüder, von dem nur Sorcha sie wieder befreien kann. Eine lange Leidenszeit beginnt für das Mädchen.
    Durch die bildhafte Sprache des Buches riecht man förmlich den Wald und hört die Geräusche. Ich konnte mich sehr gut in Sorcha hineinversetzen und habe mit ihr getrauert und gelitten. Es ist ein Fantasy-Roman vom allerfeinsten.
  2. Der Sohn der Schatten *****
    Irland im 9. Jahrhundert. Die Kräuterkundige Liadan besitzt eine besondere Gabe: Sie kann nicht nur den Körper heilen, sondern auch den Geist und die Seele. Als die junge Frau einer Gruppe Söldner in die Hände fällt, muss sie um ihr Leben fürchten - und findet ausgerechnet in dem wortkargen Anführer Bran den Mann, der ihr Schicksal verändern wird......
    Aus der Amazon-Redaktion:
    Im zweiten Band der Sevenwater-Trilogie schildert Sorchas Tochter Liadan das weitere Schicksal der Familie. Ihre Mutter und deren britischer Mann haben sich im alten Wohnsitz Sevenwater niedergelassen, umgeben von den magischen Wäldern Irlands. Hier ziehen sie ihre drei Kinder groß: Die schöne und leichtlebige Niamh, den verlässlichen, tüchtigen Sean und dessen Zwillingsschwester Liadan, die von den Prophezeiungen nicht vorhergesehen worden war. Doch Frieden und Glück sind nicht von Dauer. Niamh gibt sich einer ungebürlichen Liebschaft hin und wird kurzerhand -- und aus einer politischen Notlage heraus -- einem kaum bekannten Clansführer zur Frau gegeben. Während die Ehe zur Katastrophe gerät, wird die magisch begabte Liadan von Söldnern entführt und verliebt sich in deren finsteren Anführer Bran, von dem sie ein Kind empfängt.
    Schon den ersten Teil der Sevenwater-Saga fand ich sehr schön, aber mit Band zwei hat die Autorin für mich noch eine Steigerung erreicht. Beim Lesen habe ich mich fast körperlich in die Zeit des 9. Jahrhunderts versetzt gefühlt, so mitreißend ist die Geschichte geschrieben; man hat das Gefühl, die Handlung direkt hautnah mit zu erleben. Juliet Marillier läßt einen mit ihren Worten förmlich die Kräuter riechen und das Raunen im Wald hören. Es fließt viel aus dem irischen Märchen- und Mythenschatz mit in die Saga ein. Die Liebesgeschichte zwischen Liadan und Bran ist sehr gefühlvoll erzählt; der besondere Schreibstil hat mich auch hier wieder begeistert. Ich konnte mich absolut in Liadan hinein versetzen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Auch Bran's Persönlichkeit ist sehr tiefgründig und facettenreich, absolut faszinierend.
  3. Das Kind der Stürme **** 1/2
    Im dritten Band ist Fainne, eine verschollene Enkelin von Sorcha, die zentrale Figur. Seit dem Tod ihrer Mutter wird sie von ihrem Vater, einem abtrünnigen Druiden, in völliger Abgeschiedenheit großgezogen und zu einer machtvollen Zauberin ausgebildet. Erst als junges Mädchen erfährt sie von ihrer Herkunft. Auf Wunsch ihres Vaters soll die widerstrebende Fainne nun ihre einflussreiche Familie kennen lernen und ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen. Doch Fainne ist nicht nur die Enkelin Sorchas von Sevenwaters, ihre andere Großmutter ist die Hexe Oonagh, bereits aus dem ersten Band bekannt. Oonagh sieht nun ihre Chance zur Rache gekommen und betraut Fainne mit einem furchtbaren Auftrag.
    Wieder gelingt es Juliet Marillier hervorragend, das historische, gerade vom Christentum eingenommene Irland lebendig werden zu lassen und mit den fantastischen Elementen ihrer Erzählung zu vermischen. An den märchenhaften Zauber des ersten Romans reichen die Folgebände nicht ganz heran -- doch dafür entschädigt das komplexe Beziehungsgefüge der inzwischen drei Generationen überspannende Geschichte, im Laufe derer aus liebgewonnenen Figuren legendäre Helden geworden sind. Dabei ist Fainne in ihrer Fehlbarkeit ganz eine Frau aus Fleisch und Blut, und auch die Liebesgeschichte widersetzt sich dieses Mal wohltuend gängigen Klischees.
    Die junge Fainne wird zur Zauberin ausgebildet. Die besonderen Kräfte, die in dem Mädchen immer stärker werden, machen es für seine Großmutter, die Hexe Oonagh, zu einem machtvollen Werkzeug ihrer Rache. Fainne aber kämpft dagegen an ... Der irische Sagenschatz bietet einen fruchtbaren Boden für fantastische Erzählungen. Doch nur wenige Autoren verstehen es so gut wie Juliet Marillier, eine eigene Geschichte daraus zu weben.
    Auch der dritte Band der Sevenwater-Trilogie hat mich nicht enttäuscht. Zwar waren anfangs einige Längen in der Geschichte, aber schnell war ich von Fainne, Sorcha's Enkelin, fasziniert. Ihre Großmutter, Lady Oonagh, versucht, das Mädchen für ihre Zwecke zu mißbrauchen. Fainne fühlt sich innerlich zerrissen. Auf der einen Seite steht die Sorge um alle, die sie liebt, denn die wären in großer Gefahr, wenn Fainne sich nicht nach den Wünschen ihrer Großmutter richtet. Andererseits müßte sie gegen ihr Gewissen und gegen ihre Familie in Sevenwaters handeln, wenn sie vollbringen würde, was ihre Großmutter ihr befiehlt. Die Sache scheint auswegslos, und Fainne wird immer wieder von Zweifeln geplagt, ob sie den rechten Weg geht. Dazu kommt die Erkenntnis, daß sie sich in Darragh, ihren Freund aus Kindertagen, verliebt hat, was die Sache nicht gerade einfacher macht. Das Buch ist ein wundervoller Abschluß der Trilogie.
Ich liebe den Schreibstil der Autorin und kann gar nicht verstehen, dass ihre Bücher in Deutschland so wenig populär sind. Zwei weitere ihrer Bücher, die übersetzt worden sind, habe ich schon auf dem SuB: "Die Pristerin der Insel" und "Die Wolkeninsel", und dabei wird es wohl langfristig nicht bleiben.
Wer gerne Bücher in der Originalsprache liest, sollte sich auf jeden Fall einmal auf der Website der Autorin umsehen, denn da gibt es noch viele, viele Schätze zu entdecken: Juliet Marillier



