Freitag, 5. November 2010

Die Jungfernfalle - Georgette Heyer


Nach dem Tod des Vaters ist die junge und reiche Erbin Judith Tavernier mit ihrem Bruder unterwegs, um den gemeinsamen Vormund in London aufzusuchen, denn beide sind noch minderjährig. Zu ihrem Unmut stellt sich heraus, dass es sich nicht um einen älteren Herrn und Freund ihres Vaters handelt, sondern dass dessen Sohn, Julian Audley, der momentane Earl of Worth, die Vormundschaft übernommen hat. Judith und ihr Bruder tun alles, um dem Earl seine Aufgabe so schwer wie möglich zu machen, denn der attraktive Julian weckt, durch seine arrogante Art, immer wieder den Widerspruchsgeist der beiden. Ein Onkel und ein Vetter der Geschwister weilen ebenfalls in London, und man kann den nächsten Verwandten die Enttäuschung anmerken, dass Sir John seine Kinder unter die Obhut eines Fremden gestellt hat. Judith stellt mit der Zeit zu ihrer Bestürzung fest, dass ihr Bruder Perry mehrmals in Lebensgefahr gerät, und als er eines Tages wie vom Erdboden verschwunden ist, bleibt die junge Frau verzweifelt zurück und weiß nicht mehr, wem sie vertrauen soll.

Georgette Heyer entführt ihre Leser mitten in die Epoche des Regency. Die Autorin gilt als Fachfrau für diesen Zeitabschnitt, was man ihren bestens recherchierten Romanen immer wieder anmerkt. Da werden die Schauplätze so ausführlich von ihr beschrieben, dass man sie sich wunderbar vorstellen kann. Im leichten Plauderton schildert sie die vornehme Gesellschaft der damaligen Zeit, mit ihrem steifen Sittenkodex und den reichlich blasierten Moralvorstellungen. Manche Schilderungen sind für meinen Geschmack fast schon zu ausführlich und somit etwas langatmig. Die intelligenten Dialoge, so manche überraschende Wendung und die Spannung, die sich nach und nach aufbaut, lassen jedoch über solch kleine Unstimmigkeiten hinwegsehen, und letztendlich ist es ein wunderbarer historischer Roman, der einem diese Ära mit dem ganz besonderen Flair gut nahe bringen kann.

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