Mittwoch, 2. Oktober 2013

Seelengier - Susanna Montua



Klappentext:
Mitten in Los Angeles treibt ein Seelensammler sein Unwesen. Doch sein neuester Auftrag ist anders als die bisherigen. Zum ersten Mal hinterfragt er seine Fähigkeiten und dennoch bleibt ihm keine andere Wahl, als seine Arbeit zu erfüllen. Maria ahnt, dass ihr Unheil droht, sie flieht direkt in die Arme von Susan und Jeff wagt das Unmögliche. Plötzlich ist alles anders. Marias Seele scheint spurlos verschwunden, Jeffs Boss rückt ihm auf den Leib und Susan droht durchzudrehen. Um eine Lösung zu finden, bleibt nicht mehr viel Zeit.

Mein Eindruck:
Jeff hat eine besondere Gabe, er kann den Menschen ihre Seele rauben. Seine Aufträge bekommt er von der geheimnisvollen Miss Woods, die als Mittlerin zwischen ihm und dem Boss fungiert. Als er eines Tages die Order erhält, Maria zu töten, bringt diese Aufgabe Jeff in Gewissensnöte, denn er mag die junge Frau und fragt sich, wieso ausgerechnet sie sterben soll.  Um sein eigenes Schicksal nicht zu gefährden, beschließt er jedoch, den Auftrag auszuführen. Maria schöpft Verdacht und flieht. Eine Begegnung mit Susan ist für alle Beteiligten folgenschwer.

Die ganze Geschichte spielt sich in einem ziemlich realistischen Umfeld ab. Dass es sich um einen Fantasyroman handelt, merkt man anfangs nur an einzelnen Details, die sich erst nach und nach verdichten.
Susan ist eine lebenslustige, etwas flippige junge Frau, die als Aerobictrainerin arbeitet und nichts anbrennen lässt. Mit ihrem Kollegen Ben hat sie eine lockere Liaison, jedoch nichts Ernstes. Zu Beginn der Geschichte ist sie gerade mit Planungen für die Hochzeit ihrer Freundin beschäftigt. In die Sache zwischen Maria und Jeff gerät sie völlig unbedarft hinein. Man könnte sagen, sie ist zur falschen Zeit am falschen Ort.
Jeff ist durch seine besondere Gabe sehr gefährlich. Aber er macht seinen Job eigentlich nur, um die eigene Haut zu retten. In der Tiefe seines Herzens hasst er das, was er tut, und dramatische Erlebnisse in seiner Vergangenheit zeigen, dass er seine Fähigkeiten nicht immer völlig unter Kontrolle hat. Unheimlich wird es immer, wenn Miss Woods auf den Plan tritt. Sie hat meist einen neuen Auftrag für Jeff oder auch eine Reklamation.
Dass er ausgerechnet auf die nette Maria angesetzt wird, will Jeff nicht verstehen. Von seinen Auftraggebern bekommt er jedoch keinen Hinweis auf die Gründe; er soll nur einfach tun, was ihm befohlen worden ist. Dass Maria die Gefahr für sich erkennt und sich wehrt, ist nicht eingeplant. Sie kann sich nicht in das für sie vorgesehene Schicksal fügen und rebelliert. Besonders Susan hat darunter zu leiden, wenn Marias spanisches Temperament mit ihr durchgeht.
Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, denn Fantasy ist ein Genre, das ich eher selten lese, und ich ertappe mich immer dabei, vieles zu hinterfragen. Aber nach und nach wurde es spannend, und ich wollte natürlich wissen, wie die ganze Sache ausgeht. Es kommt zu einem dramatischen, leicht gruseligen Showdown, und das Ende lässt einige Fragen offen, ist aber doch zufriedenstellend, denn es lässt er eigenen Phantasie noch viel Spielraum.

 „Seelengier“ ist Susanna Montuas vielversprechendes Debüt, das durchaus am Ende noch reichlich Material für eine Fortsetzung zu bieten hat.


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