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Kommentare:

  1. Ich hatte diese Bücher mal auf dem radar, aber zu kaufen gibt es sie nur mehr gebarucht und das zu horrenden Preisen!!!!! Ich glauhe nicht alle vier Bücher, aber eines davon war extrem teuer....das weiß ich nich. Deswegen habe ich sie von der Wunschliste gekippt und vielelciht sind sie für mich sowieso zu fantasylastig???
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Liebe Martina,
      ich denke nicht, dass die Saga für dich zu fantasylastig wäre, denn eigentlich ist die Handlung eher historisch, nur haben halt einige Protagonisten magische Kräfte, und das passt auch wunderbar an die Schauplätze und zur damaligen Zeit, denn damals haben die Menschen ja noch viel mehr an Mystisches geglaubt. Ich selbst bin kein Fan von "High Fantasy", aber hier handelt es sich allenfalls um "Urban Fantasy".
      Übrigens gibt es die Bücher mittlerweile alle drei zu einigermaßen moderaten Preisen, wenn auch nicht alle Ausgaben gleich.
      Liebe Grüße
      Susanne

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  2. Liebe Susanne,
    oh ja! Ich bin stolze Besitzerin genau dieser drei Bände, in der aktuellsten Taschenbuchausgabe. Mittlerweile auch vergriffen und sehr teuer, wenn man sie gebraucht kaufen will. Band 4 (sagte mir jemand) ist nicht unbedingt ein Muss. Jedes Buch beinhaltet ja einen anderen Familienzweig. Gelesen habe ich bisher allerdingt nur "Die Tochter der Wälder", ich fand es zauberhaft! Freu mich schon auf "Der Sohn der Schatten", das soll ja absolut toll sein.
    Grüß dich lieb,
    Damaris

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    1. Liebe Damaris,
      auf den zweiten Band kannst du dich wirklich besonders freuen, denn er ist mein persönlicher Liebling dieser Reihe, und ich finde, da hat sich Juliet Marillier nochmal gewaltig gesteigert.
      Ich wünsche dir ganz viel Freude beim Lesen und bin gespannt, wie es dir weiterhin gefällt.
      Liebe Grüße
      Susanne

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  3. Liebe Susanne, die Bücher habe ich auch im Regal, seit Jahren schon, aber ich muss gestehen, dass ich noch nicht dazu gekommen bin, sie zu lesen. Dabei habe ich schon vor Jahren so viel Positives über sie gelesen. Irgendwann werde ich aber auch diesen Schätzchen etwas Aufmerksamkeit widmen.

    Viele liebe Grüße!

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    1. Liebe Maegwin, die Bücher kann ich dir nur wärmstens ans Herz legen, und ich hoffe, du kannst sie bald lesen; es lohnt sich wirklich.
      Liebe Grüße
      Susanne

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  4. Guten Morgen liebe Susanne,

    durch Damaris habe ich "Die Tochter der Wälder" kennengelernt und es mir aus der Bibliothek geliehn. Dieses Buch ist ein Traum gewesen. Zumal "Die wilden Schwäne" unter anderem zu meinen Lieblingsmärchen zählen. Ein Buch das mir lange im Gedächtnis bleiben wird. "Der Sohn der Schatten" ebenfalls ein Bibliotheksbuch mochte ich, weil es nicht ganz so "tragisch" wie Sorchas Geschichte gewesen ist. "Das Kind der Stürme" fehlt mir in meiner Sammlung noch.
    Liebe Grüße Cindy

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