Sonntag, 29. September 2013

Zeit für Eisblumen - Katrin Koppold


Klappentext:
Nach der Geburt ihres Sohns Paul gerät Fees Leben völlig aus den Fugen: In den meisten Kleidern sieht sie aus wie eine zu fest gestopfte Weißwurst, der Job als Moderedakteurin wächst ihr zunehmend über den Kopf und ihr Freund scheint sie mit ihrer verhassten Kollegin zu betrügen.
Als sie auf der Arbeit einen folgenschweren Fehler begeht und von ihrem Chef in Zwangsurlaub geschickt wird, beschließt sie, ihr Leben zu ändern.
Fee trennt sich von Sam und macht sich mit ihrer Mutter und dem elf Monate alten Paul auf ins winterliche Irland. Fernab vom Stress und der Hektik der Großstadt versucht Fee, zu sich selbst finden. — Und sie möchte David wiedersehen, einen Straßenmusiker, mit dem sie einst eine leidenschaftliche Affäre hatte, und den sie seitdem einfach nicht vergessen kann. 

Meine Meinung: 
Zeit für Eisblumen ist die Fortsetzung zu „Aussicht auf Sternschnuppen“, wo es um Helga, die älteste der Baum-Schwestern, ging. Im vorliegenden Band dreht sich alles um ihre Schwester Felicitas, die mit ihrem Lebensgefährten Sam Brandner und dem gemeinsamen kleinen Sohn zusammenlebt. Aber seit Pauls Geburt ist sie mit sich und dem Leben nicht mehr im Reinen. Zu Problemen im Job und Unzufriedenheit mit ihrem eigenen Aussehen kommt noch die Erkenntnis, dass es in der Partnerschaft mit Sam nicht mehr stimmt. Kurz entschlossen reist sie, zusammen mit ihrer Mutter Milla und dem kleinen Paul, nach Irland, um dort David zu suchen, den attraktiven Geiger, der ihr vor einiger Zeit, während seines Aufenthalts in Deutschland, den Kopf verdreht hat und an den sie in letzter Zeit immer häufiger denken muss.
So unterschiedlich wie die Baum-Schwestern selbst, so verschieden sind auch ihre Geschichten. Der erste Band entführte die Leser in den warmen Süden, ins lebensfrohe Italien, und die gesamte Atmosphäre wirkte eher heiter und unbeschwert. Dieser zweite Roman ist völlig anders, aber auf seine Art genauso wundervoll. Für die viel tiefgründigere, ernstere Handlung ist das kalte, stürmische Irland die ideale Kulisse. Felicitas, die auf den ersten Blick ein wenig oberflächlich wirkt, hat hier endlich Zeit zum Nachdenken und entpuppt sich letztendlich als ernsthafte junge Frau. Sie muss sich über so einiges klar werden und dabei erkennen, dass jeder nur für sich selbst entscheiden kann, denn ihre Versuche, sich in die Pläne ihrer Mitmenschen einzumischen, scheitern kläglich.

Sie besucht traumhafte, geheimnisvolle Orte, sie findet David und sie erkennt, was wirklich wichtig für sie ist. Aber bis dahin gilt es noch so einige Probleme zu lösen, noch manchen Sturm zu überwinden. Im Buch wird mehrmals Janoschs „Oh, wie schön ist Panama“ erwähnt, und in gewisser Weise hat dieses schöne Kinderbuch auch eine tiefere Bedeutung für Fee. Die hergestellte Verbindung hat mir sehr gefallen, denn sie passt absolut. Katrin Koppold beweist mit ihrem zweiten Roman, dass sie mehrere Tonarten beherrscht. Ihr Schreibstil ist, wie gewohnt, flüssig, stimmig  und gefühlvoll, nur hat sie eben diesmal auch die leisen Töne und einige Akkorde in Moll angeschlagen.


Herzlichen Dank an Katrin Koppold für die Überlassung des Ebooks zur Rezension.

 

1 Kommentar:

  1. Nun hast du mich schon wieder verleitet Geld auszugeben ;) ich konnte nicht widerstehen, liebe ich die Bücher von Petra Dunst-Benning doch sehr. Übrigens stöbere ich immer sehr gerne in deinem Blog, ich liebe die Empfehlungen, weil so viele meinem Geschmack entsprechen.

    Liebste Grüße EMM
    >http://weibsbilder50.blogspot.de/<

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