Samstag, 26. Januar 2013

Mama, das hast du schon 5 mal erzählt! - Ann-Kathrin Eckardt (Hg.)


Geschichten über das Älterwerden der Eltern

Sieben Autor(inne)n im Alter zwischen 46 und 26 Jahren erzählen in diesem Buch über sich und ihre Eltern, über das Verhältnis zwischen den Generationen und über Besonderheiten in ihrer eigenen Familie.
Zwischen Eltern und Kindern gibt es eine feste Größe: Der zeitliche Altersabstand bleibt zwangsläufig ein Leben lang gleich, egal ob man junge oder alte Eltern hat. Diese sieben Geschichten zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig sich das Eltern-Kind-Verhältnis darüber hinaus gestalten kann. Ganz verschieden sind auch die Intensität der familiären Bindung und das Verständnis, das sich die Generationen in den einzelnen Episoden entgegenbringen. Man erfährt von sehr jungen Eltern, die ihren Kindern eher kameradschaftlich zur Seite stehen und von älteren, konservativen Eltern, die ihre eigenen Jugendträume gerne bei ihrem Nachwuchs verwirklichen würden. Da gibt es die pflegebedürftigen Eltern, bei denen sich das Verhältnis in Sachen Sorge und Obhut langsam aber sicher immer weiter umkehrt, aber man erfährt auch von lebenslustigen Eltern, die zwar mit der modernen Technik auf Kriegsfuß stehen, jedoch im Alter noch einmal so richtig durchstarten.
So unterschiedlich wie die Autor(inne)n selbst, so verschieden sind auch ihre Lebenswege und das, was sie davon erzählen. Manche Schilderungen sind verständnisvoll und sehr individuell, andere sehen das Thema eher humorvoll und mit einem Augenzwinkern, ab und zu fehlt auch das Feingefühl der anderen Generation gegenüber.  Insgesamt liest sich das Buch schnell und kurzweilig, allerdings bin ich auch ab und zu über Klischees und Verallgemeinerungen gestolpert, denn häufig wird die Elterngeneration als völlig hilflos und unbegabt im Umgang mit modernen Medien dargestellt. Das mag vielleicht zum Teil zutreffen, aber längst nicht für alle Menschen, die bereits in der zweiten Lebenshälfte stehen.
Das Buch bietet nicht nur Unterhaltungswert, sondern regt auch zum Nachdenken an, denn ganz sicher wird sich jeder in irgendeiner der geschilderten Szenen wieder finden, sei es aus Sicht der Eltern, aber auf jeden Fall aus Sicht des Kindes, das wir ja alle einmal waren.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.


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