Montag, 4. November 2013

Vom Wolf, der lieb sein wollte - Mei Matsuoka

 Der Wolf dieser kleinen Geschichte wirkt auf den ersten Blick sympathisch, wie er da in seinem wohnlichen Haus sitzt. Draußen schneit es in dicken Flocken, und er hat es sich am Kamin, gleich neben seinem Bücherregal, gemütlich gemacht. Der Wolf ist nämlich sehr belesen und besitzt viele Bücher, auch über Wölfe. Leider ist in allen Büchern, in denen es um seine Spezies geht, der Wolf als gierig, böse und gruselig dargestellt. Das gefällt unserem Helden gar nicht, und er beschließt, selbst eine Geschichte zu schreiben, die von einem lieben Wolf handelt. So schickt er in seiner eigenen Erzählung Herrn Lieber-Wolf auf einen Winterspaziergang und damit auf die Suche nach Fußspuren im Schnee. Herr Lieber-Wolf hofft, einen neuen Freund zu gewinnen, wenn er den Verursacher der Spuren findet. So einfach ist das aber gar nicht, denn alle Tiere, die er unterwegs trifft, reagieren ängstlich, wenn sie ihn sehen. Als er endlich das Tier findet, zu dem die Fußspuren gehören, ist sich der Wolf selbst gar nicht mehr so sicher, ob er wirklich lieb ist. Seine Phantasie spielt ihm einen Streich, und er findet sich in seiner Badewanne wieder. Als er gerade dabei ist, sich abzutrocknen, klopft es an der Türe. Er öffnet und findet vor seinem Haus die gleichen Fußspuren, die er in seiner Geschichte erdacht hat. Er fragt sich, von wem die wohl sind und folgt ihnen gespannt….



Schon die ganz Kleinen werden sich an diesem schönen Bilderbuch erfreuen, denn die Illustrationen sind klar überschaubar und leicht verständlich und daher auch von den Jüngsten gut zu erfassen. Dabei wurde aber nicht an den vielen kleinen und liebevoll gezeichneten Details gespart, so dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Der Text ist nicht gerade gedruckt, sondern zieht sich teilweise in leichten Schwüngen über die Seiten, so dass die Kinder ebenfalls, spielerisch mit ihrem Finger, der Spur der Handlung folgen können.  
Es ist eine Geschichte, die man immer wieder lesen kann, die zu ausgiebigen Gesprächen einlädt  und die, durch das große Schriftbild, auch für Erstleser gut geeignet ist. Der offene Schluss lässt eigene Vermutungen zu. Die Kinder können die Geschichte weiterspinnen und überlegen, wie die Spurensuche für alle Beteiligten ausgehen könnte.
Es ist ein liebevoll und künstlerisch sehr ansprechend gestaltetes Bilderbuch, das zum aktiven Spiel und zum Nachdenken anregt und bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.
Gerade durch die winterliche Atmosphäre eignet sich das bezaubernde Bilderbuch auch sehr gut als Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk.


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den
Auf der verlinkten Seite des Verlags gibt es weitere Bilder und auch noch ein kleines Video zum Buch zu sehen.


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