Samstag, 31. Mai 2014

Der Sommer der Blaubeeren - Mary Simses

Der Sommer der Blaubeeren
Mary Simses
Blanvalet, 416 Seiten
ISBN: 9783442382170

Kurzbeschreibung:
Um nach dem Tod ihrer Großmutter Ruth deren letzten Wunsch zu erfüllen, reist die erfolgreiche New Yorker Anwältin Ellen Branford nach Beacon, denn dort, in dem kleinen Küstenort ist Ruth aufgewachsen. Ellen soll einen Brief an einen gewissen Chet Cummings überbringen.
Da sie in drei Monaten heiraten wird und bis dahin noch viele Vorbereitungen anstehen, möchte sie ihren Besuch in der kleinen Stadt so kurz wie möglich halten. Aber es läuft nicht alles wie geplant, und die Übergabe des Briefes gestaltet sich schwieriger als gedacht. Je länger sie in Beacon bleibt und auf den Spuren ihrer Großmutter wandelt und je mehr sie über Ruth erfährt, umso stärker verändert sich ihre Sichtweise. Und plötzlich merkt sie, dass sie dabei ist, ihr eigenes bisheriges Leben umzukrempeln.

Mein Eindruck:
Anfangs hatte ich meine Zweifel, wie ich diesen Roman einschätzen soll. Ellens Verhalten ist zu Beginn schon recht befremdlich, und ihre Handlungen und Reaktionen lassen sich so gar nicht mit dem Bild der erfolgreichen Anwältin in Einklang bringen. Inzwischen vermute ich, dass die Autorin hiermit Ellens besondere Situation und den krassen Unterschied der Lebensverhältnisse, zwischen der Großstadt und dem kleinen Küstenort, verdeutlichen wollte. Die normalerweise weltgewandte Anwältin ist einen ganz anderen Lebensstil gewohnt und kommt mit den örtlichen Gegebenheiten anfangs gar nicht zurecht. Dabei macht sie sich mehrmals regelrecht zum Affen Erst nach und nach beginnt man, die junge Frau zu verstehen und besser einschätzen zu können. Je mehr man über sie erfährt, umso liebenswerter erscheint sie. Auch neben Ellen hat der Roman noch einige interessante zum Teil sehr sympathische Charaktere zu bieten. Da wäre in erster Linie Roy, Ellens Retter aus großer Not und zugleich Chet Cummings Neffe, und dann ist da auch der smarte, erfolgreiche Hayden, Ellens Verlobter, der ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. Während ihres Aufenthalts in Beacon kommt es immer wieder zu außergewöhnlichen Situationen, die manchmal etwas befremdlich und grotesk erscheinen. Ich denke, manches ist hier eher sinnbildlich zu sehen und wurde von der Autorin eingesetzt, um Ellens innere Kämpfe deutlich zu machen, denn sie beginnt nach und nach, aus ihren Gewohnheiten auszubrechen, Kompromisse einzugehen und sich Gedanken über ihre Pläne und die Zukunft zu machen.
Was sie in Beacon über Ruth erfährt, zeigt ihr eine bisher völlig unbekannte Seite ihrer Großmutter und hat auch Einfluss auf sie selbst und ihr eigenes Leben. 
Der Schreibstil ist flott und amüsant. Nach einer kurzen Eingewöhnunsphase habe ich die humorvollen Schilderungen genossen. Die verschiedenen Schauplätze sind authentisch und bildhaft beschrieben; besonders gelungen finde ich die gefühlvolle, detaillierte und lebendige Darstellung der Abschnitte auf der alten, verwilderten Blaubeerfarm. Da kommt richtiges Sommerfeeling auf, und man kann sich wunderbar in die Szenen hineindenken.
Einen zusätzlichen Leckerbissen verspricht das Rezept für Blaubeermuffins, das sich auf den inneren Klappen des Umschlags befindet und das ich unbedingt ausprobieren möchte. Schon die Beschreibung klingt sehr gut, und dank einzelner Bemerkungen im Roman, die sich auf dieses Gebäck beziehen, weiß ich nun auch, worauf es für ein perfektes Gelingen ankommt.

Fazit:
Ein turbulenter, luftig-leichter und unterhaltsamer Roman, in ein stimmungsvolles und sehr ansprechendes Cover gekleidet, der Lust auf Sommer und Blaubeeren macht.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen