Montag, 9. März 2015

Kaffeeklatsch mit Goldfisch - Martha Sophie Marcus


Im Roman geht es hauptsächlich um vier Frauen, die völlig verschieden sind, sowohl was ihre Wesensart als auch ihr privates Umfeld betrifft.

Da ist einmal Antonia. Sie hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und Pharmazie studiert. Nun führt sie ihre eigene Apotheke im malerischen Jeetzeburg an der Elbe.
In ihrem Privatleben kriselt es. Von ihrem Mann fühlt sie sich unverstanden und hat den Eindruck, nicht mehr geliebt zu werden und das, wo die geplante Feier ihres zwanzigsten Hochzeitstags kurz bevorsteht. Die halbwüchsigen Töchter gehen ihre eigenen Wege und entsprechen nicht gerade dem Idealbild ihrer perfektionistischen Mutter.

Carolin arbeitet als PTA in Antonias Apotheke. Die junge Frau ist sehr schüchtern, besonders gleichaltrigen Männern gegenüber. Sobald sie merkt, dass ihr jemand seine Aufmerksamkeit schenkt, wird sie regelmäßig rot.

Helen, Antonias Freundin, hat ein Händchen für gutes Styling und schöne Dekorationen. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in ihrem Traumhaus, aber der Schein trügt, denn es ist nicht alles so harmonisch, wie Helen ihre Umwelt glauben lassen möchte.

Petra, die allein erziehende Mutter von sechs Kindern, ist Stammkundin in Antonias Apotheke. Sie schlägt sich mehr schlecht als recht und meist am Existenzminimum durchs Leben.

Neben diesen vier Protagonistinnen, aus deren Blickwinkel abwechselnd die verschiedenen Kapitel geschrieben sind, gibt es zwei weitere Frauen, die ebenfalls eine wichtige Rolle im Roman einnehmen:

Frau Lilienthal, eine ehemalige Lehrerin, wird auf ihre alten Tage ein wenig vergesslich und lebt allein in ihrem geliebten kleinen Häuschen. In Antonias Apotheke besorgt sie sich regelmäßig die nötigen Medikamente. Allerdings kommt sie bei der richtigen Dosierung ihrer Tagesration in letzter Zeit öfter ins Schleudern.

Frau Dr. Kosewitz, Ärztin und Besitzerin des Hauses, in dem die Apotheke untergebracht ist.
Mit ihrem arroganten und rücksichtslosen Verhalten macht sie Antonia das Leben schwer.


Anfangs lernt man erst einmal die einzelnen Frauen näher kennen und erfährt mehr über ihren Alltag, ihr privates Umfeld und das, was sie bewegt oder ihnen Sorgen bereitet. Antonia will nicht wahrhaben, dass ihre geplante Feier buchstäblich ins Wasser fallen könnte, denn der Wetterbericht und die Nachrichten über extreme Hochwasserstände in anderen Orten entlang der Elbe geben Anlass zur Sorge. Die Apothekerin versucht lange, die aktuellen Berichte zu ignorieren und widmet sich weiterhin den aufwändigen Vorbereitungen. Erst als sie die Nachricht erhält, dass die alte Frau Lilienthal in ihrem Häuschen festsitzt, weil das untere Stockwerk bereits überschwemmt ist, wird ihr bewusst, dass sie nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Gemeinsam mit der PTA Carolin und ihrer Freundin Helen eilt sie der alten Dame zur Hilfe. In Frau Lilienthals Häuschen treffen sie auch Petra, die ebenfalls vorbeigekommen ist, um nach ihrer früheren Lehrerin zu sehen und ihr eventuell zu helfen. Weil sich die alte Dame nicht wohl fühlt, wird Frau Dr. Kosewitz, die ganz in der Nähe wohnt, dazu gerufen. Da das Wasser weiterhin steigt, sitzen die sechs Frauen in dem alten Haus fest. Mit Sekt, schlechtem Kaffee und Lakritze richten sie sich in Frau Lilienthals Schlafzimmer halbwegs gemütlich ein und erfahren in vertraulichen Gesprächen mehr voneinander, als sie im Normalfall über sich preisgeben würden. Die Stunden, die sie gemeinsam in dem überschwemmten Haus verbringen, führen dazu, dass jede von ihnen die eigenen Probleme klarer sieht.

Bei diesem Buch trügt der Schein, denn beim ersten Blick auf das hübsche Cover könnte man es für einen heiteren Frauenroman halten. Dem ist aber nicht so. Es gibt zwar auch fröhliche Momente, aber im Grunde genommen ist es eigentlich ein recht ernster Roman, in dem es einerseits um Problembewältigung geht, der andererseits auch an die vielen realen Schicksale der Menschen erinnert, die unter den extremen Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre gelitten haben. Durch die große Hilfsbereitschaft und im starken Bemühen um Empathie treten die Probleme des Einzelnen in den Hintergrund.
Den Titel kann man ruhig wörtlich nehmen, denn ein Goldfisch hat wirklich eine tragende Rolle im Roman und bringt auch eine gute Portion Humor in die Geschichte.

Mir hat der Roman richtig gut gefallen, denn er ist sehr realistisch geschrieben und beinhaltet genau die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Frohsinn. Nur am Ende ging es mir dann fast ein wenig zu schnell. Gerne hätte ich noch etwas mehr über die weiteren Entwicklungen erfahren, aber dann war das Buch leider auch schon zu Ende.




1 Kommentar:

  1. Da waren wir mal wieder derselben Meinung ! =) Ein schönes Buch, das unterhält und auch etwas nachdenklich macht.
    LG Martina

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