Montag, 31. Oktober 2011

Das Hexenkind - Rosemary Sutcliff

Gleich, als ich davon erfahren habe, entschloss ich mich, bei Books a Week's Challenge mitzumachen. Das Konzept kommt mir sehr entgegen, denn ich habe nicht nur einen riesigen SuB, sondern auch viele Schätze in meinem Bücherregal stehen, die ich vor Jahren schon einmal gelesen habe und die einfach zu schade dafür sind, nun ein Schattendasein zu fristen. Der Sinn der Sache ist, Büchern eine zweite Chance zu geben und sie erneut zu lesen. Ich finde es spannend, wie sich zum Teil der Lesegeschmack im Lauf der Jahre ändert und habe meine Regale nach 12 Büchern durchstöbert, die ich gerne im Zeitraum vom 1. Oktober 2011 bis 1.Oktober 2012 noch einmal lesen möchte. Ich werde versuchen, pro Monat ein Buch einzuplanen.

2. Chance Challenge bei Books a Week

Und hier nun mein erstes Buch für die 2. Chance Challenge:
Das Hexenkind von Rosemary Sutcliff
Ich habe dieses Buch vor ungefähr 10 Jahren zum ersten Mal gelesen, und es hat mich damals sehr berührt. Nun habe ich es erneut hervorgeholt und damit in diesem Monat gleich zwei Bücher von Rosemary Sutcliff gelesen.
"Das Hexenkind" ist bereits 1979 erstmalig auf Deutsch im Verlag Freies Geistesleben erschienen und wurde seitdem mehrmals neu aufgelegt. Die Buchdeckel sind farbig bedruckt, und das Buch hat einen echten Leinenrücken, was man heutzutage eher selten findet und was dem Buch ein hochwertiges Aussehen verleiht.
Es ist mit zahlreichen Illustrationen von Robert Micklewright versehen.


Die Geschichte handelt von dem buckligen Waisenjungen Lovel und spielt im 12. Jahrhundert. Nach dem Tod seiner kräuterkundigen Großmutter wird er aus seinem Heimatdorf in West-Sussex verjagt. Die Leute beschimpfen ihn als "Hexenbalg" und bewerfen ihn mit Steinen. Sie misstrauen ihm wegen seiner Verwachsungen und unterstellen ihm, er würde das Vieh verhexen. Nach einer langen, beschwerlichen Flucht findet Lovel Aufnahme in einem Kloster. Aber auch dort wird er zuerst verkannt und darf nur Handlangerarbeiten verrichten, die sonst keiner erledigen möchte.
Als eines Tages Rahere, der Hofnarr des Königs, in Kloster zu Gast ist, gewinnt Lovel dessen Freundschaft und Verständnis. Nach und nach wird er auch in der Klostergemeinschaft akzeptiert. Er kann lesen lernen, und die Mönche erkennen, dass mehr in dem Jungen steckt, denn mit seinen empfindsamen Händen und seinem Wissen über Kräuter kann er den Kranken helfen, die im Kloster um Hilfe bitten. Eines Tages kommt Rahere zurück und eröffnet Lovel seinen Lebenstraum.

Mit dieser gefühlvollen Geschichte hat Rosemary Sutcliff einen wunderbaren Jugendroman geschrieben und zugleich Rahere ein Denkmal gesetzt. Der Hofnarr des Königs hat wirklich existiert, und sein Lebensweg wird im Roman treffend geschildert. Aber die Hauptperson der Geschichte ist Lovel, der, nach langem Kampf gegen Vorurteile, Misstrauen und Gleichgültigkeit, zuletzt doch seinen Weg geht und in der Heilkunst Erfüllung und Frieden findet. Auch diesmal hat mich Lovels Geschichte wieder berührt und nachdenklich gemacht.



Das Buch wird für Kinder ab 11 Jahren empfohlen und ist auch heute noch in der gezeigten Form erhältlich.


