Montag, 5. März 2012

Sehnsucht nach Sansibar: Micaela Jary


Klappentext:
Der Duft exotischer Gewürze, Farben wie aus 1001 Nacht, eine Insel voller Sehnsucht: Sansibar

1888 an Bord eines Dampfers auf dem Weg nach Ostafrika: Die unkonventionelle Reederstochter Viktoria Wesermann, die junge Forschungsreisende Antonia Geisenfelder und die verwöhnte Juliane von Braun schließen Freundschaft. Jede sucht ihr Glück auf der duftenden, exotischen Gewürzinsel Sansibar, doch schon bald geraten die drei in ein Wechselbad aus leidenschaftlichen, verstörenden und berauschenden Gefühlen, in einen schmerzhaften Zwiespalt zwischen orientalischem Traum und den Schatten von Sklavenhandel, blutigen Aufständen und Cholera ...

Meine Meinung:
Drei junge Frauen begegnen sich auf der Reise nach Sansibar. Sie sind aus ganz unterschiedlichen Gründen zu der exotischen Insel unterwegs. Jede hat ihre geheimen Träume, Wünsche und Vorstellungen, aber auch Ängste, was in dem fernen Land auf sie warten mag.
Der erste Teil des Romans spielt auf dem Dampfer, wo man die Protagonisten, ihr persönliches Umfeld und ihre Beweggründe für die Reise näher kennen lernt.
Obwohl sich ihre Wege auf Sansibar trennen, beschließen die drei Freundinnen, sich regelmäßig zu treffen und Kontakt zu halten. 
Im Mittelteil entstehen drei Handlungsstränge, und man gewinnt abwechselnd Einblicke in die neuen Lebensbereiche der Frauen, wie sie sich eingewöhnen, welche Probleme auf sie warten und wie es um ihre Gefühle bestellt ist.
Im letzten Teil fallen Entscheidungen und erfüllen sich Schicksale. So verschieden wie die drei Protagonistinnen sind, so unterschiedlich sehen auch ihr Weg und ihre Zukunft aus. Gemeinsam ist ihnen der Wunsch, das persönliche Glück zu finden. Die Suche danach verläuft sehr individuell und alles andere als geradlinig, sondern zum Teil auch dramatisch. Aber so ist es ja auch im richtigen Leben, und gerade dieses schicksalhafte Auf und Ab sowie der gleichmäßige Wechsel zwischen den Handlungssträngen macht den Roman besonders reizvoll. Es ist sicher gar nicht so einfach, einen Roman über drei Protagonistinnen zu schreiben und jeder gleichmäßig gerecht zu werden. Bei einigen Situationen der Geschichte hätte ich gerne ein wenig länger verweilt und intensivere Einblicke bekommen. Aber das hätte sicher den Rahmen des Buches überzogen. Insgesamt ist es der Autorin jedoch hervorragend gelungen, die Aufmerksamkeit für die drei Handlungsstränge gerecht zu verteilen.
Das Ende ist realistisch und alles andere als kitschig. Ich würde es als bitter-süß bezeichnen, denn das Glück ist auch mit einem Hauch Wehmut behaftet.
Umrahmt wird die Handlung von ganz zauberhaften, farbenprächtigen und intensiven Landschaftsbeschreibungen, so dass man sich gut in dieses ferne Land träumen kann und schon fast den Duft der Gewürzplantagen und der Märkte erschnuppert.
Der Roman stellt für mich Unterhaltung vom Allerfeinsten dar, kurzweilig, spannend und sehr interessant.
Für alle, die mehr über die beschriebene Zeit und über Sansibar wissen möchten, gibt es im Nachwort noch einige interessante Quellenangaben zum Weiterlesen.




Kommentare:

  1. Oh toll...genau solche Bücher liebe ich! Das Buch kommt definitiv auf meine Wunschliste! Danke für die tolle Rezi!
    LG
    Martina

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  2. @Martina,
    freut mich sehr, dass ich deine Wunschliste bereichern konnte, liebe Martina ;-)

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