Montag, 2. Juli 2012

Immer Ärger mit Opa - Brigitte Kanitz


Nele Lüttjens lebt in München und bastelt an ihrer Karriere. Eigentlich wollte ihr Großvater sie dort besuchen, um ihr etwas Dringendes zu sagen. Doch dazu kam es nicht mehr, denn Opa ist auf dem Weg durchs Treppenhaus verstorben. Nun ist die Ich-Erzählerin unterwegs in den Norden, zu ihrer Familie. In ihrem Gepäck befindet sich eine sündhaft teure Urne und Opas Asche, die Nele praktischerweise, für den Transport im ICE, in eine Tupperdose gepackt hat. Ihr Ausstieg am Lüneburger Bahnhof ist ein wenig überstürzt, und prompt vergisst sie die Dose mit Opa im Abteil.
Nur gut, dass Nele ihren Bruder Jan ins Vertrauen ziehen kann. Gemeinsam mit ihm versucht sie, ihre ICE Reisegefährtin Herta Kowalski zu finden, in der Hoffnung, dass diese den eingeäscherten Opa in ihre Obhut genommen hat. Jedoch gibt es in Hamburg nicht nur eine Herta Kowalski, und die Suche gestaltet sich nicht sehr hoffnungsvoll. In ihrem alten Heimatdorf Nordergellersen wird Nele nicht nur mit ihrer chaotischen Familie konfrontiert, sondern sie trifft auch ihre alte Jugendliebe Karl wieder, der am liebsten nahtlos an die Zeit vor Neles Weggang nach München anknüpfen würde. Nach mehreren Begegnungen mit dem attraktiven Paul Liebling, der sich als Opas Anwalt vorstellt und ihr einige überraschende Mitteilungen über die Familie macht, ist das Durcheinander perfekt. Nele muss nicht nur Opas Asche, sondern auch ihren Platz in der Familie finden und über ihre Zukunft nachdenken. Glücklicherweise findet sie in ihrem Bruder einen Verbündeten, der viel Verständnis für ihre Probleme aufbringt und auch immer eine Flasche Prosecco für den Notfall parat hält.
Und wer wird Neles Herzblatt sein? Karl, die nordische Eiche vom Nachbarhof, der ihr auch nach Jahren noch zu Füßen liegt und das Wiedersehen im nahen Baggersee begießen möchte oder Paul, der schon dem Namen nach ein Liebling ist, sich aber als beziehungsscheues Zedernwäldchen entpuppt?

Nele ist eine liebenswert-chaotische Protagonistin. Die Mitglieder ihrer Familie sind zwar teilweise etwas schräg drauf, auch haben einige ihre kleinen Geheimnisse zu verbergen, aber letztendlich muss man sie alle einfach gern haben. Neles Erfahrungen in den wenigen Tagen, die sie bis zur Trauerfeier ihres Opas wieder auf dem heimatlichen Hof verbringt, sind recht turbulent, und sie gewinnt einige schockierende Erkenntnisse. Wie sich die Sache entwickelt und was es mit dem Storchennest auf dem Hausdach der Lüttjens auf sich hat, das erzählt die Autorin mit viel Herz, einer guten Portion Humor und immer mit dem nötigen Feingefühl.  Eine köstliche Geschichte, die einen abwechselnd lächeln, schmunzeln oder auch lauthals lachen lässt.



1 Kommentar:

  1. Hi,
    du hast mir gerade einen Kommentar unter meiner Challenge hinterlassen und das war ganz gut, denn dadurch habe ich den Fehler entdeckt. Ich habe die Regeln vom letzten Mal einfach kopiert und nur die Daten geändert. Aber es ist nicht erforderlich die Bücher in einer vorgegebenen Reihenfolge zu lesen :)
    Also falls du dann doch teilnehmen magst ;)
    LG

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