Mittwoch, 9. Februar 2011

Schlafen bei Licht - Wolfgang A. Gogolin


Torsten Burmester wird von einem Bus angefahren und landet mit mehreren Knochenbrüchen im Krankenhaus. Als ihn seine Freundin Silke besucht, eröffnet sie ihm bei der Gelegenheit, dass sie die Beziehung als beendet betrachtet. Torsten ist ihr nicht schnell genug auf der Karriereleiter nach oben, und auch mit seinem Kulturverständnis ist die Kunstfachfrau unzufrieden. Er ist eher der sympathische, konservative Junge von nebenan, immer adrett und nie so ganz aus seiner Sohn-Rolle herausgewachsen.

Torstens Freund Mark hat seine eigene Philosophie, was Frauen angeht. Vom Charakter her eher simpel gestrickt, fühlt er sich als absoluter Frauenheld zumindest mit dem Mundwerk. Seine Ehefrau nennt er wenig liebevoll „Mutti“ oder auch „Alte“, je nach Gemütslage. Seinem Freund Torsten ist er in Beziehungsfragen keine große Hilfe, denn sein Verhältnis zu Frauen beschränkt sich auf „Flachlegen“. Torsten muss selbst die Initiative ergreifen, wenn es um sein künftiges Liebesglück geht, und er macht sich auch gleich auf die Suche nach der Frau fürs Leben. Weit muss er den Blick nicht schweifen lassen, denn ganz nah und greifbar ist zu dieser Zeit Krankenschwester Anja. Krankenschwestern seien besonders leicht zu haben, versichert ihm sein Freund Mark, aber so einfach gestaltet sich die Eroberung nun doch wieder nicht. Ganz nebenbei hat Torsten auch noch ein psychisches Problem: Er kann nur bei Licht schlafen.

Kurzweilig ist die Geschichte, ich habe die 136 Seiten im Laufe eines Nachmittags gelesen. Mir persönlich war sie zu kurzweilig, denn die Handlung bewegt sich ziemlich an der Oberfläche, es geht fast ausschließlich um Torstens Beziehungsprobleme. Für tiefgründige Gedanken ist dieser Roman nicht die richtige Anlaufstelle. Torstens Abenteuer lassen sich recht vergnüglich lesen, allerdings werden im Verlauf der Geschichte wohl so ziemlich alle Klischees bedient, die es über das Beamtentum und seine Anwärter gibt. Auch Frauen kommen allgemein nicht so gut weg, was nicht nur an Marks eindeutigen Äußerungen liegt. Torsten selbst geht auch zum Teil sehr seltsame Wege, um seine Angebetete zu erobern, er zäumt das Pferd vom falschen Ende auf, was besonders beim „ersten Kuss“ deutlich wird. Liebe scheint eher zweitrangig zu sein, denn in erster Linie sucht er „geordnete Verhältnisse“. Aber auch Anja verhält sich manchmal etwas seltsam, und ihre Beweggründe sind ein wenig fadenscheinig. Und Torstens Problem, welches dem Buch seinen Namen gab, wird leider eher nebensächlich am Rand abgehandelt.

Wer eine leichte Lektüre sucht, sich nur gut unterhalten und einfach mal abschalten möchte, ist mit diesem Roman jedoch gut beraten.

Das Buch hat mir der Autor zur Verfügung gestellt, an dieser Stelle noch einmal vielen Dank dafür. Es tut mir leid, dass ich so viele Einwände anzubringen habe, aber die kritischen Punkte schön zu reden, wäre nicht ehrlich und kommt daher für mich nicht in Frage.

1 Kommentar:

  1. Ich habe das Buch ja auch und bin gespannt, wie ich es finden werde...

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