Samstag, 21. Juni 2014

Das geheime Bild - Eliza Graham

Das geheime Bild
Eliza Graham
Originaltitel: "The History Room"
blanvalet, 383 Seiten
ISBN: 9783442378487
Nach einer schweren Ehekrise und dem Tod ihrer Mutter kehrt Meredith Cordingley als Lehrerin nach Letchford zurück. Der englische Landsitz beherbergt ein Internat, welches von Merediths Vater geleitet wird. Hier möchte sie zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn auf Letchford geschehen seltsame Dinge, und Erinnerungen an die Vergangenheit kommen wieder zutage. Damals, als sie noch Kinder waren, beschädigten Mery und ihre Schwester Clara ein Wandgemälde und entdeckten, dass darunter ein weiteres Bild verborgen war. Meredith erinnert sich, dass ihre Eltern damals außer sich waren. Nun ist es an der Zeit, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Größtenteils ist der Roman aus Merediths Sicht, in der Ich-Form geschrieben, wobei sich in der zweiten Hälfte auch Kapitel aus dem Blickwinkel anderer Personen einfügen. Bis auf eine Reise und diverse Rückblicke spielt sich die Handlung auf Letchford ab. Ich habe eine Zeitlang gebraucht, mit den Charakteren „warm“ zu werden, denn selbst Meredith, die Hauptperson, wirkt zu Beginn sehr kühl. Wenn man mehr über sie und die Probleme in ihrer Ehe erfährt, kann man sie jedoch durchaus verstehen und ihre Gedanken nachvollziehen. Trotz eigener Sorgen und eines Gefühls der Unzulänglichkeit, das sie ständig begleitet, fügt sie sich nahtlos in den Internatsbetrieb ein und wird ihrem Vater zusehends zu einer großen Stütze, denn es gibt einige Vorkommnisse, die an den Nerven aller Beteiligten zerren. Wo die Ursache für die unerfreulichen Ereignisse liegt, war relativ schnell klar, nur das „Wieso“ bleibt lange ein Rätsel. Hat man einmal den Zugang zur Geschichte gefunden, liest sich der Roman angenehm, jedoch fehlte mir zeitweilig die Spannung. Die knapp 400 Seiten plätschern längere Zeit ohne größere Höhen und Tiefen dahin, und die Geduld des Lesers wird ziemlich auf die Probe gestellt. Aufs Ende zu ging es mir dann etwas zu extrem hin und her, was die verwandtschaftlichen Zusammenhänge betrifft. Das war für mein Empfinden nicht immer glaubwürdig. Auch der Schluss konnte mich nicht wirklich zufriedenstellen, denn er bleibt in gewissem Sinn offen, und trotzdem sieht es nicht danach aus, als würde es eine Fortsetzung geben.
Für mich war das Buch ein netter Zeitvertreib, jedoch ohne mich stärker zu berühren. Es ist kein Roman, der mir länger im Gedächtnis haften bleibt.



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