Donnerstag, 26. Februar 2015

Das persische Café - Marsha Mehran


In dem kleinen irischen Dorf Ballinacroagh eröffnen drei Schwestern ein Café, in dem sie Spezialitäten aus ihrer Heimat Persien anbieten. Hier, in der Fremde, hoffen sie, ein neues, sicheres Zuhause zu finden. Anfangs werden die jungen Frauen mit Misstrauen, Fremdenhass und Neid konfrontiert, und es dauert einige Zeit, bis das Café Babylon floriert. Aber wenn ein Hauch exotischer Gewürze durch die Straße zieht, kann dem orientalischen Charme der Schwestern, ihres Cafés und ihrer aromatischen Gerichte auf Dauer kaum jemand widerstehen, und bald gewinnen Marjan, Bahar und Layla nicht nur Stammgäste, sondern auch gute Freunde.
Es könnte alles so harmonisch und schön sein, wären da nicht ein paar Nachbarn, die den „Ausländern“ das Leben schwer machen und sie mit äußerst bösen Schimpfworten bedenken. Auch lastet auf aller Freude über das, was sich die Aminpour-Schwestern geschaffen haben, immer ein dunkler Schatten der Erinnerungen, die sie an die letzte Zeit in Persien und an die Flucht aus ihrer Heimat haben. Die Geschichte spielt Mitte der Achtziger Jahre, und die drei jungen Frauen haben im Land ihrer Kindheit den politischen Umsturz und die einschneidenden Folgen davon sehr drastisch am eigenen Leib erlebt. Besonders Bahar leidet zusätzlich unter den Nachwirkungen ihrer schrecklichen Ehe mit einem gewalttätigen Mann.
Es ist für die Schwestern nicht leicht, nach allem, was sie erlebt haben, einen Neuanfang zu wagen, in einem Kulturkreis, der so ganz anders ist als die Lebensart und die Sitten ihres Heimatlandes, aber mit Mut und Tatkraft packen sie es an.
Trotz der genannten negativen Einflüsse und Anfeindungen, denen die Geschwister ausgesetzt sind, ist die Grundhaltung des Romans weitgehend optimistisch.
Mich hat die Stärke und der Zusammenhalt der drei Schwestern beeindruckt, denn auch wenn sie kleine Meinungsverschiedenheiten haben, halten sie doch zusammen. Der Autorin ist es fabelhaft gelungen, die Ausstrahlung der jungen Frauen und das zauberhafte Ambiente des Cafés in den schönsten Farben zu schildern. Wenn Marjan eine ihrer würzigen Spezialitäten zubereitet, meint man fast, das Aroma riechen zu können. Zwischen den Kapiteln sind regelmäßig Rezepte eingefügt, so dass man sich selbst an der persischen Küche versuchen kann.
Für mich kam schon das bezaubernd schöne Cover einer Einladung gleich, denn es wirkt ein wenig geheimnisvoll und exotisch und passt für mein Empfinden sehr gut zur Handlung. Leider wurde das Bild auf dem Einband bei einer neueren Auflage inzwischen geändert.
Es gibt eine Fortsetzung zum Roman, in dem man das Schicksal von Marjan, Bahar und Layla weiter verfolgen kann. Das zweite Buch liegt schon bereit, um wieder einzutauchen, in eine Welt der Kontraste und der Verschmelzung von irischer mit der persischen Lebensart.



Kommentare:

  1. EDas Buch habe ich mir schon rausgelegt seit ich gesehen habe, dass du es liest, denn das ist wohl eines der ältesten SuB-Leichen, die ich habe!!! und es passt ja hervorragend zur Blanvalet Challenge =) Nach deinen 5 Sternen ist es nun klar, dass es sobald wie möglich dran kommt nur war ich leider wieder etwas zu übereifrig bei LB und bin nun bei einigen Leserunden dabei bzw. kommt auch von Blanvalet noch ein Reziexemplar ;) Büchereibücher erwähne ich jetzt mal gar nicht! Ich bin wirklich ein Paradebeispiel wie man sich selbst Lesestress bereitet!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hihi, mit dem "Lesestress" bist du nicht allein, liebe Martina ;-) Es gibt immer wieder neue Bücher, bei denen ich nicht widerstehen kann, aber so nach und nach muss ich meine "SuB-Leichen" auch mal abarbeiten, denn da sind wirklich tolle Sachen dabei, und es wäre schade, wenn die ungelesen blieben.

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