Dienstag, 16. November 2010

Die Saat - Guillermo Del Toro + Chuck Hogan


Kurzbeschreibung:
Für Ephraim Goodweather, den Chef des New Yorker Seuchenpräventionsteams, ist es keine Nacht wie jede andere. Für die gesamte Menschheit ist es keine Nacht wie jede andere. In dieser Nacht kommt auf dem J.F.K. Flughafen eine gerade aus Europa gelandete Maschine unvermittelt zum Stehen, der Pilot bricht den Funkverkehr ab, alle Lichter erlöschen. Goodweather trommelt seine Leute zusammen, und gemeinsam betreten sie das Flugzeug. Es bietet sich ihnen ein gespenstisches Bild: Die Passagiere sitzen aufrecht in ihren Sesseln und rühren sich nicht. Als Goodweather näher herangeht, bemerkt er bei allen einen kleinen Schnitt am Hals. Und er macht eine weitere unglaubliche Entdeckung: Die Passagiere leben – aber sie sind keine Menschen mehr... Nein, es ist keine Nacht wie jede andere: In dieser Nacht beginnt der epische Kampf gegen das Böse, das gekommen ist, um New York zu erobern. Und nicht nur diese Stadt, sondern die ganze Welt.

Meine Meinung:
Es ist eine unheimliche Szenerie, die sich dem Flughafenpersonal und den Verantwortlichen bietet. Ein Flugzeug aus Europa ist in New York gelandet, und plötzlich brechen alle Verbindungen zur Maschine ab; sie steht dunkel auf der Landebahn, wie tot, nichts rührt sich. Ephraim Goodweather wird an seinem freien Wochenende abberufen, um als Seuchenspezialist, zusammen mit seinem Team, die Angelegenheit zu untersuchen, denn es besteht der Verdacht auf eine Viren-Epidemie. Als Ephraim und seine Mitarbeiter nach einiger Zeit das Flugzeug betreten, bietet sich ihnen ein gespenstisches Bild. Alle Passagiere sitzen leblos in ihren Sesseln, scheinen ganz plötzlich und überraschend gestorben zu sein. Nach dem ersten Schock werden dann doch vier Überlebende gefunden. Doch diese benehmen sich sehr seltsam, verändern sich auf mysteriöse Weise, und eines Tages sind nicht nur diese Vier verschwunden, sondern auch alle anderen Passagiere - aus dem Leichenschauhaus... Währenddessen wird eine geheimnisvolle schwarze Kiste im Gepäckraum der Maschine entdeckt - und verschwindet wieder, so plötzlich, wie sie aufgetaucht ist. Das alles wirft jede Menge Fragen auf.
Als sich noch ein alter Mann mit verkrüppelten Händen bei Ephraim meldet, der anscheinend mehr über die Angelegenheit weiß, wird bald klar, dass es sich hier um eine schier unglaubliche Sache handelt. Die erst kürzlich Verstorbenen machen plötzlich als Untote die Stadt unsicher, und sie vermehren sich! Immer mehr ganz normale Bürger machen eine grausige Wandlung durch, und auch Ephraims Familie gerät in Gefahr. 
Dieses Hörbuch lässt einen nicht mehr los! Man kommt kaum zu Atem, denn es geht Schlag auf Schlag. Wie sich die "Epidemie" in rasender Geschwindigkeit innerhalb der Stadt ausbreitet und kaum noch Hoffnung besteht, das Problem in den Griff zu kriegen und auch, wie sich die Obrigkeit quer stellt und die Tatsachen viel zu lange ignoriert, das alles schildert der Sprecher des Hörbuchs auf  fesselnde Weise. David Nathan macht diese Geschichte zum Erlebnis, trägt die Story so genial vor, dass beim Hören ein Film im Kopf abläuft.
Das Ende ist offen, viele Fragen bleiben unbeantwortet. Dies ist wohl von den Autoren so gedacht, denn "Die Saat" ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite Teil "Das Blut" ist erst vor wenigen Wochen erschienen. Ich bin mir noch nicht schlüssig, ob ich die Trilogie weiter verfolge. Zwar fand ich die Story sehr spannend und die hier vertretene Vampir-Theorie faszinierend, aber andererseits hat mich die große Brutalität abgeschreckt, die sich durch das gesamte Buch zieht. Für meinen Geschmack ist der Roman zu blutrünstig und zu reißerisch aufgebaut. Gerade was blutige und brutale Szenen angeht, haben die Autoren tief ins Füllhorn gegriffen und die Handlung damit oft unnötig in die Länge gezogen. Ich werde wohl erst einmal abwarten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen