Freitag, 1. Juli 2011

Sommernacht auf Mallorca - Lea Korte


Eigentlich kommt Isabella nach Mallorca, um einmal völlig abzuschalten. Von den Männern ist sie enttäuscht, und ihre letzte Beziehung mit Axel ist gerade gescheitert. Sehr bald nach ihrer Ankunft im Hotel fühlt sie sich beobachtet, und sie hat den Verdacht, es könnte ihr Ex-Freund dahinter stecken. Eigentlich möchte sie nur ihre Ruhe, um ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen, aber dann trifft sie gleich beim ersten Frühstück den hartnäckigen Engländer Eric, der sich unbedingt mit ihr verabreden möchte und partout nicht abschütteln lässt.
Als sie auf einer Wanderung dem sympathischen Guillem begegnet, geraten ihre ganzen Vorsätze, was Männer betrifft, schnell ins Wanken. Sie fühlt sich gleich zu dem gut aussehenden Mallorquiner hingezogen, aber andererseits wird sie von allen möglichen Zweifeln geplagt, denn die kürzlich erlebte Enttäuschung hat sie noch nicht verwunden. Vieles deutet auch darauf hin, dass dieser faszinierende Mann bereits vergeben ist.

Lea Korte, die man hauptsächlich als Autorin historischer Romane kennt, hat sich in ihrem aktuellen Buch einem völlig anderen Genre gewidmet. Die romantische und zugleich spannende Liebesgeschichte, die sie erzählt, spielt in der Gegenwart, und das kleine Buch ist die ideale Sommer- und Urlaubslektüre, denn es passt in jedes Handgepäck.
Isabella und Guillem wirken auf Anhieb sympathisch, und man folgt ihnen gerne auf ihrem Weg über die Insel. Auch der etwas aufdringliche Eric zeigt bei näherer Betrachtung seine guten Seiten und erscheint gar nicht mehr so lästig.
Die im Verlauf entstehenden Verwicklungen und Missverständnisse geben der Handlung den richtigen Pfiff. Sehr gut hat mir hier gefallen, dass sich die Liebesgeschichte langsam entwickelt. Auch wird nicht alles gesagt und festgelegt, und so bleibt dem Leser am Ende viel Raum zum Weiterspinnen und Träumen.
Das Buch hat aber noch viel mehr zu bieten, als eine schön erzählte Romanze.
Lea Korte krempelt das allgemein vorherrschende Bild über Mallorca völlig um. Ihre wunderbaren Schilderungen der Landschaft und der Stimmungen bringen einem die Insel näher und machen neugierig. Am liebsten würde man sofort aufbrechen, um Land und Leute zu erkunden, weitab von den gängigen Touristengebieten, um das wirkliche Mallorca zu finden, wie es die meisten Menschen nicht kennen.
Auch kann die Autorin ihre Vorliebe für historische Begebenheiten nicht verheimlichen, denn durch Guillem vermittelt sie Isabella und den Lesern noch jede Menge Hintergrundwissen über die Zeit, welche Chopin, zusammen mit der Schriftstellerin George Sand, im 19. Jahrhundert auf Mallorca verbracht hat.
Dies alles zusammen ergibt einen erfrischenden Schmöker, den man zwischendurch gar nicht mehr aus der Hand legen mag.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen