Mittwoch, 1. Oktober 2014

Das Herzfleckpony - Christa Ludwig, Katja Gehrmann (Ill.)


Jona ist sieben Jahre alt. Als er seinen Freund Yannick besucht, ist dieser traurig. Jona wundert sich, denn meist hat Yannick gute Laune und lacht. Aber der kleine Yannick ist anders als andere Kinder, und er kann nicht so gut laufen. Darum stolpert er öfter, besonders wenn es bergab geht, und nun hat er sich am Knie weh getan.
Als Jona ein Telefongespräch seiner Schwester Kaja mithört, erfährt er von einer Adresse, wo es Ponys gibt. Da hat er eine Idee, wie er Yannick eine Freude machen kann. Jona kann schon lesen, besonders wenn das Buch auf dem Kopf steht. Als sich Jona, zusammen mit Yannick, seiner Freundin Cecilia und deren Hund Bingo auf die Suche nach den Ponys macht, muss er auch lesen: Straßenschilder, und da er auch diese verkehrt herum liest, gibt es ein Problem.

Jonas Weg ins Lesen gibt es in vier Etappen. Für Leseanfänger ab 6 Jahren ist natürlich der erste Band bestens geeignet. Nach und nach, mit zunehmenden Fähigkeiten, werden auch die Texte der folgenden drei Etappen etwas komplexer, die Wörter schwieriger.
„Das Herzfleckpony“ ist die dritte Etappe auf dem Weg ins Lesen und ist für Kinder von 7 bis 9 Jahren gedacht. Auf 62 Seiten „erlesen“ die Kinder ein spannendes Abenteuer, was natürlich besonders interessant ist, weil es Gleichaltrige erleben. Die Handlung wird auf allen Seiten von liebevoll gestalteten Illustrationen begleitet. Die Bilder sind nur in den Farben Schwarz-Weiß-Rot gehalten. Das passt gut zur Geschichte, denn Rot ist Yannicks Lieblingsfarbe. Diese Farbstellung ist übrigens bei allen Jona-Büchern so. Auch wenn es hauptsächlich ums Lesen geht, spricht das Buch auch ein besonderes Thema an, denn Jonas Freund Yannick ist anders als andere Kinder in diesem Alter. Er kann nicht gut sprechen und hat Probleme mit dem Laufen, darum beschließt Jona, dass sein Freund reiten soll. Hier erfahren die jungen Leser sehr viel darüber, wie Mitgefühl und Empathie gelebt werden können.
An einer Kreuzung, bei den Straßenschildern, gibt es ein Problem, denn Jona ist sich nicht sicher, ob sie nun rechts oder links abbiegen müssen. Diese Diskussion „rechts oder links“ könnte bei Kindern zu Unsicherheiten führen, aber das Schöne an so einer Geschichte ist ja, dass sie auch zu Gesprächen mit den Eltern, Großeltern oder auch älteren Geschwistern anregt, und da kann man ja dann gemeinsam klären, wo denn nun rechts oder links ist. Insgesamt geht es nicht nur darum, lesen zu lernen und das Gelesene zu verstehen, sondern die Kinder erfahren in dieser Geschichte noch viele andere interessante Dinge, beispielsweise über Ponys und in gewissem Sinn sogar etwas über Afrika. Wie es dazu kommt, ist hier vergnüglich und unterhaltsam geschildert.

Da sich die Geschichte sehr gut für ein anschließendes Gespräch eignet, kann man das Buch natürlich auch vorlesen. Wie wäre es beispielsweise, wenn sich Erwachsene und Kinder mit dem Vorlesen abwechseln. Und anschließend kommt sicher eine lebhafte Unterhaltung in Gang, wo man sich noch einmal über das Gelesene, über die Bilder oder die kleinen Helden der Geschichte austauscht. So macht das Lesenlernen nochmal so viel Spaß.  

Hier die vier Etappen von Jonas Weg ins Lesen, in der richtigen Reihenfolge:
   

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