Mittwoch, 29. Juli 2015

Ein Sommer in Irland - Ricarda Martin


Eigentlich reist Caroline dienstlich nach Irland, denn ihr Chef, ein Kunsthändler, hat von einer Auktion erfahren, wo ein wertvolles altes Buch versteigert werden soll, und Caroline erhält den Auftrag, es zu ersteigern. Caroline hat private Probleme, denn ihre pubertierende Tochter Kim ist störrisch und unzufrieden und hat wenig Verständnis für ihre Mutter und deren zeitraubende Arbeit. Aber Caroline muss seit ihrer Scheidung alleine für sich und Kim sorgen und jeden Cent umdrehen, und sie möchte ihrer Tochter doch auch ab und zu einen Wunsch erfüllen. Nach anfänglichem Zögern beschließt Caroline, die Reise nach Irland anzutreten, nicht nur der Auktion wegen, sondern sie hofft, das Geschäftliche mit dem Angenehmen verbinden zu können und ein paar Tage Urlaub zu machen, und Kim soll sie begleiten. Das Mädchen ist alles andere als begeistert, möchte sie doch viel lieber zusammen mit ihren Freundinnen in ein cooles Feriencamp nach Florida fliegen.
Dass Kim ihren Willen nicht durchsetzen kann, erweist sich für Mutter und Tochter als Glücksfall, denn während der gemeinsamen Zeit in einem kleinen Cottage an der Westküste Irlands kommen sie sich wieder näher. Nicht so glücklich verläuft die Sache mit der Auktion, die in einem alten Schloss stattfinden soll, denn Caroline stößt auf eine Mauer des Schweigens. Egal wen Caroline danach fragt, alle reagieren abweisend und möchten nicht über Cardew Castle sprechen.
Als sie ein kleines Antiquariat entdeckt und sich mit dem Buchhändler unterhält, gibt dieser ihr ein älteres Buch eines irischen Autors. Während sie den Roman liest, entdeckt sie, dass sie sich auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit bewegt. Aber ihre Recherchen erweisen sich nicht nur als interessant und aufschlussreich, sondern auch als gefährlich.

Als ich auf den neuen Roman von Ricarda Martin alias Rebecca Michéle aufmerksam wurde, muss ich gestehen, dass ich gerade in einer Leseflaute feststeckte. Egal welches Buch ich zur Hand nahm, ich konnte mich nur schwer konzentrieren und kam nicht recht vorwärts. Dann entdeckte ich „Ein Sommer in Irland“ und ließ mich vom Titel und dem schönen Coverbild verführen, denn das erschien mir als die ideale Sommerlektüre.
Rebecca Michéles Schreibstil ist so eingängig und kurzweilig, dass ich sehr schnell an den Punkt gekommen bin, das Buch nicht mehr weglegen zu wollen, denn hier wird alles geboten, was man sich von einem guten Unterhaltungsroman nur wünschen kann.
Die Geschichte ist sehr fesselnd, denn man möchte natürlich erfahren, wieso alle Leute, die Caroline nach Cardew Castle fragt, so seltsam reagieren. Die Charaktere sind alle sehr plastisch dargestellt, so dass man sie sich gut vorstellen kann, und doch bleiben sie auch immer ein Stück weit mysteriös. Man weiß eigentlich nicht, wem man trauen kann, und für mich war die Handlung alles andere als vorhersehbar, denn es gibt viele Rätsel zu lösen, und die Geschichte verläuft nicht geradlinig, sondern schlägt einige Haken. Zwar wird es auch zwischendurch romantisch, und doch würde ich das Buch nicht als Liebesroman bezeichnen, obwohl er in Bücherlisten und Shops als solcher eingeordnet wird. Ich finde, dies wird dem Roman nicht gerecht, denn hier passiert weitaus mehr als nur eine Liebesgeschichte in idyllischer Atmosphäre. Viel besser passt dieses Buch in die Kategorie „Spannungsroman“. Mich konnte die Story von Anfang bis Ende fesseln, und ich habe alle Irrungen und Wirrungen mit Faszination verfolgt und die detaillierten Beschreibungen der irischen Landschaft genossen. Besonders wichtig ist für mich, dass ich mit dem „Sommer in Irland“ meine Lesefreude wieder in vollem Umfang zurückgewonnen habe.  


Wer nun ebenfalls auf den Geschmack gekommen ist, für den noch ein interessanter Hinweis: 
Für begrenzte Zeit ist das eBook zum günstigen Preis von 2,99 € erhältlich.
Erst im nächsten Jahr wird es als Taschenbuch erscheinen.

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