Montag, 30. Juli 2012

Junikäfer flieg - Chris Fabry

Junikäfer flieg
Chris Fabry
Gerth Medien
ISBN: 3865916414

Die neunjährige Juni lebt mit ihrem Vater in einem Wohnmobil. Sie kennt es nicht anders, und sie ist es gewohnt, immer unterwegs zu sein. Aber je älter sie wird, umso mehr sehnt sie sich danach, feste Freunde und ein richtiges Zuhause zu haben. Dann sieht sie in einem Supermark zufällig ein Plakat, auf dem nach einem vermissten Mädchen gesucht wird, und das Kind auf dem Bild sieht genauso aus wie sie. Diese Entdeckung lässt Juni nicht mehr los, und sie macht sich Gedanken über ihre Vergangenheit, von der sie nur so wenig weiß. Ist sie etwa diese Natalie Anne? Und wenn ja, was ist damals mit ihr passiert?

Juni, von ihrem Papa liebevoll „Junikäfer“ genannt, ist eine liebenswerte kleine Protagonistin. Aus ihrer Sicht, mit geradliniger Lebensklugheit, wie sie nur Kindern eigen ist, schildert sie ihre Erlebnisse und Eindrücke von ihrem bisherigen Leben.
Johnson, der Mann, den sie für ihren Vater hält, macht nicht den Eindruck eines Entführers, und man spürt von Anfang an, dass er alles Menschenmögliche für das Mädchen tun würde. Auf ihre Fragen antwortet er liebevoll und geduldig, aber man merkt schnell, dass er seine Geheimnisse hat und nicht über alles mit ihr sprechen möchte.
Auch wenn sie nur das Leben im Wohnmobil kennt, immer unterwegs und selten länger als einige Tage an einem Ort, gehört sie nicht hierher, denn ihre Wurzeln scheinen in einer kleinen Stadt namens Dogwood zu liegen. Juni sehnt sich nach einem richtigen Haus, in dem sie wohnen möchte und nach guten Freunden, die sie gerne besuchen würde.  
Was ist wirklich geschehen, damals als die kleine Natalie Ann verschwand? Nach und nach erfährt man, wie die Dinge zusammenhängen, teils aus Junis Sicht erzählt, teils aus einem neutralen Blickwinkel heraus geschildert. Nur langsam kommt Licht ins Dunkel.
Ein wirkliches Urteil über die Vorgänge kann man sich erst ganz zuletzt erlauben, denn es spielen so viele Sachen mit in diese Geschichte hinein, dass man schnell einem Irrtum erliegen kann. Man darf nicht voreingenommen sein, denn die Meinung, die man sich während des Lesens bildet, wird man sicher nicht nur einmal revidieren müssen.
Es gibt bis zum Schluss immer wieder überraschende Wendungen, und es kommen Vorfälle zutage, die alles wieder in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Es bleibt spannend und rätselhaft bis zuletzt.
Die Geschichte hat auch einen religiösen Bezug, denn nicht nur die Großmutter der Kleinen hält unbeirrbar an ihrem Glauben fest, der ihr auch in finsteren Tagen eine Stütze war. Auch von Junikäfer und von Johnson, ihrem vermeintlichen Vater, erfährt man, dass sie beide auf ihre eigene Art Erfahrungen mit Gott gemacht haben.
Es ist ein durchgehend spannender und zugleich anrührender, nachdenklicher Roman, über Gottvertrauen und Hoffnung, dessen kleine Heldin einem sofort ans Herz wächst, und auch wenn Juni nicht alles über sich und ihre Vergangenheit weiß, spielt das letztendlich keine Rolle.




1 Kommentar:

  1. Noch nie von diesem Buch gehört. Klingt toll :)
    danke für diesen Lesetipp!
    Viele Grüße
    von deiner neuen Leserin Jasmin
    P.S.: Würde mich freuen, wenn du auch mal bei mir vorbeischaust:
    http://jasmins-buecherblog.blogspot.de/

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