Freitag, 29. Januar 2010

Frau Ella - Florian Beckerhoff

Kurzbeschreibung:
Der dreißigjährige Sascha ist wenig begeistert, als er nach einer Augen-OP kurzfristig sein Krankenzimmer mit einer schnarchenden Oma teilen muss: Frau Ella. Als die aber gegen ihren Willen operiert werden soll, bringt Sascha sie bei Nacht und Nebel in seine Wohnung. Saschas Freunde Klaus und Ute sind von dessen neuer Mitbewohnerin begeistert: Total schräg, so eine WG! Tatsächlich wird der lethargische Sascha die lebendige, aber einsame Frau Ella so schnell nicht wieder los. Klaus und Sascha nehmen sich der alten Dame an, kleiden sie neu ein, führen sie zum Essen aus und machen Ausflüge in die Sommerfrische. Alles läuft bestens bis Saschas Freundin Lina braungebrannt aus Spanien zurückkehrt. Ein humorvoller und warmherziger Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft.

Pressestimmen

»Gelungene Harold-und-Maude-Variation aus Deutschland: generationenversöhnend, gewitzt, geradlinig« (Bücher, August 2009)

»Lassen wir auch den Erfinder dieses schönen Sommermärchens Florian Beckerhoff lächeln. Ist ihm doch gelungen, was Bücher in Sommer-Sonnen-Zeiten unbedingt haben müssen: Humor, Kurzweiligkeit und ein Prise Geist.« (rbb /Antenne Brandenburg, 17.08.09)

Meine Meinung: * * * * *
Zwei Augen sehen mehr als vier? So paradox das klingen mag, im Fall von Sascha und Frau Ella scheint es zutreffend zu sein, denn es ist so, dass beide für einige Zeit nur ein Auge benutzen können. Sie lernen sich (zwangsläufig) in der Augenklinik kennen, als Frau Ella ihr Zimmer kurzfristig, wegen eines Wasserschadens, räumen muss und im Zimmer von Sascha einquartiert wird. Auf den ersten Blick scheint diese Zusammenlegung eine Katastrophe zu sein, denn die beiden könnten unterschiedlicher gar nicht sein: Frau Ella ist 87 und eigentlich noch rüstig, aber dem jungen Sascha ist sie ein Dorn im Auge. Er empfindet es als Zumutung, mit so einer alten Frau plötzlich das Zimmer teilen zu müssen, haben die beiden doch so gar keine Gemeinsamkeiten.
Über ein Gläschen Klosterfrau kommen sich die beiden näher, und Sascha nimmt Anteil am Schicksal der alten Dame, die gegen ihren Willen am Auge operiert werden soll. Kurz entschlossen entführt er sie und nimmt sie für eine Nacht in seiner Wohnung auf. Doch bei dieser einen Übernachtung bleibt es nicht. Wie sich die beiden unterschiedlichen Menschen anfreunden, wie Frau Ella neue Bekanntschaften macht, über die verschiedenen Arten, Kaffee zuzubereiten und über gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme, davon handelt dieses Buch. Mit viel Herz und Humor schildert Florian Beckerhoff diese außergewöhnliche Situation. Manche Begebenheiten sind stark übertrieben dargestellt, und viele Details hat der Autor sicher mit einem Augenzwinkern geschrieben, aber in so mancher lustiger Begebenheit steckt ein wahrer Kern, und man wird nachdenklich. Sowohl Frau Ella als auch Sascha, beide kommen zu Wort und können ihre Gefühle und Beweggründe darlegen. Und letztendlich hinterläßt der Roman ein gutes Gefühl, denn er zeigt auf, dass es durchaus möglich ist, Brücken zwischen den Generationen zu bauen. Frau Ella und Sascha gewinnen so manche neue Erkenntnis und sehen plötzlich alles viel klarer, wenn's auch nur mit einem Auge ist. ;-)

Dienstag, 26. Januar 2010

Blind Date mit einem Vampir - Katie MacAlister



Kurzbeschreibung:
Als Joy sich von ihrer Freundin Miranda die Zukunft voraussagen lässt, erfährt sie zu ihrer Freude, dass sie bald den Mann fürs Leben kennen lernen wird. Doch was soll sie davon halten, dass ihr Traumprinz angeblich ein Vampir ist? Kurz darauf fährt Joy zu einem Gothic Festival nach Tschechien und wird dort Zeugin rätselhafter Vorgänge.

