Montag, 14. Juni 2010

Hexenmilch - Kari Köster-Lösche


Klappentext:
Kari Köster-Lösche erzählt das tragische Schicksal einer Frau, die als Hexe denunziert und verurteilt wird. In einem Dorf im Nordfriesland des 16. Jahrhunderts lebt Mutter Griebsch, eine Hebamme, die auch der Herstellung von Heilsalbe kundig ist. Ihre Fähigkeiten machen sie jedoch bald zum Opfer ihrer Zeit. Denn die anderen Dorfbewohner sprechen ihr magische Kräfte zu und erklären sie zur dunklen Urheberin ihrer persönlichen Probleme: Als Buhlerin des Teufels wird sie schließlich denunziert und grausam verurteilt.

Meine Meinung: * * * *
Nordfriesland im Jahr 1567: Eine hinterhältige Schwangere, ihr besorgter (gehörnter) Ehemann und ein paar einfältige, abergläubige Nachbarn, mehr braucht es nicht, um das Leben einer Frau komplett zu verändern bzw. zu zerstören. Die Gerüchte und Verdächtigungen ziehen immer weitere Kreise und setzen eine Lawine in Gang, dazu noch der eine oder andere unglückliche Zufall, und alles wird so lange gedreht und gewendet, bis es ins Bild passt.
Mutter Griebsch, die Hebamme des Ortes, gerät in einen Teufelskreis aus ungerechtfertigten Beschuldigungen. Es ist bedrückend, zu erleben, wie schnell damals über einen Menschen geurteilt wurde und wie leichtgläubig ein Grossteil der Leute anscheinend war.
Der Roman ist von Anfang bis Ende sehr düster und macht deutlich, wozu Menschen in ihrem Fanatismus oder auch in ihrer Einfalt fähig sein konnten (und wohl auch heutzutage oft noch sein können). Das Buch ist nicht sehr dick, aber für meinen Geschmack weist die Geschichte doch einige Längen auf, was sicher darauf zurückzuführen ist, dass sich die Handlung eigentlich nur auf die unbegründete Verdächtigung, die daraus resultierende Hysterie bei den Nachbarn, das Verhör und die anschließende Verurteilung der Hebamme beschränkt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen