Dienstag, 19. März 2013

Der Thron der Welt - Robert Lyndon




Klappentext:
Man schreibt das Jahr 1072 nach Christi Geburt. Der fränkische Krieger Vallon hat nichts mehr zu verlieren. In den Alpen begegnet er dem jungen Gelehrten Hero, unterwegs mit seinem Meister. Als dieser stirbt, bittet Hero Vallon um seine Begleitung nach England, wo er einem normannischen Ritter die Lösegeldforderung des türkischen Sultans für seinen Sohn überbringen soll. Doch der Preis für die Freiheit des jungen Sir Walter Olbec ist unermesslich hoch: vier weiße Gerfalken, kostbare Vögel, die überaus selten sind. Nur hoch im Norden, im ewigen Eis, hat man schon Exemplare davon gesehen. Für Vallon, Hero und ihre Gefährten beginnt eine atemberaubende Odyssee durch die entlegensten Länder der Welt – von Grönland über Russland bis nach Konstantinopel, über das tobende Nordmeer und blutgetränkte Schlachtfelder. Grausame Wikingerkrieger und rachsüchtige Normannen stellen sich ihnen in den Weg, wilde Flüsse und unweg­same Pfade gilt es zu überwinden, bis sie endlich ans Ziel kommen – und die Welt plötzlich nicht mehr so ist, wie sie einmal war …

Mein Eindruck:
Gleich am Anfang des Buches findet man eine kurze Chronologie, Wissenswertes zu den gebräuchlichen Sprachen im 11. Jahrhundert und einen interessanten Vergleich, wie hoch der Wert eines Gerfalken damals gewesen ist. Auf einer doppelseitigen Karte lässt sich die große Reise der Gefährten mitverfolgen. Auch kann man sich mit einer Passage aus „Fortunes of Men“ aus dem Exeter Book (die man auch im Trailer zum „Thron der Welt“ hört)  auf den Roman einstimmen.

Es ist eine gigantische Reise, auf die Robert Lyndon seine Protagonisten und auch die Leser führt. Man fühlt sich den verschiedenen Charakteren schnell verbunden und kann ihre Empfindungen und Beweggründe gut nachvollziehen. Jeder von ihnen hat ein anderes Motiv, sich auf dieses Unternehmen einzulassen. Mancher trägt ein bitteres Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich. An der unendlich langen Wegstrecke lauern immer wieder neue Gefahren, und es gilt, schwierige Herausforderungen zu bestehen. Die ganze Reise ist ein einziges, gefährliches Abenteuer, welches auch massive Verluste mit sich bringt, nicht nur in feindlichen Lagern, sondern auch bei den lieb gewonnenen Helden. Größtenteils geht es unterwegs sehr roh und rücksichtslos zu, keiner wird geschont. Viel mehr möchte ich dazu aber nicht erzählen, denn das würde die Spannung sonst erheblich mindern.
Man merkt, dass sich der Autor umfassend mit der damaligen Geschichte und auch mit der Falknerei beschäftigt hat. Gerade über den Umgang mit den Gerfalken wird sehr viel Wissenswertes und Faszinierendes erzählt.
Es ist Robert Lyndon hervorragend gelungen, vielfältige und bunte Eindrücke aus den Ländern einzufangen, durch welche die Reise führt. Auch die damalige Mentalität verschiedener Volksgruppen, denen die Gefährten unterwegs begegnen, kommt gut zum Ausdruck. Klar gab es bei diesem dicken Schmöker auch einige Längen, was sich jedoch absolut in Grenzen hielt. Insgesamt hat mich die Geschichte um Vallon, Hero und Wayland von Anfang bis Ende gefangen genommen. Für mich war der Ausgang dieses Abenteuers nur bedingt vorhersehbar und letztendlich sehr zufriedenstellend. Ich habe mich durchweg bestens unterhalten gefühlt.


Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.


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