Dienstag, 23. Juli 2013

Das Haus auf der Blumeninsel - Christiane Lind


Klappentext:
Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben?

Mein Eindruck:
Das Haus auf der Blumeninsel Madeira, welches dem Roman seinen Namen gegeben hat, ist seit Jahrzehnten die Zuflucht mehrerer Frauengenerationen einer englischen Adelsfamilie. Auch Laura kommt ins „Haus der traurigen Frauen“, wie es von den Einheimischen nicht ohne Grund genannt wird.  Die junge Witwe möchte hier mit sich, ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen ins Reine kommen.
Bei der riskanten Rettungsaktion für ein kleines Kätzchen an den Klippen, entdeckt sie ein Versteck, in dem uralte Briefe verborgen liegen. Zusammen mit ihrer Großtante Grace, die kurz darauf ebenfalls nach Madeira kommt, versucht Laura, das Geheimnis dieser liebevollen Briefe zu ergründen, die vor vielen Jahren eine Mutter an ihr ungeborenes Kind geschrieben hat. Auch über das Schicksal ihrer Vorfahrin Amelia, der Blumenmalerin, möchten Grace und Laura mehr herausfinden. Bei ihren gemeinsamen Nachforschungen kommen sich die beiden Frauen näher und erfahren schier Unglaubliches.

Anfangs dauert es eine Weile, bis man sich eingelesen hat, denn der Roman spielt auf drei Zeitebenen, und die kurzen Kapitel führen den Leser abwechselnd zum Herrensitz Tristyans Manor auf Cornwall und zu dem Haus auf der Insel Madeira, das ebenfalls der Familie gehört. Neben Lauras Geschichte in der Gegenwart gibt es viele Rückblenden, die zu den Jahren 1928 und 1929 und später in die Zeit zwischen 1944 und 1956 führen. Sehr schnell hat man sich jedoch an den Wechsel zwischen den Zeiten gewöhnt und findet sich bestens zurecht, denn die Übergänge sind stets harmonisch und gut verständlich. Es ist faszinierend, in diese Familiengeschichte einzutauchen und mehr über die tragischen Schicksale zu erfahren, die sich in den verschiedenen Generationen ereignen und in gewisser Weise alle zusammenhängen, denn letztendlich zählt nur eines: der Erhalt von Tristyans Manor. Da werden bösartige Intrigen geschmiedet und Gefühle und Hoffnungen auf dem Altar der Konventionen geopfert. Wie bei einem Mosaik fügen sich nach und nach die einzelnen Episoden zu einem schlüssigen Gesamtbild. Dramatische Ereignisse spielen sich an den traumhaften Schauplätzen Madeiras und Cornwalls ab, von der Autorin meisterhaft in Worte gefasst. Mich hat dieser bewegende und vielschichtige Familienroman mitgerissen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.
Das gefällig gestaltete Cover und die kleinen Zeichnungen einer Irisblüte, am Anfang eines jeden Kapitels, laden zum ausgiebigen Betrachten und zum Lesen ein. Die Erklärung zu historischen Fakten, die im Roman vorkommen, weiterführende Literaturhinweise und ein Blühkalender Madeiras im Anhang runden das Buch perfekt ab.


Herzlichen Dank an Christiane Lind und die Verlagsgruppe Droemer-Knaur für die Überlassung eines Rezensionsexemplars. Auf der Homepage der Autorin gibt es übrigens viele wunderbare Fotos von Herrenhäusern, die für Tristyans Manor Pate gestanden haben.



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