Samstag, 31. März 2012

Inselzauber - Gabriella Engelmann


Als ihre Tante Bea und deren beste Freundin beschließen eine Weltreise zu machen und Bea währenddessen eine Vertretung für ihre Buchhandlung auf Sylt braucht, ist Lissy gerne bereit, auszuhelfen, denn der Zeitpunkt für einen Ortswechsel kommt ihr sehr gelegen. Sie hat die Trennung von ihrem Freund in Hamburg noch nicht überwunden, und Keitum auf Sylt , wo sie aufgewachsen ist, erscheint ihr nun als guter Zufluchtsort.
Sehr bald begegnet Lissy der exzentrischen Nele, die das Cafe „Möwennest“ direkt neben der Buchhandlung betreibt. Das erste Zusammentreffen der beiden Frauen verläuft nicht gerade glücklich, und der gegenseitige Eindruck ist alles andere als positiv. Aber bald merken sie, dass sie sich doch recht gut verstehen, und trotz ihrer Verschiedenheit werden sie Freundinnen.
Lissy lernt einige neue Leute kennen und schließt interessante Bekanntschaften. Ihre Zeit auf Sylt ist ereignisreich und lässt sie zeitweilig ihren Kummer vergessen. Als Neles Café kurz vor dem Ruin steht, versucht Lissy alles, um der Freundin zu helfen, und gemeinsam suchen sie neue Wege, um das Möwennest zu retten. Und dann sind da noch Marco, ein junger Autor und Leon, der sympathische Journalist vom Sylter Tagesspiegel. Beide erweisen sich als unterhaltsame Gesellschafter und gute Freunde, und bald muss Lissy sich die Frage stellen, ob sie für einen von ihnen mehr als kameradschaftliche Gefühle hegt und ob sie bereit ist, ihr Herz neu zu vergeben.

„Der Name ist Programm“, so kann man bei diesem Roman auf jeden Fall sagen, denn ich fand die Geschichte absolut bezaubernd. Zwar müssen die Protagonisten alle so einige Probleme bewältigen, aber das tut der insgesamt positiven Atmosphäre keinen Abbruch.
Viele der erwähnten Schauplätze, Lokalitäten und Veranstaltungen existieren wirklich, und durch ihre Erwähnung verleihen  sie der Geschichte Authentizität. Während man die Protagonisten im Geiste bei diversen Ereignissen auf der Insel  begleitet, würde man am liebsten selbst seinen Koffer packen und alles vor Ort miterleben. Man kann so richtig schön sein Fernweh pflegen, das im Verlauf der Handlung immer wieder kräftig geschürt wird.
Für Leseratten gibt es viele Szenen mit Wiedererkennungswert, da die Protagonistin ja ihre Tante in der Buchhandlung vertritt, was unweigerlich (und zu meiner großen Freude) verschiedene Gespräche über bekannte Bücher und Autoren mit sich bringt. Auch Situationskomik und amüsante Begebenheiten aus ihrem Buchhändleralltag lässt die Ich-Erzählerin einfließen.
Außerdem hat das Buch ein ganz außergewöhnliches Cover, das ich in dieser Form hier zum ersten Mal gesehen habe, denn der Einband ist mit „Streicheloptik“. Das friesische Muster ist samtig beflockt und verführt direkt zum Anfassen. Aber auch so mag man den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen, denn er liest sich kurzweilig und sehr angenehm und ist wie ein erholsamer Spaziergang für Herz und Seele.


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