Sonntag, 30. Oktober 2011

Die Seelen der Nacht - Deborah Harkness



Diana Bishop ist der jüngste Spross einer uralten Hexenfamilie. Eine ihrer Vorfahrinnen hat es wirklich gegeben: Bridget Bishop, wurde 1692 in Salem als Hexe verurteilt und hingerichtet.
Ihre Eltern hat Diana früh verloren, sie starben auf mysteriöse Weise, und seit dieser Zeit verleugnet sie ihre eigenen Hexenkräfte. Sie möchte ein möglichst normales Leben führen, frei von Zauberei. Aber das fällt ihr nicht immer leicht. Da sie ihre eigene Magie nicht unter Kontrolle hat, kommt es häufig zu  ungewollten Zwischenfällen.
Als Diana beruflich nach Oxford reist, dort in der Bodleian-Bibliothek, bei Nachforschungen, auf ein verhextes, altes Manuskript stößt, und dann auch noch einem faszinierend attraktiven Vampir begegnet, versucht sie dies mit aller Kraft zu ignorieren, gibt das Buch zurück und stürzt sich in die Arbeit, um zur Normalität zurück zu finden. Aber wieso sind plötzlich so viele magische Wesen in der Bibliothek unterwegs? Diana erkennt, dass alle hinter dem magischen Buch her sind und damit auch hinter Diana, denn andere Hexen und Vampire sind der Meinung, dass sie das alte Manuskript nach wie vor in ihrem Besitz hat.

Was machen eine junge Hexe, die eigentlich keine sein will, und ein ca. 1500 Jahre alter Vampir, wenn sie sich zu einem ersten Date treffen? Sie führen tiefsinnige Gespräche über den Ursprung allen Seins und trinken edlen Wein dabei. So in etwa lässt sich der Beginn einer tiefen Beziehung beschreiben, die eigentlich nicht sein dürfte. Hexen, Vampire und Dämonen leben unerkannt und einigermaßen friedlich in der menschlichen Welt, aber eine Liebesbeziehung zwischen den verschiedenartigen Wesen ist tabu. Es gibt sogar eine Interessengemeinschaft, die derartige Verbindungen verhindern soll. Auch wenn Diana ihre Hexenkräfte nicht bewusst einsetzt, ja sogar verleugnet, ist es ihr von der Kongregation nicht gestattet, einen Vampir zu lieben. Aber genau das geschieht, sie verliebt sich in Matthew Clairmont, und er erwidert ihre starken Gefühle ebenfalls.
Das ist jedoch nicht Dianas einziges Problem. Seit sie in der Bodleian-Bibliothek das alte, verzauberte Manuskript in Händen hatte, wird sie verfolgt. Sowohl Dämonen als auch Vampire sind hinter dem Buch her, und auch andere Hexen machen kein Hehl daraus, dass sie Interesse an dem alten Band haben.
Bei Matthew findet Diana nicht nur ihre große Liebe, sondern auch Hilfe und Unterstützung, gegen die Verfolgung dunkler Mächte.

Dieses Buch unterscheidet sich ganz erheblich von den meisten Vampirromanen, denn die Zielgruppe ist hier eine völlig andere. Wer Action und Spannung am laufenden Band erwartet, wird sicher enttäuscht, denn gemessen an der Stärke des Buches „passiert“ nicht wirklich viel. Besonders anfangs  hat sich die Autorin viel Zeit genommen, die verschiedenen Charaktere auszumalen, Stimmungen, Gerüche und Ambiente effektvoll und bis ins kleinste Detail wiederzugeben. Das Buch lebt von seinen Dialogen und von der Atmosphäre des Augenblicks. An der Art der Autorin die sinnliche Seite von diversen Getränken (Wein oder auch Tee) exakt zu beschreiben und dabei in Aromen zu schwelgen, erkennt man die Weinliebhaberin
Wenn man den Hintergrund von Deborah Harkness näher beleuchtet und dabei erfährt, dass sie auch ein Weinblog führt, ist das natürlich kein Wunder. Gerade an Szenen, wenn Diana und Matthew einen uralten Tropfen genießen, merkt man das Engagement der Kennerin.
Geschickt in die Handlung integriert sind auch die Namen historischer Größen, die sich in der Vergangenheit mit Magie oder Alchemie beschäftigt haben, wie beispielsweise Elias Ashmole oder Gerbert aus Aurilac, welcher Ende des ersten Jahrtausends als Papst Silvester II. amtierte.
Diana und Matthew wollen dem Geheimnis des alten, verzauberten Manuskripts auf den Grund gehen und versuchen zu begreifen, was dies eigentlich mit Diana und ihrer Vergangenheit zu tun hat. Dafür betreiben sie intensive Forschungen über D.N.A Analysen und Darwins Abstammungslehre.  Hier wird es manchmal ziemlich wissenschaftlich, und es erfordert viel Geduld und Konzentration des Lesers, diese geballten Informationen aufzunehmen.
Dafür wird man mit vielen Feinheiten und Besonderheiten entschädigt.
Da wäre beispielsweise die intensive Beschreibung der alten Bodleian Library. Am liebsten würde man sofort einen Besuch dort machen und durch die riesigen Räume voller alter Bücher spazieren.
Ganz besonders hat mich aber das alte Haus der Bishops fasziniert, welches ein Eigenleben entwickelt und seine Besucher spüren lässt, ob sie willkommen sind. Dabei ist es nicht immer leicht zu bewohnen, vermittelt aber doch meist ein Gefühl von geheimnisvoller Behaglichkeit.
Der Roman ist ein richtig guter Hexen-Schmöker, der mit einer großen Zahl an vielschichtigen, interessanten Charakteren aufwarten kann und den Leser in ein Wechselbad der Stimmungen katapultiert, immer schwankend zwischen heimelig, romantisch, fesselnd und manchmal ein wenig gruselig. Ich finde, es ist die ideale Lektüre für Herbst und Winter, besonders für die Zeit um Halloween.
Das Ende ist schlüssig, lässt aber durchaus auf eine Fortsetzung hoffen, denn laut Verlag sind weitere Bücher der Autorin in Vorbereitung.
Ein Blick auf die phantasievoll gestaltete Website zum Buch lohnt sich: http://www.deborah-harkness.de/

 Herzlichen Dank an den Blanvalet Verlag für das schöne Rezensionsexemplar und das dekorative Poster.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Morgenwind: Owins Weg in die Freiheit - Rosemary Sutcliff


Als Britannien im 6. Jahrhundert von Angelsachsen zerschlagen wird, überlebt der 14-jährige Owin die Schlacht bei Aquae Sulis nur knapp und mit schweren Verletzungen. Sein Vater und der Bruder sind im Kampf gefallen, und Owin steht völlig alleine vor einem Trümmerhaufen. Ein Kriegshund, der seinen Herrn verloren hat, schließt sich Owin an, und die neuen Gefährten machen sich auf die Suche nach Hilfe und nach einer Zukunft. Auf ihrem Weg durch das zerstörte, verlassene Land begegnen die beiden dem Bettelmädchen Regina. Gemeinsam fühlen sie sich wie eine kleine Familie, nehmen sie den Existenzkampf auf, und als Regina schwer erkrankt, sieht Owin nur eine Möglichkeit, das Mädchen  zu retten: er opfert seine Freiheit. Um ihr Pflege und Nahrung zu verschaffen, bietet er sich freiwillig einem Sachsen als Sklave an. Owin steht eine schwere Zeit bevor, und er weiß auch nicht, ob sein Opfer wirklich geholfen hat, ob Regina überleben konnte.

Der Name Rosemary Sutcliff steht für eine ganze Reihe spannender, historischer Jugendromane in herausragender Qualität. „Morgenwind“ ist unter dem Originaltitel „Dawnwind“ bereits 1961 erschienen und wurde seitdem immer wieder neu aufgelegt. Im August diesen Jahres hat der Verlag Freies Geistesleben eine neue Ausgabe veröffentlicht.  Es ist eine Geschichte, die wohl in jeder Generation ihre begeisterten Leser finden wird. Ausgangspunkt ist das Kriegsgeschehen im damaligen Britannien, aber es steckt sehr viel mehr in diesem Roman. Die Geschichte erzählt nicht nur von den politischen Problemen des Landes und vom Leben und Schicksal eines einsamen Jungen, sondern sie berichtet auch von Freundschaft und selbstloser Liebe, von Mut und Vertrauen.
Owins Lebensweg hat mich sehr berührt, denn immer wenn für ihn die Freiheit in erreichbare Nähe rückte, ist wieder etwas passiert, das ihn daran gehindert hat, seiner Wege zu gehen.  Owin wird als Mensch geschildert, der bei der Not anderer nicht wegsehen kann und seine eigenen Wünsche zurück stellt. In seiner Treue und Loyalität wächst er über sich hinaus, und obwohl er aus eigenem Willen seine Freiheit opfert, bleibt er sich selbst treu, immer seinen Traum von einer unabhängigen Zukunft vor Augen.
Nicht nur Owin selbst, auch Regina und alle anderen Charaktere des Romans sind sehr detailliert beschrieben. Auch das Wesen von „Hund“, Owins treuem Begleiter seit der Schlacht, ist wunderbar fein gezeichnet. Hier gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, Freund und Feind, sondern die Beweggründe aller handelnden Personen sind in vielen Facetten dargestellt, verständlich und gut nachvollziehbar. „Morgenwind ist nicht nur historisch bestens recherchiert, sondern die Autorin hat gerade auf die alltäglichen Kleinigkeiten besondere Sorgfalt verwendet. Diese Details aus dem Leben und Alltag der damaligen Zeit machen den besonderen Charme und die Tiefgründigkeit der Geschichte aus. 


Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den 



Rosemary Sutcliff wurde am 14. Dezember 1920 in England geboren und starb am 23. Juli 1992.
Sie besuchte eine Kunstschule und arbeitete zunächst als Malerin, bis sie Mitte der vierziger Jahre zum Schreiben fand. 
Trotz ihrer starken Behinderung durch die Still’sche Krankheit, an der sie seit ihrem zweiten Lebensjahr litt, pflegte sie von jedem ihrer Romane wenigstens drei handgeschriebene Entwürfe anzufertigen, ehe sie mit ihrer Arbeit zufrieden war. Intensiv an Geschichte, besonders derjenigen Großbritanniens, interessiert und
im Erzählen hoch begabt, hat sich Rosemary Sutcliff mit ihren Kinder- und Jugendbüchern zu historischen Themen weit über England hinaus einen Namen gemacht.
Ihre Bücher sind in vielen Sprachen erschienen und mehrfach ausgezeichnet worden.  Für Morgenwind (Dawn Wind) erhielt Rosemary Sutcliff den begehrtenNew York Herald Tribune Preis.

Samstag, 15. Oktober 2011

Der Schwur des Mackenzie-Clans - Morgan Grey



   Morgan Grey: Der Schwur des Mackenzie-Clans

   Sprecherin: Silvia Höhne

    Kurzbeschreibung

Schottland, 13. Jahrhundert: Sessany, Tochter des Chiefs der MacKenzies, ist auf der Flucht vor einer arrangierten Ehe. An ihrer Seite ein geheimnisvoller Fremder, den sie vor dem Galgen gerettet hat. Erst als sie von den Häschern ihres Vaters aufgegriffen werden, erfährt sie, dass dieser Mann Alasdair ist, der jüngste Spross des verfeindeten MacDonald-Clans. Gemeinsam kommen sie einer dunklen Intrige auf die Spur, die nicht nur die Existenz von Alasdairs Clan, sondern das ganze Land bedroht. Sie fassen einen gewagten Plan.

Meine Meinung:
Zwei verfeindete Clans, ein Liebespaar, das eigentlich keines sein dürfte – ein ideales Thema für einen historischen Roman, der im 13. Jahrhundert in Schottland spielt. Sessany MacKenzie und Alasdair MacDonald sind ein sympathisches Paar, aber leider sind die beiden jungen Menschen nicht füreinander vorgesehen. Der alte MacKenzie will seine Tochter politisch und wirtschaftlich gewinnbringend verheiraten, ohne sich um die Wünsche und Hoffnungen von Sessany zu kümmern. Lange Zeit sind sie auf der Flucht vor Sessanys Vater und dem Bräutigam, dem sie versprochen war. Hier hatte ich manchmal Probleme mit der Glaubwürdigkeit der Handlung. Es geschehen einige Dinge, die sich für mich nicht logisch nachvollziehen lassen. Was das im Einzelnen ist, kann ich hier nicht verraten, um künftigen Lesern und Hörern nicht die Spannung kaputt zu machen. Der Länge des Hörbuchs nach zu schließen, nehme ich an, dass es sich um eine ungekürzte Fassung des Romans handelt. Daran kann es also nicht liegen, dass hier einige Feinheiten nicht so schlüssig sind. Insgesamt erreicht die Geschichte jedoch einen hohen Spannungspegel und kann bis zum Schluss fesseln. Das gleicht so kleine Schönheitsfehler wieder aus.

Alasdairs Schicksal und das Verhängnis, das über seine Familie kam, ist sehr drastisch geschildert. Auch im Verlauf der weiteren Handlung kommt es immer wieder zu recht brutalen Übergriffen zwischen den Fronten. Laut Beschreibung wird der Roman für Kinder ab 12 Jahren empfohlen. Dies würde ich nicht so stehen lassen, da es mehrmals zu recht grausamen Szenen kommt, die auch ziemlich detailliert beschrieben sind, und auch hier erschien mir nicht immer alles so ganz glaubwürdig. 