"Erotischer Vampirroman als freche Frauenunterhaltung! Riesenerfolg in den USA. New-York-Times-Bestseller! Machen Sie es sich bequem und freuen Sie sich auf ein einmalig witziges Leseerlebnis. Dieses unglaublich komische Buch ist ein wahres Vergnügen!" (Romantic Times)

Meine Meinung: * * *
Leider ist das Hörbuch stellenweise arg gekürzt, was mich ziemlich gestört hat. Einige Zusammenhänge kann man dadurch nur erahnen. Joy und ihre Freundin Roxy sind ein recht unterschiedliches Gespann, Joy ist dabei eher die Ruhige, und eigentlich erfährt man nicht wirklich viel über sie, was sie durchgehend etwas blass erscheinen läßt. Roxy dagegen ist die reinste Nervensäge, ich fand sie völlig überspannt. Ob es an den Kürzungen liegt, mir kam die Story teilweise ziemlich wirr vor.

Vera Teltz als Sprecherin hat mir gut gefallen, sie gibt der ganzen Geschichte Witz und den richtigen Pfiff.

Da ich Hörbücher größtenteils dazu verwende, mich bei der Arbeit unterhalten zu lassen, war die Hör-Form die richtige Wahl bei diesem Roman, denn wenn auch nicht sehr anspruchsvoll, kurzweilig und lustig ist er auf jeden Fall.

Montag, 25. Januar 2010

"Lounge im Altstadthof"

...Unter diesem Motto veranstaltet die Buchgalerie in Hof immer wieder Lesungen.
Heute war die Autorin Asta Scheib zu Gast. Sie las aus ihrem neuen Buch:


Hauptfigur dieser Romanbiographie ist der Maler Giovanni Segantini. Die Enkeltochter des Künstlers lebt in Hof und war ebenfalls bei der Lesung dabei. Ihr Gespräch mit der Autorin war eine sehr interessante Ergänzung zum Inhalt des Buches. Nach dem heute Gehörten hatte ich das Bedürfnis, mehr über den Maler zu erfahren und habe gleich ein wenig nachgeforscht. Hier erfährt man viel Wissenswertes über Leben und Werk des Giovanni Segantini.
Den Heimweg von diesem schönen Abend habe ich natürlich mit einem signierten Exemplar des Romans in der Tasche angetreten ;-)
Wenn ich das Buch gelesen habe, werde ich weiter berichten.

Hier geht es zum Bericht unserer Lokalzeitung: Ein Maler auf der Suche nach dem Licht

Samstag, 23. Januar 2010

Die Frau des Baumeisters/Die Hebamme von Glückstadt - Edith Beleites


Kurzbeschreibung:
Glückstadt im Jahr 1642: Der Bau eines Rathauses erregt die Gemüter. Ein angesehener Baumeister wird hinzugezogen und findet heraus, dass überall in der neu gegründeten Stadt versäumt wurde, den Boden gründlich zu rammen. Doch niemand will die Wahrheit hören. Als ein Toter in der Baugrube gefunden wird, heißt es bald: Mord. Hebamme Clara macht sich an die Aufklärung des Falls ...


