Sonntag, 3. November 2013

Der Fluch der falschen Frage / Meine rätselhaften Lehrjahre 1 - Lemony Snicket


Klappentext:
Ein junger Detektiv, ein mysteriöser Diebstahl und immer die falsche Frage. Der skurrilste Fall aller Zeiten!


Lemony Snicket, der den Leser schon öfter an der Nase herumgeführt hat, ist wirklich nicht zu trauen. In seiner neuen Reihe von Detektivromanen erzählt er erstmals seine eigene Geschichte. Oder gibt er dies nur vor? Und treibt ein höchst raffiniertes und vergnügliches Verwirrspiel mit uns, wenn er uns in seine Kindheit entführt? 
Alles beginnt in einer verwunschenen Stadt am Meer. Hier soll der junge Lemony Snicket zusammen mit S. Theodora Markson, einer eigentlich mehr als lausigen Detektivin, den ominösen Diebstahl einer noch ominöseren Statue aufklären. Als er mit seinen Nachforschungen beginnt, muss er aber leider erkennen, dass er immer die falschen Fragen stellt. Doch vielleicht sind es gerade diese Fragen, die Theodora und ihn auf die richtige Spur führen?


Meine Meinung:
Lemony Snicket ist das Pseudonym des US-amerikanischen Schriftstellers und Drehbuchautors Daniel Handler.
Schon vor Jahren habe ich die Bände „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ verschlungen, in denen Lemony Snicket als Erzähler auftritt und vom tragischen Schicksal der drei Baudelaire-Waisen berichtet. Schon in diesen Büchern ließ der Autor immer wieder Details zu seiner Identität bzw. zu der von Snicket einfließen und verlieh so seinem Pseudonym eine ganz eigene Persönlichkeit.
Mit „Der Fluch der falschen Frage“ liegt nun der Beginn einer Art Biographie Snickets vor, in der man mehr über seine Jugend erfährt. Laut seinen eigenen Worten hat der Ich-Erzähler eine Ausbildung zum Detektiv genossen. Die Schreibweise in der ersten Person macht die Story ganz besonders „glaubhaft“. Snicket nimmt den Leser mit zu seinem ersten Fall, den er als Praktikant, zusammen mit seiner Mentorin S. Theodora Markson, lösen muss. Ihr gemeinsamer Auftrag führt sie in den rätselhaften Küstenort „Schwarz-aus-dem Meer“, wo sie den Verbleib einer geheimnisvollen Statue ermitteln sollen.

Schillernde Phantasie, skurriler, immer ein wenig böser Humor und außergewöhnliche Schauplätze machen den Charme von Snickets Büchern aus. Der besondere Schreibstil verleiht seinen Geschichten den speziellen, unverwechselbaren Charakter.
Die Story bietet ein Lesevergnügen, das durch geschickte Täuschungen, verschrobene Charaktere und eine Welt der kuriosen Widersprüche so unverwechselbar ist.
Die Handlung schlägt Kapriolen, ist einerseits von verblüffender Logik und andererseits wieder völlig widersinnig. Extra hervorheben möchte ich auch Snickets außergewöhnliche Art, im Text vorkommende Fremdwörter zu erklären. Die Dialoge sind zum Teil umwerfend pfiffig und fallen durch eine sehr spezielle und originelle Ernsthaftigkeit auf.
Man muss die Art dieser Geschichten mögen und sich auch erst ein wenig an den Stil gewöhnen. Es empfiehlt sich, das Buch, mit etwas Abstand, mehrmals zu lesen, da man Snickets Ideen gar nicht alle beim ersten Mal erfassen kann. Ich habe auch dieses Buch wieder sehr genossen und vermute, dass in nächster Zeit weitere Bände folgen werden. So ganz ist es für mein Empfinden jedoch nicht an die Bände um die Baudelaire-Waisen herangekommen. Manches Mal hat Snickets Phantasie für meinen Geschmack hier ein paar Purzelbäume zu viel geschlagen. Grundsätzlich kann ich aber auch dieses Buch allen Snicket-Fans und Liebhabern von schwarzen Komödien ans Herz legen.


Vielen Dank für dieses außergewöhnliche Rezensionsexemplar


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