Die Ausarbeitung und Darbietung des Hörbuchs hat mir sehr gut gefallen. Silvia Höhne verleiht mit ihrer angenehmen, ausdrucksvollen Stimme den Protagonisten Charakter. Sie liest den Roman gefühlsbetont und ansprechend, aber nicht zu theatralisch und ohne übertriebene Betonung.
Bis auf die oben erwähnten kleineren Schönheitsfehler ist der Roman empfehlenswert für alle, die gerne spannende, historische Geschichten hören oder lesen, die in Schottland spielen. Ausgefeilte historische Recherche darf man jedoch nicht erwarten, denn hier stehen eindeutig Unterhaltungswert und Spannung im Vordergrund.

Montag, 10. Oktober 2011

Vorschau Neuerscheinung "Angelfire"


Morgen, am 11. Oktober 2011, ist der offizielle Erscheinungstag von "Angelfire - Meine Seele gehört dir" von Courtney Allison Moulton. Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie, und es ist zugleich das erste Buch einer jungen amerikanischen Autorin, die schon immer von schaurigen Mythen und Sagen fasziniert war.

Dank Frau Hausbacher vom Goldmann Verlag habe ich am Samstag eine gedruckte Leseprobe erhalten und konnte mir so einen ersten Eindruck zum Buch machen. Interessierte können die Leseprobe auch online auf der Verlagsseite finden, hier ist der Link dazu: Leseprobe Angelfire.

Hier nun eine kleine Beschreibung:
Jede Nacht wird Ellie von schrecklichen Alpträumen heimgesucht, in denen sie von finsteren Kreaturen verfolgt und ermordet wird. Als sie den mysteriösen Will kennen lernt, kommt es ihr vor, als würde ihre Seele ihn wiedererkennen. Und tatsächlich weiß er mehr über sie als sie selbst - denn er offenbart ihr, dass sie magische Kräfte besitzt, an die sie sich nur nicht mehr erinnern kann. Und das die Wesen in ihren Träume real sind und es auf die Seelen der Menschen abgesehen haben. Es stellt sich heraus, dass Ellie die Einzige ist, die den Kampf gegen sie aufnehmen und die Welt retten kann.

Mir hat die Leseprobe schon mal gut gefallen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese neue Trilogie auch in Deutschland viel Erfolg haben wird, denn die Geschichte liest sich von Anfang an sehr spannend, und die Handlung bietet etwas Neues, was besonders Leser(innen) ansprechen wird, die mittlerweile an Vampir-Müdigkeit leiden.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Die Feengabe - Barbara Schinko