Meine Meinung: * * * * *
Im fünften und letzten Buch über Clara, die Hebamme von Glückstadt, dreht sich die Handlung um das Bauvorhaben eines Rathauses für die Stadt. Es kommt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Magistrat, Bauherren und Bevölkerung. Im Vordergrund steht dabei hauptsächlich die Finanzierung und die Sicherheitsfrage, da die ursprüngliche Planung einer ausreichenden Befestigung des Fundaments zu wenig Beachtung schenkte. Ein neuer Baumeister kommt mit seiner hochschwangeren Frau Maike in die Stadt. Clara, inzwischen selbst Mutter eines kleinen Sohnes, steht Maike bei der Geburt bei und schließt mit der jungen Frau Freundschaft. Auch die Ehemänner freunden sich an, was schon durch das technische Interesse Willems an dem geplanten Neubau bedingt ist.
Ehe sich Clara versieht, steckt sie wieder mittendrin im Strudel beunruhigender Ereignisse, und das gerade jetzt, wo sie eigentlich ein wenig kürzer treten wollte, um sich mehr um ihren kleinen Sohn zu kümmern.
Die Autorin beschreibt Claras Situation mit viel Feingefühl, und man kann viele Entscheidungen und Gedanken, die die junge Hebamme bewegen, gut nachvollziehen. Erstaunt hat mich auch diesmal wieder, wie "modern" Clara und ihre Kolleginnen sowie auch der städtische Arzt und der Chirurg arbeiten und eingestellt sind, denn immerhin spielt die Geschichte Mitte des 17. Jahrhunderts. Edith Beleites hat eine eher ruhige, besonnene Schreibweise und legt auch Wert auf Details bei ihren Ausführungen. Und gerade das gefällt mir an ihren Clara-Romanen so gut. Man erfährt nicht nur über die dunklen Seiten der beginnenden Neuzeit, sondern erlebt hier den Alltag junger Menschen in Glückstadt fast hautnah mit. Zwar gibt es im Buch auch einen Mordfall und weitere kriminelle Aktivitäten, aber ich würde den Roman nicht als historischen Krimi bezeichnen, denn im Vordergrund steht eindeutig die Hebamme Clara mit ihren Lieben und alles, was sie bewegt und ihr wichtig erscheint.
In diesem fünften Clara-Band findet vieles einen Abschluss und eine Lösung, was einerseits schön ist, mich andererseits etwas mit Bedauern erfüllt, denn Clara, Willem und ihre Freunde waren angenehme Protagonisten, und ich verabschiede mich nur ungerne von ihnen.

Montag, 18. Januar 2010

California Smith - Emily Carmichael



Klappentext:
Die Lust auf Abenteuer und Sensationen hatte Mackenzie Leigh Butler ins wilde Arizona verschlagen. Sie fand beides in California Smith, einem Weißen, der bei den Apachen aufgewachsen war. Cal war ein schweigsamer Einzelgänger, der niemanden traute - bis er Mac traf. Aber Gewalt und tragischer Umstände töteten ihre Liebe, bevor sie sich richtig entfalten konnte. Nun ist Mac allein in einer rauhen, gesetzlosen Männerwelt. Nur einer kann sie noch aus ihrer Verzweiflung befreien, ein Mann, den sie einst geliebt hatte.

Meine Meinung: * * * * *
Mackenzie Butler hat Probleme. Sie muss sich in einer Männerdomäne behaupten, denn seit ihr Vater bei einem Apachenangriff ums Leben kam, führt sie selbst die Ranch, und einer ihrer Nachbarn macht ihr Ärger.
Da tritt Cal wieder in ihr Leben, wie schon Jahre vorher. Allerdings ist ihr Vertrauen in ihn schwer enttäuscht worden, und ein hässlicher Verdacht überschattet ihre damalige Liebe.
Emily Carmichael beschreibt in ihrem Roman sehr eindrucksvoll die Probleme der damaligen Zeit, zwischen den Weißen und Indianern. California Smith ist bei Apachen aufgewachsen, was ihm die Weißen Siedler übel nehmen. In so einem Fall waren anscheinend viele Menschen sehr schnell mit Vorurteilen, Misstrauen und Ablehnung zur Stelle.
Als Schauplatz für ihren Roman hat die Autorin Tombstone gewählt und schildert das damalige Leben in der Goldgräberstadt sehr eindrucksvoll und authentisch. Auch damals bekannte Persönlichkeiten, wie den Revolverhelden Wyatt Earp sowie die Indianerhäuptlinge Cochise und Geronimo tauchen in der Handlung auf oder werden zumindest angesprochen. Geronimo kreuzt mehrmals den Weg der Protagonisten. Der ganze Roman wirkt gut recherchiert und realitätsnah beschrieben. Positiv aufgefallen ist mir auch, dass sich die Protagonisten, trotz bestehender Probleme und Unstimmigkeiten, nicht immerzu in den Haaren haben, wie das häufig in Liebesromanen der Fall ist. Mac und Cal mußten beide Enttäuschungen verkraften, gehen aber vernünftig an die neue Situation heran und sind beide bereit, ihre eigenen Fehler zu sehen und einzugestehen. Gerade das macht sie so liebenswert.
Für Freunde von Romanen, die ihren Schauplatz im "Wilden Westen" haben, ist das Buch sehr zu empfehlen. Die Story bietet jede Menge Spannung, Dramatik und eine sehr schöne Liebesgeschichte.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Die Patin - Kerstin Gier



