Freitag, 24. April 2015

Bella Clara - Petra Durst-Benning


Im letzten Teil der Jahrhundertwind-Trilogie geht es um Clara, die Apothekertochter, die wir in den vorherigen Bänden bereits kennengelernt haben. In ihrer Ehe mit dem Frauenarzt Dr. Gerhard Gropius war sie alles andere als glücklich.

Der Roman beginnt in einem Berliner Gerichtssaal, wo die Leser Claras Scheidung miterleben.
Um sich von ihrem gewalttätigen, despotischen Ehemann zu trennen, muss sie große Opfer bringen. Ihr Ruf ist nach der Scheidung ruiniert, und sie findet keine Anstellung. Das Schlimmste für Clara aber ist, dass sie ihre geliebten Kinder nicht bei sich haben kann.

Clara zieht an den Bodensee, um Kraft zu schöpfen und Abstand von ihrem alten Leben zu gewinnen. Es gelingt ihr, noch einmal ganz von vorne anzufangen und sich eine Existenz aufzubauen. Von der mutlosen, unsicheren Ex-Frau eines prominenten Arztes erlebt sie eine Wandlung zur erfolgreichen Geschäftsfrau, die weiß was sie will. Aber auf dem Weg dorthin gibt es immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen, und egal wie groß ihre Erfolge sind und wie beliebt sie bei ihren Kundinnen ist, kommt sie doch nie über die Trennung von ihren Kindern hinweg.

Mit diesem dritten Teil hat die Jahrhundertwindsaga einen wunderbaren, sehr gelungenen Abschluss gefunden. Der angenehme, lebendige Schreibstil und die Herzenswärme, mit der die Autorin ihre Geschichte erzählt, lässt einen nur so durch die Seiten fliegen. Vielleicht wird man ja auch durch die Seiten „geweht“, denn der Jahrhundertwind fegt mit viel Temperament durch die Straßen von Meersburg. Die Wahl dieses Schauplatzes hat mir sehr gefallen, denn ich war selbst vor einigen Jahren am Bodensee und habe das wundervolle Städtchen besucht. Die Atmosphäre des Sees und von Meersburg hat auch mich verzaubert, und beim Lesen kamen regelmäßig die Sehnsucht und der Wunsch, wieder einmal eine Reise dorthin zu unternehmen und vielleicht dabei ein wenig auf Claras Spuren zu wandeln.

Clara und ihre Freundinnen sind von sehr verschiedener Wesensart, aber sie haben etwas gemeinsam. Sie sind durchweg als starke aber gefühlvolle Frauen beschrieben, und sie gehen ihren Weg, in einer Zeit, wo weibliche Unternehmer noch nicht selbstverständlich waren.
Clara hat im Verlauf ihres Aufstiegs zur Chefin eines Kosmetikimperiums häufig Kontakt zur besseren Gesellschaft, sogar zu diversen Königshäusern der damaligen Zeit, aber sie bleibt dabei auf dem Boden, und sie kümmert sich auch um die Belange der vielen Frauen aus weniger gut gestellten Schichten, für die eine Creme damals schon unerreichbarer Luxus war. Diese Mischung aus Willensstärke, Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen mit Mitgefühl, Ehrlichkeit und Sympathie macht Clara zu einem so tollen Charakter. Man würde sie gerne zur Freundin haben, und es es ist immer wieder schön, von ihren Zusammentreffen mit Josefine und Isabelle zu lesen. Trotz der großen Entfernungen, die zwischen ihnen liegen, sind sie immer füreinander da. Es gibt einen wunderbaren Zusammenhalt, den man sich für jede Freundschaft wünschen würde.

Trotz der vielen Probleme und Sorgen, die auf Clara im Lauf der Jahre zukommen und trotz ihres Kummers, weil sie ihren Kindern so fern ist, strahlt der ganze Roman eine positive, optimistische Atmosphäre aus, denn es sind immer wieder die schönen Seiten des Lebens, die von der Autorin in den Vordergrund gestellt werden. Somit ist es für mich ein richtiges Wohlfühlbuch, denn neben einer fesselnden Handlung und vielschichtigen, interessanten Charakteren findet man hier immer wieder blumige Beschreibungen von Claras Produkten, ihren Schönheitssalons und den angenehmen Dingen des Lebens. Man schwelgt im Geist in den wundervollen Düften und samtigen Cremes und würde sich nur allzu gerne in der geschmackvollen Bel Étage einmal so richtig verwöhnen lassen.

Passend zu diesem wundervollen Roman findet man auf der Website der Autorin zwei kleine Büchlein zum Download:
Da gibt es zum einen eine Sammlung mit Mutmach-Sprüchen unter dem Titel „Puder und Poesie“, und das zweite Bändchen enthält „Claras Schönheitsgeheimnisse“, wo man eine reichliche Auswahl an Wellness- und Beautytipps und auch einige Rezepte für Gesichtsmasken, Wässerchen, Cremes und mehr findet. Man bekommt beim Lesen von Claras Geschichte in der Tat Lust, sich mal wieder eine kleine Auszeit zu nehmen und sich selbst mit wohltuenden Essenzen zu verwöhnen. Unter Zuhilfenahme von Claras Schönheitsgeheimnissen, steht einem Wellness- und Beautytag auch nichts mehr im Wege.



Kommentare:

  1. Moin, liebe Susanne,
    man kann ja einfach nicht alle Bücher lesen, deshalb lese ich Deine Rezis immer wieder gerne.

    Liebe Grüße
    Didonia

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    1. Didonia, da hast du leider recht, es gibt so viele Bücher, die man lesen möchte, aber die Zeit fehlt hinten und vorne.

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  2. Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band der Jahrhundertwind-Trilogie und bekomme ihn sicher bald aus meiner Bücherei *hoff*
    Liebe Grüße
    Martina

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  3. Ich mag die Bücher von Petra Durst-Benning sehr gerne, daher bin ich überzeugt, dass mir auch diese Geschichte gefallen wird.

    Schönen Sonntag Abend wünsch ich Dir!

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