Diese Geschichte hat sich vor langer Zeit zugetragen: Mavie und Stella Bucharon sind die Töchter des Gouverneurs von Dalin. Die großen Ferien haben die beiden Mädchen bei ihrer geliebten Großmutter, einer ehemaligen Piratin, verbracht. Nach dem Sommer als sie wieder zu Hause sind, macht sich Unruhe unter Dalins Inselbewohnern breit. Es wird gemunkelt, dass der Feenbann dünner geworden ist und erneuert werden muss. Bevor das jedoch geschehen kann, verschwindet Stella, und nur Mavie weiß, dass ihre Schwester dem Charme von Cahill, dem Feenprinzen, verfallen und diesem nach Elphame, in das magische Reich der Fey, gefolgt ist. Mavie macht sich auf, ihre Schwester zurück zu holen. In dem rothaarigen Sorley findet sie einen willigen Begleiter, nachdem sie seine Katze davor bewahrt hat, bei einem Ritual getötet zu werden. Es beginnt für alle ein aufregendes Abenteuer mit ungewissem Ausgang.
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Zuerst meine Eindrücke zur optischen Gestaltung des Buches. Die Bilder auf Vorder- und Rückseite wirken, als wären sie aus einem alten Märchenbuch heraus gerissen und gerade noch vor dem Verbrennen gerettet worden. Dargestellt ist vorne der geheimnisvolle Feenturm, umrankt von wilden Farngewächsen. Auf dem hinteren Buchdeckel sind zwei Hände mit einem Flammenherz zu sehen. Beide Bilder passen ganz wunderbar zum Inhalt, und zusammen mit der schönen Schrift des Buchtitels wirkt das Cover sehr passend und stimmungsvoll. Der geflammte, rotbraune Hintergrund erinnert an Feuer, welches im Buch auch eine wesentliche Rolle spielt. Mir persönlich gefällt die Gestaltung sehr gut, und ich habe immer wieder fasziniert die Bilder betrachtet, wenn ich das Buch zur Hand nahm. Lediglich die Schrift auf der Rückseite ist etwas schlecht lesbar. Sie fügt sich zwar farblich wunderbar ins Gesamtbild, aber durch die helle Schattierung verschwimmen die Buchstaben, und man braucht schon sehr gute Augen und beste Lichtverhältnisse, um den Text entziffern zu können.
Und nun zum Inhalt: Barbara Schinko versteht es, zu fabulieren und mit Worten zu spielen. Mit ihrer bildhaften Sprache erweckt sie die Feenwelt zum Leben.
Mavie ist eine sympathische, sehr beherzte Protagonistin. Sie und ihre Schwester sowie Sorley, aber auch die Nebenfiguren der Geschichte, sind alle sehr genau und treffend charakterisiert. Als Mavie und Sorley im Feenreich ankommen und dort der Königin begegnen, sieht man diese förmlich vor sich stehen, so ausdrucksstark ist sie von der Autorin gezeichnet. Überhaupt sind sowohl die Szenerie von Elphame als auch die Bewohner des Feenlandes sehr plastisch und in schillernden Farben beschrieben. In einer Welt der Täuschungen und Trugbilder machen Mavie und Sorley ganz eigentümliche Erfahrungen, teils zauberhaft, aber manchmal auch ein wenig unheimlich. Abrupte Wetterschwankungen und Elphames eigentümliche Gewächse machen Mavie sehr zu schaffen, und nicht nur das, sie muss auch gegen rätselhafte Erscheinungen und phantastische Gestalten kämpfen und läuft dabei Gefahr, sich selbst zu verlieren. Daneben kommt es auch zu Spannungen in ihrem Verhältnis zu Sorley. Nach und nach werden rätselhafte Erinnerungen wach, und Mavie findet Erstaunliches über sich selbst heraus. Ob sie Stella zur Rückkehr überreden kann und was ihr in diesem geheimnisvollen Land der Fey noch alles widerfährt, wird hier nicht verraten. Wer neugierig geworden ist, sollte sich selbst ins Leseabenteuer stürzen.
Jeder, der Märchen und Sagen liebt, wird seine Freude an dieser fantasievollen, fesselnden Geschichte und der spielerischen sprachlichen Gestaltung haben und spannende, kurzweilige Lesestunden genießen.

Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Verlag Mondwolf.

Freitag, 7. Oktober 2011

Im Schatten des Vogels - Kristín Steinsdóttir

Pálina Jónsdóttirs Geschichte ist weitgehend in der Ich-Form erzählt. Geschildert werden die Träume und Erfahrungen einer heranwachsenden jungen Frau, die Ende des 19. Jahrhunderts am Fuße eines Gletschers in Island lebt, inmitten der wilden Landschaft, umgeben von ihrer großen Familie.
Auf 252 Seiten wird fast ihr ganzes Leben abgehandelt, was unweigerlich zu großen Zeitsprüngen führt, die jedoch den Fluss der Geschichte nicht stören.
Pálina verbringt ihre Kindheit, umgeben von Eltern und Geschwistern, dem Gesinde und den Tieren, die zum Hof gehören. Besonders den Vater liebt sie von ganzem Herzen, aber im Lauf der Zeit merkt sie, dass er auch eine andere Seite hat, die sie so gar nicht verstehen kann und mag. Als sie älter wird, stellt sie fest, dass sie mehr Geschwister hat, als ihr bisher bewusst war, denn ihr Vater ist ein wahrer Frauenheld. Seine Eskapaden sind weithin im Umkreis bekannt und liefern den Nachbarn viel Stoff für Klatsch und Tratsch. Die Mutter leidet sehr darunter und zerbricht fast daran. Pálina und ihre Geschwister bekommen viel Ablehnung von außerhalb zu spüren, und diese Erfahrungen bringen ihre heile Welt sehr bald ins Wanken.
Der Vater ist nebenbei auch Gemeindevorsteher und versteht sich auf das Heilen mit homöopathischen Mitteln. Darum kommen oft Fremde auf den Hof, um sich von ihm behandeln zu lassen; einige bleiben für längere Zeit. Zu den Patienten gehört auch Sveinn, der an der Schwindsucht leidet und sich hier Heilung erhofft. Er ist ein sensibler junger Mann, und Pálina erlebt mit ihm die erste große Liebe. Aber der Vater stellt sich gegen diese Verbindung und schickt sie, zusammen mit ihrer Schwester, nach Reykavik auf eine Mädchenschule. Pálina leidet sehr unter ihrem Heimweh und unter gebrochenem Herzen. Zu diesem Zeitpunkt macht sich ihre Krankheit erstmals deutlicher bemerkbar. Sie spricht davon, als wäre ein Vogel in ihrem Inneren, der von Zeit zu Zeit aufgeregt flattert, ihr aber auch manchmal die Luft raubt, wenn er in ihrem Hals steckt und nach draußen will. Aber es gibt auch Zeiten, da kann sie sich unter seinem Gefieder vor der Welt verstecken.
Eine Vernunftehe bringt der jungen Frau weder das große Glück noch genügend Zuneigung und Verständnis. Ihre Kinder liebt sie, kann ihnen aber nicht immer eine gute Mutter sein. Sie ist seelisch krank und in ihrer eigenen Welt gefangen. Eine Zeitlang findet sie Ruhe und Trost bei ihren Näharbeiten und dem geliebten Orgelspiel, aber auch das ist nicht von Dauer.