Kurzbeschreibung:
Wer sagt denn, dass der Pate immer alt, übergewichtig und männlich sein und mit heiserer Stimme sprechen muss? Nichts gegen Marlon Brando, aber warum sollte der Job nicht auch mal von einer Frau gemacht werden? Einer Blondine. Mit langen Beinen. Gestählt durch die Erziehung einer pubertierenden Tochter und eines vierjährigen Sohnes. Und wahnsinnig verliebt in Anton, den bestaussehenden Anwalt der Stadt. Constanze ist „die Patin“ der streng geheimen Mütter-Mafia. Gegen intrigante Super-Mamis, fremdgehende Ehemänner und bösartige Sorgerechtsschmarotzer kommen die Waffen der Frauen zum Einsatz. Ein Angriff auf Ihre Lachmuskulatur.

Meine Meinung: * * * *
Wie bei der wirklichen Mafia gibt es auch bei der "Mütter-Mafia" einen Paten: Constanze ist die Patin. Mit Schwung und Humor schildert Kerstin Gier den ganz alltäglichen Wahnsinn des Frauen-Alltags. Ich fand diesen zweiten Teil nicht ganz so lustig wie das Vorgänger-Buch, aber es bleibt spannend, und zwischendurch gibt es doch auch amüsante Szenen. Constanze und ihre Freundinnen haben wieder jede Menge Probleme zu lösen, da wird es ab und zu ganz schön brenzlig.
Etwas irritiert war ich von einigen größeren Gedankensprüngen, die vermutlich mit der Kürzung des Romans für das Hörbuch zusammenhängen. Auf jeden Fall ist es lohnend, sich diese nette Geschichte vorlesen zu lassen und sich damit die Arbeit kurzweiliger zu gestalten.

Dienstag, 12. Januar 2010

Die Nacht der Wölfin - Kelley Armstrong




Kurzbeschreibung:
Elena Michaels ist eine junge, attraktive Journalistin, die mit ihrem Freund Philip in Toronto zusammenlebt. Auf ihr Umfeld wirkt sie völlig normal, doch Elena hält ihre wahre Natur sogar vor Philip geheim: Sie ist der einzige weibliche Werwolf der Welt. Wenn ihre Natur eine Verwandlung fordert, schleicht sie sich aus der Wohnung in verlassene Straßen der Stadt. Dies muss nicht in Vollmondnächten geschehen, der Drang ist nur ungefähr dem Mondzyklus unterworfen und in bestimmten Bahnen steuerbar. Auch weitere Standards der bekannten Werwolfsgeschichten sind in diesem Roman variiert oder außer Kraft gesetzt. So töten etwa nicht nur Silberkugeln einen Werwolf, sondern Geschosse jeder Art, und der Wolf ist nicht das Symbol für die mordlüsterne Bestie im Menschen, sondern eine Wandlung zum natürlichen, tierischen Leben hin, triebhaft und nicht zivilisiert, aber keinesfalls zwingend böse.

Elena nun hat sich von ihrem Rudel abgewendet, um in Toronto ein normales, menschliches Leben zu führen. Doch als ihr Rudel, das nahe einer Kleinstadt im Staate New York beheimatet ist, von anderen Werwölfen bedroht wird, eilt sie ihm zu Hilfe. Und dort trifft sie auch ihren früheren Liebhaber Clay wieder, der sie einst zum Werwolf machte und der sie noch immer liebt. Während sich die Ereignisse zuspitzen, erkennt Elena, dass sie sich endgültig entscheiden muss -- zwischen Clay und Philip und vor allem zwischen einem Leben unter Werwölfen oder innerhalb der menschlichen Gesellschaft.

