Donnerstag, 10. Juni 2010

Kreuzblume - Andrea Schacht


Kurzbeschreibung/Klappentext:

Ein verschollener Bauplan, eine mutige Frau, ein mächtiger Feind …

Ein opulenter und fesselnder historischer Roman und zugleich die spannende Geschichte der zeitweilig tatsächlich verschwundenen Baupläne des Kölner Doms!

Nach jahrhundertelanger Baupause soll nun, an der Schwelle des 19. Jahrhunderts, der Kölner Dom endlich vollendet werden. Antonia, die in den Wirren der napoleonischen Kriege aufgewachsen ist, erfährt, dass ihr Leben und das jener Menschen, die ihr nahe stehen, eng mit den mittelalterlichen Bauplänen des Doms verbunden ist. Doch die sind seit ihrer Geburt verschwunden … Unerschrocken und mutig wagt sich Antonia in einen Klüngel aus Intrigen und Gefahren, bis sie die Pläne wiederentdeckt – und die Liebe ihres Lebens findet.

Meine Meinung: * * * *

Beim Lesen dieses Romans ist mir der Vergleich mit einem Fluss eingefallen:
Viele kleine Seitenarme vereinigen sich zu einem breiten Strom, der manchmal träge dahin fließt, aber auch seine Gefahren und Strudel birgt. Von Zeit zu Zeit, je nach Landschaft, kann er auch recht wild und unbändig daherkommen. So ähnlich baut sich für mein Empfinden die Handlung von „Kreuzblume“ auf.

Es ist gar nicht so einfach, den Inhalt dieses 740 Seiten starken Romans zusammenzufassen, eben wegen der vielen kleineren Handlungsstränge. Ich hätte unweigerlich immer das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Daher beschränke ich mich auf die Wiedergabe meiner persönlichen Eindrücke.

Die Atmosphäre der damaligen Zeit und die Lebensumstände sind wunderbar und ausführlich beschrieben. Schreckliche, brutale Szenen werden nur angedeutet und nicht ausgeschmückt, was ich ganz besonders zu schätzen weiß. Auch ohne blutrünstige Schilderungen werden das Elend und die Not, verursacht durch die dauernde Kriegsführung, sehr deutlich und direkt greifbar.

Eine Menge Charaktere treffen im Verlauf der Geschichte aufeinander, und daher fand ich das ausführliche Personenregister im Anhang äußerst hilfreich und habe es ausführlich genutzt.

Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin alle Protagonisten liebevoll und lebendig charakterisiert und sich nicht nur auf die Hauptfiguren beschränkt. Auch die Personen in Nebensträngen der Handlung bekommen durch die detaillierte Beschreibung ein „Gesicht“.

Aber ganz besonders Antonia, die burschikose junge Dame mit der abenteuerlichen Vergangenheit und dem flotten Mundwerk, habe ich gleich in mein Herz geschlossen.

Irritierend fand ich allerdings die vielen Zufälle, die für die Handlung bemüht wurden. Sie haben der Geschichte einiges von ihrer Glaubwürdigkeit genommen. Einen weiteren Kritikpunkt möchte ich noch anfügen. Sehr gestört hat mich, dass es im ganzen Umfeld von Antonia keine einzige Familie mit „normalen“ Verhältnissen gab, sondern dass hier uneheliche Kinder und Ehebruch an der Tagesordnung waren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es damals, in dieser sittenstrengen Zeit, wirklich so gewesen ist.

Insgesamt betrachtet hat mir das Buch jedoch gut gefallen, wenn es für mein Empfinden auch nicht das beste Werk der Autorin ist.

Kommentare:

  1. Ich wollte ja schon immer mal ein Buch der Autorin lesen, aber scheint, als sollte ich nicht mit diesem beginnen.
    Danke Dir für die Rezi!

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  2. Für mich war dies das zweite Buch der Autorin. Vor längerer Zeit habe ich bereits "Die Ungehorsame" gelesen, und das hat mir persönlich mehr zugesagt.
    Liebe Grüße
    Susanne

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