Donnerstag, 27. Februar 2014

Wie ein leuchtender Stern - Stephanie Grace Whitson

Wie ein leuchtender Stern („Valley of the Shadow“, Band 1 der Dakota-Moons-Trilogie)

Klappentext:
Die junge Genevieve de LaCroix ist die Tochter eines französischen Adeligen und einer Indianerin. Damit sie eine gute Ausbildung erhält, schickt ihr Vater sie auf eine Missionsschule. Zunächst fühlt sich Genevieve bei dem steifen, strengen Prediger Simon Dane und seiner Familie sehr unwohl. Doch dann begegnet sie dem jungen Krieger Leuchtender Stern. Währenddessen wird die Situation der Indianer in Minnesota immer angespannter. Mehr und mehr Land wird ihnen von den weißen Siedlern genommen, und Leuchtender Stern wird klar, dass sie nur überleben können, wenn sie sich den Weißen und ihren Gepflogenheiten anpassen. Die meisten Indianer sind jedoch nicht bereit, so wie Leuchtender Stern Land zu pachten und Ackerbau zu betreiben. Als es zu immer neuen Ungerechtigkeiten gegenüber den Indianern kommt, spitzt sich die Lage zu. Ein blutiger Aufstand bricht los. Wird es Leuchtender Stern gelingen, Genevieve und die anderen vor seinen eigenen Leuten zu retten?

Mein Eindruck:
Historisch gesehen schildert der Roman die Zeit um den Dakota-Aufstand in Minnesota, der 1862, in Folge von Missernten, ausstehenden Zahlungen durch die Regierung und dadurch ausgelöste Hungersnot bei den Indianern, zu einem heftigen Gefecht führte, bei dem die Weißen die Oberhand behielten.
In dieser Zeit lebt die junge Halbindianerin Geneviève de LaCroix bei dem Missionarsehepaar Simon und Ellen Dane. Nach anfänglichem Heimweh und Problemen, sich einzugewöhnen, schließt Gen, wie sie in der Geschichte genannt wird, nach einiger Zeit besonders die Kinder der Familie Dane in ihr Herz. Auch zu Ellen baut sie bald ein freundschaftliches Verhältnis auf.
Als sie dem verletzten Dakotakrieger „Leuchtender Stern“ begegnet, ist es um ihr Herz geschehen. Doch es ist dem jungen Paar keine gemeinsame Zeit vergönnt, denn bald bricht der blutige Aufstand aus.
Der Autorin ist es gelungen, die Gegebenheiten sehr realitätsnah zu schildern. Sie malt nicht schwarz-weiß, sondern sieht das Gute, aber auch die negativen Aspekte auf beiden Seiten. Es kommt in der Handlung deutlich zum Ausdruck, dass man den Charakter eines einzelnen Menschen nicht an seiner Hautfarbe erkennen kann, und S. G. Whitson zeigt auf, wie verheerend es ist, alle Menschen eines Volkes über einen Kamm zu scheren.
Der Roman ist christlich geprägt, was aber nicht aufgesetzt wirkt, da sich die Handlung im Umfeld weißer Missionare abspielt und der Glauben für die Menschen damals allgemein einen sehr hohen Stellenwert hatte. Viele Indianer waren den Missionaren sehr zugetan und versuchten alles, sie zu schützen und während des Aufstands zu retten. Nicht wenige hatten den christlichen Glauben für sich selbst entdeckt und die Zeichen der Zeit erkannt, etwas Neues aus ihrem Leben zu machen. Es gab durchaus ein freundschaftliches Miteinander, eine Gemeinschaft ohne Vorurteile, geprägt von gegenseitigem Respekt und Wohlwollen, der jeweils anderen Kultur gegenüber. Aber es gab auch die Kehrseite. Viele Weiße betrogen die Indianer und verstiegen sich in eine fanatische Feindschaft gegen die roten Völker. Viele Indianer wiederum sahen es als Feigheit an, den Weißen gegenüber friedlich und nachgiebig zu sein und reagierten auf alle Bleichgesichter mit unversöhnlichem Hass, der auch alle Mitglieder des eigenen Volkes mit einschloss, die den Weißen wohlgesinnt waren.
Der Zwiespalt, in dem sich die Menschen damals befanden, ist hier eindrucksvoll beschrieben und wird aus der Sicht beider Seiten betrachtet.

Es ist kein Buch mit Happy End, das möchte ich für all diejenigen klarlegen, die sich hier eine romantisch verklärte Lovestory erwarten. Der Ausgang ist tragisch und hat mich sehr berührt und beschäftigt. Auf der Suche nach weiteren Büchern der Autorin bin ich auf Hinweise gestoßen, dass Gens Geschichte weitergeht, denn „Wie ein leuchtender Stern“ ist der erste Band der Dakota Moons Serie. Für mich bedeutet das nun, dass ich mir dringend die weiteren Bücher besorgen muss, denn das Ende dieses Romans hat viele Fragen offen gelassen bzw. noch weitere aufgeworfen, und ich möchte nun natürlich wissen, wie es im Leben der sympathischen Geneviève de LaCroix weitergeht. Die Reihenfolge der erschienenen Bände dieser Serie habe ich hier anschließend aufgeführt. 


Die Dakota-Moon Trilogie von Stephanie Grace Whitson:
1. Wie ein leuchtender Stern / Valley of the Shadow
2. Im Herzen der Prärie / Edge of the Wilderness
3. Mondlicht über den Hügeln / Heart of the Sandhills

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