Sonntag, 22. Juli 2012

Lilienrupfer - Marie Velden

Klappentext:
„Lieber Robbie Williams…..“ so beginnen die E-Mails von Undine Busch, Mitte dreißig, an eine erfundene Mailadresse des Superstars. Darin erzählt sie ihm von den kleinen und großen Dingen ihres Lebens, von ihren Träumen und von Christian, ihrer großen Liebe. Als dieser sie über Nacht verlässt, verkriecht sich Undine tief getroffen vor der Welt. Da erhält sie plötzlich eine Antwort auf ihre Mails…..

Mein Eindruck:
Auch nach längerem Überlegen bin ich mir nicht so ganz schlüssig, was ich von diesem Roman halten soll. Er ist so ganz anders als erwartet. Es war auf jeden Fall eindeutig das wunderschön gestaltete Cover, das mich bewogen hat, dieses Buch lesen zu wollen, denn optisch gesehen ist es wirklich eine Verlockung.
Aber ich gestehe, der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht leicht gefallen.
Ein Grund dafür, dass ich nicht recht mit der Story warm geworden bin, ist sicher der imaginäre Email-Empfänger, denn Robbie Williams wäre für mich ganz sicher keine Anlaufstelle, um mein Herz zu erleichtern. Ziemlich unglaubwürdig fan ich auch, dass die Emails wirklich angekommen sind. Sendet man Mails an eine erfundene oder fehlerhafte Adresse, bekommt man ja normalerweise höchstens Antwort von einem gewissen „Mailer Daemon“ ;-) Kommt nichts zurück, kann man davon ausgehen, dass eine Mail auch ihr Ziel gefunden hat. Was Undine unter diesen Voraussetzungen alles dem Worldwide Web anvertraut, ist unglaublich und auch ziemlich naiv.
Allgemein war es leider so, dass ich kaum einen Draht zu den Charakteren finden konnte. Weder Undine noch Christian waren mir sonderlich sympathisch, und ich konnte mich aus diesem Grund auch nur schwer in ihre Lage hinein versetzen.
An der sprachlichen Gestaltung des Romans lag es nicht, denn der Schreibstil ist wortreich und phantasievoll. Aber die Ich-Erzählerin konnte mich so gar nicht von sich überzeugen. Besonders am Anfang kokettiert sie mit ihrer kulturellen Bildung und macht auf mich einen etwas arroganten Eindruck. Mit Klischees wird nicht gespart. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Inhaber einer Firma für Metzgereibedarf kann anscheinend zwangsläufig nur gutmütig und ein wenig schlicht von Gemüt sein. Seine Gattin, die sich vegetarisch ernährt, ist natürlich völlig überspannt und humorlos, wenn auch sehr kulturbeflissen. Sie wird von Undine mit einem trockenen, bröckelnden Keks verglichen.
Ab der Hälfte des Buches kommt dann ein wenig Spannung auf, die aber schnell wieder verpufft.  Was ich von Christian halten soll und welchen Details aus seinem Leben ich Glauben schenken kann, hat sich mir nicht so ganz erschlossen, denn um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es ja auch noch die Geschichte in der Geschichte.
Unglaubwürdig waren für mich auch der Zufall, dass Undine plötzlich Antwort auf ihre Mails erhalten hat und die Umstände, unter denen sie Christian wieder begegnet. Für mich war das alles leider ziemlich an den Haaren herbei gezogen und ziemlich konfus.
Da das Buch jedoch sprachlich einiges zu bieten hat, bewerte ich es noch mit guten drei Sternen.




1 Kommentar:

  1. Hallo Klusi,

    ich habe dir einen Award zukommen lassen.
    Vielleicht magst du ja mal vorbei schauen :-).
    http://libri-di-em.blogspot.de/2012/07/danke.html

    Liebe Grüße,
    Pamela

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