Meine Meinung: * * * 1/2
Elena Michaels steht zwischen zwei Welten:
Sie möchte gerne ein ganz normales Leben führen, mit einem lieben Partner, möglichst eigenem Haus und einem geregelten Alltag.
Aber sie ist ein Werwolf, der einzige weibliche Werwolf überhaupt. Unfreiwillig ist sie in die Sache hinein geraten, als sie von ihrem Verlobten Clay gebissen und dadurch verwandelt wurde. Sie lebt mittlerweile in Toronto, mit ihrem Partner Philip, der sie liebt und ihr jeden Wunsch von den Augen abliest. In dieser Welt fühlt sie sich glücklich, wenn da nicht immer wieder das Bedürfnis wäre, sich in einen Wolf zu verwandeln und auf Jagd zu gehen. Dieses andere Leben muss sie vor Philip geheim halten.
Als ihr Rudel in Gefahr gerät, kehrt sie in dessen Stammhaus zurück, um zu helfen. Dies tut sie nur widerstrebend, denn sie möchte ihre vertraute Umgebung und Philip nicht verlassen.
Wieder bei den anderen Werwölfen, erkennt sie, dass Clay sie immer noch liebt. Aber sie kann ihm die Sache mit dem Biss nicht verzeihen und verhält sich ihm gegenüber dementsprechend abweisend.
So recht warm bin ich mit der Protagonistin nicht geworden, denn trotz ihres ablehnenden Verhaltens Clay gegenüber läßt sie sich wieder auf eine Affäre mit ihm ein. Erklärt wird dies mit ihrem gespaltenen Wesen und dem ursprünglichen Wolfs-Instinkt in ihr, aber letztendlich führt sie beide Männer an der Nase herum. Zu ihrer Entschuldigung muss ich sagen, dass sie sich zumindest sehr viele Gedanken um ihre Situation und die beiden Männer macht und auch ihre Fehler, zumindest teilweise, realistisch sieht und erkennt.
Gar nicht mein Fall waren die vielen, sehr brutal und ausführlich geschilderten und blutigen Kampfszenen. Klar, es sind Werwölfe, aber etwas weniger gründlich wären mir die Beschreibungen immer noch genug gewesen.
Positiv anmerken möchte ich wiederum die einfühlsamen Schilderungen der Verwandlung. Die Wölfe beim Laufen und Jagen in ihrem Revier und die Atmosphäre im Wald werden sehr real dargestellt.

Freitag, 8. Januar 2010

Die Mütter-Mafia - Kerstin Gier



Kurzbeschreibung:
Deutschland sucht die Super-Mami! Es gibt sie, die perfekten Mamis und Bilderbuch-Mütter, die sich nur über Kochrezepte, Klavierlehrer und Kinderfrauen austauschen. Doch eigentlich sind sie der Albtraum jeder Vorstadtsiedlung. Dagegen hilft nur eins. Sich zusammenrotten und eine kreative Gegenbewegung gründen: die »Mütter-Mafia«! Ab jetzt müssen sich alle braven Muttertiere warm anziehen ...

Meine Meinung: * * * * 1/2
Dieses kurzweilige und amüsante Hörbuch hat mir heute die Bügel-Arbeit versüßt! Über meinem Wäscheberg mußte ich immer wieder zwischendurch schmunzeln und mehrmals herzhaft lachen.
Constanze fällt aus allen Wolken, als ihr Mann ihr eines Tages ganz plötzlich eröffnet, dass er die Scheidung möchte. Er hat auch schon eine Lösung für die Zukunft seiner Ex und der beiden gemeinsamen Kinder parat: Sie sollen in das alte Haus seiner verstorbenen Mutter ziehen. Zuerst ein totaler Alptraum, entwickelt sich das Leben in dem "Mahagoni"-Haus doch besser als erwartet. Constanze und ihre Kinder finden gute Freunde, die auch bei der Renovierung helfen. Abaer es gibt da auch die "Mütter-Society", ein Netzwerk "privilegierter" Ehefrauen und Mütter, die sich für perfekt halten. Ähnlichkeiten mit der Realität sind auf jeden Fall vorhanden, wenn auch vieles stark übertrieben geschildert wird. Kerstin Gier nimmt mit ihrer Geschichte gewisse "Veranstaltungen" auf die Schippe, wie sie in ähnlicher, abgeschwächter Form sicher jede Mutter schon erlebt hat. Gelesen wird das Hörbuch von Mirja Boes, die mit ihrem trockenen Humor und der forschen Erzählweise sehr gut zur Story paßt.
Der Schluss ist kurz und bündig und macht neugierig auf die Fortsetzung.