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Man muss sich einlassen, auf die Mystik des Landes und den damit verbundenen, tief verwurzelten Aberglauben der Menschen in Island vor hundert Jahren, deren Denken und Handeln sehr von geheimnisvollen Sagen und düsteren Geschichten über Elfen und Ungeheuer bestimmt wird. In diesem Umfeld wächst Pálina auf. Das Verhältnis zum Vater ist zwiespältig, denn einerseits liebt sie ihn und hängt sehr an ihm (er nennt sie liebevoll „Engelchen“), aber sie muss erfahren, dass er nicht unfehlbar ist, sondern ein sehr dominanter Mensch, mit vielen Schwächen und einer großen Portion Egoismus, und sie verurteilt vieles, was er sagt oder tut.
Ihre Lebensumstände und einige Erfahrungen tragen sicher dazu bei, dass sich Pálina immer mehr in ihre Ängste und Befürchtungen verstrickt. Langsam erwacht die Krankheit, welche ihre Seele befällt und wohl schon länger in ihr schlummert. Dass sie von einem Vogel spricht, der ihr die Luft zum Atmen raubt, lässt sich vermutlich auf die enge Bindung der Isländer an die wilde Natur und ihre Geheimnisse zurückführen und ist Pálinas persönliche Art, ihre Seelenqualen in Worte zu fassen. Wie die Landschaft Islands, von karger Schönheit, so wirkt auch der Schreibstil dieses Romans. Die klare, einfache und doch poetische Sprache ist von vielen Auslassungen geprägt, besonders fällt der häufige Verzicht auf Pronomen ins Auge. Pálinas Schilderungen wirken wie Tagebucheinträge. Gerade in ihrer Schlichtheit sind sie sehr eindrucksvoll und bewegend.
Im letzten Drittel des Buches werden manche Kapitel aus der Sichtweise von Pálinas ältester Tochter Kathrin erzählt. Hier erinnert der Schreibstil an ein Selbstgespräch. Der permanente Versuch der Kinder, die Normalität im Alltag aufrecht zu erhalten und aus Liebe stets Verständnis für die Handlungen der kranken Mutter aufzubringen, hat etwas sehr Rührendes. Der Roman hat mich sehr nachdenklich gemacht, zeigt er doch, wie hilflos damals die Menschen einer Geisteskrankheit gegenüberstanden.
Kristín Steinsdóttir hat mit diesem, zum Teil autobiographischen Roman, ihrer Großmutter ein eindrucksvolles und sehr berührendes Denkmal gesetzt
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"Im Schatten des Vogels" habe ich im Zuge der Island-Aktion bei Blogg-dein-Buch gelesen. Es ist bei C.H.Beck erschienen und u.a. auch hier zu beziehen.
Herzlichen Dank an Blogg-dein-Buch und den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Die Teufelsbibel - Richard Dübell



