Mittwoch, 9. Juli 2014

Sommersehnsucht - Nora Roberts



Dies ist  der zweite Band des Jahreszeiten-Zyklus von Nora Roberts und knüpft mit seiner Handlung an das erste Buch Frühlingsträume an. Es sind insgesamt vier Bände, und jeder befasst sich mit einer der vier jungen Frauen, die seit ihrer Kindheit eng befreundet sind und zusammen „Vows“, eine Hochzeitsagentur, aufgebaut haben. Erzählte Band 1 von der Fotografin Mac, wie sie die Liebe ihres Lebens fand, so geht es diesmal um Emma, die Floristin des Unternehmens. Sie liebt ihren Beruf, denn sie kann sich nichts Schöneres vorstellen, als mit Blumen zu arbeiten. Mit viel Liebe entwirft sie Brautsträuße, Tischdekorationen und vieles mehr, alles was an Blumen für die Feierlichkeiten gebraucht wird, die bei „Vows“ stattfinden. 
Als Emma eines Tages feststellt, dass sie für den Architekten Jack, einen alten Freund, der für die vier Frauen fast wie ein Bruder ist, plötzlich ganz andere Gefühle hegt, bringt sie das gewaltig aus dem Konzept. Emma ist ein sehr romantischer Mensch, und sie kennt Jack sehr gut, zu gut! Sie kann sich nicht vorstellen, dass er ihre Gefühle erwidert, geschweige denn, dass er eine feste Beziehung eingehen möchte.

Habe ich beim ersten Band noch gestaunt, wie es Nora Roberts gelingt, mit relativ wenig Handlung ein Buch von stattlichen 400 Seiten zu füllen, ohne dass beim Lesen Langeweile aufkommt, so wurde ich diesmal, trotz der romantischen Handlung, ziemlich ernüchtert. Vielleicht ist es mir in „Frühlingsträume“ nur nicht aufgefallen, aber ich denke wirklich, da war die Handlung noch tiefgründiger. In „Sommersehnsucht“ dreht sich vieles um Oberflächlichkeiten. Die Autorin kann gar nicht oft genug betonen, wie toll die vier Freundinnen aussehen, und natürlich erfüllen sie alle Klischees der erfolgreichen „Powerfrau“. Nicht nur, dass sie fast rund um die Uhr arbeiten, in ihrer kargen Freizeit halten sie sich fit, wenn manche von ihnen auch eher widerwillig. Aber sie treffen sich alle schön brav, zum morgendlichen Training, in der hauseigenen „Folterkammer“. Getrunken wird literweise Diät-Cola, und gegessen wird möglichst in homöopathischen Dosierungen, wenn nicht gerade ein Problem ansteht, dass die vier Frauen bei einer gemeinsamen Pizza besprechen. Das Wort „Diät-Cola“ habe ich gefühlte hundert Mal im Buch gelesen, und abgesehen davon, dass ich dieses Getränk ganz schrecklich finde, wird auch hier wieder ein Klischee bedient: eine Frau, die auf ihre tolle Figur achtet, trinkt Diät-Cola. Wieso darf es nicht mal zur Abwechslung auch ein Wasser sein? Neben dem „abwechslungsreichen“ Speiseplan dreht sich fast alles um die Beziehung zwischen Jack und Emma. Das Thema, ob es möglich ist, aus einer Freundschaft eine Liebesbeziehung werden zu lassen, ohne dabei die freundschaftlichen Bande zu zerstören, wird nicht nur einmal aufgerollt, sondern immer und immer wieder in seine Einzelteile zerpflückt. Die Autorin verliert sich seitenweise in unwichtigen Details, wobei das eigentliche Problem, das diese besondere Liebesbeziehung behindern könnte, lediglich am Rande abgehandelt wird. Es findet ein ständiges Tauziehen statt, zwischen „soll ich“ und „soll ich nicht“.

Erholung von dieser wechselhaften Beziehung und von den vielen zickigen Bräuten und Brautmüttern, die bei „Vows“ betreut werden wollen, findet man in den Schilderungen der Blumenarrangements, die Emma zaubert. Hier kann man förmlich eintauchen, in ein Blütenmeer und den Duft von Rosen und Freesien. Diese Passagen haben es immer wieder geschafft, mich ein wenig mit dem Buch zu versöhnen. Ich werde auch sicher noch die weiteren beiden Bände lesen, denn man soll die Hoffnung auf Besserung nicht aufgeben, und außerdem möchte ich nun auch noch erfahren, wie Laurel und Parker, die anderen beiden Freundinnen, unter die Haube kommen.





Kommentare:

  1. Ich muss gestehen das mich die Nora Roberts Bücher gar nicht mehr ansprechen. Früher hab ich die gerne gelesen und jetzt fehlt mir der Elan dazu. Ich weiß auch nicht warum.
    Lg Sonja

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    1. Vor einigen Jahren habe ich ein paar Romane von ihr gelesen, die mir sehr gefallen haben, aber auch bei mir ist ein wenig die Luft raus.
      LG
      Susanne

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