Montag, 4. Januar 2010

Tintenherz - Cornelia Funke



Kurzbeschreibung:
Das große Rätsel um Zauberzunge
In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf. Er warnt ihren Vater vor einem Mann namens Capricorn. Am nächsten Morgen reist Mo überstürzt mit Meggie zu ihrer Tante Elinor ... Elinor verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, um das sich alles dreht. Ein Buch, das Mo vor vielen Jahren zum letzten Mal gelesen hat und das jetzt in den Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers rückt - eines Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie nicht nur das Geheimnis um Zauberzunge und Capricorn löst, sondern auch selbst in große Gefahr gerät.

Meine Meinung: * * * * *
Ich habe das Hörbuch heute zu Ende gehört und muss sagen, der Zauber dieser Geschichte wirkt noch nach. Cornelia Funkes Roman ist ganz wunderbar fesselnd und spannend, und Rainer Strecker ist der ideale Erzähler für die Tintenwelt-Hörbücher. Er schafft es, den verschiedenen Charakteren Leben einzuhauchen und Stimmungen perfekt wiederzugeben.
Die Idee der Autorin, bekannte Figuren aus anderen Büchern "herauszulesen" hat mich fasziniert. Wie Meggie mit ihrem Vater, inmitten vieler Bücherstapel und -kisten lebt, bei der Beschreibung ihrer Großtante Elinor mit ihrem Haus voller Bücher, da geht sicher jeder Leseratte das Herz auf.
Da die Protagonistin Meggie ein Kind ist, kann man "Tintenherz" hauptsächlich in der Sparte "Kinder- und Jugendbuch" finden, was ich allerdings nicht befürworten kann. Einem Zehnjährigen würde ich die Geschichte noch nicht zu lesen geben, dafür ist sie zu düster, denn Gewalt und Tod nehmen einen großen Raum der Handlung ein. Ich sehe das Buch mehr als phantastisches Märchen für Erwachsene und ältere Jugendliche.

Sonntag, 3. Januar 2010

Ein Highlander zu Weihnachten - Sandy Blair

Klappentext:
Die Antiquitätenhändlerin Claire macht eine unerwartete Erbschaft. In der alten Eichentruhe findet sie eine geheimnisvolle Dose. Als sie sie öffnet, steht vor ihr Cameron MacLeod aus den schottischen Highlands des 17. Jahrhunderts. Schon bald kommen sich die beiden näher.

Meine Meinung: * * * * *
Claire MacGregor traut ihren Augen kaum, als sie eine alte Dose öffnet und plötzlich ein ausgewachsener Highlander vor ihr steht. Wie sich schnell herausstellt, handelt es sich bei dem fremden Mann um Cameron MacLeod, der im 17. Jahrhundert, kurz vor der Schlacht bei Culloden, zu seinem eigenen Schutz von seiner Ziehmutter mit einem Zauberbann belegt und in einen langen Schlaf versenkt wurde.
Als Cameron merkt, in welcher Lage er sich befindet und was damals mit seinem Clan passiert ist, stürzt ihn das in große Verzweiflung.
Mir hat besonders gefallen, dass dieser Zeitreisende sich nicht so reibungslos in seiner neuen Umgebung zurechtfinden konnte, wie das oft in ähnlichen Romanen der Fall ist. Unbeabsichtigt bringt sich Cam immer wieder in Schwierigkeiten und damit auch Claire, zu der er sich immer mehr hingezogen fühlt. Und doch weiß er, dass er sie wieder verlassen muss, denn er möchte in seine Zeit zurück, um seine Familie vor drohendem Unheil zu bewahren.
Trotz seiner Verzweiflung über seine Lage läßt sich Cam nicht unterkriegen, und neben aller Tragik hat die Geschichte auch ihre humorvollen Seiten. Durch seine Unwissenheit über die Gepflogenheiten und Gesetze der neuen Zeit kommt Cam immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Die Szenen sind rührend und zugleich amüsant geschildert, und man kann gut mit dem liebenswerten Cameron und der sympathischen Claire mitfühlen.
"Ein Highlander zu Weihnachten" ist kurzweilige, romantische und gleichzeitig spannende Unterhaltung, mit der man so manchen gemütlichen Nachmittag oder Abend, vielleicht mit einer Tasse Tee und schottischen Haferkeksen oder auch bei einem Gläschen Whiskey ;-) genießen kann.

