Donnerstag, 6. November 2014

Ein Buchladen zum Verlieben - Katarina Bivald



Als die 28-jährige Schwedin Sarah arbeitslos wird, beschließt sie, ihre Brieffreundin Amy in Iowa zu besuchen. Als sie nach einer langen Reise endlich in Broken Wheels, der Heimatstadt der 65-jährigen Amy, ankommt, muss sie zu ihrer Bestürzung erfahren, dass die Freundin nicht mehr am Leben ist. Sarah fühlt sich elend und einsam, denn was soll sie nun tun? Obwohl sie Amy bisher nicht persönlich kannte, vermisst sie die Brieffreundin, denn die beiden so unterschiedlichen Frauen hatten die Liebe zu Büchern gemeinsam und tauschten sich in ihren Briefen rege über ihr Lieblingsthema aus. Auch die Einwohner von Broken Wheels, die Sarah so nach und nach kennenlernt, wissen nicht so recht was sie mit der jungen Schwedin anfangen sollen. Sarah bleibt erst einmal in Amys Haus wohnen. Aber sie will niemandem zur Last fallen und beschließt, den Broken Wheelern etwas für ihre Gastfreundschaft zurückzugeben. Mit Amys Büchern eröffnet sie einen Buchladen, sehr zur Verwunderung der Einwohner, denn die fragen sich, wer denn in Broken Wheel Bücher kaufen und lesen soll.
Wie Sarah und ihr außergewöhnlicher Buchladen dazu beitragen, dass in Broken Wheel alles besser wird und wie Sarah ihren Weg ins Glück findet, davon erzählt dieser schöne und gewinnende Roman.

Der Schreibstil dieses Romans ist bezaubernd, und da sich die Handlung sehr stark um Bücher dreht, ist das natürlich ein weiterer Pluspunkt, interessant für alle, die derartige Geschichten lieben, wo es um Literatur und Bücher geht, mit allem, was in irgendeiner Form mit dem Thema zu tun hat. Sarah ist ein liebenswerter Charakter, aber sie ist auch ziemlich eigenbrötlerisch, und bei ihrer Ankunft in Broken Wheel hat man schnell den Eindruck, dass sie hier eine Menge Gleichgesinnte getroffen hat, denn die Stadt mit all ihren Einwohnern erscheint etwas seltsam. Hier gibt es jede Menge Sonderlinge, und die Stadt scheint in ihrer Gesamtheit irgendwo in der Vergangenheit „eingeschlafen“ zu sein. So gesehen bringt Sarah frischen Wind in das Städtchen und sorgt durch ihre bloße Anwesenheit für Gesprächsstoff. Mit ihrem Plan, die Einwohner des Ortes zum Lesen zu bringen, hat sie sich ganz schön viel vorgenommen, was schier unerreichbar scheint. So nach und nach wird sie heimisch und erfährt immer mehr über die verschiedenen Charaktere, die schon ihr ganzes Leben in dieser tristen Stadt verbracht haben.
Insgesamt betrachtet ist es ein origineller, schön geschriebener Roman, nur hat mir persönlich ein wenig die Normalität in der Geschichte gefehlt, denn man hat teilweise wirklich das Gefühl, auf ein ganzes Nest von Eigenbrötlern gestoßen zu sein. Die Art, wie die Menschen in Broken Wheels leben und miteinander umgehen, ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Man fühlt sich wie in der Zeit zurückversetzt, wären da nicht ab und zu kleine Hinweise auf modernste Technik und aktuelle Ereignisse.

Eine Bewertung ist für mich schwer, denn eigentlich hat mir das Buch in seiner Gesamtheit gut gefallen, aber es konnte mich eben nicht vollständig begeistern oder mitreißen.



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