Klappentext:
Böhmen 1572. In einem halb zerstörten Kloster wird der achtjährige Andrej Zeuge eines schrecklichen Blutbads. Zehn Menschen, darunter seine Eltern, werden brutal ermordet. Andrej kann fliehen und nimmt eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Kirche mit sich: das Wissen um die Existenz des Codex Gigas der Teufelsbibel. Ein Dokument, das drei Päpste das Leben kosten und die Macht haben soll, das Ende der Welt einzuläuten. Sieben schwarz gekleidete Mönche haben geschworen, das Geheimnis der gefährlichen Handschrift zu behüten. Wer zu viel darüber weiß, muss sterben. Denn der Codex, so heißt es, stammt aus der Feder des Teufels ...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist kein Roman, den man schnell mal zwischendurch lesen kann. Die Geschichte macht es einem nicht leicht. Sie fordert die ungeteilte, absolute Aufmerksamkeit des Lesers. Besonders zu Beginn muss man sich konzentrieren, um bei den vielen Personen und den anfangs noch undurchsichtigen Handlungssträngen den Überblick zu behalten. Aber die Mühe lohnt sich auf jeden Fall. Hat man sich einmal eingelesen, wird man mit einer äußerst spannenden, geheimnisvollen Story belohnt. Die Charaktere sind alle sehr fein ausgearbeitet und plastisch beschrieben. Die Handlung lebt von zahlreichen Rückblenden welche die Lücken zwischen den verschiedenen Handlungssträngen füllen und zu einem raffinierten Netz verbinden. In vielen kurzen Kapiteln erfährt der Leser, dass es mehrere Interessenten gibt, die alle hinter dem einen Buch her sind, welches als „Teufelsbibel“ bekannt ist. Einige wollen dieses Werk des Bösen vernichten, andere sind daran interessiert, es für eigene Interessen in die Finger zu bekommen und einzusetzen.  
Die Methoden, um zum gewünschten Ziel zu kommen, sind so unterschiedlich wie die Charaktere selbst, und es geht bei der Jagd nach dem geheimnisvollen Buch nicht immer ehrenhaft zu.
Sieben Mönche, „Kustoden“ genannt, sind als Bewacher der Teufelsbibel bestimmt. Ihre Mission ist schwierig, denn sie bringt die Männer in starke Gewissenskonflikte. Sie müssen sich entscheiden, zwischen Gehorsam, ihrem Abt und dem Kloster gegenüber und der Befolgung der Gebote Gottes, was sich nicht immer vereinbaren lässt und unheilvolle Ereignisse nach sich zieht.  
Andrej von Langenfels, der als Kind Zeuge wurde, wie seine Eltern und weitere Menschen, wegen der Teufelsbibel, sterben mussten, wird vom Schicksal eingeholt und gerät unweigerlich zwischen die Fäden der Macht. Sein Wissen bringt ihn in Gefahr, aber er findet auch unerwartet Hilfe und lernt dabei sogar die Liebe kennen.
Richard Dübell hat hier einen absolut lesenswerten historischen Roman geschaffen, der neben kriminalistischen Elementen und düsterer Atmosphäre auch mit pfiffigen Dialogen und Einlagen von groteskem Humor  überrascht.
Auch die äußere Aufmachung möchte ich nicht unerwähnt lassen. Der matt-schwarze Umschlag, mit lackartig glänzender, alter Schrift und dem Bild eines schreibenden Mönchs passt sehr gut zur Handlung, und der antik wirkende Druck auf dem Vorsatzblatt wertet das Buch zusätzlich auf.
Besonders faszinierend finde ich, dass es die „Teufelsbibel“ wirklich gibt. Auch viele historische Persönlichkeiten tauchen in der Handlung auf, und das übersichtliche Personenverzeichnis, getrennt nach realen Personen und fiktiven Charakteren, war für mich sehr hilfreich.


Montag, 3. Oktober 2011

Mein Lesemonat September 2011

Im Monat September habe ich 5 1/2 Bücher gelesen. Von "Der dunkle Thron" hatte ich ja einen großen Teil schon im August geschafft, davon waren's dann im September noch 284 Seiten.
Dazu kamen dann folgende Bücher:
Claudia Gray: Evernight 2 und Evernight 3 - 798 Seiten
Maggie Stiefvater: Ruht das Licht - 400 Seiten
Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels - 711 Seiten und
Richard Dübell: Die Teufelsbibel - 666 Seiten.
Insgesamt habe ich im September 2859 Seiten geschmökert.
Es war mehr als im Juli, aber lange nicht so viel wie im August. Was das Pensum angeht, war es ein ziemlich durchschnittlicher Lesemonat für mich.
Es war kein Buch dabei, welches mich enttäuscht hätte, ganz im Gegenteil.
Alle Bücher bekommen von mir ein Gut bis Sehr gut (die genaue Bewertung ist jeweils in den Rezensionen vermerkt)
Für "Die Teufelsbibel" steht die Rezension noch aus, sie folgt in den nächsten Tagen.
Auch im September kann ich mich nur schwer für einen absoluten Favoriten entscheiden. Jedes der gelesenen Bücher hatte seine Stärken, wobei "Der dunkle Thron" und "Das Spiel des Engels" schon ziemlich die Nase vorn haben ;-)