Donnerstag, 22. Januar 2015

Oma Else startet durch - Thomas Letocha


Oma Else ist vielen bereits durch ihre Vorgeschichte „Oma Else kann's nicht lassen“ bekannt. Mittlerweile lebt die 81-Jährige, zusammen mit Mario, einem guten Freund, in einem kleinen Häuschen in Süditalien. Aber plötzlich muss Mario dringend zurück nach Deutschland, und Else bleibt allein zurück. Schnell fühlt sie sich einsam, und als Marios Freund Hardy mit dem VW-Bus kommt, um einige von seinen Möbeln abzuholen, zögert sie nicht lange und fährt mit Hardy zurück nach Deutschland. Unterwegs passiert so einiges, was Elses Leben wieder einmal komplett durcheinanderwirbelt.

Oma Else ist außergewöhnlich, genau wie ihre Lebens-Situation. Ihre spontanen Aktionen und Entschlüsse sind nicht gerade typisch für die Generation 80 plus. Die Art, wie sie über sich selbst spricht, ist immer irgendwie, als würde sie von einer ganz anderen Person erzählen. Alles, was sie selbst betrifft, verniedlicht sie gerne. Auf ihrer Fahrt, von Süditalien in den Norden Deutschlands, passieren wieder allerhand aufregende Dinge, die ich jedoch meist nicht so ganz nachvollziehen konnte, denn viele der anstehenden Abenteuer wirken doch recht hanebüchen. Elses spontane Aktionen und die daraus resultierenden Folgen sind nicht so recht glaubwürdig, besonders wenn man Elses Alter bedenkt. Auch Hardy, ihr Reisebegleiter, tut einige Dinge, die nicht zu ihm passen. Ich möchte damit nicht sagen, dass man im Alter keinen Spaß mehr haben darf oder keine Abenteuer mehr erleben kann, aber eine gewisse Vernunft setze ich eigentlich schon bei viel jüngeren Menschen voraus, und die beiden Protagonisten benehmen sich manchmal recht kindisch. Die Art, wie Else sich immer wieder in Schwierigkeiten bringt, weil sie sich grundsätzlich an Orte begibt, wo sie absolut nichts zu suchen hat, ist schon ziemlich absurd. Ich möchte gar nicht auf die einzelnen Episoden eingehen, denn dann würde ich zu viel vom Inhalt des Buches verraten.
Elses Geschichte liest sich wie eine Slapstick-Komödie in Romanform; dies ist mir diesmal noch stärker als beim ersten Teil aufgefallen. Amüsant ist sie allemal, wenn auch die wenigen ernsten Passagen, die es im Buch gibt, nicht so recht ins Gesamtbild passen wollen.
Auch das Ende der Geschichte wirkt, wie schon der ganze Roman, ziemlich konstruiert und auf Happy End zurechtgeschnitten.
Man sollte also nicht zu viel erwarten, wenn man das Buch zur Hand nimmt. Als unterhaltsame Lektüre zwischendurch, wenn man einfach mal abschalten möchte, ist die Story jedoch durchaus gut.


Hier geht es zu meiner Rezension vom ersten Buch: KLICK

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