Freitag, 1. Januar 2010

Das Limonenhaus - Stefanie Gerstenberger



Vom Diana-Verlag habe ich das Buch für eine Büchereulen-Leserunde zur Verfügung gestellt bekommen. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an den Verlag und das Eulen-Forum.
>>>Hier geht es zur Leserunde

Über dieses Buch:
Als die junge Köchin Lella Bellone erfährt, dass sich Grazia, die Frau ihres vor drei Jahren bei einem Berufsunfall verstorbenen Bruders Leonardo, das Leben genomen hat, ist ihr klar, dass sie nun jenes Versprechen einlösen muss, das sie Leonardo einst gegeben hat: sich im Ernstfall um seine Tochter Matilde zu kümmern. Sie reist von Köln nach Sizilien, der Heimat ihrer Eltern. Doch zwischen den Bellones und den LaMacchias, der Familie von Grazia, besteht eine alte Feindschaft, und Grazias Mutter Teresa verweigert Lella das Kind. Lella will Zuflucht im Limonenhaus suchen, in dem einst ihre Mutter aufwuchs und in dem später Leonardo mit seiner Familie lebte. Doch sie muss bestürzt feststellen, dass das Haus völlig leer geräumt wurde. Nur in einem verborgenen Winkel entdeckt sie noch eine alte Bibel und einige Tagebuchseiten, die wohl der Tante ihrer Mutter gehörten.
Durch einen Zufall trifft Lella wenig später Phil Domin wieder, einen Fotografen, der im Flugzeug nach Köln neben ihr saß und ihr auf Anhieb sympathisch war. Auch Phil war von Anfang an von der jungen Frau fasziniert, obwohl er, neben beruflichen Gründen, eigentlich nach Italien gekommen ist, um die Eltern seiner Freundin Brigida aufzuspüren und diese um die Hand ihrer Tochter zu bitten. Lella bietet dem Fototgrafen, der kein Italienisch spricht, nun ihre Hilfe bei diesem Unterfangen an - doch keinesfalls uneigennützig, denn sie hat einen verzweifelten Entschluss gefasst......

Über die Autorin:
STEFANIE GERSTENBERGER, 1965 in Osnabrück geboren, studierte Deutsch und Sport, bis sie erkannte, dass sie keine Lehrerin werden wollte. Nach einem Wechsel in das Hotelfach lebte und arbeitete sie auf Elba und Sizilien, in der Karibik und in San Francisco. Die Reiserei fand 1993 in Köln ein Ende, wo sie als Requisiteurin Polizeiserien, Krimis und Liebesfilme ausstattete und dabei den Schauspieler Thomas Balou Martin kennenlernte, mit dem sie heute verheiratet ist und zwei Kinder hat.

Meine Meinung: * * * * *

Bereits der erste Eindruck war sehr viel versprechend, denn ich finde die Covergestaltung äußerst gelungen. Die schönen Farben und das Zitronenmotiv sind eine perfekte Einstimmung auf den Roman.

Auch die Handlung hat mich nicht enttäuscht. Sie ist aus den unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Ich-Erzähler Phil und Lella geschildert. Die Autorin hat ein feines Gespür dafür, die Atmosphäre eines Handlungsortes einzufangen. Man fühlt sich direkt nach Sizilien versetzt, und in den Lesepausen bekam ich direkt Fernweh. Die perfekte Mischung aus Spannung, Dramatik, Romantik und Humor machen den Roman zu einem puren Lesevergnügen. Spätestens ab der Hälfte möchte man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, denn man will einfach wissen, wie die Sache mit Lella und Phil und mit der kleinen Matilde weitergeht. Auch wenn einiges vorhersehbar ist, mindert das die Spannung nicht, denn ich war immer neugierig, auf welche Weise sich die Probleme letztendlich lösen würden.

Ich habe den Roman sehr genossen und hoffe auf baldige, weitere Veröffentlichungen der Autorin.