Sonntag, 30. November 2014

Canterbury Requiem - Gitta Edelmann


Die junge Autorin Ella Martin lebt erst seit ein paar Wochen in Canterbury. Ihr Verlag hat sie zur ausgiebigen Recherche dorthin geschickt, um Eindrücke für ihren neuen Liebesroman zu sammeln. Bei einer Chorprobe, die Ella besucht, um Anschluss zu finden, lernt sie auch Aileen kennen. Als letzte verlassen die beiden Frauen das Gebäude und machen sich getrennt auf den Heimweg. Am nächsten Tag erfährt Ella, dass Aileen tot ist; sie wurde überfahren. Was zuerst nach einem tragischen Unfall mit Fahrerflucht aussieht, erweist sich als viel komplizierter, denn Aileen stand zum Zeitpunkt des Unfalls unter starken Beruhigungsmitteln. Nachdem die Polizei auch Ella als Verdächtige verhört hat, beschließt diese, dass es nicht schaden kann, selbst ein wenig nachzuforschen, denn es ist ein Rätsel, wieso Aileen eine derart hohe Dosis des Beruhigungsmittels genommen hat. Wollte sie vielleicht ihrem Leben selbst ein Ende setzen, oder steckt gar noch jemand anderes dahinter? Ella hört sich in Aileens Familie und Bekanntenkreis um. Sie freundet sich mit allen möglichen Leuten an und trifft sich mit zwei alten Damen zum Häkelkränzchen. Dabei macht sie einige überraschende Entdeckungen, aber auch schmerzhafte Erfahrungen...

Schon die äußere Aufmachung dieses Krimis ist sehr ansprechend. Das dunkle Cover wirkt geheimnisvoll und ein wenig alt. Jedes Kapitel wird von einem kleinen Bild eingeleitet, das die Silhouette Canterburys zeigt, wie auch schon der Einband. Ella ist eine sympathische junge Frau, die sich schon nach kurzer Zeit gut in der Stadt eingelebt hat. Sie findet leicht neue Kontakte. Sie freundet sich mit Agatha, der ehrenamtlichen Mitarbeiterin eines Charity-Shops, an und besucht regelmäßig die Chorproben. Eigentlich soll sie ja einen Liebesroman schreiben, aber nach Aileens Tod sind eher ihre kriminalistischen Fähigkeiten gefragt, und die sind gar nicht mal so schlecht. Das Umfeld, in dem sich die Protagonistin bewegt, ist typisch englisch, was mir sehr gefallen hat. Dem liebevollen Begriff „Häkelkrimi“ macht dieser Roman alle Ehre, denn hier wird wirklich ausgiebig gehäkelt! Was sich nach und nach ergibt und wie sich ein Puzzleteilchen in diesem Fall zum anderen fügt, ist spannend und kurzweilig erzählt. Ella hat das Glück, immer die richtigen Leute zu treffen und wichtige Situationen abzupassen. Allerdings kommt nebenbei auch eine Sache zutage, die Ellas Vergangenheit betrifft und bei der mir die Zufälle dann doch ein wenig zu viel sind. Diese zweifelhafte Sache, über die ich jedoch nicht mehr verraten möchte, um künftigen Lesern die Spannung nicht zu nehmen, hat meines Erachtens dem Roman etwas von seiner Glaubwürdigkeit genommen. Aber das werden manche Leser vielleicht ganz anders empfinden oder sich nicht davon stören lassen. Insgesamt hat mir der Krimi gut gefallen, schon allein der traumhaften Kulisse wegen, in der sich die Handlung abspielt. Lesenswert ist er auf jeden Fall!




Kommentare:

  1. Hallo Klusi!
    Ich habe eine Frage: Spielt dieser Roman in der Gegenwart oder in der Vergangenheit? Das Cover hat mich eher auf etwas Viktorianisches schließen lassen, der Inhalt hört sich allerdings mehr nach Gegenwart an ...
    Jedenfalls klingt es genau nach der richtigen Lektüre, wenn ich nächste Woche ultra last minute nach Spanien düse^^. Ich weiß, das ist jetzt vielleicht ein bisschen unfair, aber ich freu mich schon so, aus diesem Nebel rauszukommen, ich kann's gar net ausdrücken *hüpfhüpf*.
    Liebe Grüße
    Gwendi

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    1. Hallo Gwendi,
      der Roman spielt in der Gegenwart. Ich wünsche dir viel Spaß im sonnigen Süden und auch mit der Lektüre von Canterbury Requiem.
      Liebe Grüße
      Susanne

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    2. Hallo Susanne!
      Danke für die Info, dann werd ich mal schauen, wo ich das E-Book am einfachsten bekomme :).
      Liebe Grüße
      Gwendi

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